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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Klassische Moderne im Wiener Dorotheum ist wieder stark von italienischen Positionen geprägt

Stille



Sanfte, fast unwirklich hingehauchte Landschaften und Stillleben waren seine Spezialität. Mit anderen Sujets hat sich Giorgio Morandi, der fast sein gesamtes, äußerlich völlig unspektakuläres Leben in seiner Heimatstadt Bologna verbrachte, kaum beschäftigt. Trotz ihrer Schlichtheit und des meist kleinen Formats entfalten diese Werke noch auf den heutigen Betrachter eine Wirkung, die ihrem Schöpfer Weltruhm sichern. Seine stillen Bilder hängen in den bedeutendsten Sammlungen und erzielen auf dem Kunstmarkt Millionenpreise. Unter den Auktionshäusern im deutschsprachigen Raum ist das Wiener Dorotheum einer der wichtigen Anbieter von Morandi-Werken. Auch in der Versteigerung von Kunst der klassischen Moderne am 15. Mai finden sich wieder zwei hochkarätige Werke des Italieners: ein fast ausschließlich in unterschiedliche Grüntöne gehüllter „Paesaggio“ von 1941 und eine „Natura morta“ mit drei Gefäßen – davon eines halb angeschnitten – aus der Zeit um 1948. Beide werden aus italienischem Privatbesitz eingeliefert, taxiert mit 300.000 bis 400.000 Euro beziehungsweise 250.000 bis 300.000 Euro.


Einige frühere Avantgardisten Italiens leisten zumindest mit Spätwerken beachtliche Beiträge, Gino Severini etwa in Form des kubistischen Stilllebens „Le crabe et le pot orange“ von 1948 (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR), seiner noch komplexer zerlegten Bleistiftstudie für ein Selbstportrait um 1960 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Giorgio de Chirico mit mehreren seiner seltsamen neobarocken „Cavalli antichi“ für bis zu 160.000 Euro. Der Wandel des Letzteren zu einer überraschend konservativen Bildsprache setzte übrigens schon viel früher ein, wie das fast altmeisterlich gestrenge Bildnis von Raissa Gurievich, der ersten Ehefrau des Künstlers, aus dem Jahr 1926 bezeugt (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Eine eigene Abteilung widmet sich den jungen Futuristen aus der Zeit um und nach dem Ersten Weltkrieg. Prominentester Repräsentant ist hier Roberto Marcello Baldessari mit seinen „Forme dinamiche nello Spazio“ aus der Zeit um 1915 (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR) und der martialischen Soldatenszene „La Tradotta“ von 1916 für 50.000 bis 60.000 Euro. Von dem Maler, Grafiker und Bildhauer Marino Marini hängen mehrere Bilder bereit, unter anderem eine 1953 datierte, kubistisch anmutenden „Composizione“ für 50.000 bis 70.000 Euro.

Teuerster Künstler aus Frankreich ist Fernand Léger mit einer surrealistisch angehauchten „Composition au fond jaune“ samt schwebenden Formen aus dem Jahr 1932 für 300.000 bis 400.000 Euro. Von dem fast gleichaltrigen Pablo Picasso konnte das Dorotheum immerhin eine kleine Papierarbeit akquirieren, das 1920 entstandene Stillleben „Guitare on the table“ aus einer deutschen Privatsammlung, angeboten für 120.000 bis 160.000 Euro. Aus Man Rays letzter Pariser Lebensphase stammt ein unbetitelter liegender Frauenakt in Schwarz auf blauem Grund von 1963, den man auch als abstrakte Formspielerei lesen könnte (70.000 bis 80.000 EUR). Im selben Jahr stellte Louis Marcoussis mehrere Gegenstände unter dem Titel „La Grappe des Raisins“ kubistisch zusammen. Der kleine Karton gehörte einst zur Sammlung Sophie Lissitzky-Küppers’, der Ehefrau des russischen Konstruktivisten El Lissitzky. Die Besitzverhältnisse dieser Sammlung, die Lissitzky-Küppers bei ihrer Emigration im heutigen Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zurückließ und die 1937 großteils als „entartet“ beschlagnahmt wurde, sind allerdings umstritten. So streiten sich die Erben der 1978 verstorbenen Sammlerin bis heute um Klees „Sumpflegende“, die sich in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München befindet. „La Grappe des Raisins“ wurde allerdings schon 2000 vom Kölner Museum Ludwig zurückgegeben und soll jetzt 50.000 bis 70.000 Euro einspielen.

Max Liebermanns im Jahr 1900 rasch, aber sicher in Öl auf Leinwand gestrichener „Biergarten – Restaurationsgarten“ ist mit 160.000 bis 200.000 Euro teuerstes Werk eines deutschen Künstlers, gefolgt von Emil Noldes zwei Aquarellen „Herbstabend“ um 1930 und „Heuschober in der Abendsonne“ aus den frühen 1920er Jahren für jeweils 80.000 bis 120.000 Euro. Im weiteren Gefolge des Expressionismus sind Paul Klees zart aquarellierte „Villen“ von 1912 (Taxe 55.000 bis 70.000 EUR) und Karl Schmidt-Rottluffs „Russisches Dorf“ von 1918 in gleicher Technik für 40.000 bis 50.000 Euro zu nennen. Noch dem Impressionismus ist Philipp Kleins „Morgentoilette“ einer unbekleideten Dame am Kaffeetisch zuzuordnen. Das technisch anspruchsvolle Gemälde entstand 1906, ein Jahr vor dem frühen Herztod des Scholle-Künstlers (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Auf österreichischer Seite beeindruckt zunächst der Tiroler Bergmaler Alfons Walde mit sonnigen Heimatimpressionen von stark haptischer Präsenz wie dem „Alpensommer“ von 1936 (Taxe 140.000 bis 220.000 EUR) und der 1932 datierten Dorfansicht „Aurach“ im Winter samt zwiebelhaubengeschmücktem Kirchturm im Zentrum für 80.000 bis 100.000 Euro. Geografisch aus derselben Richtung kommt Albin Egger-Lienz, doch dessen Spezialität waren kraftvoll in Szene gesetzte Menschenbilder wie Bauern oder Soldaten in oft wahrhaft existentiellen Situationen. Sein „Kaiserschütze (Dolomitenwacht)“ von etwa 1916 ist wohl einer der zehn Millionen, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten (Taxe 200.000 bis 280.000 EUR). Ergänzt wird diese Riege durch mehrere Jugendstilgemälde wie Gustav Klimts blauem Farbkreidebildnis einer Dame mit Hut samt steinbesetztem Messingrahmen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) sowie den beiden Ölbildern „Christus und Magdalena“ und „Trauernde Frauen“ von Koloman Moser aus der Zeit um 1913 für jeweils 32.000 bis 42.000 Euro. Von dem aus Württemberg stammenden Anton Kolig-Schüler Anton Mahringer gibt es die kristalline Landschaft „St. Georgen mit den Juliern“, ein Spätwerk aus dem Jahr 1972 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 15. Mai um 18 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



09.05.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Gustav Klimt, Bildnis einer Dame mit Hut im verlorenen Profil, um 1898

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Louis Marcoussis, La Grappe des Raisins, 1920

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Max Liebermann, Biergarten (Restaurationsgarten), 1900

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