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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die TEFAF in Maastricht gilt bis heute als die Königin der Kunstmessen. Aber die aggressive Politik der Auktionshäuser hat ihr auch ein wenig vom Glanz genommen. Bis Sonntagabend stellen mehr als 250 Kunsthändler aus Europa und Übersee aus

Konzentration auf das Beste, was der Markt hergibt



Pieter Holsteijn d.J., Maulwurfsgrille, 17. Jahrhundert

Pieter Holsteijn d.J., Maulwurfsgrille, 17. Jahrhundert

Die TEFAF, Europas glanzvollste und hochkarätigste Messe, ist nicht nur ein Treffen der potentesten Händler, sie ist auch das größte Treffen der Sammler und Museumskuratoren. Man fährt nach Maastricht, um die neusten Meisterwerke, die momentan auf dem Markt zu haben sind, zu inspizieren: die besten Altmeister, die Entdeckungen in Sachen Silber, Möbel, Zeichnungen, die wieder auf den Markt gespülten Skulpturen, Goldschmiedearbeiten und Fotografien und auch das bedeutendste der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst.


Der Londoner Altmeisterhändler Johnny van Haeften etwa hat für 4,5 Millionen Euro das kleine feine Gemälde „Junge Frau am Spinett“ von Gerrit Dou und ein paar exzellente Stillleben von Jan Fyt und Sebastian Stoskopff aus dem 17ten Jahrhundert dabei. Cesare Lampronti trumpft mit Giovanni Antonio Canal, Francesco Guardi und Giovanni Paolo Panini auf. 2,5 Millionen Euro erhofft sich die Galerie aus Rom für Bernardo Bellottos Ansicht des „Porticus Octavius“ in der Ewigen Stadt. In Auftrag gegeben hatte das Gemälde Mitte des 18ten Jahrhunderts der polnische König Stanislaus Poniatowski mit einem Dutzend anderer Rom-Ansichten. Arbeiten von Lucas Cranach und Peter Paul Rubens gehören auf der TEFAF fast zum guten Ton. Die Weiss Gallery aus London offeriert für 4 Millionen Euro etwa „Die Nymphe an der Quelle“ von Cranach d.J. Das Bild war 2011 in einer Pariser Auktion noch Cranach d.Ä. zugeschrieben und ist durchgefallen. Der Kunsthistoriker Dieter Koepplin hat es inzwischen eindeutig dem jüngeren Cranach zugewiesen.

Dass die Auktionshäuser heute aggressiver akquirieren, aber auch die Materialknappheit haben dem traditionellen Handel spürbar Substanz entzogen. Die Transparenz per Internet hat so manchem Bild und manchem Möbel den Zauber der Marktfrische genommen. Auch Johnny van Haeftens Dou-Gemälde stammt aus einer Auktion. Es wurde vor gut einem Jahr für 3,3 Millionen US-Dollar bei Christie’s in New York ersteigert. Betrachtet man die Marge genau, entspricht sie in etwa dem, was auch jedes Auktionshaus für seine Dienste aufschlagen würde. Aber es gibt nicht nur den Weg über die Versteigerer. Der Münchner Altmeisterspezialist Konrad O. Bernheimer zum Beispiel präsentiert auf der TEFAF für 1,6 Millionen Euro ein lang nicht mehr auf dem Markt erschienenes Melanchthon-Porträt von Lucas Cranach d.J. aus den Jahren 1550/60, das ihm gute Kontakte im internationalen Handel einbrachten. Bernheimer kann ebenfalls mit dem aus Privatbesitz stammenden Gemälde „Samson und Delilah“ des früh verstorbenen Willem Bartsius von 1625/35 aufwarten. Das Bild, das 650.000 Euro kosten soll, darf als eine Entdeckung gelten. Durch die Restaurierung wurde die Signatur freigelegt. Nun bereichert es das bislang nur 16 Gemälde umfassenden Œuvre des niederländischen Meisters.

Als außerordentliche Objekte auf der diesjährigen TEFAF dürfte auch der Gips der Chateaubriand-Büste von Pierre-Jean David d’Angers von 1828/29 gesehen werden. Er ist sozusagen die Vorlage aller späteren Marmorausführungen und bringt die authentischste Version des Bildhauers zum Vorschein, dessen Goethe- und Paganini-Büsten eine neue Ära der Porträtkunst einläuteten. Nachdem sie 2010 in der großen David d’Angers-Ausstellung zu sehen war, konnte die Galerie Yates, Trebosc & van Lelyveld das Werk aus Privatbesitz akquirieren und es jetzt zum Preis von 175.000 Euro seit Jahrzehnten wieder auf den Kunstmarkt bringen.

Was Cranach und Rubens auf dem Gebiet der Alten Meister, scheint in diesem Jahr Fernand Léger auf dem Gebiet der Klassischen Moderne zu sein. Für 1,85 Millionen Euro ist bei Salis & Vertes die mit biomorphen Elementen „Peinture imaginaire“ von 1939/52 des sonst für seine kraftvollen Maschinenfantasien bekannten Franzosen zu haben. Zwischen fünf Léger-Gemälden aus der Zwischenkriegszeit zu Preisen von 2,5 bis 4,8 Millionen Euro kann man bei der Hammer Galleries aus New York wählen. 8 Millionen erwartet in punkto Léger die Galerie Landau, die zudem mit dem hintersinnigen 5-Millionen-Gemälde „Henri Michaux, acteur japonais“ von Jean Dubuffet aus dem Jahr 1945 auf der TEFAF zugegen ist. Einen Teil ihrer gerade zu Ende gegangenen Munch-Kirchner-Schau hat die Galerie Thomas mit nach Maastricht genommen. Bereits in den ersten Tagen konnte hier Ernst Ludwig Kirchners „Landschaft, Weg und Bäume“ verkauft werden, das in der Münchner Ausstellung mit 580.000 Euro ausgezeichnet war. Auf 5 Millionen Euro belaufen sich die Erwartungen für Edvard Munchs großes, stilles Porträt der Inger Barth von 1921.

Die TEFAF als Marktplatz für zeitgenössische Kunst hat es von jeher schwer gehabt. Symptomatisch dafür ist die Bewegung bei den Ausstellern. Hauser & Wirth, die Galerie Annely Juda aus London und Krugier & Cie zum Beispiel sind nicht mehr angetreten. Dafür nimmt nach längerer Abstinenz die Gagosian Gallery aus New York und London wieder teil. Jeff Koons’ blaugrüne, auf Hochglanz polierte „Metallic Venus“ empfängt schon von weitem den Besucher. Man konzentriert sich hier auf die teuerste Riege des Kunstmarktes: Pablo Picasso, Gerhard Richter, Andy Warhol. Preise werden keine genannt.

Doch andererseits hat sich die Messe immer wieder neuen Gebieten geöffnet, wie etwa der Fotografie. Erstaunlich, das gerade ein Exponat aus der Frühzeit dieses Mediums zu den teuersten Stücken der TEFAF gehört. 6,5 Millionen Dollar erhofft sich die Galerie Hans P. Kraus, Jr. aus New York für das sogenannte Norman Album von Julia Margaret Cameron, einer der wenigen weiblichen Fotopioniere. Es enthält 75 Porträts in dem für die Engländerin typisch überhöhten Stil; gewidmet ist es ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn, denen sie die erste Kamera und somit ihre erst mit 48 Jahren begonnene Karriere verdankte. Auf Auktionen hat die Fotografie von 1840 bis 1870 oft einen schweren Stand. Doch schlummert hier anscheinend ein neuer Hype. 450.000 US-Dollar veranschlagt Hans P. Kraus für ein zartes Negativbild eines Farnblattes, das durch einfache Belichtung an der Sonne und nicht in einer Kamera evoziert wurde. Die Arbeit von William Henry Fox Talbot ist eines der seltenen experimentellen Zeugnisse aus den ersten Jahren der Fotografie.

Die ersten Messetage waren für viele der 250 TEFAF-Aussteller aus Europa und Übersee bereits erfolgreich. Offensichtlich sind Sammler und Museen im sechsstelligen Bereich kühner als bei den Millionenobjekten. Die Galerie Daxer & Marschall, die mit einer zauberhaften, lebensecht ausgeführten Zeichnungskollektion von „Alerhand Kruypende en vliegende Gedierte“ von Pieter Holsteijn d.J. Insektenkunde betreibt (30.000 bis 115.000 Euro pro Blatt), konnte ein bislang verschollen geglaubtes Relief der Königin Elisabeth von Preußen, 1841 von Christian Daniel Rauch ausgeführt, ans Bayerische Nationalmuseum abgeben und zwei kleine Nachtansichten von Johan Christian Dahl für zusammen 150.000 Euro an einen amerikanischen Interessenten. Sammler aus den USA scheinen mit großer Investitionsbereitschaft nach Maastricht geflogen zu sein. Auch der Mittelalter- und Renaissance-Spezialist Sam Fogg verkaufte an ein US-amerikanisches Museum. Um die 300.000 Euro lag der Preis für die Skulptur „Johannes der Täufer“, um 1500/10 von dem Florentiner Bildhauer Benedetto da Rovezzano geschaffen.

Doch trotz der positiven Resonanz denkt die TEFAF momentan darüber nach, ins Reich der Mitte zu expandieren. Denn auch wenn alles nach business as usual aussieht, haben sich die Märkte doch schon lange verschoben. Old Europe allein reicht nicht, und asiatische Sammler gelten als gut betucht und unersättlich.

Maastricht Exhibition & Congress Centre
Forum 100
NL-6229 GV Maastricht

Kontakt:

The European Fine Art Foundation

Broekwal 64

NL-5268 HD Helvoirt

Telefon:+31 (0411) 64 50 90

Telefax:+31 (0411) 64 50 91



21.03.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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