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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse für die Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Grisebach in Berlin

Musik aus Blütenstengeln



Franz Ludwig Catel, Familienszene mit tanzenden Kindern bei Sonnenuntergang am Golf von Neapel mit Blick auf die Insel Capri, um 1825/35

Franz Ludwig Catel, Familienszene mit tanzenden Kindern bei Sonnenuntergang am Golf von Neapel mit Blick auf die Insel Capri, um 1825/35

Rege Beteiligung der angereisten Bieter kennzeichnete die Versteigerung von Kunst des 19ten Jahrhunderts, die Grisebach im Rahmen seiner großen Frühjahrsauktionen abhielt. Von den 108 angebotenen Werken wurden in Berlin 83 übernommen, was einer Zuschlagsquote von über 76 Prozent entspricht. Von den Toplosen blieb nur Ernst Fries’ romantische Landschaft „Tivoli (Großer Wasserfall mit Vesta- und Sibyllentempel)“ aus den frühen 1830er Jahren für 40.000 bis 60.000 Euro unveräußert. Alle anderen Hauptwerke fanden Abnehmer, so Franz Ludwig Catels stimmungsvolle Familienszene mit tanzenden Kindern bei Sonnenuntergang am Golf von Neapel mit Blick auf die Insel Capri für taxgerechte 70.000 Euro und die symbolistische Szene „Ritter und junges Weib“, die einander etwas statuarisch die Hand reichen, von dem seinerzeit sehr angesehenen Münchner Maler Carl von Marr zur unteren Taxe von 30.000 Euro.


Besonderes Interesse zog am 29. Mai ein Dresdner Romantiker aus der Nachfolge Caspar David Friedrichs mit seinen „Zwei Männern im Gebirge“ aus der Zeit um 1820/30 auf sich. Die Rückenfiguren der Wanderer inmitten einer kargen, felsigen Umgebung mit Blick in die Ferne waren nur auf 12.000 bis 15.000 Euro angesetzt. Eine Reihe von Interessenten kämpfte sich aber schließlich bis auf 80.000 Euro hinauf, den höchsten Zuschlag dieser Sitzung, den ein süddeutscher Sammler bewilligte. Die untere Grenze von 20.000 bis 30.000 Euro schaffte Carl Gustav Carus’ „Bewaldeter Abhang bei Pillnitz“, der mit seiner Entstehung im Spätwerk des Arztes und Malers um 1840/50 schon eine gewisse Abkehr von den verrätselten Naturdarstellungen der „klassischen“ Dresdner Romantik dokumentiert.

21.000 Euro gab es für Christian Friedrich Gilles konzentrierte Ansicht einer großen Baumgruppe „Im Großen Garten, Dresden“ von 1829 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Derselbe Künstler reüssierte mit einem aus neun Blättern bestehenden Stapel teils weit ausformulierter Studien von Rindern. Die um 1846/52 geschaffenen Pinsel- und Bleistiftzeichnungen erzielten ebenfalls 21.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Anwandlungen von Fernweh befriedigte Johann Moritz Rugendas mit seinem weiten Panorama „Die Schlucht von Beltrán (Mexiko)“ samt rauchendem Vulkan aus der Zeit um 1834 für 18.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Carl Maria Nicolaus Hummels sommerlich heitere Beobachtung der Villa Carlotta, 1855 vom Ufer des Comer See aus gemacht, schloss am unteren Schätzwert von 15.000 Euro ab. Den gleichen Betrag erlöste sein Blick auf das malerische Örtchen Riva am Gardasee schon von 1846 (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR), und für seine mit Sepia ausformulierte Baumstudie aus dem Park der Villa Carlotta, wiederum von 1855, kamen 4.500 Euro zusammen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Als Landschafter betätigte sich ferner das Münchner Original Carl Spitzweg in Form seiner unprätentiösen „Waldlandschaft mit zwei Frauen“ von circa 1860 für 20.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ausnahmslos weitervermitteln konnte Grisebach drei frühimpressionistische Aquarelle Victor Paul Mohns, wobei eine Studie von Bäumen und Felsen an einem Abhang in Italien aus dem Jahr 1869 mit 13.500 Euro etwa das Doppelte der Schätzung einspielte. Nach Italien zog es zudem Louis Gurlitt, der dort 1845 eine Hügelkette mit Bergsee bei dunstigem Wetter für 5.000 Euro festhielt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Hier könnte auch der Gebirgssee bei Mondlicht aus den Händen Frank von Negelsfürsts lokalisiert sein. 1841 schuf der bislang nicht in Erscheinung getretene Maler die romantisch aufgefasste nächtliche Landschaft, deren Zuschlagswert mit 7.000 Euro die Schätzung um 1.000 Euro übertraf. Heimische Naturschilderungen steuerten der Dresdner Albert Venus mit seinem weiten Panorama über eine sommerliche böhmische Ebene von 1862 für anvisierte 4.200 Euro, Carl Dahl mit seinen von Eichenbäumen teils versperrten Blick ins Rheintal von 1836 für 10.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und Louis Douzette mit seiner impressionistischen Mondnacht am Barther Bodden bei, die behände von 1.500 Euro auf 6.500 Euro kletterte.

Auch die Portraits aus Klassizismus und Romantik ließen sich erst nach einigem Zögern bitten: Ein vornehmer Herr, den Johann Friedrich August Tischbein um 1790/1800 auf einem Stuhl sitzend und sich lässig über die Rückenlehne dem Betrachter mit wachem Blick zuwendend wiedergab, steigerte sich leicht von 10.000 bis 15.000 Euro auf 16.000 Euro, Gerhard von Kügelgens 1806 entstandenes Konterfei des grimmigen Napoleon von 20.000 bis 24.000 Euro auf 27.000 Euro, und die feine Bleistiftstudie eines liegenden Jungen, in dem Eduard Gaertner um 1845/50 seinen Sohn Paul sah, ließ sich erst bei 19.000 Euro aus dem Auktionshaus bitten (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Friedrich August Wünschmann war mit seiner unvollendeten, lebensvollen Nahaufnahme des befreundeten Malerkollegen Wilhelm von Schadow bei 2.400 Euro erfolgreich (Taxe 600 bis 800 EUR). Das bedeutendste Stillleben steuerte Otto Scholderer bei. Seine Jagdbeute, bestehend aus Hase und Ente, die an zwei Haken hängen, wurde für 20.000 Euro zugeschlagen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Zu den bekanntesten Impressionisten in Deutschland gehörte später Robert Hermann Sterl, dessen Blick in eine „Apotheke in Lauenstein“ von circa 1892 mit 24.000 Euro honoriert wurde (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Auf 12.000 Euro verdoppelte sich der Wert von Günther Meltzers symbolistischen „Cyklopeninseln“ aus dem Jahr 1898. In diesem stilistischen Fahrwasser schwamm zudem Edmund Kanoldts Mittelmeerküste mit alten Befestigungsanlagen und korbtragender Frau aus den 1880er Jahren bei 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ein fast geisterhaftes Selbstbildnis Karl Wilhelm Diefenbachs kletterte von 9.000 bis 12.000 Euro auf 17.000 Euro. Der Lebensreformbewegung zu Beginn des 20sten Jahrhunderts stand zudem Ludwig von Hofmann nahe, was sich etwa in seinem nun 8.000 Euro teueren südländischen Jungen in einer Felslandschaft ausdrückt (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Vier illustrative Blätter mit musizierenden Kindern auf Blütenstengeln von Hugo Höppener, der sich als Künstler Fidus nannte, verbesserten sich von 4.000 bis 6.000 Euro auf 8.100 Euro, und auch drei weitere Blätter des eigenwilligen, wie Diefenbach und Hofmann an sozialreformerischen Projekten interessierten Mannes wechselten für bis zu 6.000 Euro weit über den Schätzungen ihre Besitzer.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



10.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

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Robert Hermann Sterl, Apotheke in Lauenstein, um 1892

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Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

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Zwei Männer im Gebirge, Dresden, um 1820/30

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

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Frank von Negelsfürst, Gebirgssee bei Mondlicht, 1841

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

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