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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem das Design überzeugte die Kunden bei Nagels letztem Auktionstag vor der Sommerpause

Gutes aus der Heimat



Knapp die Hälfte von rund sechzig ausgewählten Werken konnte das Stuttgarter Auktionshaus Nagel in seiner letzten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst unter die Leute bringen. Dabei war es zunächst recht schleppend vorangegangen. Die ersten 14 Losnummern fanden keine Abnehmer, darunter Lovis Corinths noch der akademischen Tradition verhaftetes „Lachendes Mädchen“ von 1883 für 25.000 Euro, Wilhelm Thönys expressionistische „Spaziergänger im Park“ von 1922/23 für 50.000 Euro und eine „Plasticità Dinamica“ des italienischen Futuristen Giacomo Balla von circa 1925, mit 60.000 Euro eines der Hauptlose der Auktion. Dann aber kam mit Willi Baumeisters zeichenhafter „Figurenmauer“ aus dem Jahr 1946 einige Bewegung in die Reihen der Bieter: Auf 20.000 Euro hatte Nagel den aus dem früheren Besitz des Funktionalismus-Architekten Richard Döcker stammenden Karton angesetzt, doch das war lange nicht genug. Erst bei 55.000 Euro schlug der Hammer schließlich aufs Pult.


Abstraktes aus der engeren Stuttgarter Umgebung blieb gefragt, so mit einem Stapel von sechs Pastellen mit typischen Figurenverkapselungen Adolf Hölzels, die allesamt teils deutlich oberhalb der Taxen für bis zu 13.000 Euro weitervermittelt wurden. Von fünf Arbeiten Ida Kerkovius’ wechselten drei den Besitzer, darunter ein „Liebespaar“ von 1938 vor nachtblauem Fond für 14.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). 11.000 Euro gab es für HAP Grieshabers braun-gelben Holzschnitt „Herbst“ von 1951 (Taxe 7.000 EUR), 18.000 Euro für ein zartes Temperabild Julius Bissiers aus dem Jahr 1962 (Taxe 10.000 EUR) – auch dies zwei Künstler mit Wurzeln im württembergischen Raum. Bei der zeitgenössischen Kunst bestätigten sich die Trends, die derzeit auch in größerem Maßstab den Kunstmarkt beherrschen. Am deutlichsten zeigte dies eine kleine Gemeinschaftsarbeit der ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker. Obwohl sie 1963 im Rahmen einer Ausstellung im Museum Haus Lange in Krefeld allenfalls Kostproben ihres Schaffens lieferten, raste die unbetitelte Collage mit Metallrelief, Feuergouache, Nagelrelief und den jeweiligen Signaturen der Meister von 9.500 Euro auf 55.000 Euro.

International wurde es mit Salvador Dalís elf kolorierten Kaltnadelradierungen „Hippies“ von 1969/70 für 13.000 Euro (Taxe 10.000 EUR), Andy Warhols Aneignung von Sandro Botticellis „Geburt der Venus“ aus seinen „Details of Renaissance paintings“ von 1984 für 36.000 Euro (Taxe 30.000 EUR) und Roy Lichtensteins 1993 in Farbe gedruckter „Water lily“ für 11.000 Euro (Taxe 7.500 EUR). Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung lag auf den deutschen Neoexpressionisten. Erfolgreich waren hier ein „Selbstbildnis“ Walter Dahns aus dem Jahr 1982 für 22.000 Euro (Taxe 10.000 EUR), Rainer Fettings träumerische Stadtansicht „N. Y. Night“ von 1993 für 20.000 Euro (Taxe 14.000 EUR) und Markus Lüpertz’ „Rheinische Landschaft“ mit gitterartigen Strukturen auf schwarzem Grund für 15.000 Euro (Taxe 12.000 EUR).

Franz Erhard Walthers fünfteilige, dunkelrote Samtkissenfolge namens „Stirnstück“ von 1963 brachte es auf 24.000 Euro (Taxe 10.000 EUR). Auch Kinetisches kommt derzeit recht gut. Ein schwarz-weißes Maschinenbild Jean Tinguelys, 1960 ebenfalls im Zusammenhang mit einer Ausstellung im Haus Lange entstanden, kletterte flugs von 10.000 Euro auf 18.000 Euro. Ein vierteiliges Vibrationsbild Jesús Rafael Sotos aus dem Jahr 1963 konnte seinen Wert auf 12.000 Euro sogar verzwölffachen. Letztes und zugleich jüngstes Werk unter den teueren Losen war Rebecca Horns kinetische Skulptur „L’amant“ von 2007 mit blauen Schmetterlingsflügeln an einer elektrifizierten Metallkonstruktion. Hier kamen 18.000 Euro heraus (Taxe 12.000 EUR).

Ebenfalls am 26. Juni hielt Nagel seine Design-Auktion ab, die mit einer Zuschlagsquote von etwas über fünfzig Prozent deutlich besser abschloss als sonst. Hauptlos war ein dreiteiliges Mokkaservice des Bauhaus-Designers Christian Dell aus der Zeit um 1922/23, das zur unteren Schätzung von 60.000 Euro abgegeben wurde. Beim deutschen Design behaupteten sich ferner Ludwig Mies van der Rohes klassische Liege, das sogenannte „Barcelona Daybed“ von 1930, in einer Wiederauflage der 1970er Jahre bei 3.600 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), Egon Eiermanns filigraner Esstisch aus Nadelholzplatte und weiß lackiertem Stahlrohrgestell von 1958 zur unteren Schätzung von 2.500 Euro und Ingo Maurers auffliegender Kronleuchter „Birds, Birds, Birds“ mit den beiden passenden Wandappliken „Lucellino“ von 1992 bei 2.400 Euro (Taxe 800 bis 1.500 EUR).

Begehrt waren außerdem einige französische Möbelstücke wie der um 1935 von Jean Prouvé und Jules Leleu gestaltete Esstisch „Cible“ für 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) oder ein rot, grün und weiß lackierter Halbschrank, den Le Corbusier und Charlotte Perriand anfangs der 1950er Jahre als Serienstück für eine Wohnburg in Rezé bei Nantes entwarfen, für 17.000 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). André Dubreuil war mit seinen vier barock inspirierten, kräftig aus Stahlstäben konstruierten Designstücken erfolgreich, an der Spitze stand mit 3.600 Euro sein Wandapplikenpaar „Soleil“ von 1987 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Aus dem nordischen Ländern gesellten sich etwa Arne Vodder mit seinem breit gelagerten Sideboard „Triennale“, bei dem sich die außen mahagonifurnierten und innen schwarz laminierten Schiebetüren beidseitig verwenden lassen, von 1957 bei 2.600 Euro (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR) und Johannes Andersen mit einem schlicht-schönen, rechteckigen Couchtisch aus Teakholz um 1960 für 1.700 Euro dazu (Taxe 900 bis 1.500 EUR).

Italien reüssierte mit einem runden naturbelassenen Holztisch aus Mario Cerolis Serie „Mobili nella valle“ von 1973 bei 8.000 Euro (Taxe 8.000 bis 15.000 EUR) und Paolo Pivas funktional-elegantem, schwarzem Doppelbett „Adia“ aus den frühen 1980er Jahren bei 6.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Für Ettore Sottsass’ bekannte Obstschale „Murmansk“ mit ihren sechs zackigen Stützen bewilligten die Käufer 3.000 Euro (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR). Von 2.000 bis 4.000 Euro auf 8.500 Euro schoss ein Paar schmiedeeiserner Hocker des Duos Elisabeth Garouste und Mattia Bonetti aus dem Jahr 1987. Aus der reichen Offerte von Murano-Gläsern einer italienischen Privatsammlung pickten sich die Sammler unter anderem zwei bunte „Stellato“-Vasen Pollio Pereldas von 1953 für taxgerechte 9.000 Euro und 8.000 Euro heraus.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



21.07.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 4.000,- EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 1022




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