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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Russische Kunst und Kunsthandwerk bei Fischer in Heilbronn

Alter Mann vor Pantokrator



Vasenpaar, Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, um 1825/55

Vasenpaar, Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, um 1825/55

Für sein umfangreiches Angebot an Kunst und Kunsthandwerk russischer Provenienz konnte das Heilbronner Auktionshaus Fischer wieder auf eine große und internationale Fangemeinde zählen. Mehr als sechzig Prozent der über achthundert Objekte wurden am 13. April zugeschlagen, rechnet man einige Vorbehaltszuschläge ab, wanderte immer noch gut die Hälfte der Positionen ab. Gleich zu Beginn konnten schon einige ältere kunsthandwerkliche Gegenstände weit über den Erwartungen verkauft werden. Besonders ein opulentes Vasenpaar aus Porzellan mit prachtvoller rot-goldener Fassung hatte es den Interessenten angetan. Das während der dreißigjährigen Regierungszeit Zar Nikolaus I. zwischen 1825 und 1855 in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg angefertigte Duo, das vor sechs Jahren schon einmal bei Sotheby’s in London zugegen war, ging erst bei 40.000 Euro an einen russischen Käufer. Erwartet waren 15.000 bis 20.000 Euro. Bei den kleineren Preisen machte sich ein elfteiliges Teeservice der Moskauer Firma Popow ebenfalls aus dem mittleren 19ten Jahrhundert bemerkbar. Veranschlagt auf 800 bis 900 Euro, wurde das blauweiße Neorokoko-Service mit Blumen für 5.000 Euro weitervermittelt.


Beim Silber brachte es ein fünfteiliges Service mit Tee- und Kaffeekanne von Pawel Fedorowitsch Sasikow und Pawel Owtschinnikow aus den 1870er Jahren mit 18.000 Euro am weitesten. Indes wurde das wie mit geflochtenem Bast dekorierte Ensemble nur unter Vorbehalt zugewiesen, da die Schätzung immerhin bei 35.000 bis 40.000 Euro gelegen hatte. An den Einlieferer zurück musste der barocke Akeleipokal eines Moskauer Meisters aus dem Jahr 1753, der etwa im gleichen Preisrahmen rangierte. Umso größer war das Interesse an einem kleinen Fabergé-Döschen von Michail Perchin aus Rot- und Gelbgold, besetzt mit Diamanten, das Fischer ganz bescheiden nur mit 500 bis 1.000 Euro etikettiert hatte. Allein der Materialwert dürfte zu kräftigem Mitbieten angespornt haben, das erst bei 13.000 Euro einen Sieger kürte. Neben den Russen war hier einer der zahlreichen Kunden aus den USA erfolgreich. Aus der reichen Auswahl an Cloisonné-Email-Geschirr pickte man sich unter anderem einen kleinen Kowsch aus der letzten Zarenzeit von Fedor Rückert aus Moskau für 10.000 Euro heraus (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).

Die Qual der Wahl hatte man auch bei der großen Anzahl von Ikonen. Allzu ambitioniert gehandelte Stücke wie die komplette Königstür einer Ikonostase des späten 16ten Jahrhunderts für 120.000 bis 150.000 Euro ließen die Bieter zwar liegen, doch ansonsten herrschte ein reges Treiben. Besonders die reicher ausgestalteten Erzeugnisse der Zeit um 1900 mit ihren glatten feinen Malereien und den oft prächtigen Rahmen erfreuten sich großer Beliebtheit. So kletterte eine thronende Maria mit Kind mit einem Silberbasma aus der Hand Alexander Ljubawins von 3.000 bis 3.500 Euro auf 14.000 Euro, ein anderes Werk in reichem Cloisonné-Email-Oklad von Iwan Alexejewitsch Alexejew erzielte 12.000 Euro zur unteren Schätzung. 11.500 Euro gab es für einen heiligen Nikolaus von Myra mit einem Silber- und Email-Oklad des Moskauers Antip Iwanowitsch Kusmitschew aus dem Jahr 1888, und eine vergleichbare Nikolaus-Ikone ebenfalls Moskauer Provenienz von 1908/17 sicherte sich ein Käufer aus Russland bei 14.000 Euro (Taxen zwischen 4.000 und 5.500 EUR). Spitzenreiter wurde das Konterfei des heiligen Josef von Wolokolamsk, geschaffen etwa in gleicher Zeit von einem unbekannten Meister, für unerwartete 17.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Unter den älteren Ikonen reüssierte eine große Gottesmutter in einer Darstellung als lebensspendende Quelle, gemalt in der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts in Moskau oder Jaroslawl, bei 9.500 Euro (Taxe 8.500 bis 10.000 EUR), eine weitere zentralrussische Muttergottes im unverbrennbaren Dornbusch aus dem frühen 19ten Jahrhundert zur unteren Grenze von 15.000 bis 20.000 Euro und ein Paar Propheten mit zwiebelförmigen Abschluss aus einer Ikonostase des 17ten Jahrhunderts für 11.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Von 3.000 bis 5.000 Euro arbeitete sich ein stehender Erzengel Michael auf hochrechteckiger Tafel ebenfalls des 17ten Jahrhunderts auf 9.800 Euro hinauf.

Eines der ältesten Objekte der Auktion, das byzantinische Elfenbeinrelief mit der Darstellung Christus Pantokrator im Segensgestus um 1100, erreichte mit 25.000 Euro einen der höchsten Zuschlagspreise. Hier setzte sich ein Bieter aus dem Baskenland durch (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Es verfehlte Platz eins der Liste nur knapp, da auch das ausdrucksstarke Bildnis eines alten Bauern von Vladimir Egorovic Makovskij aus dem Jahr 1881 unerwartet hochstieg: Statt 4.500 bis 5.000 Euro kamen bei diesem Aufruf 26.000 Euro heraus. Auf 9.000 Euro verdoppelte sich der Wert eines impressionistischen Waldstücks mit der Datierung 1898, das Julius Sergius Klever zugeschrieben wird. Orest Adamovich Kiprenskys biedermeierliches Bildnis eines russischen Edelmannes von 1830 für 45.000 bis 50.000 Euro und Peter Alexandrowitsch Suchodolskis sonnige Impression aus einem ukrainischen Dorf von 1865, mit 150.000 bis 200.000 Euro Hauptlos der Auktion, fielen dagegen durch. Komplett übernahm ein amerikanischer Sammler eine Suite von Tuschezeichnungen Alexander Petrowitsch Apsits mit Illustrationen des Stoffes „Tausendundeine Nacht“. In Dreierblöcken zusammengestellt, musste er für die Blätter für bis zu 7.000 Euro deutlich über den Taxen bieten.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



29.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


13.04.2013, 216. Auktion: Russische Kunst, Ikonen & Fabergé

Bei:


Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Bericht:


Schnittpunkte der Kulturen

Kunstwerk:

Alexander Petrowitsch Apsit,
 Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“
Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Kunstwerk:

Alexander Petrowitsch Apsit,
 Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“
Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Kunstwerk:

Julius Sergius Klever zugeschrieben, Dichter Wald, 1898
Julius Sergius Klever zugeschrieben, Dichter Wald, 1898

Kunstwerk:

Heiliger Nikolaus von Myra, Moskau 1888
Heiliger Nikolaus von Myra, Moskau 1888

Kunstwerk:

Heiliger Nikolaus der Wundertäter, Moskau, 1908/17
Heiliger Nikolaus der Wundertäter, Moskau, 1908/17

Kunstwerk:

Paar Ikonen aus einer Ikonostase, Russland, 17. Jahrhundert
Paar Ikonen aus einer Ikonostase, Russland, 17. Jahrhundert







Christus Pantokrator, Byzanz, wohl Konstantinopel, Ende 10./Anfang 11. Jahrhundert

Christus Pantokrator, Byzanz, wohl Konstantinopel, Ende 10./Anfang 11. Jahrhundert

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 650

Julius Sergius Klever zugeschrieben, Dichter Wald, 1898

Julius Sergius Klever zugeschrieben, Dichter Wald, 1898

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 674

Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 687

Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 685

Vladimir Egorovic Makovskij, Männerporträt, 1881

Vladimir Egorovic Makovskij, Männerporträt, 1881

Taxe: 4.500 - 5.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 676

Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Alexander Petrowitsch Apsit, Drei Zeichnungen mit Szenen aus den Erzählungen „Tausendundeine Nacht“

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

Losnummer: 684

Ikone mit der Gottesmutter „Lebensspendende Quelle“, Jaroslawl oder Moskau, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Ikone mit der Gottesmutter „Lebensspendende Quelle“, Jaroslawl oder Moskau, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 8.500 - 10.000 EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 264

Fedor R¨¹ckert, Fedor Rückert, Kowsch, Moskau 1908/17

Fedor R¨¹ckert, Fedor Rückert, Kowsch, Moskau 1908/17

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 214

Ikone mit der Gottesmutter „Unverbrennbarer Dornbusch“, Zentralrussland, Anfang 19. Jahrhundert

Ikone mit der Gottesmutter „Unverbrennbarer Dornbusch“, Zentralrussland, Anfang 19. Jahrhundert

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 321

Vase mit Schlangenhenkeln, Kaiserliche Glasmanufaktur St. Petersburg, um 1830

Vase mit Schlangenhenkeln, Kaiserliche Glasmanufaktur St. Petersburg, um 1830

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 37

Heiliger Nikolaus von Myra, Moskau 1888

Heiliger Nikolaus von Myra, Moskau 1888

Taxe: 4.500 - 5.500 EURO

Zuschlag: 11.500,- EURO

Losnummer: 502

Heiliger Nikolaus der Wundertäter, Moskau, 1908/17

Heiliger Nikolaus der Wundertäter, Moskau, 1908/17

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 498




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