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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

Zweifel am Favoriten



Georg Fischer, Kabinettsekretär, Wien 1816/17

Georg Fischer, Kabinettsekretär, Wien 1816/17

Er war das Prunkstück der Versteigerung von Kunst und Antiquitäten im Stuttgarter Auktionshaus Nagel: Von größter Raffinesse in seiner Technik, ausgestattet mit zahlreichen Geheimfächern, künstlerisch von ausgesuchter Opulenz, gab es für das Auktionshaus ebenso wenig wie für den anerkannten Möbelexperten Hans Ottomeyer aus Berlin Zweifel daran, dass es sich bei dem 1816/17 datierten Biedermeierkabinettsekretär um ein authentisches Werk des Wiener Kunstschreiners Georg Fischer handelt. Kurz vor der Auktion kamen aber doch Bedenken: Neben dem für ein fast zweihundert Jahre altes Möbelstück ungewöhnlich perfekten Erhaltungszustand verwiesen Kenner auf technische Details, die mit den Gepflogenheiten des frühen 19ten Jahrhunderts nicht in Einklang zu bringen seien. Unter Hinweis auf diese Einwände wurde die Versteigerung zwar abgehalten, und ein deutscher Privatsammler bot für den gut zwei Meter hohen Sekretär in Tempiettoform 150.000 Euro – bei einer Schätzung von 130.000 Euro –, doch letztgültig wirksam ist der Zuschlag noch nicht. Ein technisches Gutachten, dessen Erstellung sich noch hinziehen wird, soll abschließende Klarheit bringen.


Abgesehen von dieser nicht erfreulichen Wendung im Fall des so vielversprechenden Fischer-Sekretärs brachten Nagel am 20. und 21. Februar besonders das Kunsthandwerk und die Skulpturen wieder eine Reihe hoher Zuschläge. In der Porzellanabteilung etwa verabschiedete sich eine große Neptungruppe der Meißner Manufaktur erst bei 17.000 Euro, obgleich es sich lediglich um eines der meist weniger begehrten Neo-Stücke aus der Zeit um 1860/70 nach einem Modell Johann Joachim Kändlers handelte (Taxe 12.000 EUR). Aus der Ludwigsburger Manufaktur begeisterte eine teils vergoldete Tasse mit dem Profilbildnis König Friedrichs I. samt Untertasse zu 3.000 Euro (Taxe 750 EUR). Ein großer Willkommpokal aus Zinn mit doppeltem Balusterkorpus des Torgauer Meisters Andreas Jüngel von 1659 erreichte 1.700 Euro (Taxe 1.200 EUR) und eine Creußener Schraubflasche von 1639 mit Aposteldarstellungen 4.000 Euro (Taxe 2.500 EUR).

Eine feurig auf ihrem Rappen heransprengende Walküre, von der Französin Claire Jeanne Robertine Colinet in verschiedenfarbiger Bronze und Elfenbein geschaffen, wurde passend zum Richard Wagner-Jahr für taxgerechte 12.000 Euro übernommen. Jeweils 31.000 Euro vereinten zwei historistische Marmorfiguren aus Frankreich auf sich, die in Gestalt weiblicher Akte Tag und Nacht versinnbildlichen (Taxe je 8.000 EUR). Bei 23.000 Euro etwas unterhalb der Erwartungen schloss Jules Moigniez’ opulente Bronzegruppe eines asiatischen Reiters im Kampf gegen einen Tiger ab. Henri Honoré Plés orientalische Tänzerin, ein weiteres Beispiel jener gefälligen, technisch perfekten Modellierkunst in Bronze in den Jahren um 1900, spielte 11.000 Euro ein (Taxe 6.200 EUR).

Dass ein Exemplar von Franz von Stucks „Reitender Amazone“ nach dem Entwurf von 1897 mit 3.000 Euro zu niedrig angesetzt war, konnte man sich fast denken: Das 65 Zentimeter hohe Standbild fand erst bei 19.000 Euro einen Abnehmer. Unter den älteren Skulpturen ist vor allem ein venezianischer Kruzifix des mittleren 16ten Jahrhunderts zu nennen: Von Nagel verlockend auf 1.500 Euro angesetzt, kam mit 14.000 Euro schließlich ein fast zehnmal so hoher Zuschlag heraus. Von 6.000 Euro auf stolze 37.000 Euro schoss das Fragment eines marmornen Frauenkopfs um 380 v. Chr. aus Unteritalien, der wohl einst als nachträgliche Ergänzung an einem Relief gedient hatte.

Besonders die von Nagel angebotenen Möbel waren teils sehr begehrt – durchaus gegen den Trend in dieser derzeit nicht ganz einfachen Branche. So wurden schon drei ungewöhnliche Kirchenbänke toskanischer Herkunft des 17ten Jahrhunderts weit über ihre Schätzungen hinweg auf bis zu 7.500 Euro gehoben (Taxe je 1.500 EUR). Zu den Höhepunkten gehörte eine Florentiner Pietra Dura-Kassette aus ebendieser Zeit mit herrlichen floralen Einlagen, die sich von 22.000 Euro auf 36.000 Euro verbesserte. Aus der breiten Auswahl klassizistischer Möbel der Jahrzehnte um 1800 pickten sich die Bieter einen Satz von fünf feinen Stühlen mit ovaler Lyralehne um 1790 für 4.600 Euro (Taxe 1.500 EUR), die dazugehörigen Teile mit zwei Fauteuils, Sitzbank und Tisch für bis zu 2.900 Euro (Taxe je 1.000 EUR) und ein weiteres Ensemble aus sechs Stühlen mit geschnitzten und farbig gefassten figürlichen Reliefs im Empire-Stil um 1810/20 für 30.000 Euro heraus (Taxe 28.000 EUR).

Drei vollständig vergoldete Bronzegirandolen des ausgehenden 18ten Jahrhunderts, deren Gestaltung und hochwertige Verarbeitung nach Paris verweisen, schafften die vorgesehenen 25.000 Euro. Von 11.000 Euro auf 16.000 Euro kletterte ein Paar klassizistischer Kratervasen ebenfalls französischer Herkunft, deren offensichtliche Vorbilder sich heute im Louvre und in den Uffizien befinden. Doch bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 40 Prozent musste das Kunstahndwerk auch einige Federn lassen. Dazu gehören etwa ein mit Pflanzenranken, Früchten und Vögeln bemaltes venezianisches Kabinett des 17ten Jahrhunderts, ein mit einer Aquatintaradierung verzierter Eckschrank des Stuttgarter Hofschreiners Johannes Klinckerfuß (Taxen je 20.000 EUR), ein Meißner Tee- und Kaffeeservice um 1745/50 mit purpurfarbenen Schlachtenszenen (Taxe 15.000 EUR) oder ein großer Gläserkühler des Londoner Meisters John Martin Stockar von 1698 (Taxe 9.000 EUR).

Bei den Gemälden Alter Meister hielt dann eine norditalienische Privatsammlung nicht, was sie versprochen hatte: Die durchaus hochkarätigen Werke überwiegend italienischer Meister des 16ten bis 18ten Jahrhunderts erwiesen sich als doch nicht so marktfrisch, wie zuvor angenommen und vom Einlieferer suggeriert worden war. Nur eines von ihnen, „Judith mit dem Haupt des Holofernes“ aus der Werkstatt der Mailänderin Fede Galizia, konnte Nagel für 35.000 Euro an den Sammler bringen (Taxe 40.000 EUR). Auch die übrigen Hauptlose der Altmeister wie Jan Breughel d.J., Francesco Bassano d.J. oder Jacob de Heusch blieben unveräußert liegen. Immerhin ein Bauernpaar mit Kühen vor einem Stall von Nicolaes Berchem erzielte die anvisieren 6.000 Euro, und 10.000 Euro gab es für Johann Friedrich August Tischbeins Bildnis einer jungen zarten Frau in grünem Kleid (Taxe 6.000 EUR).

Etwas besser fiel die Quote bei den Neueren Meistern aus. Neben dem Hauptlos, Franz Roubauds Tscherkessenreitern beim Überqueren eines Flusses für stolze 85.000 Euro (Taxe 40.000 EUR), fanden hier auch Eduard Schleichs d.Ä. Breitbandlandschaft „Am Lido“ für 8.000 Euro (Taxe 8.000 EUR), Alfred Guillous einfühlsam geschildertes Fischermädchen mit Spindel vor einem Hafenbecken für 12.000 Euro (Taxe 4.000 EUR) und Charles Vetters Impression „München bei Regen“ vor St. Michael für 12.000 Euro einen Abnehmer (Taxe 7.000 EUR). Carl Spitzwegs Studienblatt mit zwölf karikierenden Figuren schloss taxgerecht bei 3.800 Euro ab. Andreas Grolls verführerisch ausgebreiteter Frauenakt einer liegenden Quellnymphe, auf großformatige Leinwand annähernd in Lebensgröße zu sehen, verfehlte seine Reize nicht und hängt nun für 7.500 Euro bei einem neuen Liebhaber (Taxe 2.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



28.03.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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