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Zum zehnjährigen Bestehen des Lentos in Linz bespielt Olafur Eliasson 800 Quadratmeter mit einer einzigen Installation

An den Grenzen sinnlichen Erkennens



Das Spiel mit Raum und Licht gehört zu den Grundlagen seines Repertoires: Die groß angelegten Installationen von Olafur Eliasson beanspruchen Weite, gehen oft aus definierten Räumen hinaus ins Freie. Und das Licht dominiert spätestens seit seinem „Weather Project“ 2003 in London die Wahrnehmung Eliassons als einem der „Großkünstler“ unserer Epoche. Im Kunst-Ranking des Manager Magazins hält sich Eliasson seit 2006 unter den Top Ten der internationalen Kunstszene.


Der dänisch-isländische Künstler genießt aber nicht nur Anerkennung im internationalen Kunst-Jet-Set, sondern ist auch populär: Installationen wie die „New York City Waterfalls“ oder die Londoner Inszenierung des künstlichen Sonnenaufgangs wurden von Zehntausenden besucht, bewundert, aber auch mit Skepsis betrachtet. Denn der Jubel von Markt und Masse mag einen Künstler auch verführen, sich selbst so lange zu wiederholen und zu zitieren, bis ein einst innovativer Weg zur – gut verkäuflichen – Masche degeneriert ist.

Doch Eliasson bleibt faszinierend, weil er sein Repertoire an künstlerischen Ausdrucksmitteln immer wieder neu zu positionieren weiß. Mit Raum und Licht fängt er den Betrachter spielerisch ein, führt ihn in Sphären, die er vielleicht erahnt, durch die Kunst aber in überraschender Weise sinnlich erfährt. Olafur Eliasson thematisiert Grenze und Größe der empirischen Erfahrung: In dem Moment, in dem der Hinschauer sich den Sinneseindrücke überlassen will, bremst ihn Eliasson ironisch aus. Die Täuschung entlarvt sich im Wechsel der Perspektiven.

Zum zehnjährigen Bestehen des Linzer Lentos Kunstmuseum hat Direktorin Stella Rollig ihrem alten Bekannten eine seiner berühmten Lichtinstallationen abgeluchst: Bis zum 22. September kann sie im über 800 Quadratmeter großen Ausstellungsraum des imposanten Riegels an der Donau Eliassons „Your Cosmic Campfire“ zeigen. Einfach, aber einfallsreich spielt er in dieser Installation mit der immateriellen Wirklichkeit des Lichts. In der Mitte des Raums dreht sich auf einem Stativ ein Zylinder. Einem Leuchtturm ähnlich wirft er Licht an die Wände, das durch farbige Filter und schwarze Klappen segmentiert wird. Die Farbfilter schieben sich übereinander, verändern der Farben Reinheit und Intensität. Blasse Lichtschatten oder leuchtende Farbflächen wandern über die Wände: ein sich ständig verändernder Lichtraum.

Der Betrachter, betritt er den Raum, kann sich dem Licht und der Veränderung nicht entziehen. Er wird zum Gefangenen und zum Teil einer sich wandelnden Welt. Die Reaktionen der Besucher variieren vom schweigend-staunenden Betrachten bis zur aktiven Mitgestalten: Menschen tanzen durch das Licht, stellen sich in Posen auf, spielen mit ihren Schatten, folgen den wandernden Lichtflächen.

Olafur Eliasson nähert sich mit dieser Installation, die er für die Ausstellung „Seu corpo da obra“ 2011 in São Paulo geschaffen hat, wieder den Paradoxien von Materiellem und Immateriellem: Das Licht, flüchtig wie Musik, ständig in Veränderung, ungreifbar, konstituiert Raum, Begrenzung, Fläche. Dem „kosmischen Lagerfeuer“ kann niemand entkommen: Wer sich in den Raum begibt, verändert sich und die Lichtwirkung; wer sich nicht einlässt, also außerhalb verharrt, erfasst es nicht. Der Mitspieler verwandelt sich und den Raum. Ein geistvoller Kommentar zu den Bedingungen und Möglichkeiten unserer Erkenntnis. Echt Eliasson eben.

Eine kleine Sonne für ein großes Projekt

Mit dem Licht und mit der Veränderung hat auch ein Projekt zu tun, das der Künstler gemeinsam mit dem Ingenieur Frederik Ottesen entwickelt hat: „Little Sun“ ist eine kleine gelbe Sonnenblume, in deren Zentrum ein Lämpchen sitzt. Bei Sonne sammelt ein Kollektor auf der Rückseite Energie, die dann bei Dunkelheit einige Stunden lang das Lichtchen speist. Das Social-Bussiness-Projekt will dazu beitragen, Menschen mit „sauberem, zuverlässigem und erschwinglichem“ Licht zu versorgen. Denn weltweit haben rund 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu elektrischem Strom.

15 Millionen der leuchtenden Sonnenblumen wollen Olafur Eliasson und sein Partner verkaufen: Im Lentos werden die E-Blumen für 20 Euro angeboten; in Afrika muss der Kunde um die elf Euro berappen. Kein Billigprodukt, sondern ein anspruchsvolles Objekt: Der Kunde in Afrika soll sich auf Augenhöhe mit dem kaufenden Europäer oder Amerikaner erleben. Eliasson will das auch über das Design erreichen: Vergeben wird kein Almosen, verkauft kein Ramsch, sondern ein hochwertiges Gerät, anspruchsvoll gestaltet.

Zum zehnjährigen Bestehen hat das Lentos Kunstmuseum Linz derzeit noch drei Ausstellungen im Programm: Bis zum 18. August werden von Heike Baranowsky „Time Traps“ gezeigt. Die Videoarbeiten der in Berlin und Nürnberg lebenden Künstlerin thematisieren ebenfalls das Phänomen Zeit, ohne den Zuschauer so radikal einzubeziehen, wie es Eliassons Installation vermag. Die Ausstellung in Linz ist eine reduzierte Version einer Schau, die bereits in Nürnberg zu sehen war.

Künstler-Präsentationen, Giger und Glam

Ansonsten setzt das Lentos auf seine Sammlung. Ihr Grundstein wurde 1953 mit dem Erwerb von 100 Kunstwerken durch die Stadt Linz gelegt. Heute verfügt das Lentos über 1.700 Gemälde und Skulpturen sowie rund 12.000 Grafiken und 1.200 Beispiele künstlerischer Fotografie. In einer Jubiläumsschau stand von März bis Juni die Sammlung im Mittelpunkt.

Jetzt hat das Lentos fünf Künstlerinnen und Künstler eingeladen, in fünf Räumen eigene Präsentationen zu entwickeln. Herausgekommen sind höchst eigenwillige Kombinationen aus Werken der beteiligten Künstler und aus Stücken, die sie selbst zu sich und ihrer Arbeit in Bezug setzen. Eva & Adele, Maria Bußmann, Anetta Mona Chisa & Lucia Tkácová, Gerwald Rockenschaub und Nasan Tur sind die Beteiligten. Bis Februar 2014 zeigt das Lentos außerdem jeden Monat wechselnd eine Handvoll Grafiken aus dem Depot, verbunden mit einer umfangreichen Dokumentation zu den Werken in einem Blog.

Die Vorschau des Museum kündigt ab dem 5. September in Zusammenarbeit mit der Ars Electronica 2013 eine Schau mit teilweise noch nie öffentlich gezeigten Werken von HR Giger an. Ihr Titel: „Die Kunst der Biomechanik“. Ab 19. Oktober geht es dann in Zusammenarbeit mit der Tate Liverpool um das Phänomen „Glam“, das in den 1970er Jahren in Großbritannien entstand und Kunst, Musik, Fotografie, Design, Mode und Style miteinander verbunden hat. Von David Bowie bis David Hockney, von Gilbert & George bis Richard Hamilton spannt sich der Bogen dieser zwischen Kitsch und Ironie, polierter Oberfläche und skurrilem Tiefsinn pendelnden Richtung. Im Untergeschoss des Lentos entsteht außerdem eine raumfüllende Installation von Luisa Kasalicky, die ab 19. Oktober gezeigt wird.

Die Ausstellung „Olafur Eliasson“ ist bis zum 22. September zu sehen. Das Lentos Kunstmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 bzw. 4,50 Euro.

Kontakt:

Lentos Kunstmuseum Linz

Ernst-Koref-Promenade 1

AT-4020 Linz

Telefon:+43 (0732) 70 70 36 00

Telefax:+43 (0732) 70 70 36 04



04.08.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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