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Ausstellungen erinnern an den 175sten Geburtstag des legendären Grafen Zeppelin. Bis heute regt er das künstlerische Geschehen nicht nur am Bodensee an

Ohne Netz und doppelten Boden



Bei der letzten Biennale in Venedig vor zwei Jahren nahmen Zeppeline die Lagunenstadt in Besitz. Allerorten wurde der Besucher von den Flugkörpern überrascht, die wie ein imaginärer Schwarm einer unheimlichen Macht teils frohlockend, teils bedrohlich einfielen. Der 1974 geborene mexikanische Künstler Héctor Zamora ließ Modelle aufsteigen, Poster warben für eine nie veranstaltete Zeppelin-Messe, sogar Straßenmaler griffen das Motiv auf. Ein Ballon verfing sich zwischen zwei Hallen des Arsenale. Zwischen Realität und Fiktion zeigt die Arbeit „Sciame di dirigibili / Zeppelin-Schwärme“, wie der Zeppelin-Mythos bis heute Auslöser zahlreicher Assoziationen ist und die Fantasie beflügelt.


Für die erste museale Einzelschau des Künstlers hat das Friedrichshafener Zeppelin Museum die Installation modifiziert. Die leere Luftschiffhülle füllt den Boden; Fotos, Modelle, Filme, Plakate und Skizzen verschaffen im großen Ausstellungssaal weitere Einblicke in das Projekt Zamoras. Beim Hinabschreiten in die Kunstabteilung steht man sofort wieder vor einem Zeppelin. Der Berliner Künstler Moritz Götze, ein ausgewiesener Zeppelin-Fan, schuf 2002 ein mit Acryl bemaltes Sperrholzrelief. Dessen gitterartige Struktur zeigt stark abstrahiert den arg ramponierten Zeppelin LZ 4, wie er sich am 5. August 1908 nach einem Unglück bei Echterdingen präsentierte. Das Gerippe symbolisiert eine enge Verbindung von Erfolgen mit Rückschlägen, die aber auch Grundlage neuer Triumphe sein können. So flossen nach dem Unglück im Rahmen einer Spendeaktion dem Grafen Zeppelin so viele Mittel zu, dass er mit seiner Luftschiffbau Zeppelin GmbH zu neuen Höhenflügen ansetzen konnte.

Wie nachhaltig auf Basis technischer Entwicklungen künstlerische Schöpfungen fußen, kann man im Zeppelin Museum und in Friedrichshafen in Augenschein nehmen. So setzte der berühmte Architekt Paul Bonatz mit Werks- und Wohnungsbauten einprägsame Akzente; sein zwischen 1913 und 1920 errichtetes Arbeitergartendorf für Werksmitarbeiter der Zeppelinwerke genießt heute als modellhafte Umsetzung einer sozialreformerischen Idee Denkmalschutz. Im September wird ein Haus als Museum eröffnet. Auch der im bayerischen Selb ansässige Porzellanmaler und -fabrikant Franz Heinrich profitierte von gut honorierten Aufträgen für Entwurf und Fertigung von anspruchsvollen Geschirren für die Bewirtung von Luftschiffpassagieren.

Vor 175 Jahren wurde Ferdinand Graf Zeppelin geboren. Zwei Ausstellungen am Bodensee würdigen diesen Gedenktag und thematisieren die bis heute andauernde kulturelle Relevanz von Zeppelins Unternehmungen für die Region. Im 1933 eröffneten ehemaligen Hafenhahnhof, dessen imposante weiße Bauhausmoderne die Seepromenade der Stadt prägt, ist die Ausstellung „Graf Zeppelin zum 175. Geburtstag“ zu sehen. In einer werkstattartigen Inszenierung stellen Modelle, Filme, Fotografien und Dokumente wie Skizzen oder Patenschriften die Leistungen des deutschen Helden der Lüfte vor. Seit 1874 entwickelte der Visionär, Techniker und Unternehmer Ideen für lenkbare Luftschiffe für große Reichweiten und hohe Nutzlasten. Aber erst nach seinem Ausscheiden aus militärischen Diensten konnte der 52jährige 1890 seine Vorstellungen intensiver verfolgen.

Am 2. Juli 1900 stieg das erste Luftschiff zu einer Probefahrt über den Bodensee empor. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte bildete sich ein Konglomerat aus vielen Tochterfirmen, Zulieferern und technischen Unternehmungen, ein Geflecht aus Produktionsstätten für Motoren und Zahnräder, aus Flugzeugwerften, Metallwerken, Reedereien bis hin zu einer Sauerstofffabrik. Heute beschäftigen deren Nachfolgefirmen weltweit 135.000 Mitarbeiter. Friedrichshafen besitzt schon lange einen guten Ruf als Technologiezentrum. Die Kernfirmen befinden sich ganz oder teilweise im Besitz der nach 1945 an die Stadt übertragenen Zeppelin-Stiftung, deren Dividenden für soziale, kulturelle oder wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Aus dem diesjährigen Stiftungshaushalt von rund 65 Millionen Euro fließen der Kunst und Kultur 1,3 Millionen Euro zu. Glückliches Friedrichshafen, ist man da geneigt zu sagen.

Auch Zeppelins Geburtsstadt Konstanz lockt die Besucher. Seit dem 12. Juli stellt das Rosgartenmuseum im Rahmen der Sonderausstellung „Die Zeppelins – Eine Adelsfamilie am Bodensee“ den Privatmann und sein familiäres Umfeld vor. Ferdinand Graf von Zeppelin war Sohn des hohenzollernschen Hof- und Regierungsrates Friedrich Jerôme Graf von Zeppelin, Spross einer aus Mecklenburg eingewanderten Familie, die sich beim Militär und in der Diplomatie im Königreich Württemberg verdingte. Ferdinands Mutter war die Schweizerin Amélie Macaire d’Hogguèr, Tochter der gleichnamigen Genfer Bankiers- und Industriellenfamilie. Im Ensemble des säkularisierten, 1236 gegründeten Dominikanerklosters auf der Konstanzer Insel richtete die Familie 1785 eine Textilfärberei sowie Geschäftsräume der Bank Macaire ein. Auch wohnte man dort im historischen Ambiente. Am 8. Juli 1838 erblickte in der ehemaligen Sakristei, dem heutigen Zeppelin-Salon, Ferdinand Graf von Zeppelin das Licht der Welt. Auf der Dominikanerinsel sowie dem nahe gelegenen Gut Girsberg verbracht der junge Adelige Kindheit und Jugendzeit und kehrte stets hierhin zurück, auch wenn er in Friedrichshafen beruflich aktiv war. Konstanz bot leider nicht den Platz zur Etablierung seiner zahlreichen Unternehmungen.

Als die Textilproduktion im alten Inselkloster unrentabel geworden war, baute es Ferdinands jüngster Bruder Eberhard 1874/75 zum Hotel um; denn das Zeitalter des Tourismus war angebrochen, und hier winkten neue Geschäfte. Wenn man heute auf Zeppelins spuren wandelt, ist ein Besuch im Inselhotel unausweichlich. Maßwerkfenster, Grabsteine, Säulen, Fresken und weitere historische Spuren aus vergangenen Jahrhunderten bieten sich wie ein offenes Geschichtsbuch dar. Der Grundriss legt bis heute historische Strukturen aus Kreuzgang und dreischiffiger Kirche offen. Heute dient die Kirche als Festsaal. An den Wänden erinnert ein zwischen 1290 und 1330 gemalter gotischer Medaillonfries an die ehemalige Nutzung. Zwischen 1888 und 1904 malte der Münchener Akademieprofessor Carl von Häberlin den schmucken Kreuzgang mit ortsbezogenen historischen Szenen aus. Von der Stadt durch einen bereiten Seegraben entrückt, bietet das von der Steigenberger-Gruppe bewirtschaftete Kulturdenkmal eine kultivierte, den Hauch der Geschichte atmende Adresse, wie sie sich am Bodenseeufer wohl kaum ein zweites Mal finden dürfte.

Die Ausstellung „Die Zeppelins – Eine Adelsfamilie am Bodensee“ ist bis zum 29. Dezember zu sehen. Das Rosgartenmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, samstags sowie an Sonn- und Feiertagen bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch für 15,50 Euro erscheinen.

Rosgartenmuseum Konstanz
Rosgartenstraße 3-5
D-78459 Konstanz

Telefon: +49 (0)7531 – 900 246
Telefax: +49 (0)7531 – 900 608

Die Ausstellung „Graf Zeppelin zum 175. Geburtstag“ läuft bis zum 15. September. Das Zeppelin Museum hat täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 7 bis 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen, das an der Museumskasse 2,90 Euro kostet.

Kontakt:

Zeppelin Museum Friedrichshafen

Seestraße 22

DE-88045 Friedrichshafen

Telefon:+49 (07541) 380 10

Telefax:+49 (07541) 380 181



28.07.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Graf Zeppelin im Gondelfenster von LZ 62 (L 30), 1916
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Ausgebranntes Gerippe von LZ 4 in Echterdingen am 5. August
 1908
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Graf Zeppelin im amerikanischen Bürgerkrieg, 1866
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Begräbnis des Grafen Zeppelin auf dem Pragfriedhof in Stuttgart am
 12. März 1917
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zwischen 1888 und 1904 malte der Münchener Akademieprofessor
 Carl von Häberlin den Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters aus
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Graf Zeppelin im Gondelfenster von LZ 62 (L 30), 1916

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Ausgebranntes Gerippe von LZ 4 in Echterdingen am 5. August 1908

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Begräbnis des Grafen Zeppelin auf dem Pragfriedhof in Stuttgart am 12. März 1917

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zwischen 1888 und 1904 malte der Münchener Akademieprofessor Carl von Häberlin den Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters aus

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Der Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters auf der Bodenseeinsel vor Konstanz

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Carl von Häberlins Selbstporträt im Kreuzgang

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Bordservice vom LZ 127 Graf Zeppelin, Porzellanfabrik Heinrich & Co in Selb, 1928

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in der Ausstellung „Graf Zeppelin zum 175. Geburtstag“

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Vordere Gondel von LZ 3 mit Graf Zeppelin und seiner Tochter Hella am 26. September 1907

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