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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst aus aller Herrenländer im Wiener Dorotheum

Dreiecksköpfe



Eine bunte Mischung mit teils hochkarätigen Werken aus Europa, Asien und Amerika konnte das Wiener Auktionshaus Dorotheum für die kommende Versteigerung zeitgenössischer Kunst zusammenstellen. Ein eindeutiges Schwergewicht auf einer bestimmten Stilrichtung, einem bestimmten Land oder einer bestimmten Zeit ist nicht auszumachen. Vielfalt ist eher das Stichwort. Da findet sich aus dem fernen Japan Yayoi Kusamas schwarz gepunkteter gelber „Pumpkin“ von 1981 für 70.000 bis 100.000 Euro, aus Deutschland ist Sigmar Polke mit seinen beiden kecken „Freundinnen II“ in Gouache auf einer Punkteraster-Offsetlithografie von 1967 für 90.000 bis 120.000 Euro angereist, der US-Amerikaner Frank Stella stellt mit der großen, aufgerissenen Aluminium-Stahl-Skulptur „Etymology (Q 10)“ aus den „Moby Dick Series“ von 1990 bei 200.000 bis 250.000 Euro eines der Hauptlose, und aus der österreichischen Heimat steuern Hans Staudacher eine informelle Mischtechnik mit fünf kleinen Bildern aus den Jahren 1959/68 für 70.000 und 80.000 Euro und Friedensreich Hundertwasser das bunte freundliche Querformat „Das Postschiff kommt“ von 1960 für 130.000 bis 160.000 Euro bei.


Nur unter den Italienern dominiert sichtlich die ungegenständliche Kunst, und hier wiederum diejenige, die die plane Fläche einer Leinwand reliefartig in den Raum ausdehnt. Dafür stehen etwa Enrico Castellanis monochrome „Superficie bianca“ von 1983 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und „Superficie nera“ von 1963 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), ferner Agostino Bonalumis nur am unteren Rand vertikal strukturiertes „Bianco“ von 1965 (Taxe 75.000 bis 95.000 EUR). Durch reiche Materialanwendung schafft Alberto Burri in seiner 1969 datierten, fast minimalistischen Schöpfung „Bianco Nero“ und in seiner zwanzig Jahre zuvor noch deutlich enger an der traditionellen Abstraktion orientierten „Catrame“ mehr oder weniger intensive Plastizität (Taxen zwischen 100.000 bis 160.000 EUR). Unverkennbar die Handschrift Alighiero Boettis trägt eine gestickte „Tavola pitagorica (Svedese orizzontale)“ von 1990, auf der in quadratischen Feldern eine Fülle von Buchstaben scheinbar zufällig angeordnet ist (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Die feine Ironie Piero Manzonis zeigt sich in dessen „Corpo d’aria“ von 1959/60, in dem er die flüchtige Luft in einen Gummiballon bannt und damit zur Skulptur erhebt (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Der aus Argentinien stammende Luis Tomasello, der den größten Teil seines Lebens allerdings in Paris verbrachte, ließ sich ebenfalls von den Avantgardisten der ersten Nachkriegsjahrzehnte beeinflussen und schuf beispielsweise 1971 eine „Atmosphère chromoplastique“ mit der Nummer 276, auf der immer gleich geformte Elemente durch unterschiedliche Ausrichtung eine symmetrisch und dennoch dynamische Komposition ergeben (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Ansonsten beeindruckt Frankreich mit mehreren Arbeiten von Vertretern des Informel wie Jean Fautriers rhythmisierten „Lignes colorées“ aus dem Jahr 1961 (Taxe 140.000 bis 220.000 EUR), Martin Barrés „60-T-16“ mit roten Farbinseln auf weißem Grund, Georges Mathieus wild-gestischem „L’Horizon ardent“ von 1985 (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR) und mit Hans Hartungs in die blaue Farbe gekratzten Strichfolgen „T 1966 – K 39“ von 1966 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Aus Belgien gesellt sich Pierre Alechinsky mit der farbfreudigen Papierarbeit „Dans les branches“ von 1965 hinzu (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR).

François Morellet ließ sich aus konkret-konstruktiven Überlegungen zu seiner aus Quadraten aufgebauten Kugel „Sphére-Trames“ inspirieren, die 1962 in einer Auflage von 300 Stück erschien (Taxe 15.000 bis 16.000 EUR). Neben bekannten Op-Art-Malereien wie dem bunten „Kass III“ von 1974 für 35.000 bis 50.000 Euro hat Victor Vasarely seine künstlerischen Ideen auch in den Raum ausgeweitet und präsentiert dazu eine vertikale Metallstäbeskulptur mit runden Ausbuchtungen um 1960 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Der schon 1888 geborene Josef Albers wird im Marktgeschehen gewöhnlich noch der zeitgenössischen Kunst zugerechnet. Aus seiner „Homage to the Square“-Serie kommen zwei mit sechzig Zentimetern Seitenlänge jeweils gleich große Quadrate in Grün-Grau von 1962 (Taxe 160.000 bis 220.000 EUR) und 1963 – letzteres mit nur drei Ringen – für 110.000 bis 160.000 Euro zum Aufruf. Für 50.000 bis 60.000 Euro ist ein Ausschnitt aus dem Lebenswerk Roman Opalkas zu haben. Die in Tusche auf Papier gebannte Zahlenreihe reicht von 4045225 bis 4047928.

Die niederländische Sammlung Inge und Philip van den Hurk trennt sich von einer Arbeit des russischstämmigen, in Amerika lebenden Konzeptkünstlers Ilya Kabakov, kyrillisch betitelt „Die Toilette“ und die architektonische Hülle einer solchen wie in einem Entwurf aus der Vogelperspektive präsentierend. 300.000 bis 400.000 Euro werden für die gedanken- und assoziationsreiche Grafit- und Ölzeichnung aus dem Jahr 2001 erwartet. Bedeutendster Pop Art-Künstler ist wie gewohnt Andy Warhol. Unter den fünf Grafiken sind besonders die knallige „Marilyn“ auf mittelgroßem Format in einer 250er-Auflage von 1967 (Taxe 75.000 bis 90.000 EUR), das spartanische, aber vollkommen treffsichere Kohlekonturbildnis des spanischen Musikers Miguel Bosé von 1983 (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR) und die späte Farbserigrafie „Campbell’s Noodle Soup Box“ aus dem vorletzten Lebensjahr 1986 für 90.000 bis 150.000 Euro zu nennen. Eines der zwölf Künstlerexemplare von Roy Lichtensteins Farbreliefdruck „Two Nudes“ in zärtlichem Zusammensein aus dem Jahr 1994 für 150.000 bis 170.000 Euro gesellt sich hinzu. 70.000 bis 100.000 Euro soll ein Entwurf Christos für „The Umbrellas“, ein „Joint project for Japan and USA“, aus dem Jahr 1989 kosten.

Aus Deutschland stammt neben Polkes „Freundinnen“ noch Otto Pienes kosmische Farbimplosion „Rain Forest“ von 1971, die in dieser Größe bei 40.000 bis 60.000 Euro noch Steigerungspotenzial hat. Da die ZERO-Kunst und ihr Umfeld derzeit hoch im Kurs stehen, dürften auch Günther Ueckers wirr genagelte und schwarz-weiß bemalte „Feldschlacht“ von 1982 (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR), Heinz Macks aus überlagerten Streifenmustern aufgebaute „Geometer-Pyramide“ von 1974 (Taxe 28.000 bis 38.000 EUR), Adolf Luthers quadratisches Spiegelobjekt „Hommage à Josef Albers“ von 1985 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) oder Ludwig Wildings Augentäuschung „Single SO2“ von 1974 keine Absatzschwierigkeiten haben (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). A.R. Penck kommt mit dem zwei mal drei Meter großen Strichfigurenbild „39 äpfel yael und flo“ von 1986 für 70.000 bis 100.000 Euro in den oberen Preiszonen zum Zug, Günther Förg mit seiner Farbflächenabstraktion in Grün und verwischtem Schwarz von 1988 für 30.000 bis 40.000 Euro in den mittleren.

Als jüngere Vertreter versuchen es Anselm Reyle mit einer geknickten und gefalteten Silberfolie auf schwarzer Leinwand (Taxe 48.000 bis 55.000 EUR) und Matthias Weischer mit einem surreal verfremdeten „Bad“ aus dem Jahr 2002 um 60.000 bis 80.000 Euro. Das Dorotheum hat sich aber auch in anderen Ländern der Erde nach aufstrebenden Künstler umgetan. Aus Armenien ist Armen Eloyan mit der ungehobelten Comicmalerei samt Popeye-Verschnitt dabei (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), aus den USA Will Ryman mit der bemalten, überlängten Papiermachéfigur „Man Singing“ von 2005 (Taxe 16.000 bis 22.000 EUR) oder Brian Alfred mit seinem gemalten Himmelsausschnitt „Telephone Pole“ von 2001 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und nach Polen weist Marcin Maciejowskis blasse Fotoadaption „Volkswagen Polo“ von 2003, den eben zwei junge Männer aufbrechen (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR).

Bilderhauerisch wird es mit Jörg Immendorffs grobem Bronzekopf „Antonius“ auf hohem Sockel von 1989 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) oder Andreas Slominskis Mühle aus rot-weißem Blech, die mit ihren vergitterten Fenstern und Türen an seine Vorliebe für Fallen erinnert (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). In höheren Wertregionen bewegt sich mit 50.000 bis 70.000 Euro dann ein Exemplar von Lynn Chadwicks zwei „Winged figures“ in der ersten Fassung von 1973 bereit. Charakteristisch für die Bronzeskulpturen des Engländers sind die dreiecks- oder quadratförmigen Köpfe. Louise Nevelson steuert ihr schwarz bemaltes, kofferartiges Holzrelief „Dark Cryptic XXV“ von 1975 bei (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ein kleiner Bereich mit zeitgenössischen fotografischen Positionen hat das Dorotheum in die Auktion integriert. Hier sind etwa Valie Exports körperbezogene „Einfügung“ in einen Mauerwinkel von 1976 (Taxe 9.000 bis 11.000 EUR), Massimo Vitalis anämischer Badestrand „Knokke Pan & and 8“ (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), Malick Sidibés schwarzafrikanische „Friends“ von 1976 in einem späteren Abzug von 2004 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Ralf Kaspers’ Schilderung des hektischen Tuns an der „NYSE, Börse“ von 2007 zu nennen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Für Vik Muniz’ abgelichtetes Schokoladenbild der Barockstatue „David“ sind 35.000 bis 40.000 Euro vorgesehen.

Den besten Humor haben übrigens wieder die Österreicher zu bieten: zum einen Franz Wests skurrile Serie „Die Werdung des Seienden“ in fünf Bildern, die 1972 erst drei Hüte und dann allmählich vier bebrillte Herren unter einem stetig sich verändernden Kreissegment aufsteigen lässt (Taxe 48.000 bis 60.000 EUR), zum anderen Erwin Wurms Mann, der seit 2008 unter dem Titel „Hypnosis“ von den Oberschenkeln an aufwärts in einer großen silbernen Kartoffel steckt (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR). Grimmig, fast diabolisch schaut Gottfried Helnweins Adaption der sonst so heiter-gelassenen „Mickey Mouse“ aus einer 2001 in Acryl gemalten Leinwand heraus (Taxe 55.000 bis 70.000 EUR). Bei Gottfried Bechtholds popiger Leuchtstoffröhreninstallation „Rien ne va plus!“ von 1991 steigt eine nackte Fortuna eben die Treppe hinab. Das Glück scheint woanders zu liegen (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Heimo Zobernig erinnert sich in seinem quadratischen schwarzweißen Schriftbild „Once“ wohl gerne an alte Zeiten zurück; es liegt in zwei Ausfertigungen von 1999 für jeweils 12.000 bis 16.000 Euro vor. Zum gleichen Preis lässt Peter Kogler 1995 Ameisen durch Röhren zu Hirnwindungen mutieren. Auch ein Wandstück Wests aus dem Jahr 1982 mit zentraler, mullbindenumwickelter roter Auskragung, die zum Anfassen reizt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), Otto Muehls neoexpressiver Frauenakt mit „Ägyptischer Gitarre“ von 1984 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und Markus Prachenskys runde Abstraktion „Pink on white – Los Angeles“ von 1969 für 55.000 bis 65.000 Euro warten aus vorwiegend wohl österreichische Kundschaft.

Die Auktion beginnt am 16. Mai um 18 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte im Internet unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



14.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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