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Schonungslos und uneitel: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen in einer umfassenden Schau das Werk der österreichischen Malerin Maria Lassnig

Untersuchungen des Selbst



Sie gilt als eine Spätentdeckte. Die österreichische Malerin Maria Lassnig, Jahrgang 1919, wurde in diesem Jahr im Alter von 93 Jahren auf der Biennale Venedig mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Erst in den 1980er Jahren erfuhr ihr existenzielles malerisches Werk, das bis dahin nur Insider geschätzt hatten, eine breitere Aufmerksamkeit. 1980 bespielte sie zusammen mit Valie Export den Österreichischen Pavillon auf der Biennale Venedig, 1982 nahm sie an der 7. Documenta in Kassel teil. Jetzt ist in den Hamburger Deichtorhallen eine umfassende Ausstellung mit Werken aus allen Schaffensperioden zu sehen.


Die gebürtige Kärntnerin setzt sich in ihrer Malerei ganz unmittelbar mit dem eigenen Körpergefühl auseinander. Eigentlich sind fast alle ihrer Bilder als Selbstporträts zu verstehen, genauer genommen als oftmals schmerzhafte Befragungen des psycho-physischen Selbst. In Hamburg zu sehen sind deformierte Körper in blassem Grün oder grellem Rosa, verdrehte Köpfe mit nur einem, weit aufgerissenen Auge, und immer wieder der Körper der Künstlerin in allen Altersphasen. „Maria Lassnigs Kunst zeichnet sich dadurch aus, dass sie zu einem sehr frühen Zeitpunkt ihren eigenen Körper als Ausgangspunkt für ihr Werk genommen hat“, betont Deichtorhallenintendant Dirk Luckow.

Mal tritt Maria Lassnig als mit sich selbst hadernde, von einer Stange durchbohrte Tochter auf, die vom im Hintergrund schwach erkennbaren Geist der Mutter bestimmt wird, mal als selbstsicher posierender Akt mit Zigarette – eine subtile Anspielung auf Max Beckmanns berühmtes Selbstporträt im Smoking. In einer männlich dominierten Kunstwelt hat Maria Lassnig stets eine kämpferische, sich ihrer Weiblichkeit durchaus bewusste Position eingenommen. In den Deichtorhallen ist jetzt das Bild „Woman Power“ von 1979 zu sehen, das die nackte Künstlerin als überdimensionale Figur zeigt, die in unverkennbarer King-Kong-Pose über die Wolkenkratzer von Manhattan steigt. Eine Amazone erobert die Welt.

Maria Lassnig, die an der Akademie der bildenden Künste in Wien ausgebildet wurde und auf ein acht Jahrzehnte umfassendes Œuvre zurückblicken kann, lebte von 1961 bis 1968 in Paris und verlegte von 1968 bis 1980 ihren Lebensmittelpunkt nach New York. Dort entstand auch ihr heute wieder stärker beachtetes filmisches Werk, für das die Hamburger Schau stellvertretend mit zwei kurzen Filmen aufwartet. Ob Österreich oder Amerika, Body Art, Wiener Aktionismus, Performance, Happening oder die eher konzeptuell angelegten Untersuchungen des eigenen Körpers, wie sie Bruce Nauman betrieben hat: Der menschliche Körper stand Anfang der 1960er Jahre im Mittelpunkt des Avantgardeinteresses. Während andere allerdings barfuß über Rasierklingen schritten oder ihren Körper mit Scheren und Pistolen malträtierten, blieb Maria Lassnig der Malerei treu und malte sich 1964 etwa als echsenartiges „Violettes Monster“.

Die Hamburger Ausstellung, die in Kooperation mit der Neuen Galerie Graz entwickelt wurde, macht deutlich, mit welcher Kraft Lassnig auch im hohen Alter noch die Leinwand bearbeitet. Erst 2011 malte sie das Bild „Vom Tode gezeichnet“, ein eindringliches Selbstporträt mit geschlossenen Augen und offenem Mund. Die schonungslose Auseinandersetzung mit dem nahenden Tod und dem unaufhaltsamen Verfall des eigenen Körpers macht ihr beachtenswertes Alterswerk so einzigartig.

Sowohl zur Überreichung des Goldenen Löwens in Venedig als auch zur Ausstellungseröffnung in Hamburg hat Maria Lassnig aufgrund ihres instabilen Gesundheitszustandes leider nicht reisen können. Ihr Lebensmittelpunkt ist und bleibt das Atelier. Dirk Luckow: „Sie hat alles getan, um die Leinwand zu erweitern und hat sie dennoch nie verlassen.“

Die Ausstellung „Maria Lassnig – Der Ort der Bilder“ läuft vom 21. Juni bis zum 8. September. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 und an Neujahr von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog ist im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen und kostet 29,90 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



21.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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