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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Mutig, mutig: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe nähert sich in der Ausstellung „Als Kitsch noch Kunst war“ dem Farbendruck und damit dem Massengeschmack des 19. Jahrhunderts an

Die rosigen Seiten der Industriellen Revolution



Sunlight Soap, From the Painting by G.D. Leslie R.A. Exhibited in the Royal Academy London 1887

Sunlight Soap, From the Painting by G.D. Leslie R.A. Exhibited in the Royal Academy London 1887

Pausbäckige Kinder mit Lockenkopf und adrettem Hausschürzchen werben für Zichorienkaffee, Zwieback, Seife oder „Chocoladen Cacao“. Ein fast zahnloser alter Herr mit Schneuztuch fungiert als kauziger Werbeträger für englischen Schnupftabak der Marke „Hignett’s Barrel Snuff“, und fünf kleine Schweinchen marschieren frohgemut in eine Art Dampfmaschine hinein, um am anderen Ende als Braunschweiger Wurst des Hoflieferanten Denecke & Himmel wieder ausgespuckt zu werden. Die Werbegrafiker des 19. Jahrhunderts setzten auf mitunter bizarre Motive und einen für heutige Verhältnisse ungewohnten Detailreichtum. Man könnte es auch Überfrachtung nennen oder ganz einfach Kitsch. Möglich gemacht hat den seit den 1840er Jahren boomenden Farbendruck die Erfindung eines Elsässers. 1837 meldete der aus Mulhouse stammende Drucker Godefroy Engelmann die so genannte „Chromolithographie“ bei der Pariser Académie Française zum Patent an. Plötzlich war es möglich geworden, die ganze Welt mit billig, weil industriell hergestellten Druckwaren zu überschwemmen.


Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) erinnert jetzt mit der Ausstellung „Als Kitsch noch Kunst war – Farbendruck im 19. Jahrhundert“ an den Durchbruch dieser damals außerordentlich innovativen Technik. Rund 200 Farbendrucke, darunter Plakate, Weinetiketten, Menükarten, Sammelbilder, Kinderbücher und repräsentative Großdrucke von frisch vom Stapel gelaufenen Schiffen oder neu errichteten Versicherungspalästen und Grand Hotels in New York oder England entführen in eine Welt voller Optimismus und Fortschrittsglauben. Alle Exponate stammen aus eigenen Sammlungsbeständen, die der legendäre Gründungsdirektor des MKG, Justus Brinckmann, bereits vor 120 Jahren aus Europa und den USA zusammengetragen hat.

Kurator Jürgen Döring, der die lange übersehenen Exponate erstmals in dieser Fülle zeigt, vergleicht den damaligen Aufbruch mit der digitalen Revolution von heute. In eine bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts fast bilderlose Alltagswelt drängte plötzlich das Plakat und mit ihm eine ganze Flut anderer, ebenfalls bunter Drucksachen und Warenverpackungen. Die „Chromo-Civilization“, wie die bunte Revolution in Amerika genannt wurde, rief natürlich wie jede neue Technologie zunächst Skeptiker und Kulturkritiker auf den Plan. Von „schlechter Moral“ und dem „Niedergang der Sitten“ war etwa in amerikanischen Zeitungen die Rede.

Doch die Wogen glätteten sich schnell. Zu vielfältig waren die Einsatzmöglichkeiten des industriellen Farbendrucks, als dass die Zweifler Oberhand behielten. Dekorativer Wandschmuck war plötzlich für Jedermann erschwinglich und schmückte in Form preiswerter Wandbilddrucke die bislang kahlen Wände derjenigen, die sich keine echten Gemälde leisten konnten. Dass dabei die ästhetischen Vorlieben eher vom für heutige Betrachter kitschig wirkenden Geschmack der Massen und keineswegs von den Protagonisten der damaligen künstlerischen Avantgarden geprägt waren, liegt auf der Hand.

Die Ausstellung „Als Kitsch noch Kunst war – Farbendruck im 19. Jahrhundert“ ist noch bis zum 17. März zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der Katalog ist im Deutschen Kunstverlag erschienen und kostet 24,90 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



06.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Sunlight Soap, From the
 Painting by G.D. Leslie R.A. Exhibited in the Royal Academy London 1887
Sunlight Soap, From the Painting by G.D. Leslie R.A. Exhibited in the Royal Academy London 1887

Variabilder:

Hans Bohrdt, Transatlantiklinie Antwerpen-New York der Red
 Star Line. Dampfschiff Westernland, um 1890
Hans Bohrdt, Transatlantiklinie Antwerpen-New York der Red Star Line. Dampfschiff Westernland, um 1890

Variabilder:

Knorr’s Suppen, J. Aberle & Co. Litho. Berlin, um 1890
Knorr’s Suppen, J. Aberle & Co. Litho. Berlin, um 1890

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Orientalin, Druck Aberle & Co., Berlin 1885/90
Orientalin, Druck Aberle & Co., Berlin 1885/90

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Pfeil - unbesiegt, deutsch um 1890/95
Pfeil - unbesiegt, deutsch um 1890/95

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Walter Crane, The Yellow Dwarf (Der gelbe Zwerg), 1878
Walter Crane, The Yellow Dwarf (Der gelbe Zwerg), 1878







Hans Bohrdt, Transatlantiklinie Antwerpen-New York der Red Star Line. Dampfschiff Westernland, um 1890

Hans Bohrdt, Transatlantiklinie Antwerpen-New York der Red Star Line. Dampfschiff Westernland, um 1890

Knorr’s Suppen, J. Aberle & Co. Litho. Berlin, um 1890

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Orientalin, Druck Aberle & Co., Berlin 1885/90

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Pfeil - unbesiegt, deutsch um 1890/95

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Walter Crane, The Yellow Dwarf (Der gelbe Zwerg), 1878

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