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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister in München

Von Stofftieren belagert



Lovis Corinth, Portrait Julie Krüger, 1915

Lovis Corinth, Portrait Julie Krüger, 1915

Klassiker der Szene beherrschen die Abteilung „Moderne Kunst“ bei Neumeister in München. Da wäre eine Miniaturausgabe von Ernst Barlachs berühmtem „Güstrower Ehrenmal“, ein Guss der Zeit um 1950 nach dem Vorentwurf aus dem Jahr 1927. 45.000 bis 48.000 Euro möchte der Vorbesitzer für diese Ikone expressionistischer Skulptur haben. Als einer der wichtigsten Maler ist Otto Dix zu nennen mit seinen „Feldern mit See und Steckborn“ aus den späten 1940er Jahren. Kraftvolle Farben künden von einem neuen Aufbruch nach der erzwungenen inneren Emigration unter den Nationalsozialisten. 50.000 bis 70.000 Euro stehen hier auf dem Etikett und damit 20.000 Euro weniger als vor einem Jahr. Als eines der beiden Hauptlose tritt Lovis Corinths „Porträt Julie Krüger“ an. Die nicht weiter bekannte Dame sitzt im Atelier des Künstlers, rechts wird der Ausschnitt wohl eines Stilllebens sichtbar, das in seiner wilden Gestik schon deutlich avantgardistischer anmutet als das noch recht sachliche, bürgerlich-konforme Bildnis selbst. Als Entstehungsjahr ist 1915 angegeben. 80.000 bis 120.000 Euro möchte die Dame sehen.


Für die Neue Sachlichkeit steht Franz Lenk mit seinem „Stillleben mit roter Amaryllis und Birne“. Das unbestechlich beobachtete Motiv hielt der Künstler allerdings nicht in den 1920er Jahren fest, sondern erst 1968. Wenig später starb Lenk in Schwäbisch Hall (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR). Ivo Hauptmanns „Badendes Mädchen“, aus zahllosen kurzen, breiten Pinselstrichen gefügt, verweist auf den Neoimpressionismus. Wohl in den 1920er Jahren malte der Schüler Corinths und Ludwig von Hofmanns das Bild, das freilich mehr den Einfluss französischer Meister wie Paul Signacs oder Georges Seurats verrät (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Stilistisch folgt ihm Willy Schlobach mit der farblich etwas beruhigteren „Apfelbaumblüte“ aus dem Jahr 1920 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Aus russischen Landen fand Konstantin Ivanovich Gorbatov infolge der dortigen Revolution in den 1920er Jahren den Weg nach Westeuropa und schließlich nach Berlin, wo er 1945 starb. Künstlerisch hatte er sich schon früh nach Westen orientiert, wie auch sein impressionistischer „Heißer Tag in Amalfi“ verrät (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Den 1892 bei St. Petersburg geborenen Iwan Puni verschlug es schließlich nach Paris. Wohl noch vor seiner kubistischen und futuristischen Phase malte er klassisch ein Stillleben mit Töpfen, Tassen, Flakons und anderen Utensilien (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR).

Unter den Grafikern tut sich Max Beckmann hervor mit der 1923 entstandenen Kaltnadelradierung einer sich ankleidenden Frau bei der „Toilette (Vor dem Spiegel)“ für 15.000 bis 18.000 Euro, ferner Pablo Picasso mit seiner Lithografie „Jeunesse“, 1950 in fünfzig Exemplaren gedruckt, von denen eines für 30.000 bis 35.000 Euro zum Aufruf gelangt. Wichtigste Papierarbeit und zugleich zweites Hauptlos ist Emil Noldes aquarellierte Winterlandschaft im Engadin, entstanden während eines Schweiz-Aufenthalts 1936, für 100.000 bis 120.000 Euro. Bei 10.000 bis 15.000 Euro steht Ernst Ludwig Kirchners Mischtechnik in Aquarell und Bleistift „Tänzerinnen“, die in ihrem abstrahierten, flächigen Charakter an den Spätstil des Künstlers erinnern und in die Zeit um 1927 gesetzt werden. Hübsche Arbeiten weniger bekannter Künstler sind François Gailliards impressionistisch empfundene „Strandszene“ mit zahlreichen Urlaubern auf hölzernen Klappstühlen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Alfred Reths ungegenständliche „Kubistische Komposition“ von 1955/57 (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR).

Die Abteilung Gegenwartskunst schließt zeitlich nahtlos an mit Klassikern der Abstraktion wie Ernst Wilhelm Nays Scheibenbild „Zinngrau u. Ocker“ von 1956 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) oder Fritz Winters vertikal strukturiertes „Kommendes Rot“ von 1967 für 25.000 bis 35.000 Euro. Hierzulande kaum bekannt, zählt Endre Nemes in seiner schwedischen Wahlheimat zu den wichtigsten Künstlern der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts. Eine unbetitelte Leinwand aus dem Jahr 1964 mit einem Farbengemisch auf grüngrauem Grund erweist ihn als Vertreter der informellen Malerei. In ähnliche Richtung zielt Gerhard Hoehmes einen Meter breite Mischtechnik „Ornamental“ von 1959, aus der sich das immer wiederkehrende Motiv eines hochovalen Kringels hervorschält (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR). Rolf Cavael schließt sich mit seiner blauen Gesteinstruktur „No 67/D1“ von 1967 bei 5.000 bis 7.000 Euro an.

Auf gegenständlicher Seite stehen die eigenwilligen Figurationen Johann Georg Müller, von denen etwa das fast en grisaille gemalte Ölbild „Zwei Kinder mit Puppe“ von 1958 hervorzuheben ist (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Von Jörg Immendorff gibt es „Acht Bilder von der Nordfront – Für Dich zurück“. Das ist allerdings ein bisschen geschummelt: Es handelt sich nämlich nur um ein Bild, und der Künstler schuf es 1981, nachdem er aus einem kurzen Lehraufenthalt aus dem schwedischen Stockholm wieder nach Deutschland zurückgekehrt war (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Horst Janssen liebte die Erotik, 1984 zeichnete er auf „Phyllis“ zwei identische Frauen, die eine davon nackt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Ausnahmsweise ohne Kopffüßler tritt Horst Antes an. Diesmal – 1991 in Aquatec und Sägemehl auf Hartfaser – hat er in tristem, fast monochromem Grau-Schwarz „Haus und Hemd“ festgehalten, wenn auch nur in den gröbsten Umrissen und Schattierungen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Antonio Segui lässt seit 2006 unzählige Comic-Männchen – die Frauen treten nur ganz selten in Erscheinung – energisch über seine Leinwand „Sombra Luz Sombra“ schreiten (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR).

Zu den jüngsten Arbeiten gehören Markus Huemers großformatiger blau-schwarzer Blumenstrauß mit dem rätselhaften Titel „Gelber Linux-Kernel und Botschaft mit hoher Bildungsaffinität“ aus dem Jahr 2005 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) und die annähernd fotorealistische Aufnahme einer großen Bar unter dem Titel „Dinner“ von dem Italiener Luigi Rocca aus dem Jahr 2000. Darin wird allerdings Schleichwerbung für Coca Cola betrieben (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Relativ neue Arbeiten liefert auch der amerikanische Pop Art-Altmeister Alex Katz, der sich in letzter Zeit neben dem Portrait auch der Landschaft zuwandte. Die Kleinformate „Summer Trees“ von 2007 und „Black Eyed Susans“ von 2003 belegen überdies seine Vorliebe für die Farbe Grün (Taxen je 24.000 bis 26.000 EUR). Andy Warhol ist mit seiner trauenden „Jackie II“ von 1966 auf violettem Trauergrund vertreten (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Richard Hamilton macht in seiner Farbserigrafie „Advertisement“ von 1975 mit der dreimaligen Wiederholung seines Vornamens Werbung für sich selbst (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Raymond Pettibons Künstlerbuch „Plots on Loan“ von 2001 mit 70 Lithografien nach seinen charakteristischen Tuschezeichnungen verlangt 6.000 bis 7.000 Euro.

Der Konkreten Kunst lässt sich das Werk des 1936 geborenen Edgar Knoop zuordnen, wie auch sein aus bunten PVC-Streifen auf rautenförmigem, quadratischem Karton geklebtes „Network 220309“ von 2009 offenbart (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR). Fast klinisch rein tritt Sol LeWitts minimalistische, weiße Kubusplastik „Two two-part pieces using a cube with opposite sides removed“ von 1968 auf (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Die jüngere Skulptur repräsentiert Wilhelm Mundts schrillbunter, mit Ateliermüll vollgestopften „Trashstone #230“ von 2004 aus Fiberglas und Kunststoff (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), und Freunde ausgefallenen Designs kommen vielleicht mit dem von Stofftieren belagerten „Banquete-Sessel“ der Brüder Fernando und Humberto Campana aus dem Jahr 2007 auf ihre Kosten. 25.000 bis 30.000 Euro sollten sie allerdings ins Portemonnaie einstecken, glaubt man jedenfalls der Preisschätzung der Experten von Neumeister.

Die Auktion „Neumeisters Moderne“ beginnt am 6. Juni um 15 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 4. Juni täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



02.06.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 42

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

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