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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Vor allem Kunst des 20sten Jahrhunderts und einige Antiquitäten bei Schmidt in Dresden

Frühling mit Forsythien



Malerei, Zeichnung und Grafik aus dem sächsischen Raum stehen wieder im Mittelpunkt der Versteigerung Nummer 35 beim Dresdner Auktionshaus Schmidt. Das Hauptlos stellt ein Klassiker des 20sten Jahrhunderts: Hans Jüchsers „Stillleben mit Forsythienzweig“ aus dem Jahr 1958 ist ein charakteristisches Beispiel für den gemäßigt avantgardistischen Stil des Meisters, der als Jahrgang 1894 noch zur Generation der Expressionisten gehörte und sich wie diese unter anderem von den „Fauves“ um Pierre Bonnard und Henri Matisse inspirieren ließ. So wirkt auch dieses Interieur mit Armlehnstuhl und titelgebender Pflanze neben anderen Gegenständen auf einem Tisch wie in die Fläche gekippt. Leuchtende Farben, die sich teilweise gegenseitig durchdringen, sind ein weiteres Kennzeichen seiner Malerei. In der bisherigen Jüchser-Literatur ist dieses Gemälde, das Schmidt für 11.000 Euro anbietet, noch unbekannt.


Der Dresdner Gustav Friedrich Papperitz, Schüler Johan Christian Dahls in seiner Heimatstadt und Carl Rottmanns in München, gehört zu den prominentesten Künstlern des 19ten Jahrhunderts auf der Versteigerung am 9. März bei Schmidt. Seine sommerliche Parklandschaft mit Blick durch dichte Baumgruppen auf ein Wasserschloss im Hintergrund repräsentiert 1848 anschaulich die spätromantische Landschaftsmalerei (Taxe 4.900 EUR). Auch der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Johann Friedrich Wilhelm Wegener war Dahl-Schüler. Nachdem 1840 der Sächsische Kunstverein eines seiner Gemälde gekauft hatte, besserte sich seine wirtschaftliche Lage, und er konnte eine Reise nach Italien unternehmen. 1853 entstand auf Basis der dort gewonnenen Eindrücke sein „Italienisches Gasthaus am Tobliner See“ mit allerlei Menschen und Tieren im Vordergrund als biedermeierliche Idylle (Taxe 2.000 EUR).

Der 1854 in Hamburg-Altona geborene und früh in Dresden ansässige Wilhelm Ludwig Heinrich Claudius wandte sich bereits einer impressionistischen Malweise zu. Davon zeugt auch sein „Bildnis eines Mädchens mit blauem Kleid und Puppe“, 1942 im letzten Lebensjahr des Künstlers entstanden (Taxe 2.900 EUR). Claudius taucht ein zweites Mal auf, und zwar als stattlicher älterer Herr auf einem Portrait seines Dresdner Kollegen Ferdinand Dorsch (Taxe 780 EUR). Nicht enger mit Sachsen verbunden war Edward Harrison Compton, Sohn des aus England eingewanderten Landschaftsmalers Edward Theodore Compton und im Oberbayerischen sesshaft. Sein heimischer Wald an einem Bachlauf mit Motiv und Titel „Letzter Schnee“ gehört zu den eher melancholischen Bildern des Meisters (Taxe 2.400 EUR). Die Neue Sachlichkeit vertritt Hanns Hanner 1923 in seinem nüchtern vor schwarzem Hintergrund dokumentierten „Stillleben mit Weihnachtskaktus und Skulptur“ von 1923 – eine Kombination, die auch Expressionisten wie Emil Nolde oder Hermann Max Pechstein gern gewählt haben (Taxe 1.300 EUR).

Hanns Oehmes „Brautpaar im Kahn“ von 1935 und zwei buntfarbige Vorstadtidyllen Paul Wilhelms aus etwa der gleichen Zeit lassen sich einer eher retrospektiven Richtung mit Bezug auf die Malerei der Romantik zuordnen (Taxen zwischen 3.500 und 4.800 EUR). An den Expressionismus knüpfte – ähnlich wie Jüchser – nach dem Zweiten Weltkrieg Albert Wigand an: Sein Stillleben „Vase mit Blumen, Rechteck auf rundem Tisch“ von circa 1960 zeigt verwandte Gestaltungsprinzipien wie Jüchsers „Stillleben mit Forsythienzweig“ (Taxe 7.500 EUR). Zu den jüngsten Künstlern gehören der Bernhard Heisig-Schüler Hubertus Giebe mit dem neoexpressionistischen, stark abstrahierten Großformat „Das Haus“ von 1991 (Taxe 3.500 EUR) und Peter Koch mit den pastos aufgespachtelten, 2010 datierten „Zwei Segler im Abendrot“ für 2.200 Euro. Dem Surrealismus nähert sich 1987 Jürgen Henkers „Auf dem Birkenkopf“. Dabei handelt es sich um einen nach dem Zweiten Weltkrieg aus Trümmern des zerbombten Stuttgart aufgehäuften Schuttberg. Bei Henker wirken die dekorativ gemeißelten Steinblöcke allerdings wie beseelte Geister, die von großer Vergangenheit zeugen (Taxe 4.200 EUR).

Reich ist Schmidts Auswahl an Druckgrafiken und Handzeichnungen. Klassisches wie Max Klingers Kupferstichradierung „Das Elend“ von 1892 (Taxe 950 EUR) oder Carl Gustav Carus’ während einer Schottland-Reise 1844 in Bleistift aufgenommene, romantisch-ruinöse „Dunkeld Abbey“ für 4.500 Euro findet sich neben Modernem und Zeitgenössischem, wobei auch hier Schöpfungen sächsischer Künstler dominieren. Zu nennen sind etwa Hermann Glöckners frühes, noch gegenständliches Aquarell „Wünschendorf, von einer Höhe aus“ von 1934, ein gemäldehaft opulentes Sonnenblumenstillleben Bernhard Kretzschmars wohl aus den 1950er Jahren (Taxen je 2.400 EUR) und Theodor Rosenhauers schlichtes „Stillleben mit Karpfen“ um 1979 für 3.800 Euro. Karikaturhafte Züge trägt Gert Heinrich Wollheims „Die gnädige Frau auf dem Morgenspaziergang“ von 1921. Hinter vergleichbaren Arbeiten George Grosz’ steht diese in Wasserfarben kolorierte Federzeichnung nicht zurück (Taxe 6.000 EUR). Mit Max Uhligs „Landschaft mit weitem Himmel“ aus dem Jahr 1987 und seiner fünf Jahre jüngeren „Landschaft in Südfrankreich“ kommt auch die Abstraktion zum Zuge (Taxen 1.800 und 1.100 EUR).

Einige Skulpturen und kunstgewerbliche Gegenstände ergänzen das umfangreiche Auktionsprogramm. Den klassischen Figurenstil vertritt Werner Stötzers fleischige „Stehende“ in olivgrau gefasstem Stampfbeton aus den 1980er Jahren (Taxe 6.600 EUR), während Frank Maasdorfs „Weiblicher Torso“ aus partiell rot bemaltem Holz betont fragmentarisch und unfertig erscheint (Taxe 2.400 EUR). Abstrakt wird es mit einer in Bronze gegossenen „Festen Bindung“ Christian Theunerts, der als Schüler Edwin Scharffs in Berlin 1924 bis 1930 sein künstlerisches Handwerk erlernt hatte (Taxe 1.300 EUR). Frühe expressionistische Formen greifen die beiden Holzfiguren „Mutter und Kind“ und „Akt mit erhobenen Armen“ auf, die der 1863 in Wolfenbüttel geborene Arnold Kramer schon um 1900 geschaffen haben soll (Taxe je 240 EUR). Holz ist auch das Material der Stele „Gewachsene Form“, die Thilo Maatsch in einer organischen Abstraktion 1957 schnitzte (Taxe 520 EUR). Zu den kostbarsten Objekten beim Kunsthandwerk gehören zwei teils aufwendige Tischuhren des frühen 19ten Jahrhunderts für 1.200 Euro und 1.800 Euro sowie zwei filigrane Elfenbeinkörbchen, die mit viel Geduld im späten 19ten Jahrhundert in China hergestellt wurden, für jeweils 3.500 Euro.

Die Auktion beginnt am 9. März um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 8. März täglich von 10 bis 20 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.schmidt-auktionen.de.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



04.03.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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