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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in Paris

Großvaters Erbe



Ihre Beziehung zum berühmten Großvater war alles andere als harmonisch: Als Kinder, so behauptete Marina Picasso in ihrem 2001 veröffentlichten Buch „Und trotzdem eine Picasso“, hätten sie und ihr Bruder Pablito unter der Egomanie Pablo Picassos ebenso gelitten wie die Frauen und Freundinnen an der Seite des großen Künstlers. Als dieser 1973 starb, bediente sich zunächst der französische Staat am gewaltigen Bestand, der im Atelier hinterlassen war, der Rest wurde unter den Familienmitgliedern aufgeteilt. Zwei der Werke, die Marina Picasso damals erhielt, sollen jetzt auf der Auktion moderner Kunst bei Sotheby’s in Paris versteigert werden. Zum einen geht es um die „Femme assise (Femme assise en robe grise)“, deren Kleid genauso trist ausschaut wie der Hintergrund – kein Wunder: Am 31. August 1943 malte Picasso das deformierte Bildnis von Dora Maar, als auch ihm die politischen Verhältnisse seiner Zeit zusetzten. Das andere Bild, in der lediglich grauen Farbigkeit noch karger, zeigt das stilllebenartige Motiv „Palette et tête de taureau“ und entstand 1938. Dieses Werk soll 1 bis 1,5 Millionen Euro kosten, das Portrait 2,5 bis 3,5 Millionen Euro. Der Erlös beider soll laut Marina Picasso vor allem Kindern und Jugendlichen in Schwierigkeiten zugute kommen.


Moderne Kunst

Unter den etwas mehr als achtzig Werken klassischer Moderne auf der Abendversteigerung am 6. Juni findet sich noch manche andere prominente Provenienz. Die seit den 1970er Jahren selbst im Auktionswesen erfolgreiche Comtesse Viviane de Witt beispielsweise stellt eine gut zwanzig Zentimeter hohe „Figurine“ Alberto Giacomettis aus der Zeit um 1950 in fahler weißer Bemalung zur Verfügung, geschätzt auf 1 bis 1,5 Millionen Euro. Aus dem Nachlass des britischen Bildhauers Barry Flanagan, der mit überdimensionierten Hasen internationalen Ruhm anhäufte, kommt ein unbetiteltes Werk Francis Picabias aus den späten 1940er Jahren, das an ein geheimnisvolles, vielleicht religiöses Zeichen erinnert (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Für das schillernde Paar Sara und Gerald Murphy, das vor allem in den 1920er Jahren an der französischen Riviera regelrecht Hof hielt und zahlreiche Künstler zu seinen Freunden zählte, schuf Fernand Léger 1930 das rund zwei Meter hohe Triptychon „Queues de comète sur fond noir“. Für die amorphen Formen werden 1 bis 1,5 Millionen Euro erwartet.

Giorgio de Chiricos surreale Straßenflucht „L’enigma della partenza“ mit Stillleben im Vorder- und dampfender Lokomotive im Hintergrund von circa 1925 (Taxe 700.000 bis 1 Million EUR), Wassily Kandinskys „Blauer Kreis No. 2“ auf rotem Grund aus dem Januar jenes Jahres (Taxe 1 bis 1,5 Millionen EUR), Kees van Dongens formal stark vereinfachte Momentaufnahme „Le paddock à Deauville“ von 1920 (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR) und eine bronzener „Torse“ wiederum von Alberto Giacometti diesmal in kubistischen Formen sind weitere große Nummern in der Sitzung (Taxe 600.000 bis 800.000 EUR). Aus der Reihe der weniger bekannten Künstler treten Wolfgang Paalen mit seiner stark abstrahierten, aus kleinen Balken aufgebauten Figuration „Selam Trilogy“ von 1947 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR) und Joaquín Torres García mit dem „Transatlantico constructivo“, einem Ozeandampfer in kräftigen geometrischen Farbfeldern aus dem Jahr 1936, hervor (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Roger de la Fresnaye nimmt 1920 in seinem Stillleben mit kleinem Tisch, Glas und Flasche kubistische und konstruktivistische Tendenzen auf (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Eine unheimliche, symbolistische Nachtstimmung evoziert Léon Spilliaert in seinem Tusche- und Kreideblatt „Digue d’Ostende aux réverbères“ von 1908 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Victor Brauner stellt seinen in ein geometrisches Raster eingemalten „Pêcheur“, der eben seinen Fang verspeist, aus dem Jahr 1955 für 70.000 bis 100.000 Euro zur Verfügung, Balthus das nachdenkliche, androgyne „Portrait de Renée“ von 1930 für 120.000 bis 180.000 Euro. Die Surrealistenriege dominieren die Männer, etwa Yves Tanguys leere Landschaftsanmutung mit seltsamen Formgebilden von 1950 (Taxe 180.000 bis 250.000 EUR), Paul Delvaux’ Aquarell zweier besinnlicher „Nus au jardin“ von 1945 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) oder Wifredo Lams lustige Menschtierwesen um 1945 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Doch hat sich diesmal prominent eine Frau dazwischen geschoben: Dorothea Tanning tritt mit ihrem Gemälde „The young student“ von 1946 an, der sich nur durch ein aufgeschlagenes Buch, einen weiblichen Akt und vor allem durch seine Augenbrillen kenntlich macht (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Noch den Modernen eingegliedert wird Fernando Botero, wohl wegen seines klassischen Ansatzes bei der Wiedergabe seiner korpulenten Menschenleiber. Seine Artistin an der mit Messern bereits gespickten „Zielscheibe“ wurde allerdings erst vor sechs Jahren gemalt (Taxe 450.000 bis 550.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Bereits am Abend des 5. Juni gelangen in der Pariser Dependance von Sotheby’s die Spitzenwerke der Zeitgenossen zur Versteigerung. Das sind diesmal nur knapp dreißig Stück, aber mit Jean Dubuffets quirligem Gewühl kleiner gestreifter Flächen in Blau und Rot „Les Riches fruits de l’erreur“ von 1963 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen EUR), Andy Warhols spätem Acrylbild des speienden „Vesuvius“ von 1985 (Taxe 850.000 bis 1 Million EUR) und zwei suggestiven, landschaftlich anmutenden Abstraktionen des kürzlich verstorbenen gebürtigen Chinesen Zao Wou-Ki für bis zu 1 Million Euro findet sich hier Hochkarätiges auf Weltniveau. Zwei bedeutende Werke Nicolas de Staëls kommen aus der Sammlung Alex und Elisabeth Lewyt, die jüngst auch schon die New Yorker Auktion von Sotheby’s bedeutend bereichert hat. Für 800.000 bis 1,2 Millionen Euro gibt es das als solches soeben noch erkennbare Stillleben „Fleurs sur une table couleur saumon“ von 1953, zum anderen das nur als Wiedergabe einer Grundstimmung noch fassbare Landschaftsbild „Marseille“ von 1954 mit großer meerblauer Fläche für 1,2 bis 1,8 Millionen Euro.

Als Hauptlos firmiert Jean-Michel Basquiats mehr als zwei Meter breites, wildes Graffiti „Crown Hotel (Mona Lisa Black Background)“ von 1982 für 5 bis 7 Millionen Euro. Dieses Werk kommt wieder aus der Sammlung Viviane de Witt, ebenso wie drei mittelgroße Mobiles von Alexander Calder für bis zu 800.000 Euro, Willem de Koonings 1952 geschaffene Bleistiftzeichnung „Five Women“ für 400.000 bis 600.000 Euro und Anselm Kiefers „Johannisnacht“ mit großem Farnkraut auf Bleigrund von 1987/91 für 250.000 bis 350.000 Euro. Aus dem preislichen Mittelfeld der Sitzung sind eine blau-weiße „Étude“ Simon Hantaïs aus dem Jahr 1969 mit Blätter- und Tierformen (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR) sowie eine schrundige „Paysage couleur de viande cuite“ wiederum von Dubuffet und Warhols Vervierfachung einer verfremdeten Landschaft Giorgio de Chiricos unter dem Titel „Disquieting Muses“ von 1982 für jeweils 600.000 bis 800.000 Euro hervorzuheben. Als jüngste Künstler treten Jean-Michel Othoniel mit seiner überdimensionierten Perlenkette aus bunten Glaskugeln von 2007 für 60.000 bis 80.000 Euro und Joana Vasconcelos mit der Skulptur „Nefertiti“ an, also „Nofretete“, die ebenfalls als übergroße Keramikwespe mit gehäkeltem schwarzen Kleid auftritt (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Kontakt:

Sotheby’s Paris

76, rue du Faubourg Saint-Honoré

FR-75008 Paris

Telefon:+33 (01) 53 05 53 05

Telefax:+33 (01) 47 42 22 32



03.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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