Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Die Zünfte in einer großen Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg

Blaue Wunder erleben



wohl Hans Wilhelm Behaim, Zunftlade der Nürnberger Schreinergesellen, 1595

wohl Hans Wilhelm Behaim, Zunftlade der Nürnberger Schreinergesellen, 1595

Wer schon immer einmal wissen wollte, woher eigentlich diese schlauen Sprüche kommen, die einem ständig um die Ohren gehauen werden, der sollte nach Nürnberg ins Germanische Nationalmuseum gehen. „Bei Dir ist Hopfen und Malz verloren“ beispielsweise ist eine Weisheit aus dem Brauerhandwerk: Die beiden wichtigsten Zutaten bei der Bierproduktion galten in der Tat als verloren, wenn das Brauergebnis nicht den gewünschten Erfolg hatte. Lohgerber waren es ursprünglich, die aufpassen mussten, dass ihnen nicht die „Felle davonschwammen“; waren es doch häufig Flüsse, an denen sie ihre Produkte ausspülten. „Sein blaues Wunder erleben“ konnte der Färber, der glaubte, er färbe seine Stoffe mit Rot ein, aber nicht bedachte, dass Indigo sich erst an der Luft in Blau verwandelt. Und die Redewendung, etwas „anzuzetteln“? Sie bezog sich eigentlich auf eine Tätigkeit im Weberhandwerk: Längsfäden, die vor dem eigentlichen Weben aufgespannt wurden, nannte man früher „Zettel“.


Dies Alles und noch weitaus mehr lehrt eine ausgesprochen informative, reichhaltig bestückte Ausstellung, die das Germanische Nationalmuseum derzeit über Wesen und Wirken der Zünfte in der frühen Neuzeit veranstaltet. „Geheimnisvolles Handwerk 1500-1800“ lautet der Untertitel der Schau, die in fünf Abteilungen rund 260 Objekte umfasst. Von den historischen Umständen und Zusammenhängen der Zünfte im Gefüge einer frühneuzeitlichen Stadt über die Lebenswirklichkeit der einzelnen Menschen bis hin zum Wandel des Bildes, das sich spätere Generationen von den Zünften gemacht haben, wird damit erstmals seit über achtzig Jahren ein Körperschaftswesen illustriert, das in seiner Bedeutung für breite Gesellschaftsschichten nicht unterschätzt werden sollte. Die Schau speist sich großteils aus der hauseigenen Sammlung von Zunftaltertümern, die zu den größten ihrer Art weltweit gehört.

Insbesondere die Themenbereiche „Lebensweg und Lebensraum des Handwerkers“ sowie „Alltag zwischen Dürfen und Müssen“ demonstrieren, in welch engen, festgelegten Grenzen sich das Leben eines Menschen vom Dasein als junger Lehrling und Geselle bis hin zum Meister auch im privaten Bereich abspielte. Nicht nur die Festsetzung der Preise und die Kontrolle über die Qualität der Produkte oblagen den Zünften, auch die häuslichen Verhältnisse in einer Werkstatt wurden streng überwacht. Mussten doch die Versorgung der Gesellen durch den Meister gewährleistet sein, Gesellen vor überstrengen Züchtigungen bewahrt, Meister wiederum von fachlich und charakterlich untauglichen Gesellen verschont werden. Mehr oder weniger geistreiche Sprüche in Herbergsbüchern bezeugen, dass die auf Wanderschaft befindlichen Lehrlinge wenigstens in dieser Phase ihres Lebens die gebotenen Freiheiten aller Art möglichst reich auszukosten versuchten.

Kürschner, Schneider, Kerzenzieher, Hufschmiede, Schuster, Glaser, Sattler, Fassmacher, sogar Barbiere und Brillenmacher – alle waren den mitunter bis weit ins 19te Jahrhundert gültigen Zunftordnungen unterworfen. Auch die künstlerischen Berufe blieben davon keineswegs ausgenommen. Ein großer Barockschrank ist Zeugnis der Mühen, die der Mainzer Hans Jakob Setzendreibell 1702/03 auf sich nahm, um sich als Meister endlich eine eigene Existenz aufzubauen. Bereits 16 Jahre zuvor war der aus Würzburg stammende Schreiner als Lehrjunge in die Werkstatt Ferdinand Colmanns eingetreten. Umgekehrt profitierten die Zünfte selbst davon, wenn sie die Messlatte für die handwerkliche Qualität der Produkte ihrer Mitglieder möglichst hochhielten. Die zahlreichen Repräsentationsobjekte wie Handwerksladen, Trinkpokale oder Festaufbauten legen davon reichhaltiges Zeugnis ab.

Die Ausstellung und ihr umfangreicher Katalog sind Ergebnis eines Forschungsprojekts, das sich unter dem Titel „Kulturgeschichte des Handwerks“ seit dem Jahr 2009 diesem wichtigen, im Ausstellungswesen aber bislang wenig behandelten Thema widmet. Erst vor einigen Jahren sei ihm selbst die Einzigartigkeit der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums auf dem Gebiet des Handwerker- und Zunftwesens aufgefallen, so Generaldirektor Ulrich Großmann. Im Verlauf der Untersuchungen trat auch manche Überraschung zutage: Eine etwa fünfzehn Zentimeter lange rechteckige Messingplatte mit rundem Öhr an einem Ende galt bislang als Maßinstrument zur Kontrolle des Wurstumfangs. Das Gewerbe stimmte schon, aber das 1601 datierte Gerät kam in der Arbeit des Fleischers schon einige Schritte vorher zum Einsatz: Es diente zur Wurstbefüllung. Dass es relativ aufwendig gestaltet und trotz seines Alters überdies recht gut erhalten ist, spricht dafür, dass es auch Repräsentationszwecken diente.

Die Ausstellung „Zünftig! Geheimnisvolles Handwerk 1500-1800“ ist bis zum 7. Juli zu sehen. Das Germanische Nationalmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog zur Ausstellung kostet im Museumsshop 25 Euro, im Buchhandel 33 Euro.

Kontakt:

Germanisches Nationalmuseum

Kartäusergasse 1

DE-90402 Nürnberg

Telefon:+49 (0911) 13 310

Telefax:+49 (0911) 13 31 200



20.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 17

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Variabilder (15)

Veranstaltung vom:


21.03.2013, Zünftig! Geheimnisvolles Handwerk 1500-1800

Bei:


Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Variabilder:

Zechordnung der Nürnberger Barbiere, 1631 und 1672
Zechordnung der Nürnberger Barbiere, 1631 und 1672

Variabilder:

Wurstbügel des Typs Einöhrbügel mit Entschleimerklinge
Wurstbügel des Typs Einöhrbügel mit Entschleimerklinge

Variabilder:

Willkommscheibe eines Bäckerehepaares, 1616
Willkommscheibe eines Bäckerehepaares, 1616

Variabilder:

Hans Schneider (?), Herbergsschild der Nürnberger Schlosser, Winden-,
 Büchsen- und Uhrmacher, 1659
Hans Schneider (?), Herbergsschild der Nürnberger Schlosser, Winden-, Büchsen- und Uhrmacher, 1659

Variabilder:

Nürnberger Künstlerpokal mit Porträtmedaillons von
 Albrecht Dürer, Veit Stoß, Adam Kraft, Peter Vischer und Wenzel Jamnitzer, 1885
Nürnberger Künstlerpokal mit Porträtmedaillons von Albrecht Dürer, Veit Stoß, Adam Kraft, Peter Vischer und Wenzel Jamnitzer, 1885

Variabilder:

Martin Kollischan, Handwerkslade der Nürnberger Schleifer, 1840
Martin Kollischan, Handwerkslade der Nürnberger Schleifer, 1840

Variabilder:

Kirchensitzstuhl der Nürnberger Barchent- und
 Leinenweber, Ende 18. Jahrhundert
Kirchensitzstuhl der Nürnberger Barchent- und Leinenweber, Ende 18. Jahrhundert







Zechordnung der Nürnberger Barbiere, 1631 und 1672

Zechordnung der Nürnberger Barbiere, 1631 und 1672

Wurstbügel des Typs Einöhrbügel mit Entschleimerklinge

Wurstbügel des Typs Einöhrbügel mit Entschleimerklinge

Willkommscheibe eines Bäckerehepaares, 1616

Willkommscheibe eines Bäckerehepaares, 1616

Hans Schneider (?), Herbergsschild der Nürnberger Schlosser, Winden-, Büchsen- und Uhrmacher, 1659

Hans Schneider (?), Herbergsschild der Nürnberger Schlosser, Winden-, Büchsen- und Uhrmacher, 1659

Nürnberger Künstlerpokal mit Porträtmedaillons von Albrecht Dürer, Veit Stoß, Adam Kraft, Peter Vischer und Wenzel Jamnitzer, 1885

Nürnberger Künstlerpokal mit Porträtmedaillons von Albrecht Dürer, Veit Stoß, Adam Kraft, Peter Vischer und Wenzel Jamnitzer, 1885

Martin Kollischan, Handwerkslade der Nürnberger Schleifer, 1840

Martin Kollischan, Handwerkslade der Nürnberger Schleifer, 1840

Kirchensitzstuhl der Nürnberger Barchent- und Leinenweber, Ende 18. Jahrhundert

Kirchensitzstuhl der Nürnberger Barchent- und Leinenweber, Ende 18. Jahrhundert

Michael Höss, Kanne der Hersbrucker Metzger, sog. Schleifkanne, 1695

Michael Höss, Kanne der Hersbrucker Metzger, sog. Schleifkanne, 1695

Herbergsschild vieler Zünfte, Kurmainz (?), 2. Hälfte 18. Jahrhundert (?)

Herbergsschild vieler Zünfte, Kurmainz (?), 2. Hälfte 18. Jahrhundert (?)

Johann Conrad Freudenberger, Kaiserpokal, 1717

Johann Conrad Freudenberger, Kaiserpokal, 1717

Becher einer Schreinerzunft, wohl fränkisch oder thüringisch, 1696

Becher einer Schreinerzunft, wohl fränkisch oder thüringisch, 1696

Zwei Bahrtuchschilder der Altdorfer Schneider, 1684

Zwei Bahrtuchschilder der Altdorfer Schneider, 1684




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce