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Das Zuhause von älteren Menschen kann geistreich und ästhetisch reizvoll gestaltet sein. Das Deutsche Architekturmuseum präsentiert in einer anregenden Schau erstmals profunde Beispiele

Die Alten halten Einzug und keiner merkt es



Kränzle+Fischer-Wasels Architekten mit Klotz+Knecht, Mehrgenerationenhaus in Darmstadt

Kränzle+Fischer-Wasels Architekten mit Klotz+Knecht, Mehrgenerationenhaus in Darmstadt

Hell und offen gibt sich der Eintritt in eine grandiose Wohnlandschaft. In der hintersten Ecke steht sorgsam eingeparkt der Elektrosmart vom Carsharing. Fahrräder für Senioren, Einkaufswagen oder Rollatoren sind im Umgang ebenfalls abgestellt. Im großen Ausstellungskarree, das vom Atrium hell beleuchtet wird, zähmen warme hellbraune Holzverkleidungen das ansonsten dominierende holprige Stakkato aus Ungerschen Quadraten zumindest gedanklich. Ruhe und Übersichtlichkeit sind eingekehrt. Ebenerdig laden Designerstühle, Couchgruppe und Schlafgarnitur zur Benutzung ein. Nicht nur betagte, vor allem auch jüngere Besucher wissen das Angebot ausgiebig nutzen. Das Interesse scheint geweckt, Langeweile kommt erst gar nicht auf, jeder ist sofort ins Geschehen eingebunden, und ganz nebenbei wurden bereits wesentliche Aspekte der Schau „Netzwerk Wohnen. Architektur für Generationen“ subtil vermittelt. So stellt man sich eine erfrischend wie ansprechend gestaltete Ausstellung vor.


Seniorenwohnungen sollten vor allem hell, heiter, anpassungsfähig, keineswegs voller Muff sein und keine Zwänge vorgeben. Vor diesem Hintergrund behandelt die Schau im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main 35 Wohnprojekte für Senioren, vermittelt über Kurzfilmdokumentationen, Texte, Modelle und Fotografien. Unter den Architektennamen finden sich aber nur wenige Stars. Wohnentwürfe für ältere Menschen geraten scheinbar auf der Hast nach prestigeträchtigen Projekten ins Hintertreffen. Ein von David Chipperfield in Berlin realisiertes Einfamilienhaus für ein älteres Ehepaar gehört zu den Ausnahmen. Dabei weisen Statistiken aus, dass in der Gruppe der über 65jährigen mit 93 bis 96 Prozent die am häufigsten bevorzugte Wohnform der normale Privathaushalt ist. Mitnichten treffen also Assoziationen von Sonderwohnformen im Alter zu.

Um ein möglichst großes Spektrum an vorzüglichen Lösungen zu dokumentieren, legten die Kuratoren den Fokus bewusst auch auf andere Länder der Welt. Gleich zu Beginn demonstriert ein Projekt im abgelegenen italienischen Dorf Tiedoli wichtige Aspekte. Teilverfallene Pfarrbauten aus Bruchstein neben der Kirche wurden saniert und in sechs barrierefreie Appartements umgestaltet. Die Älteren blieben vor Ort, können weiter in der Landwirtschaft arbeiten, ja Jüngere kehren wegen der schwachen Wirtschaft zurück, und die intakte Gemeinschaft kann weiter bestehen; das Umfeld erfährt Belebung.

Ganz gleich, ob die Seniorenwohngemeinschaft in Wien, das Seniorenzentrum mit individuellen Wohngruppen in Dänemark, eine Wohnanlage in Bad Tölz in Verbindung mit einem Hotel, dessen Service beansprucht werden kann, Anbauten für Eltern an bestehende, nun von den Kindern genutzte große Häuser oder ein umgebautes und erweitertes Kloster in Bonn vorgestellt werden, stets dominiert eine mehrere Generationen übergreifende, integrale Mischung der Bewohner die Wohnkonzepte. Selbst opulente Seniorenvillen am Meer wie in Japan oder ein Bungalow in der niederländischen Rheinniederung enthalten für den Fall der Fälle Räume für Betreuer. Neben der Schweiz, die durchaus originelle Lösungen zu bieten hat wie eine genossenschaftliche „Wohnfabrik“ mit Kleinwohnungen für die „nachfamiliäre Phase“ in einer ehemaligen St. Gallener Stickerei, ist vor allem Japan stark vertreten, das sich aufgrund einer extrem alternden Gesellschaft intensiver mit diesen Wohnformen auseinandersetzen muss.

Doch ganz gleich, ob Beispiele für betreutes, begleitendes, integriertes, individuelles Wohnen oder „Service-Wohnen“ behandelt werden: Durchgängig weisen alle Konzepte teils gravierenden Unterschieden zum Trotz Gemeinsamkeiten auf. Dazu gehören fließende, ineinander übergehende sowie niveaugleiche Einheiten ohne Barrieren in sachlich-schlichter, funktionaler Formgebung, helle Farbgebungen, eine übersichtliche Gliederung von überschaubaren Segmenten, Loggien, Terrassen, Wintergärten, große Balkone, die wie ausladende Fenster Bezüge nach draußen zur Natur herstellen, dazu innere und äußere Freiflächen als Begegnungszonen sowie dem Privaten vorbehaltene Bereiche. Überall weicht Enge einer flexiblen Großzügigkeit, die Veränderungen erlaubt. Alles zusammen genommen zeigt sich ein breites, sorgfältig zusammengestelltes Spektrum individueller Lösungen, die mit dem Negativimage von gesichtslosen „Altenkasernen“ abrücken. So könnte man später so auch mal wohnen!

Ergänzende Komponenten bereichern den Parcours. Die 1991 verabschiedeten „Grundsätze der Vereinten Nationen für ältere Menschen. Damit das längere Leben lebenswerter wird“ kann der Besucher in Frankfurt ebenso studieren wie die Vielfalt der Lebensbiografien, die gleich zu Beginn den Eintretenden in der Gestalt eindrucksvoller Bilder der Frankfurter Fotografin Barbara Klemm konfrontieren. „Diese Griffe haben wir auch“ oder „Das ist bei uns auch eingebaut“ sind Feststellungen einer Reihe von Besuchern, die man immer wieder in einem Ausstellungsteil zu hören bekommt, wo Beispiele kluger Gebäudetechniken, Assistenzsysteme oder Gegenstände guten Produktdesigns vorgestellt werden.

Auch der historische Bildungsauftrag kommt nicht zu kurz. Man kann die Gegenwart nur verstehen und die Zukunft planen, wenn man die Vergangenheit kennt. Gemäß diesem Grundsatz zeigt die große, erlebbare Wohnlandschaft auch historische Entwürfe, die beweisen, dass in der modernen Baugeschichte durchaus eine Reihe ausgezeichneter Arbeiten zu diesem Thema existieren. Das für seine Eltern von Le Corbusier am Genfer See im Jahr 1924 konzipierte Haus oder Philip Johnsons bis ins 99ste Lebensjahr bewohnte Glass House in New Canaan sowie Robert Venturis in Chestnut Hill 1964 errichtete Domizil für seine Mutter stellen einige von mehreren Beispielen dar.

Ergänzend sind Objekte der Designgeschichte hinzugestellt. Gerne benutzte Ludwig Mies van der Rohe im Alter von 79 Jahren seinen Freischwinger MR10. Nicht fehlen darf der höhenverstellbare „Adjustable“ von Eileen Gray. Das heute als Designikone in vornehmen Räumen aufgestellte, aber als Beistelltisch fürs Bett gedachte Möbel aus dem Jahr 1927 erfährt hier plötzlich eine andere Deutung. Wie instruktiv ein an sich ernsteres Thema mit befreiendem Witz und hintergründigem Humor scharfsinnig vermittelt werden kann, zeigt ein betretbarer, aber nicht funktionstüchtiger Aufzug eines Altenheimes in der Form eines biederen Kabinetts. Die lebendige und viele Ideen aufzeigende Schau ist von der Art, wie man sich Ausstellungen im Idealfall wünscht. Sie hat viele Besucher und Anerkennung verdient.

Die Ausstellung „Netzwerk Wohnen. Architektur für Generationen“ ist noch bis zum 19. Mai zu besichtigen. Das Deutsche Architekturmuseum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr und sonntags bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Zur Ausstellung ist an der Museumskasse ein umfangreicher Katalog für 36 Euro erhältlich.

Kontakt:

Deutsches Architekturmuseum

Schaumainkai 43

DE-60596 Frankfurt am Main

Telefon:+49 (069) 21 23 88 44

Telefax:+49 (069) 21 23 63 86



15.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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