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Die Ausstellung des Jahres 2012

Cover zum Katalog der Ausstellung „Sounds Like Silence. John Cage / 4’33’’“

Neben dem „Museum des Jahres“ wählt die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) stets auch die „Besondere Ausstellung“. Das Votum der Jury für das vergangene Jahr fiel dabei auf Schau „Sounds Like Silence. John Cage / 4’33’’ / Silence Today“, die vom Hartware Medienkunstverein (HMKV) in Dortmund veranstaltet wurde. In der Begründung heißt es: „ ‚Sounds like Silence’ ist ein herausragendes Beispiel für eine fundiert recherchierte und gelungen choreografierte Ausstellung, die historische Positionen auf ihre aktuelle Relevanz überprüft, gegenwärtig akute Fragen in einen größeren historischen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang setzt und den Mut hat, auch ungesicherte Wege zu erkunden. Deswegen gebührt ihr der Titel der ‚Besonderen Ausstellung 2012’, der explizit auch als eine Anerkennung für die insgesamt hervorragende Arbeit des HMKV zu verstehen ist.“

Die Kuratoren Inke Arns, die künstlerische Leiterin des HMKV, und Dieter Daniels, Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, nahmen das legendäre Stück 4’33’’ von John Cage zum Ausgangspunkt ihrer Ausstellung. Uraufgeführt am 29. August 1952, jährten sich 2012 das 60ste Jubiläum dieses bahnbrechenden Stücks und zugleich der 100ste Geburtstag von John Cage. Dennoch handelte es sich bei „Sounds Like Silence“ nicht um eine klassische Retrospektive. Vielmehr erlaubte die Konzentration auf 4’33’’, wo Stille über mehrere Sätze zur Aufführung gebracht wird, verschiedene Vorstellungen von Stille und ihr Pendant, das heißt Klang, Sound und auch Lärm, in ihrer ästhetischen, gesellschaftlichen und politischen Relevanz auch für den heutigen Menschen zu reflektieren.

Die Jury hob besonders diesen „Brückenschlag von historischen Konzepten von Stille zu aktuellen Fragen“ und den „gelungenen Wechsel zwischen verschiedenen ‚Brennweiten’, das heißt einer starken Fokussierung aufs Detail und übergeordneten Fragestellungen“, hervor. So versammelte die Ausstellung erstmals alle Notationen sowie sämtliche Variationen und Ableitungen von Cages Stück, die der Komponist zwischen 1962 und 1992 verfasst hatte. Zugleich setzte sie Cages Werk in einen Kontext mit anderen zeitgleich entstandenen Arbeiten aus Literatur, Tanz, Kunst und Film, wie etwa Robert Rauschenbergs „White Paintings“, die Cage als visuelles Äquivalent zur akustischen Stille betrachtete, oder Guy Debords Film „Geheul für De Sade“ mit seinem radikalen Entzug des Visuellen. Mit Manon de Boers suggestivem Film „Two times 4’33“, Jens Heitjohanns interaktiver Neufassung des Stücks im Dortmunder Stadtraum oder der Videodokumentation einer 4 Stunden 33 Minuten dauernden Aktion der von Andrei Monastyrski gegründeten „Gruppe Kollektive Aktionen“ 1985 in einer Moskauer Wohnung nahm die Ausstellung auch junge Konzepte von Stille und Lärm in den Blick.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


25.08.2012, Sounds like Silence (Cage – 4’33’’ – Stille / 1912 – 1952 – 2012)

Bei:


Hartware Medienkunstverein

Bericht:


Preis für Kunstvereine geht nach Dortmund

Variabilder:

Cover zum Katalog der Ausstellung „Sounds Like
 Silence. John Cage / 4’33’’“
Cover zum Katalog der Ausstellung „Sounds Like Silence. John Cage / 4’33’’“








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