Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 22.09.2018 57. Kunstauktion - Bildende Kunst des 16. - 21. Jahrhunderts

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Edvard Munch und Ernst Ludwig Kirchner – in der Münchner Galerie Thomas einander gegenübergestellt

Zu schaffen mit Munch



in der Ausstellung „Edvard Munch – Ernst Ludwig Kirchner“

in der Ausstellung „Edvard Munch – Ernst Ludwig Kirchner“

Ungetrübt war das künstlerische Verhältnis Ernst Ludwig Kirchners zu dem Norweger Edvard Munch mitnichten: „Was habe ich mit Munch zu schaffen?“, platzte es in einem Brief an den Hamburger Landgerichtsdirektor Gustav Schiefler 1924 aus Kirchner heraus, nachdem man ihn und seine Brücke-Mitstreiter wieder und wieder als Nachfahre oder gar Anhängsel des rund eine Generation Älteren bezeichnet hatte. Einen „schwächelnden Hippokonder“, „schwach und schlecht“, ohne „Leben und Sinnlichkeit“ nannte er ihn später, putzte ihn und seine Kunst regelrecht herunter auch gegenüber Freunden und Gönnern wie etwa Schiefler. Nein, mit Munch wollte Kirchner wirklich nichts zu schaffen haben, und abgesehen von einer kurzen Begegnung anlässlich der Kölner Sonderbund-Ausstellung 1912 haben Sie sich weder mündlich noch schriftlich jemals wieder miteinander ausgetauscht.


Dabei offenbart Kirchners harsche kollegiale Kritik nur zu deutlich die künstlerische Verwandtschaft dieser beiden Meister. Pioniere in einer Phase größter künstlerischer Umbrüche, erfolgreich durch das Interesse und die Förderung einer Handvoll Galeristen, Sammler und Mäzene, von vielen Zeitgenossen aber auch unverstanden, verunglimpft, ja verlacht, standen sie oft einsam an der Spitze einer Bewegung. Die Radikalität ihrer Farbgebung, der Zeichnung und des neuartigen Menschenbildes in der Kunst eröffnen mitunter verblüffend enge Bezüge. Sicher nicht zufällig ist auch die Parallelität ihrer Beschäftigung mit der Druckgrafik, deren Erzeugnisse das Bild beider Künstler bis heute weit tiefer im Bewusstsein der kunstinteressierten Öffentlichkeit prägen als etwa bei den französischen Impressionisten.

Gründe genug also, die beiden Künstler einmal gegenüberzustellen. Kein Museum aber, sondern die Münchner Galerie Thomas ist es, die derzeit eine durchaus beachtliche Auswahl aus dem Schaffen von Edvard Munch und Ernst Ludwig Kirchner vereint und miteinander konfrontiert. Dies geschieht in den sechs Rubriken „Portrait“, „Landschaft“, „Selbstportrait“, „Rückzug aufs Land“, „Holzschnitt“ und „Figuren“, was offenbart, dass allein schon thematisch eine enge Übereinstimmung in Art und Zielsetzung der künstlerischen Arbeit des Deutschen und des Norwegers besteht. Besonders bei den frühen Arbeiten Kirchners fällt eine Scheidung von denjenigen Munchs aus dieser Zeit fast schwer. Gerade diese enge Vergleichbarkeit war es ja, die Kirchner so sehr ärgerte. Später wurde Kirchners Stil individualistischer und emanzipierte sich sichtlich von demjenigen Munchs.

Der Galerie Thomas ist die Akquise einer Reihe schöner Gemälde und Papierarbeiten gelungen, etwa Kirchners kantiges und doch einfühlsames Bildnis Nele van de Veldes, der Tochter des befreundeten Architekten Henry van de Velde, aus dem Jahr 1918 oder die aus den mittleren 1920er Jahren stammende „Heuernte“ in leuchtenden Blau-, Gelb- und Grüntönen. Von Munch offeriert das Haus vor allem Inkunabeln der Druckgrafik wie die Farblithografie „Madonna“, den Farbholzschnitt „Mädchen auf der Brücke“ von 1920 oder das berühmte Selbstbildnis mit statisch vor schwarzem Hintergrund aufragendem Kopf aus den Jahren 1895/1906. Die Qualität beider Künstler, das zeigt sich auch in dieser Ausstellung auf beeindruckende Weise, ist auf allerhöchstem Niveau gleichrangig. Ob ein Abhängigkeitsverhältnis, bewusst oder unbewusst, nun bestanden hat oder nicht, ist vor diesem Hintergrund aus heutiger Sicht eigentlich nebensächlich.

Die Ausstellung „Edvard Munch – Ernst Ludwig Kirchner“ ist noch bis zum 23. Februar zu sehen. Die Galerie Thomas hat montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der aufwendig gestaltete und reich bebilderte Katalog kostet 20 Euro.

Kontakt:

Galerie Thomas

Türkenstraße 16

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 29 000 80

Telefax:+49 (089) 29 000 888

E-Mail: info@galerie-thomas.de



05.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 12

Seiten: 1  •  2

Adressen (1)Berichte (6)Variabilder (3)Künstler (2)

Bei:


Galerie Thomas

Bericht:


Nördliches Gipfeltreffen zweier Kunstpioniere

Bericht:


Ernst Ludwig Kirchner in Chemnitz

Bericht:


Erst kam der Druckstock und dann die Staffelei

Bericht:


Kirchners „Rhätische Bahn“ im Museum Folkwang

Bericht:


Grafische Meisterwerke Edvard Munchs in Zürich

Bericht:


Nicht nur Liebe, Tod und Einsamkeit

Variabilder:

Ernst Ludwig Kirchner, Heuernte, 1924-1926
Ernst Ludwig Kirchner, Heuernte, 1924-1926

Variabilder:

in der Ausstellung „Edvard Munch – Ernst Ludwig Kirchner“
in der Ausstellung „Edvard Munch – Ernst Ludwig Kirchner“







Ernst Ludwig Kirchner, Heuernte, 1924-1926

Ernst Ludwig Kirchner, Heuernte, 1924-1926

Ernst Ludwig Kirchner, Portrait Nele van de Velde, 1918

Ernst Ludwig Kirchner, Portrait Nele van de Velde, 1918




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce