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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Auch bei Christie’s herrschte in der Londoner Impressionisten- und Moderneauktion gute Stimmung

Schwere Pfunde



Berthe Morisot, Après le déjeuner, 1881

Berthe Morisot, Après le déjeuner, 1881

Einen Tag nach Sotheby’s stellte man auch bei Christie’s in London fest: Das Interesse an hochkarätigen Werken der klassischen Moderne von Impressionisten, Expressionisten, frühen Abstrakten und Surrealisten ist auch im neuen Jahr nicht erlahmt. 66 seiner 74 Lose brachte Christie’s am Abend des 6. Februar unter die Leute, und mit einem Bruttoumsatz von fast 136,5 Millionen Pfund wurde sogar die obere Gesamtschätzung, die allerdings stets ohne Aufgelder errechnet wird, um gut 4 Millionen Pfund übertroffen. So viel gab es noch nie für Impressionisten und klassische Moderne im Februar bei Christie’s in London. Nebenbei wurden auch fünf neue Auktionsrekorde aufgestellt, allen voran für Berthe Morisot. Die französische Impressionistin, eine der wenigen Frauen in der ganz überwiegend männlich dominierten Riege von Malern des späten 19ten Jahrhunderts, reüssierte mit ihrem souverän mit wildem Pinselstrich modellierten Damenbildnis „Après le déjeuner“ aus dem Jahr 1881 bei sagenhaften 6,2 Millionen Pfund. Veranschlagt für die einen Meter breite Leinwand waren nur 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund, was schon an der oberen Grenze knapp einen neuen Rekord bedeutet hätte.


Übertroffen wurde dieser Wert von einem noch größeren Star, der schon zu den Klassikern des frühen 20sten Jahrhunderts rechnet: Amedeo Modiglianis Bildnis seiner schwanenhalsigen Freundin „Jeanne Hébuterne (au chapeau)“ von 1919, ein Jahr vor des Künstlers und der Dargestellten teils gewaltsamem Tod entstanden, übertraf seine obere Schätzung von 22 Millionen Pfund noch einmal um 2 Millionen Pfund und avancierte damit zum drittteuersten Gemälde des italienischstämmigen Meisters. Im Juni 2006 hatte dasselbe Bild bei Sotheby’s bereits 14,6 Millionen Pfund gekostet. Auf Platz zwei brachte es mit einem Zuschlag von 8,6 Millionen Pfund ein Hauptvertreter des französischen Impressionismus: Pierre-Auguste Renoirs junge Frau im sommerlichen Garten „L’ombrelle“ aus dem Jahr 1878 (Taxe 4 bis 7 Millionen GBP). 1,7 Millionen Pfund gab es für Paul Signacs kleinteilig flirrendes Flussufer „Samois, La Berge, matin“ von 1901 (Taxe 1,6 bis 2,4 Millionen GBP).

Als Repräsentanten der „Fauves“ traten Henri Matisse und Maurice de Vlaminck auf, letzterer mit der farbenreichen Landschaft „Arbres à la maison bleue“ von 1906 für 3 Millionen Pfund (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Eine farbige Papierversion von Matisses berühmtem „Danse“ aus dem Jahr 1938 wurde bei 2,4 Millionen Pfund im unteren Schätzpreisbereich versteigert, ebenso seine 1921 in Nizza aufgenommene „Jeune fille à la mauresque, robe verte“ bei 2,7 Millionen Pfund. Auf 2,4 Millionen Pfund verdoppelte sich der untere Schätzwert von Fernand Légers technoider „Nature morte au roi de cartes“ von 1927, auf die bereits im Vorfeld ein unwiderrufliches Gebot abgegeben worden war. Von Pablo Picasso, dem häufigsten Gast auf der Auktion, konnten mit einer Ausnahme alle Arbeiten weitervermittelt werden, nicht nur die späte, zu geometrischen Formen deformierte „Nu accroupi“ von 1960 für 6,5 Millionen Pfund (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP), sondern auch eindrucksvolle Papierarbeiten wie die farbige Mischtechnik „Minotaure aveugle conduit par une petite fille“ aus der Vollard Suite-Zeit 1934 etwas unterhalb der Schätzung bei 2,5 Millionen Pfund.

Aus dem deutschsprachigen Raum trat Alexej von Jawlensky mit seinem farblich gesteigerten Bildniskopf „Blauer Shawl“ von 1912 für 2 Millionen Pfund hervor (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Von Egon Schiele gab es drei teils farbige Papierarbeiten, die früher Teil der großen Wiener Sammlung Lederer waren und von Erich Lederer bei seiner Flucht vor den Nationalsozialisten nach Genf mitgenommen wurden. Zwei der Blätter zeigen ihn als Jugendlichen, ein weiteres seine Mutter Serena. Alle drei konnten ihren Schätzungen teils deutlich übertreffen und wechselten für bis zu 550.000 Pfund den Besitzer. Weniger Fortune hatte Christie’s mit Wassily Kandinsky: Nur für ein einziges der immerhin vier Werke des russischstämmigen Künstlers fand das Auktionshaus einen Abnehmer: „Murnau – Ansicht mit Burg, Kirche und Eisenbahn“ von 1909 schaffte bei 6 Millionen Pfund die Mitte der Schätzung. Die übrigen Arbeiten, darunter das spielerische Spätwerk „Balancement“ aus dem Jahr 1942 für 5 bis 8 Millionen Pfund, mussten an die enttäuschten Einlieferer zurück.

Erfolgreich hatte Christie’s mit Alberto Magnelli auch einen weniger bekannten Italiener ins Abendprogramm aufgenommen. Später vor allem als Abstrakter bekannt, zeigt er sich in seinem Frühwerk „Maschere No 1“ von 1909 noch ganz der Figuration und dabei fast ein wenig dem Jugendstil verpflichtet. Mit 1 Million Pfund konnten die umeinanderwirbelnden Tänzer in ihren großen monochrom behandelten Kostümen etwa das Doppelte der Erwartungen und zugleich einen neuen Magnelli-Auktionsrekord generieren. 920.000 Pfund für Camille Claudels 1886 sichtlich an Auguste Rodin geschulte und um 1905 in insgesamt 18 Exemplaren gegossene Bronze „L’abandon“ (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP) sowie 2,5 Millionen Pfund für Alberto Giacomettis Ansammlung schmaler, überlängter Menschengestalten „La clairière“ von 1950 respektive 1982 waren solide, aber nicht sensationelle Ergebnisse für die schmale Skulpturenofferte (Taxe 2,5 bis 4 Millionen GBP).

Nicht weniger begeistert wurde die separat vorgestellte Surrealistenofferte angenommen. René Magritte und Joan Miró, die häufigsten Namen der Abteilung, gingen jeweils fast komplett weg, wobei allerdings von Miró das Hauptlos, „L’echelle de l’évasion“ auf grobem Sackleinen von 1939 für 5 bis 8 Millionen Pfund, keine ausreichenden Gebote auf sich zog. Dafür brachte seine fast zwei Meter hohe Bronze „Femme (Femme debout)“ von 1969 stolze 5,6 Millionen Pfund auf die Waage (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Auf 4,6 Millionen Pfund verdoppelte sich Magrittes „La plagiat“ mit mehreren einander überlappenden Bildebenen und charakteristischem stilllebenartigem Motivrepertoire aus dem Jahr 1940. Seine großformatige Abbildung eines Apfels, unter dem Titel „Ceci n’est pas une pomme“ auf sein berühmtes Bild „Ceci n’est pas une pipe“ von 1929 rekurrierend, entstand 1964 für seine Schwägerin, die Galeristin Léontine Hoyez-Berger, in Brüssel. Auch dieses Bild erlebte mit 2,6 Millionen Pfund eine erhebliche Wertsteigerung (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Von Paul Delvaux wurde bei 1,5 Millionen Pfund die Gänsehaut erzeugende Nachtszene „Ecce homo“ von 1949 übernommen, die die Personen in Rogier van der Weydens berühmter Kreuzigung gleichsam skelettiert (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP). Neben weiteren bekannten Surrealisten wie Max Ernst, Salvador Dalí, Victor Brauner oder Wifredo Lam, die allesamt gute Ergebnisse einfuhren, nahm sich der Deutsche Konrad Klapheck fast ein wenig merkwürdig aus, doch die seltsame Maschine, die seit ihrer Belebung 1959 unter dem Titel „Die Frühreife“ firmierte und 110.000 Pfund erzielte, passte dann doch ganz gut ins Programm (Taxe 50.000 bis 80.000 GBP). Auch zwei neue Künstlerauktionsrekorde konnten die Surrealisten verbuchen: einen großen von 1,85 Millionen Pfund für Óscar Domínguez’ „Machine à coudre électro-sexuelle“ von 1934/35 (Taxe 1,3 bis 1,8 Millionen GBP) und einen kleinen von 160.000 Pfund für „The Seven Sleepers“ aus dem Jahr 1947 von Kay Sage, der amerikanischen Künstlerin und Ehefrau von Yves Tanguy (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



11.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Paul Signac, Samois, la Berge, matin, 1901

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Taxe: 1.600.000 - 2.400.000 GBP

Zuschlag: 1.700.000,- GBP

Losnummer: 14

Egon Schiele, Serena Lederer, 1917

Egon Schiele, Serena Lederer, 1917

Taxe: 120.000 - 160.000 GBP

Zuschlag: 200.000,- GBP

Losnummer: 3

Egon Schiele, Erich Lederer, stehend, die Hand in der Hüfte, 1913

Egon Schiele, Erich Lederer, stehend, die Hand in der Hüfte, 1913

Taxe: 300.000 - 400.000 GBP

Zuschlag: 550.000,- GBP

Losnummer: 4

Alexej von Jawlensky, Blauer Shawl, 1912

Alexej von Jawlensky, Blauer Shawl, 1912

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.000.000,- GBP

Losnummer: 25

Egon Schiele, Erich Lederer, am Boden zeichnend, 1912

Egon Schiele, Erich Lederer, am Boden zeichnend, 1912

Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

Zuschlag: 400.000,- GBP

Losnummer: 5

Pierre-Auguste Renoir, L’ombrelle, 1878

Pierre-Auguste Renoir, L’ombrelle, 1878

Taxe: 4.000.000 - 7.000.000 GBP

Zuschlag: 8.600.000,- GBP

Losnummer: 13

Amedeo Modigliani, Jeanne Hébuterne (au chapeau), 1919

Amedeo Modigliani, Jeanne Hébuterne (au chapeau), 1919

Taxe: 16.000.000 - 22.000.000 GBP

Zuschlag: 24.000.000,- GBP

Losnummer: 16




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