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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse für Kunst und Antiquitäten bei Schmidt in Dresden

Armer Karpfen



Sein künstlerisches Werk schuf Albert Wigand eigentlich nur nebenbei. Hauptberuflich schlug sich der 1890 im hessischen Ziegenhain geborene Maler und Grafiker, dessen Karriere schon seit den 1910er Jahren ins Stocken geraten war, mit Gelegenheitsarbeiten wie Schaufensterdekorateur oder Laternenwärter durch sein langes, erst 1978 geendigtes Leben. Weitgehend frei von künstlerischen Konventionen seiner Zeit, entstand so ein Werk von großer Eigenart und Individualität, das zwar nicht zur ersten Garde des 20sten Jahrhunderts gehört, aber doch seinen festen Platz in der Kunstgeschichte ebenso wie auf dem Kunstmarkt inzwischen gefunden hat. Gemälde des Meisters werden heute, ungeachtet ihres meist sehr kleinen Formats, bis in den niedrigen fünfstelligen Bereich hinein gehandelt. Ein weiterer solcher Wert für ein Wigand-Bild kam jetzt auf einer Versteigerung des Dresdner Auktionshauses Schmidt zustande: 13.000 Euro erzielte das um 1960 datierte Stillleben „Vase mit Blumen, Rechteck auf rundem Tisch“, bei dem schon der Titel verrät, dass sich darin Gegenständliches mit Abstraktem, hier Reminiszenzen an den Kubismus, mischt. Taxiert hatte Schmidt die nur 35 Zentimeter hohe Hartfaserplatte auf 7.500 Euro.


Wie Wigand, der 1978 in Leipzig starb, kamen auch die meisten anderen Künstler, die bei Schmidt hohe Zuschläge erreichten, aus dem näheren sächsischen Umfeld. Hans Jüchsers „Stillleben mit Forsythienzweig“ von 1958, das einige formale Parallelen zu Wigands Werk aufweist, traf seine Schätzung von 11.000 Euro, Hanns Oehmes stilles „Brautpaar im Kahn“ von 1935 blieb mit 3.700 Euro nur wenig unterhalb der Erwartungen. Auch die Offerten Paul Wilhelms wurden freudig aufgenommen, darunter die beiden heimischen Landschaften „Der Blumengarten des Künstlers“ und „Drei Giebelhäuser vor Bäumen“ um 1935/40 für 4.000 Euro und 3.200 Euro (Taxen 4.800 und 3.500 EUR). Das markante Bildnis seiner Gattin „Marion mit Hut“ um 1935 erreichte gar 2.200 Euro (Taxe 1.700 EUR). Toplos der älteren Malerei wurde eine Pastorelle mit lagernden Kühen und Schafen aus dem Umkreis des Wolfenbüttler Barockmalers Johann Friedrich Weitsch um 1765 für 2.800 Euro (Taxe 700 EUR). Unter den Jüngsten machte sich Hubertus Giebes neoexpressionistisches „Haus“ von 1991 bei 4.200 Euro am lautesten bemerkbar (Taxe 3.500 EUR).

Auch bei der Druckgrafik gab es manche Überraschung. So kletterte Otto Greiners brauntonige, symbolistische Lithografie „Herakles am Scheideweg“ von 1893, die ein wenig an die fantastische Bildgewalt Max Klingers erinnert, von 350 Euro auf 1.500 Euro. Von 1.800 Euro auf 4.200 Euro verbesserte sich Ludwig Meidners achtteilige Mappe „Krieg“, 1914 nach Tuschfederzeichnungen des Expressionisten als Heliogravüren gedruckt und ein beeindruckendes Beispiel der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Beginn der großen historischen Katastrophe des 20sten Jahrhunderts. Eine 1979 in Siebdruck auf Mattglas gebannte Reproduktion des skriptural anmutenden „Allegorischen Essays für Albert Wigand“, den Carlfriedrich Claus 1965 seinem Kollegen zum 75sten Geburtstag widmete, konnte Schmidt für 2.200 Euro an den Mann bringen (Taxe 1.200 EUR). Im dreistelligen Bereich fanden etwa Erich Buchwald-Zinnwalds flächig reduzierte Farbholzschnitte, darunter seine „Staffelalm“ von 1919 bei 280 Euro (Taxe 120 EUR), Otto Westphals Jugendstil-Mappe mit zehn Farblithografien von Dresdner Stadtansichten bei 240 Euro (Taxe 100 EUR) oder Hans Theo Richters zeichnerische Radierung „Gisela Richter mit gesenktem Kopf“ von 1933 bei 420 Euro Gefallen (Taxe 360 EUR).

Reich war auch die Auswahl an zeichnerischen Papierarbeiten wie Edmund Kestings von gelben Linienwindungen überlagertes Pastellkreidenaquarell „Segelboote“ von 1963 für 1.800 Euro (Taxe 1.350 EUR) oder Gert Heinrich Wollheims karikaturistische Zeichnung „Die gnädige Frau auf dem Morgenspaziergang“ von 1921 für 5.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Dass Hermann Glöckner nicht nur als Abstrakter, sondern auch als Gegenständler reüssiert, bewiesen sein geometrisch konstruiertes „Gerüst mit Zimmerleuten“ auf Zeitungspapier von 1936 für 4.400 Euro (Taxe 1.600 EUR) und die flächige Landschaft „Wünschendorf, von einer Höhe aus“ von 1934 für 7.000 Euro (Taxe 2.400 EUR).

Von drei Aquarellen Theodor Rosenhauers blieb ebenfalls keines liegen. Besonders seine nüchtern-sachliche, zugleich aber malerisch sehr weit ausformulierte Abkonterfaktur eines Karpfens von circa 1979 stieß auf reges Interesse, das sich schließlich in 5.500 Euro niederschlug (Taxe 3.800 EUR). Als Vertreter der Leipziger Expressionismus wurde Rüdiger Berlits späte Pastellkreidezeichnung einer Dorflandschaft bei Sommergewitter mit 600 Euro umworben (Taxe 300 EUR). Dagmar Ranft-Schinke war Mitglied der Chemnitzer Künstlergruppe „Clara Mosch“. Hier werden sie und ihre Kollegen wohl häufiger geheime Treffen abgehalten haben; so hat sie jedenfalls 1978 eine abstrakte Gouache mit zellenartigen Wesen betitelt, die jetzt 420 Euro einspielte (Taxe 300 EUR). Bei 5.000 Euro schloss Carl Gustav Carus’ feine Bleistiftzeichnung „Dunkeld Abbey“ ab, entstanden 1844 während einer Schottland-Reise des Dresdner Romantikers (Taxe 4.500 EUR).

Auf der kleinen Skulpturenabteilung bei Schmidt pickten sich die Sammler zwei figürliche Sandsteintorsi Frank Maasdorfs für jeweils 1.000 Euro (Taxen je 1.200 EUR) und Wilhelm Löbers bronzenes Kranichrelief aus dem Jahr 1972 für 1.500 Euro heraus (Taxe 300 EUR). Im Kunsthandwerk zogen erwartungsgemäß zwei hyperfiligrane Elfenbeindeckelkörbchen chinesischer Herkunft aus dem späten 19ten Jahrhundert einige Aufmerksamkeit auf sich. Das eine, in seinen Bildfeldern etwas schwungvoller gegliederte Exemplar wurde auf 7.500 Euro gehandelt, das andere blieb dagegen schon bei 3.000 Euro stecken. Die Schätzung hatte in beiden Fällen bei 3.500 Euro gelegen.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



12.03.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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