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Stille Bilder voller Poesie und Innerlichkeit: Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen entdeckt in einer großen Retrospektive das Werk des amerikanischen Fotografen Harry Callahan

Vermeer mit der Kamera



Der amerikanische Fotograf Harry Callahan (1912-1999) reiht sich zunächst einmal nicht in die Reihe der auf Zuruf bekannten US-Fotografen des 20. Jahrhunderts ein. Er hat nicht wie Weegee spektakuläre Verbrechen und Katastrophen fotografiert oder Freaks und gesellschaftliche Außenseiter wie Diane Arbus. Auch hat er nicht die ärmlichen Lebensbedingungen der amerikanischen Landbevölkerung dokumentiert wie Walker Evans oder gar versucht, das Land in all seiner gesellschaftlichen Zerrissenheit inklusive der Rassentrennung zu erfassen wie Robert Frank in seinem großartigen Projekt „The Americans“ aus den 1950er Jahren. Harry Callahan ist ein eher stiller Meister des Unspektakulären, dessen sechs Jahrzehnte umfassendes Werk es hierzulande noch zu entdecken gilt. Die Hamburger Deichtorhallen zeigen jetzt – ein Jahr nach dem 100. Geburtstag Callahans – im Haus der Photographie die mit über 280 Arbeiten weltweit bisher größte Werkschau des Künstlers.


„Bisher gibt es in Europa nur eine kleine Schar von Callahan-Kennern. Dieser Fotograf ist noch ein Geheimtipp“, so Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow. Geboren 1912 in Detroit, tritt Callahan zunächst eine Anstellung bei der Chrysler Motor Corporation an. Als fotografischer Autodidakt beschäftigt er sich allerdings schon früh mit László Moholy-Nagy und dem in Chicago beheimateten New Bauhaus. Im Lauf der Jahre knüpft er Kontakte zu Schlüsselfiguren des Fotografiebetriebs wie Ansel Adams, Alfred Stieglitz oder Helen Levitt. 1946 ist es soweit: Moholy-Nagy verpflichtet Harry Callahan als Lehrer am Institute of Design in Chicago. Callahan, der seinen Brotjob schon ein Jahr zuvor aufgegeben hatte, widmet sich fortan nur noch seiner Kunst und der Lehre.

Die von Sabine Schnakenberg kuratierte Hamburger Schau nähert sich seinem Werk in chronologischer Reihenfolge. Das Leben in der Stadt, die Natur in all ihren Facetten und die Porträts ihm nahestehender Personen bilden dabei die drei thematischen Hauptstränge. Insbesondere seine Frau Eleanor und später auch die gemeinsame Tochter Barbara stehen im Zentrum seines Œuvres. Was diese Aufnahmen jedoch von der für Außenstehende mitunter peinlichen Intimität eines Familienalbums unterscheidet, ist der meisterliche, nahezu malerische Umgang mit Licht und Schatten, das souveräne Spiel mit Größenverhältnissen und ungewöhnlichen Perspektiven. Wenn er Frau und Kind 1953 auf einem engen Lichtspalt zwischen den Häuserschluchten Chicagos fotografiert, erinnert diese lichtdramatisch aufgeladene Inszenierung von Räumlichkeit frappant an die Hell-Dunkel-Malerei der Hochrenaissance und des Barock. Dirk Luckow dazu: „Für mich ist Harry Callahan der Vermeer der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Er schafft einen warmen Farbklang, dem ein kühles Leuchten innewohnt.“

Harry Callahan, der auch anonyme Passanten aus der Hüfte heraus fotografierte, Telefondrähte oder Zweige in grafischer Klarheit vor wolkenlosem Himmel ablichtete oder mit Doppelbelichtungen von Fassaden, Schaufenstern oder Straßenansichten experimentierte, war alles andere als ein Dogmatiker. Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografie waren für ihn von Beginn an gleichberechtigt. So präsentiert die unter anderem aus Beständen der Hamburger Sammlung F.C. Gundlach zusammengestellte Schau auch etliche brillante Farbabzüge, die im aufwändigen Dye-Transfer-Verfahren hergestellt wurden.

„Mein Lebensplan besteht darin, ausschließlich das zu fotografieren, was ich begehre und emotional erfassen kann, mir ein angenehmes Leben zu verordnen, morgens aufzustehen und die Bäume, das Gras, das Wasser, den Himmel, die Häuser und die Menschen, kurzum all das, was mich umgibt, zu spüren“, so äußerte sich Callahan bereits 1946. Bis kurz vor seinem Tod 1999 konnte er seine Arbeit in diesem Sinne fortsetzen.

Die Ausstellung „Harry Callahan – Retrospektive“ ist noch bis zum 16. Juni zu sehen. Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Katalog ist im Kehrer Verlag erschienen und kostet 49,90 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



10.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


22.03.2013, Harry Callahan

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Künstler:

Harry Callahan










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