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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Für die Kunst seit 1945 tummeln sich auch bei Christie’s in New York die Millionenpreise. Genügend Geld scheint für die Stars des Abstrakten Expressionismus, der Pop Art und des Minimalismus da zu sein

Im Rausch



Franz Kline, Mark Rothko, Richard Diebenkorn – das sind einige der abstrakten Expressionisten aus Amerika, mit denen das New Yorker Auktionshaus Christie’s auf seiner abendlichen Prestigeauktion zeitgenössischer Kunst im vergangenen Herbst teils Rekordpreise erzielen konnte. Nun scheint es, als sollte dieser Coup eine Wiederholung finden: Am 15. Mai präsentiert das Unternehmen am selben Ort und bei gleicher Gelegenheit gut siebzig Kunstwerke, die mit ihren Schwerpunkten Abstraktion und Pop Art einen ähnlichen Querschnitt bieten wie vor etwa einem halben Jahr. Ein Meister, der damals fehlte, trägt diesmal sogar den Hauptpreis vor sich her: Jackson Pollocks „Number 19, 1948“ mit zahllosen übereinander liegenden und scheinbar miteinander verschlungenen Farbschlieren in der von ihm gleichsam erfundenen „Dripping“-Technik soll 25 bis 35 Millionen Dollar kosten. Sollte dieser Betrag noch leicht übertroffen werden, könnte es gerade noch für einen neuen Auktionsrekord reichen. Der bisherige wird seit vergangenem Herbst von Sotheby’s gehalten, ebenfalls mit einem „Dripping Painting“ aus dem Jahr 1951 bei 36 Millionen Dollar.


Rekordverdächtig tritt auch Philip Guston an mit seiner großen bunten informellen Hommage „To Fellini“ aus dem Jahr 1958 für geschätzte 8 bis 12 Millionen Dollar. Einen enormen Aufschwung nahmen zuletzt die Preise für Clyfford Still, wohl nicht zuletzt befördert durch die Eröffnung eines eigenen Museums zu dem 1980 verstorbenen Künstler im November 2011 in Denver. Für das bislang nur einmal ausgestellte und fast marktfrische „PH-1“ mit Farbseen auf schwarzem Grund von 1953 werden jetzt 15 bis 20 Millionen Dollar erwartet. Der gleiche Betrag steht auf dem Etikett von Mark Rothkos „Untitled (Black on Maroon)“ von 1958, das – ehemals zum Nachlass des 1970 durch Freitod verstorbenen Künstlers befindlich – weder auf Auktionen noch auf Ausstellungen bisher zu sehen gewesen war. Franz Klines Hochformat „Accent aigu“ von 1957 mit kraftvollen schwarzen Balken auf weißem Grund steht für 9 bis 12 Millionen Dollar bereit.

Gut vertreten mit vier Arbeiten ist der gebürtige Niederländer Willem de Kooning, wobei sich seine „Woman (Blue Eyes)“ von 1953 noch ansatzweise unter einem rasanten Gemisch wild aufgekratzter Farben abzeichnet (Taxe 12 bis 16 Millionen USD), während sich die Linien und Farbflächen im späten „Untitled XVII“ von 1984 ganz frei und heiter über die leicht hochrechteckige große Leinwand verteilen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Im preislichen Mittelfeld dieser breiten Riege abstrakter Künstler rangiert unter anderem ein gestisches ungebändigtes Farbgeschmiere Joan Mitchells von 1957 für 3 bis 4 Millionen Dollar. Aus der Sammlung des jüngst verstorbenen Entertainers und Sängers Andy Williams kommen zudem Hans Hofmanns fast geometrisch exaktes Gemälde „Beatae Memoriae“ von 1964, ein durch seine Farbkombination aus viel Gelb und Violett unverwechselbares „Untitled“ Sam Francis’ von 1958 (Taxen je 2 bis 3 Millionen USD), Kenneth Nolands „Circle“ mit großem Sonnenauge in Rot von 1958 (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD) und Richard Diebenkorns Nummer 92 mit zentralem, wasserblauem Feld aus einer „Ocean Park“-Serie von 1976 für 4 bis 6 Millionen Dollar.

Nicht zu verachten ist allerdings auch die gegenständliche Malerei, allen voran die Pop Art. Andy Warhol ist mit fünf Aufrufen der häufigste Künstler der Auktion, mit seinem intellektualistischen „Self-Portrait“ von 1966 für 4 bis 6 Millionen Dollar, seinen „Nine Multicolored Marilyns (Reversal Series)“ von 1979/86 (Taxe 5,5 bis 6,5 Millionen USD) oder den vier mal vier „Flowers“ von 1964 aus der Celeste and Armand Bartos Collection für 6 bis 9 Millionen Dollar aber nicht der teuerste. Dieser Ruhm wird wohl eher Roy Lichtenstein zuteil, dessen späte „Nude with Yellow Flower“ und schnurlosem Telefon in der rechten Hand von 1994 schon 12 bis 16 Millionen Dollar einspielen soll. Seine „Woman with Flowered Hat“, 1963 unverkennbar von Pablo Picassos deformierten Gestalten inspiriert, aber ganz mit den neuen Stilmitteln gestaltet, ist zwar nicht für alle sichtbar ausgepreist, dürfte aber um die 30 Millionen Dollar liegen. Es wurde auch schon ein unwiderrufliches Gebot für die zuletzt 1993/94 ausgestellte Leinwand abgegeben.

Das gleiche gilt für Jean-Michel Basquiats „Dustheads“, ein geradezu gewalttätiges Doppelbild zweier Figuren im Rauschdelirium mit weit aufgerissenen Mündern und großen Augen von 1982, deren Totencharakter durch das Schwarz rundum noch unterstrichen wird. Mit 25 bis 35 Millionen Dollar wünscht sich der unbekannte Einlieferer einen neuen Auktionshöchstpreis für den früh verstorbenen Jamaikaner. Altmeister Francis Bacon schuf 1981 eine „Study for Portrait“, auf der George Dyer, der bereits 1971 wohl durch Selbstmord umgekommene Lebensgefährte Bacons, in einem ziemlich unwirklichen, perspektivlosen Raum gleich zweimal verewigt ist (Taxe 18 bis 25 Millionen USD). Bedeutendster deutscher Gegenwartskünstler ist – wenig überraschend – Gerhard Richter. Sein annähernd marktfrisches „Abstraktes Bild, Dunkel“ mit der Werknummer 613-2 und viel Rotanteilen aus dem Jahr 1986 soll bei 14 bis 18 Millionen Dollar das derzeitig übliche Preisniveau dieser Bildgattung des Meisters bestätigen. Andreas Gursky begleitet ihn mit seiner am Computer designten Fotografie des Boxwettbewerbs „Klitschko“ von 1999 (Taxe 700.000 bis 1 Million USD) und hat seine amerikanische Kollegin Cindy Sherman mit ihrer beklemmenden Selbstinszenierung #85 aus der Centerfolds-Serie von 1981 im Schlepptau (Taxe 600.000 bis 800.000 USD).

Bei den skulpturalen Arbeiten steht Cy Twombly an der Spitze. Seine aufsteigende, schlanke Bronze „Untitled (Rome)“ erinnert an die überlängten Figuren Alberto Giacomettis, nimmt aber mit einer Mohnkapsel als Abschluss auf das Florale Bezug (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Alexander Calder steuert vier seiner unzählig produzierten Mobiles bei; mit 2,5 bis 3,5 Million Dollar hat sein Standmobile „Six White Dots over Blue, Black and Red“ von 1948 die Nase vorn. Etwas seltener trifft man auf bildhauerische Arbeiten Bruce Naumans. Christie’s kann gleich zwei Exemplare präsentierten: Die ineinandergreifenden Bronzehände von 1996, die durch ihre Farbe ein anderes Material vortäuschen (Taxe 300.000 bis 500.000 USD), und die aufeinander gestapelten Wachsköpfe „Andrew Head/Andrew Head, Stacked“ mit heraushängenden Zungen von 1990 für 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar. Zu Ehren einer Aufnahme in die Abendauktion kommt diesmal die 1926 geborene Ruth Asawa. Bekannt ist sie vor allem in Amerika für ihre aus Draht handgewebten runden Hängeskulpturen, die ihre langgestreckte Form verdichten und verjüngen. Für ihr „Untitled (S108 Hanging, Six-Lobed, Multi-Layered Continuous Form Within a Form)“ muss man allerdings eine Raumhöhe von mindestens 3,5 Metern mit bringen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Donald Judd steuert zwei seiner minimalistischen zehnteiligen Wandstapelungen bei, „Bernstein 88-25“ ganz aus violettem Aluminium für 2 bis 3 Millionen Dollar und „Bernstein 89-1“ aus Stahl und blaugrünen Plexiglasscheiben für 4 bis 6 Millionen Dollar. Kollege Richard Serra ist mit der leicht gebogenen, fast quadratischen Stahlwand „L.A. Cone“ von 4,5 Metern Höhe zugegen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Der Minimalismus kommt auch in der Malerei zum Zug, einmal mit Agnes Martins vertikal gestreiftem Quadrat „Untitled #33“ in zartem Blau und Hellbraun von 1974 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD), das andere Mal mit Piero Manzonis weißem Achrome von 1958 in horizontaler Struktur (Taxe 6 bis 9 Millionen USD). Malerei, Dreidimensionalität und Collagetechniken verknüpft Joseph Cornell in seinen Objektkästen, so auch in der „Medici Princess“ aus den 1950er Jahren (Taxe 700.000 bis 1 Million USD).

Von den Werken jüngerer Künstler sind Luc Tuymans’ unwirklich-geheimnisvolles Staatsportrait „Rumour“ von 2001 (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen USD), John Currins absichtlich kitschiger Damenhalbakt der Schauspielerin Beatrice Arthur von 1991 (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD) und Jeff Koons’ penible Abkonterfaktur eines schrill-bunten „Plate Set“ von 1995/98 für 4 bis 6 Millionen Dollar zu nennen. Die 1970 in Äthiopien geborene Julie Mehretu beeindruckt mit einer gewaltigen, mehr als fünf Meter breiten Zeichnung mit Koordinaten- und Wetterphänomenen in Tusche und Acryl unter dem Titel „Retopistics: A Renegade Excavation“ von 2001 (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen USD). Das Küken im Programm ist der 1973 geborene Urs Fischer, der indes schon auf beachtliche Auktionserfahrungen zurückblicken kann. Seine Aneignung eines Schwarz-Weiß-Fotos der Hollywood-Diva Joan Crawford, die entgeistert eine überdimensional aus ihrer Sofalehne wachsende Schraube anstarrt, wartet für 400.000 bis 600.000 Dollar auf einen Abnehmer.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



10.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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