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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Moderne Kunst im Wiener Dorotheum mit einem Auktionsrekord für Hutter

Hits vom Walde



Die größte Überraschung hatte sich das Wiener Auktionshaus Dorotheum auf seiner Versteigerung moderner Kunst für den Schlussspurt aufgehoben. Da kam als Losnummer 1426 Wolfgang Hutters breitformatige Holztafel „Die Witwe (II)“ von 1969/70 zum Aufruf. Zu sehen ist auf der fast zwei Meter langen Platte ein Frauenakt, der mit hybrider Frisur und riesigem Schweif aus Flügeln, Federn und Bändern vor einer Art Feuerwand nach links schreitet und, bevor er das Bild verlässt, noch einmal den Betrachter anblickt. Die aus spanischem Privatbesitz eingelieferte Tafel in der für den „Phantastischen Realisten“ charakteristischen exakten Malweise war auf nur 18.000 bis 26.000 Euro angesetzt. Herausgekommen ist etwa das Zehnfache: Auf 195.000 Euro schraubten sich mehrere Interessenten im Wettstreit um die eigenartige, in ihrer Suggestion jedoch auch bestechende Komposition hinauf – Auktionsweltrekord für den ob seiner Sorgfalt nicht sehr produktiven Hutter, den das Dorotheum wie seine Wiener Kollegen derselben klar umrissenen Stilrichtung neuerdings der klassischen Moderne zurechnet, obwohl er als Jahrgang 1928 eigentlich in der Gegenwart verhaftet ist.


Auch sonst gehörte die Versteigerung am 15. Mai zu den erfolgreichsten dieser Rubrik in der Geschichte des Wiener Unternehmens. Gut 4,2 Millionen Euro brutto betrug der Gesamtumsatz für die 140 angebotenen Werke, von denen 90, also fast zwei Drittel, weitervermittelt werden konnten. An der Spitze platzierte sich ein Italiener: Giorgio Morandi mit seinem „Paesaggio“ von 1941 in zartem Farbklang aus verschiedenen Grüntönen für 320.000 Euro (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Seine angeschnittene „Natura morta“ von circa 1948 mit zweieinhalb Gefäßen blieb bei 250.000 bis 300.000 Euro allerdings unveräußert. Im preislichen Mittelfeld der Italiener reüssierten eine abstrakte, ein wenig an den Konstruktivismus erinnernde „Composizione“ Marino Marinis von 1953 für 60.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) sowie Gino Severinis spätkubistisches Stillleben „Le crabe et le pot orange“ von 1948 und Enrico Donatis „Tête à tête“ von 1947 für jeweils 45.000 Euro (Taxen je 45.000 bis 65.000 EUR).

Fast vollständig übernommen wurden einige futuristische Gemälde der 1920er und 1930er Jahre, etwa Tullio Cralis kämpferische „Attacco aereo“ über einer Hochhausstadt von 1935 für 32.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Renato Di Bossos „In volo su Piazza delle Erbe a Verona. Aeropittura“ von 1936 ebenfalls für 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Ivo Pannaggis fleißige, aber entindividualisierte „Costruttori“ von 1925 für 26.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Dem im italienischen Futurismus beliebten Sujet von Flugzeugen, der Aeropittura, schlossen sich zudem Tato mit seinen vogelgleichen Fluggeräten im „Stormo“ von 1930 bei 24.000 Euro (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR) und Giulio D’Anna in der mit einem Zeitungsausschnitt collagierten Malerei „Soldati ed avventure del cielo“ um 1928 bei 10.000 Euro an (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Roberto Marcello Baldessaris breitformatiges Kriegerbild „La Tradotta“ von 1916 verbesserte sich leicht von 50.000 bis 60.000 Euro auf 66.000 Euro. Renato Guttusos Dorfbauern „Carretti a Bagheria“ auf einer recht großformatigen Leinwand von 1956 fuhren 55.000 Euro ein (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR), ebenso wie die tänzelnden „Cavalli in riva al mare“ Giorgio de Chiricos von circa 1975 (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Von diesem Maler fielen ein weiteres Pferdebild sowie das neusachliche Portrait seiner ersten Ehefrau Raissa von 1926 für Preise zwischen 110.000 und 200.000 Euro allerdings durch. Taxgerecht kamen dann Filippo de Pisis’ gemäßigt modernes „Stillleben mit Fisch und Knoblauch“ von 1932 bei 22.000 Euro, Alberto Magnellis ebenso wenig aufbrausendes Gemälde „La casa rossa“ von 1924 bei 14.000 Euro oder Piero Marussigs „Nudi all’aperto“ im Farbklang Grün-Violett bei 28.000 Euro ans Ziel.

Der zweitteuerste Künstler des Abends kam aus Frankreich: Die untere Taxe von 300.000 Euro spielte Fernand Légers „Composition au fond jaune“ mit frei über dem Grund schwebenden Formen aus dem Jahr 1932 ein. Aus österreichischen Landen erwies sich Alfons Walde einmal mehr als sehr begehrt. Mit seinem Berghof im „Alpensommer“ von 1936, verkauft für 240.000 Euro (Taxe 140.000 bis 220.000 EUR), dem Blick auf das plastisch aus den Schneemassen herausmodellierte Dorf Aurach bei Kitzbühel von 1932, das von 80.000 bis 100.000 auf stolze 280.000 Euro schoss, sowie der kleinen, koloristisch attraktiven Impression „Jochberger Berge in der Abendsonne“ für 80.000 Euro hatte das Dorotheum allerdings auch echte Hits am Start (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Maler und Designer Koloman Moser reüssierte mit den beiden expressionistischen, biblischen Bildern „Christus und Magdalena“ und „Trauernde Frauen“ von circa 1913 bei 40.000 Euro und 38.000 Euro jeweils im oberen Bereich der Schätzungen.

Nicht ganz die Erwartungen erfüllte Albin Egger-Lienz’ vorwärtsdrängender „Kaiserschütze (Dolomitenwacht)“ aus dem Ersten Weltkrieg um 1916. Statt mit 200.000 bis 300.000 musste er sich mit 170.000 Euro zufriedengeben. Unter den kleinen Preisen ist ein postimpressionistischer Frauenakt Helene Funkes von circa 1923 zu nennen, der sich von 5.000 bis 7.000 auf 22.000 Euro verbesserte. Anton Mahringers kristallin wirkendes Landschaftsbild „St. Georgen mit den Juliern“, mit seiner Entstehung 1972 wie Hutters „Witwe“ ein Unzeitgemäßer der klassischen Moderne, erzielte gute 55.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Bei Oskar Laske stieß sowohl das bunte Aquarell einer belebten Wiener Straßenszene mit der 1965 abgerissenen Barockkirche „St. Florian. Wiedner Hauptstraße“ bei 12.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR) als auch das Ölgemälde des lustigen „Tiermarkts in Timbuktu“ bei 18.000 Euro auf Gegenliebe (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Josef Stoitzner setzte seine lichtvollen, seltsam klaren Gemälde „Geschnittenes Holz“ bei 16.000 Euro und „Bauerngarten“ bei 18.000 Euro gewinnbringend ab (Taxen zwischen 7.000 und 11.000 EUR). Bei seinem Cousin Siegfried Stoitzner war das zarte, zeichnungsähnliche Ölgemälde einer Dach- und Häuserlandschaft in Krems bei 20.000 Euro gefragt (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Nicht durchweg erfolgreich waren die Deutschen. Weder für Max Liebermanns „Biergarten – Restaurationsgarten“ aus dem Wendejahr 1900 (Taxe 160.000 bis 200.000 EUR) noch für Emil Noldes aquarellierten „Herbstabend“ von circa 1930 wurden ausreichende Gebote abgegeben (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), und bereits bei 75.000 Euro stoppten sie für Noldes abendlich beleuchtete Marschlandschaft mit Heuschober aus den frühen 1920er Jahren (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Auf 55.000 Euro verdoppelte sich dagegen der Wert von Leo Putz’ Portrait „Frieda am Langbürgner See“ aus der Zeit um 1909. Zwei weibliche Akte Ernst Ludwig Kirchners, zur „Brücke“-Zeit um 1909 in farbiger Kreide auf Papier energisch skizziert, ließen sich sogar erst bei 85.000 Euro bitten (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Alberto Giacometti profitierte von seinem internationalen Ruhm bei einem kleinen, rasch in Bleistift hingestrichelten Selbstbildnis mit einem Ergebnis von 55.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



29.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Albin Egger-Lienz, Kaiserschütze (Dolomitenwacht), um 1916

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Taxe: 200.000 - 280.000 EURO

Zuschlag: 170.000,- EURO

Losnummer: 1321

Koloman Moser, Christus und Magdalena

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Taxe: 32.000 - 42.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 1318

Koloman Moser, Trauernde Frauen, um 1913

Koloman Moser, Trauernde Frauen, um 1913

Taxe: 32.000 - 42.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 1319




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