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Nach der Eröffnung des Van Gogh Museums sind nun wieder alle berühmten niederländischen Museen am Amsterdamer Museumplein für das Publikum zugänglich

Das Privileg des eigenen Hauses



Das Van Gogh Museum in Amsterdam

Das Van Gogh Museum in Amsterdam

Etwa 900 Gemälde und 1.100 Zeichnungen sowie Briefskizzen, Aquarelle und Lithografien hinterließ Vincent van Gogh 1890 bei seinem Tod im Alter von erst 37 Jahren. Nur wenige Arbeiten hatte er zeitlebens verkaufen können, einige verschenkte er an Freunde, vieles blieb in der Familie. Willem van Gogh, Sohn des Künstlerbruders Theo, brachte den ererbten Fundus an Werken seines Onkels 1960 in die eigens dazu gegründete Vincent van Gogh Stiftung ein. Zunächst wurden die Bilder im Stedelijk Museum in Amsterdam gezeigt, bevor 1973 ein eigenes Haus für die Kollektion eröffnet werden konnte. Einerseits reiht sich das Van Gogh Museum in die Kette der Kulturbauten aus Concertgebouw, Stedelijk Museum und Rijksmuseum rund um den Museumplein ein, andererseits fällt es als einzige nicht den überschwänglichen Formen der Gründerzeit Tribut zollende Architektur aus dem Rahmen. Die kubisch blockhafte Gestalt geht auf posthum realisierte Entwürfe des berühmten niederländischen Architekten und Designers Gerrit Rietveld zurück.


Entsprechend nüchtern gibt sich auch das Innere, wo vier Ausstellungsetagen um ein großes haushohes Atrium samt Treppenlauf verteilt sind. Zum Museumplein hin entstand ein markant elliptisch geformter Neubau des japanischen Baumeisters Kisho Kurokawa, der 1999 eröffnet wurde. Rietvelds Altbau war nach vier Jahrzehnten in die Jahre gekommen. Aufgrund einer umfassenden Erneuerung entschloss man sich zur kompletten Schließung. In den zurückliegenden sieben Monaten wurde der Bau sicherheitstechnisch, klimatisch und hinsichtlich der Beleuchtung auf den aktuellsten Stand aufgerüstet; Decken, Wände und Parkettböden gleichfalls grunderneuert. Noch nicht mit einbezogen werden konnte der Erweiterungsbau Kisho Kurokawas; er soll in den nächsten Monaten saniert und umgewidmet werden. Wie alle Häuser am Museumplein wird dann auch das Van Gogh Museum künftig seinen Hauptzugang am Platz haben. Daher soll der Annex zum Entree mit entsprechender Infrastruktur umgebaut werden, so dass ein direkter Zugang zu den hier künftig veranstalteten Wechselausstellungen möglich wird.

Im Altbau ist anlässlich seiner Einweihung vor genau 40 Jahren am 2. Juni 1973 eine Jubiläumsschau als vorläufige Dauerausstellung zu sehen. Unter den Titel „Van Gogh bei der Arbeit“ vereinen sich insgesamt 200 Werke. 150 Ölgemälde, Arbeiten auf Papier, Skizzenbücher, Briefe und persönliche Objekte Vincent van Goghs werden ergänzt von 50 Bildern berühmter Zeitgenossen wie Paul Gauguin, Claude Monet, Georges Seurat, Eugène Delacroix, Henri de Toulouse-Lautrec oder Emile Bernard. Damit will die Schau die Arbeitsweisen und Entwicklungsstränge im Werk van Goghs ergründen. Die Basis bildet ein seit 2005 laufendes multidisziplinäres Forschungsvorhaben zur detaillierten Untersuchung vor allem maltechnischer und kunsthistorischer Aspekte seines Schaffens. Die Analyse der Malerei dient ebenfalls dazu, neue Einsichten zu gewinnen, die für die Konservierung der Werke von Nutzen sein können.

Daher lockern Arbeitsmaterialien und Gerätschaften die Präsentation im Van Gogh Museum auf. So ist die einzige erhaltene Palette des Malers zu sehen, die normalerweise im Pariser Musée d’Orsay aufbewahrt wird. Ein Holzkästchen enthält stark eingefärbte Wollknäuel, die Vincent van Gogh bei Farbexperimenten zu Hilfe nahm. Diese und weitere Exponate verdeutlichen sinnfällig die Arbeitsbedingungen des Autodidakten, der sich bereits in mehreren Berufen erfolglos versucht hatte, bevor er 1880 im Alter von 27 Jahren zur Malerei kam. Perspektivrahmen als Hilfsmittel für gelungene Proportionen und Perspektiven verweisen auf die Ernsthaftigkeit von van Goghs Eifer. Mittels Röntgenuntersuchungen entdeckte Übermalungen werden vorgestellt oder rückseitige Bemalungen von Leinwänden in frei hängenden Installationen sichtbar gemacht. Technische Veränderungen und Experimente kennzeichnen immer wieder die weitgehend chronologisch angeordnete Zusammenstellung.

In den frühen Jahren bis 1886 zeigen sich die Stillleben und Landschaften stark dunkel oder erdfarben getönt. Vom Frühjahr 1886 bis 1888 wohnt Vincent bei seinem Bruder Theo van Gogh im Pariser Künstlerviertel Montmartre. Diese Zeit ist von zahlreichen neuen Einflüssen, Studien und Freundschaften geprägt. In dem Stillleben „Quitten, Zitronen, Weintrauben und Birnen“ aus dem Jahr 1887 greift Vincent van Goght ebenso wie in seinem 1887/88 entstandenen „Selbstporträt vor der Staffelei“ Ideen des Neoimpressionismus auf. Getupfte Pinselführung, pastoser Farbauftrag sowie leuchtend helle, satte Töne herrschen hier vor. Darüber hinaus lässt sich der Künstler während des Paris-Aufenthaltes von japanischen Holzstichen inspirieren. Farbgebrauch, Kompositionsweise und Perspektiven regen ihn zu weiteren Experimenten an. Ölgemälde und Aquarelle van Goghs gehen teils konkret auf japanische Drucke zurück, was Vergleiche belegen.

In der Schau fehlen auch Beispiele aus der Serie der Sonnenblumenbilder nicht. Zu den einzigartigen Gegenüberstellungen gehört das Exemplar aus der Londoner National Gallery von 1888 mit der hauseigenen Fassung aus dem Folgejahr. Das Motiv des Schlafzimmers arbeitet Vincent van Gogh ebenfalls in einer Reihe von Gemälden aus, die sich teilweise nur in Nuancen unterscheiden. Die im Van Gogh Museum beheimatete Variante wird in der Ausstellung mit jener aus dem Art Institute of Chicago konfrontiert, was den Besucher wiederum zu einmaligen Vergleichen einlädt. Eine besondere Leihgabe ist das „Portrait des Père Tanguy“ aus dem Musée Rodin in Paris. Den Farbenhändler hat van Gogh frontal sitzend vor einer ganz mit japanischen Farbholzschnitten beklebten Wand verewigt. Das Bildnis wird wohl nie mehr ausgeliehen werden.

Ermüdet von der Betriebsamkeit der Großstadt, zieht sich der Maler um 1888/89 auf der Suche nach Ruhe und Wärme in die südfranzösische Stadt Arles zurück. Anschließend begibt sich Vincent van Gogh nach wiederholten epileptischen Anfällen zur Behandlung in eine Anstalt im nahe gelegenen Städtchen Saint-Rémy. Im Mai 1890 macht er sich nach Auvers-sur-Oise, einem Künstlerdorf bei Paris, auf, wo auch sein Bruder Theo lebt. Zum Ende seines Lebens arbeitet van Gogh immer expressiver. In den letzten Bildern seit 1889 verwendet er ungewöhnliche Farbtönungen sowie pastos aufgetragene Kurven, Wellen und Formfindungen; die Formate driften ins Längsrechteckige ab, die Motive werden zunehmend abstrakter. Seine bis heute nicht restlos geklärte Krankheit findet hier wohl ihren Niederschlag. Zwei Tage nach einem Selbstmordversuch stirbt Vincent van Gogh am 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise.

Die Ausstellung „Van Gogh bei der Arbeit“ ist noch bis zum 13. Januar 2014 zu besichtigen. Das Van Gogh Museum hat bis zum 1. September täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr, danach von 8 bis 17 Uhr, freitags immer bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, keine Ermäßigungen, Personen bis 17 Jahre haben freien Zutritt. Zur Ausstellung ist ein kleiner Katalogs der Highlights für 9,95 Euro sowie ein umfangreicher Gesamtkatalog für 37,95 Euro im Museum erschienen.

Kontakt:

Van Gogh Museum

Paulus Potterstraße 7

NL-1071 CX Amsterdam

Telefax:+31 (020) 673 50 53

Telefon:+31 (020) 570 52 00

E-Mail: info@vangoghmuseum.nl



05.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Vincent van Gogh, Fenster im Atelier, 1889

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Vincent van Gogh, Fischerboote bei Saintes-Maries-de-la-Mer, Mai/Juni 1888

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Claude Monet, Les rochers de Belle-Ile, la Côte sauvage, 1886

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Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1889

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Vincent van Gogh, Das Schlafzimmer, 1888

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Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1888

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Vincent van Gogh, Baumwurzeln, 1890

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