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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gemälde und Zeichnungen Alter und Neuerer Meister bei Bassenge in Berlin

Wein vor dem Fenster



Carl Friedrich Hampe, Gotische Kirche am Meer, um 1816

Carl Friedrich Hampe, Gotische Kirche am Meer, um 1816

Er stand unter dem Einfluss Karl Friedrich Schinkels und schuf Gemälde, die ähnlich transzendentale Assoziationen wecken wie die Werke seines berühmteren Vorbildes. Um 1816 malte Carl Friedrich Hampe eine „Gotische Kirche am Meer“: Der Blick schweift zunächst über eine hohe Treppenanlage, auf der soeben mehrere vornehm gekleidete Frauen herabschreiten, offenbar aus dem Gottesdienst kommend. Nur ausschnitthaft ragt die prächtige, sehr exakt wiedergegebene Architektur in die Höhe, doch mindestens ebenso wichtig für die Bildgestaltung ist der Ausblick links, der den Betrachter über die glatte See bis zum Horizont und mit dem bewölkten Himmel in schier unendliche Weiten zu leiten scheint. Das Gemälde ist ein beeindruckendes Beispiel für das malerische Können Hampes, dessen sonstiges Werk offenbar weitgehend verloren ist. Entsprechend großen Zulauf fand das frühromantische Werk, als es in der Versteigerung von Gemälden Neuerer Meister bei Bassenge in Berlin zum Kauf angeboten wurde: 12.000 Euro hatten die Experten für die siebzig Zentimeter hohe Leinwand veranschlagt, doch erst bei 26.000 Euro konnte sich ein Interessent gegen seine Mitstreiter durchsetzen.


Gemälde Neuerer Meister

Eine rege Beteiligung der Sammler am Gesamtprogramm – zwei Drittel der Lose fanden einen Abnehmer – ebenso wie großes Interesse an besonderen Einzelobjekten prägten die Auktion Neuerer Meister am 31. Mai bei Bassenge. Teilweise waren die Preisentwicklungen enorm. Eine kleine, aber bemerkenswert präzise Ölstudie einer alten Eiche des Dänen Anton Eduard Kieldrup schoss von 750 Euro auf 10.000 Euro. Das Berliner Auktionshaus konnte gerade bei den Landschaften mit einem gewissen Schwerpunkt auf den Skandinaviern aufwarten – nicht ohne Erfolg. So verbesserte sich eine hübsche Heidelberg-Ansicht des aus Kopenhagen stammenden Georg Emil Libert von 1862 mit Schloss und Heilig-Geist-Kirche als Blickfänge von 8.000 Euro auf 10.000 Euro, und die feine, sachliche und doch stimmungsvolle Aufnahme einiger bemalter Säulen einer pompejischen Tempelanlage aus der Hand eines unbekannten Dänen aus der Mitte des 19ten Jahrhunderts kletterte von 1.500 Euro auf 6.800 Euro.

Ebenso gut lief Deutsch-Römisches, wie Eduard Wilhelm Poses klassisch-romantische Campagna-Landschaft mit den Ruinen eines römischen Aquädukts für 17.000 Euro (Taxe 9.000 EUR) und Gustav Friedrich Papperitz’ sonnenbeschienener „Olivenhain bei Agrigent mit dem Juno-Tempel“ aus dem Jahr 1860 für 14.000 Euro belegten (Taxe 5.000 EUR). Für die Orientmalerei stand Gustav Bauernfeind mit seinem Blick in das schrofffelsige Flusstal Wadi Kelt bei Jerusalem. Hier konnten die hohen Ansprüche von 28.000 Euro allerdings doch nicht ganz befriedigt werden: Bei 23.000 Euro war Schluss. Da wurde Bauernfeind noch von Ernst Koerners impressionistischem „Sonnenuntergang über Istanbul am Goldenen Horn“ übertroffen; der Wettkampf um das Gemälde aus dem Jahr 1922 endete erst bei 26.000 Euro (Taxe 16.000 EUR). 10.000 Euro honorierten ein schönes Beispiel der Genremalerei, Adolf Lübens großformatige „Rückkehr vom Schützenplatz“ mit viel lustigem Volk (Taxe 9.000 EUR).

Gemälde Alter Meister

Die höchste Steigerung bei den Alten Meistern gab es für eine an Jan Breughel d.J. gemahnende Landschaft mit tanzenden und spielenden Putten sowie einer unbekleideten Dame beim Bad. Die mittelgroße Holztafel erzielte 38.000 Euro (Taxe 9.000 EUR). Adam Willaerts’ windig bewegte Küstenlandschaft mit Fischer und Fregatten wohl aus dem Jahr 1637 für 15.000 Euro (Taxe 16.000 EUR) und Rombout van Troyens eigenartige Szene einer Opferung vor einer weiblichen Gottheit, die sich in finsterer Höhle abspielt, von circa 1640 für 6.200 Euro waren weitere Erfolge auf niederländisch-flämischer Seite (Taxe 4.500 EUR). Auch ein drastisches Vanitasstillleben Edwaert Colliers aus dem Jahr 1693 mit Totenschädel im Zentrum schloss mit 14.000 Euro etwa im Rahmen der Erwartungen ab. Auf deutsch-österreichischer Seite beeindruckte Johann Michael Rottmayr mit seinem – allerdings unausgeführten – Entwurf für ein Deckenfresko im Palais Liechtenstein in Wien aus der Zeit um 1707, der Apoll und Phaeton im Wolkenhimmel zeigt, ebenfalls für 14.000 Euro (Taxe je 15.000 EUR).

Zeichnungen

Die Serie hoher Zuschläge setzte sich bei den Zeichnungen munter fort. Schon gleich zu Beginn zogen eine Allegorie der ehelichen Liebe aus dem Umkreis Crispijn van den Broecks von 1.200 Euro auf 4.800 Euro und Agostino Carraccis baumbestandene Landschaft mit Hirten von 8.000 Euro auf 13.000 Euro an. Eine schlichte heimische Landschaft aus den Niederlanden mit Windmühle und Silhouette der Stadt Delft im Hintergrund aus dem Umkreis Aelbert Cuyps für 6.200 Euro (Taxe 3.500 EUR) und Pieter de Molijns 1654 datierte Landschaft mit Pferdewagen in schwarzer Kreide für 10.000 Euro schlossen sich diesen Erfolgen an (Taxe 6.000 EUR). Auf 6.000 Euro verzehnfachte sich der Wert einer leicht kolorierten Federzeichnung mit der Ansicht eines alten Schuppens – ein sehr unprätentiöses Motiv, aber mit „Isaac van Ostade Umkreis“ prominent zugeordnet. Ein anderer bekannter Name prangte auf dem Etikett einer kleinen Flusslandschaft mit figürlicher Staffage: Jacob van Ruisdael wurde das Blatt zugeschrieben, was wohl die Preisexplosion von 1.800 auf 12.000 Euro erklärt.

Unbekannter französischer Herkunft des ausgehenden 18ten Jahrhunderts ist ein Architekturcapriccio mit Palastruinen und Tempelportikus, das ein wenig an Hubert Robert erinnert. Hier wurde mit 9.000 Euro das Dreifache der Schätzung gezahlt. Jakob Philipp Hackerts feine Pinselzeichnung eines felsigen Flusstals bei Sorrent von 1770 für 9.500 Euro (Taxe 7.500 EUR) und Stephan Christian Freiherr von Stengels in schwarzbrauner Feder rasch hingestrichelte Voralpenlandschaft mit einem gotischen Burgtor rechts für 6.500 Euro bestätigten die Attraktivität auch des ausgehenden 18ten Jahrhunderts (Taxe 900 EUR). Für 15.000 Euro fanden sieben fast gemäldehaft weit ausformulierte Zeichnungen Pietro Antonio Novellis mit der Darstellung der Sieben Sakramente einen Abnehmer. Vor einem Jahr hatte Bassenge sie noch für 24.000 Euro im Programm, nun war der Preis auf 18.000 Euro ermäßigt. Deutlicher Feder lassen musste Giovanni Battista Piazzettas Kopfstudie eines bärtigen alten Mannes im Profil in schwarzer Kreide mit Weißhöhungen. Hier sank der Preis von 12.000 Euro auf 8.000 Euro.

Schöne Ergebnisse brachte auch das 19te Jahrhundert hervor wie 9.500 Euro für Franz Ludwig Catels aquarellierte „Segelregatta in Berlin“ aus dem Jahr 1841 (Taxe 6.000 EUR), 4.500 Euro für Carl von Blaas’ nicht ganz vollendete Ansicht von Terracina mit dem Monte Circeo im Hintergrund um 1837/40 (Taxe 1.500 EUR) und 6.000 Euro für eine römische Straßenszene mit Pifferari vor einem Marienbild nahe Santa Maria Maggiore aus unbekannter deutscher Hand um 1830 (Taxe 1.200 EUR). Hier gesellte sich Dietrich Wilhelm Lindau mit seiner 1824 datierten, feinen Zeichnung von Briganten mit ihren Familien nach einem Raubzug in den Bergen bei 4.400 Euro hinzu (Taxe 2.800 EUR). Figürliches war noch von Ludwig Emil Grimm und John Flaxman gefragt. Grimms Bleistiftzeichnung mit zwei innigen Bildnissen der Tochter Friederike von Eschwege aus den Jahren 1848/50 übernahmen die Kunden erst bei 2.400 Euro (Taxe 900 EUR). Bei Flaxman und seinem jungen, sinnierenden Mädchen mit Öllampe – wohl eine der Klugen Jungfrauen – einigten sie sich auf 2.800 Euro (Taxe 600 EUR). Auch die Eugène Modeste Edmond Le Poittevin zugeschriebene Szene, in der eine Malerin einem Knaben Zeichenunterricht erteilt, schnitt mit 3.000 Euro deutlich über der Erwartung von 1.200 Euro ab.

Für die derzeitige starke Bewertung der Arbeiten Franz Kobells stand dessen unspektakuläre, aber flüssig gemalte Waldpartie. In der nur fragmentarisch erhaltenen, nun 4.800 Euro teueren Pinselzeichnung meint man fernöstliche Traditionen zu erkennen (Taxe 4.200 EUR). Den ersten Platz auf dem Siegertreppchen in dieser Abteilung teilten sich mit jeweils 15.000 Euro Maximilian Albert Hauschild und ein völlig unbekannter Meister, dessen Name Bassenge anhand der Signatur nur vage mit Leopold Lelÿ angeben konnte. Letzterer reüssierte mit der exakten Wiedergabe eines vornehm im Empire ausgestatteten Schreibzimmers mit Kommode, Sammlungsvitrine und kleinen Gemälden aus der Zeit um 1815 (Taxe 4.500 EUR). Hauschild schließlich bezauberte mit zwei Aquarellen, auf denen uns der Künstler an seiner Aussicht aus dem Fenster auf das rankende Weinlaub teilhaben lässt. Nur 750 Euro standen hier auf dem Preisschild.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



28.07.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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31.05.2013, Gemälde alter und neuerer Meister - Zeichnungen des 15.bis 19. Jahrhunderts

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