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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Kunst und Antiquitäten stießen bei Neumeister in München auf reges Interesse

Frühling mit Frühling



Johann Franz Albert Frühling, Tafelaufsatz mit vier Gewürzgefäßen, Augsburg 1765/67

Johann Franz Albert Frühling, Tafelaufsatz mit vier Gewürzgefäßen, Augsburg 1765/67

Ein Gemälde und ein Objekt aus Silber standen an der Spitze der Zuschlagsliste der Versteigerung Alter Kunst bei Neumeister in München. Beides waren große Überraschungen für Einlieferer und Veranstalter. Eduard Gaertners lediglich 25 mal 31 Zentimeter großes Ölbild „Berlin – Der Königsgraben mit der Herkulesbrücke“ aus dem Jahr 1836 hatte Neumeister lediglich mit 20.000 bis 25.000 Euro angesetzt. Nach langem Bietgefecht aber bewilligte ein deutscher Sammler für die realistische Momentaufnahme, die sich so ganz den Sehgewohnheiten der vedutenverwöhnten Betrachter jener Zeit entzieht, stolze 162.000 Euro und mit Aufgeld sogar etwas über 205.000 Euro. Das andere Toplos war ein großer Rokokotafelaufsatz des Augsburger Silberschmieds Johann Franz Albert Frühling aus den 1760er Jahren, dessen figürlichen Schmuck ein Jäger mit erhobener Flinte samt Jagdhunden bildete. Bei einer Schätzung von 35.000 bis 40.000 Euro erzielte das außerordentlich fein gearbeitete Gebilde schließlich 130.000 Euro – vielleicht auch dank der schönen Aufmachung des Auktionskatalogs für Kunsthandwerk, in dessen Mittelpunkt Neumeister diesen Aufsatz gestellt hatte.


Eine erfolgreiche Auktion gelang dem Münchner Unternehmen am 27. März, was sich auch in der guten losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 57 Prozent bemerkbar machte. Bei den Gemälden Alter und Neuerer Meister sowie den Papierarbeiten blieb fast kein bedeutendes Stück liegen. Bei den Zeichnungen punktete Daniel Fröschl, ein aus Augsburg stammender Meister, der später zur großen Schar der Prager Hofkünstler um Kaiser Rudolf II. gehörte, mit der eigenartigen Darstellung eines männlichen Aktes vor einer Wolkengloriole, die man wohl nur allgemein als Allegorie zu deuten vermag. Das in Rötel gezeichnete Blatt wechselte für 30.000 Euro den Besitzer (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). 22.000 Euro schaffte ein Stapel von 17 gouachierten Radierungen wohl von Michelangelo Maestri, der sich zu Beginn des 19ten Jahrhunderts auf Figurenbilder im Stil pompejianischer Wandmalereien spezialisiert hatte (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Im preislichen Mittelfeld behaupteten sich ein 1822 datiertes Eisvergnügen auf dem Rhein des Mainzers Johann Jakob Hoch bei 5.500 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), ein feines, stimmungsvolles Aquarell Carl Friedrich Heinrich Werners mit Blick auf Piazzetta und Markusplatz in Venedig von 1840 bei 6.500 Euro (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR) und Franz Kaisermanns minutiöse Ansicht von Terni mit Blick auf die Cascata delle Marmore sowie einsamem Wanderer im Vordergrund bei 7.500 Euro (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR). Von drei dramatisch bewegten Verbildlichungen des aus dem Rheinland stammenden Klassizisten Conrad Martin Metz wurden zumindest zwei für 4.000 Euro und 4.800 Euro ebenfalls weit über den Schätzungen übernommen. Auch vier einfühlsam gestaltete Bleistiftportraits wohl von Peter Rittig, einem Deutschrömer der Nazarenerrichtung, fanden für bis zu 6.200 Euro höchst wohlwollende und spendable Aufnahme. Ludwig Michaleks stattliches Bildnis des bärtigen Komponisten Johannes Brahms verabschiedete sich erst bei 2.400 Euro zur doppelten Schätzung.

Von den hochgehandelten Stücken der Alten Meister stellten sich lediglich die Bildnisse eines Kölner Ehepaares des gehobenen Bürgerstandes von Bartholomäus Bruyn d.J. für geschätzte 35.000 bis 40.000 Euro auf der Rückgangsliste ein. Die vorgesehenen 50.000 Euro dagegen erlöste Franz Christoph Janneck mit seinem detailreichen Blick in ein Bildhaueratelier. Das Ölbild ist auf Kupfer gemalt und ein schönes Beispiel für die Lebendigkeit der Szenen dieses österreichischen Rokokomeisters. Taxgerechte 28.000 Euro fuhr Jannecks „Verlorener Sohn unter den Dirnen“ auf etwas kleinerem Format ein. 13.000 Euro für Frans Pourbus’ d.J. Brustbild des französischen Rechtsgelehrten Charles de Chantecler (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) und 18.000 Euro für eine fast dreieinhalb Meter breite Predella mit fünf Einzeltafeln aus dem Spanien des 16ten oder 17ten Jahrhunderts standen ebenfalls auf der Habenseite (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Die großformatige Allegorie mit zwei weiblichen Heiligen und einem Löwen aus der Werkstatt Sebastiano Riccis, die vor einem halben Jahr noch bei 22.000 bis 25.000 Euro durchgefallen war, erhielt jetzt bei respektablen 18.000 Euro ein neues Zuhause in russischen Landen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Erhebliche Preissteigerungen gab es für mehrere Werke, die keinem bestimmten Künstler zugeschrieben werden können. Am deutlichsten fiel sie für eine Holztafel aus, auf der die Königstochter Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers auf einer Silberschale zu sehen ist. Sie wird einem spanischen Meister um 1600 zugeschrieben und wurde erst bei 52.000 Euro an den Schweizer Kunsthandel weitervermittelt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Von 1.500 bis 1.800 Euro auf 11.000 Euro schoss der Preis für einen Franziskanerheiligen in italienischem Spätrenaissancerahmen des 17ten Jahrhunderts.

Nicht ganz alltägliche, trotz aller Gefälligkeit doch originelle Ansichten wie Gaertners Herkulesbrücke erfreuten sich bei den Neueren Meistern der größten Beliebtheit. So steigerte sich etwa auch eine Almlandschaft des Ederplan, eine der selteneren Landschaften Franz von Defreggers aus dem Jahr 1882, von 20.000 bis 24.000 Euro auf 33.0000 Euro. Wilhelm Scheuchzers biedermeierlicher Blick auf die romanische Kirche St. Johann in Taufers im Münstertal, gelegen im äußersten Westen Südtirols, von 1840 konnte seinen Wert auf 6.500 Euro mehr als verdoppeln. Von zwei aquarellhaften zart gestalteten Szenen Johann Adam Kleins, die das ländliche Leben festhalten, wurde zumindest das von der Arbeit sichtlich ermattete Bauernpaar mit dreispännigem Pferdefuhrwerk aus dem Jahr 1829 für 10.000 Euro übernommen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Anton Doll begeisterte mit seiner fantastischen pittoresken Flusslandschaft samt Städtchen, Burg und Bergkapelle zu 5.200 Euro (Taxe 2.000 bis 2.800 EUR), Friedrich Voltz mit seiner Hirtenfamilie samt Rindern am Teich im Abendlicht zu 4.500 Euro (Taxe 2.800 bis 3.000 EUR).

Der deutsche Adel hatte seinen Auftritt mit Herzogin Maria-Anna in Bayern, einem spätklassizistischen Hüftbildnis im Rund aus dem Umkreis Moritz Kellerhovens, bei 7.000 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) und mit Hertha Gräfin von Bismack-Schönhausen, einer Enkelin Otto von Bismarcks, die Franz von Lenbachs in einem Kinderbildnis virtuos in Szene setzte. Hier kamen 4.500 Euro zusammen (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Taxgerecht kamen Karl Theodor Boehmes Felsenküste auf Capri von 1931 bei 7.000 Euro, Anton Braiths Jungvieh auf dem Heimweg bei 8.000 Euro und Ferdinand Dorschs spätimpressionistische Pierrette mit Gitarre von 1915 bei 4.500 Euro ans Ziel. Unveräußert blieb Johann Baptist Reiters hochovales Genrebild mit zwei Kindern, die sich am Spiel mit bunten Seidenbändern erfreuen. Es war allerdings schon vor eineinhalb Jahren im Wiener Dorotheum durchgefallen, damals mit 50.000 bis 70.000 Euro, jetzt mit 45.000 bis 50.000 Euro.

Im Bereich Kunsthandwerk konnte Neumeister wie gewohnt mit großem Interesse vor allem für Porzellan und Silber rechnen, etwa beim Jugendstil eine Amphorenvase mit exotischer Vogelmalerei von Jurriaan Kok aus der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg mit 1.200 Euro (Taxe 300 bis 400 EUR). Das Silber bot neben dem Frühling-Aufsatz auch einen großen, mit Akanthus geschmückten Deckelhumpen des Leipzigers Johann Paul Schmidt vom ausgehenden 17ten Jahrhunderts für 13.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und eine große Augsburger Deckelterrine des Rokoko der 1750er Jahre von Johann Jakob Biller II. für 22.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Ein schlanker Deckelpokal von Peter Semenow aus Moskau um 1750 mit Rankenwerk und drei Tiermedaillons verließ bei 11.000 Euro das Haus (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Acht luxuriöse Elfenbeingefäße des Historismus, meist Humpen, aus einer süddeutschen Sammlung wanderten komplett für bis zu 16.000 Euro ab. Teuerstes Möbelstück wurde ein ebenfalls historistisches Salontischchen mit Napoleon-Portrait für 12.000 Euro (Taxe 1.400 bis 1.600 EUR), teuerste Uhr eine frühklassizistische Kaminpendule mit allegorischen Bronzen auf die Malerei und Bildhauerei sowie einem Werk des Pariser Meisters Jean-Baptiste Tintrelin für 14.000 Euro (Taxe 2.800 bis 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



14.04.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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