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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das vielfältige Angebot der Impressionisten- und Modernenauktion bei Christie’s in London wird durch eine deutsche Privatsammlung mit Werken Emil Noldes ergänzt

Ungemalte Bilder



Emil Nolde selbst beschrieb es einst als inneres Bedürfnis, mit Wasserfarben zu malen. Vor allem in den Jahren 1937 bis 1945 erwies sich dieses Medium als äußerst nützlich, da es Nolde im Nazideutschland verboten war, künstlerisch tätig zu sein, und er Angst hatte, der Geruch der Ölfarben könnte ihn bei seinem fortan geheimen Schaffen verraten. In dieser Zeit entstanden über 1.300 kleinformatige Aquarellgemälde, die er seine „Ungemalten Bilder“ nannte, zum einen, weil sie gar nicht existieren durften und zum anderen, weil er eigentlich beabsichtigte, sie als Vorlagen für spätere Ölgemälde zu verwenden. Einige dieser Aquarelle versteigert Christie’s nun als Teil einer deutschen Privatsammlung im Rahmen der großen Impressionisten- und Moderne-Runde in der kommenden Woche in London.


Am 7. Februar hat Christie’s sie zusammen mit anderen Arbeiten auf Papier ins Programm genommen. Am höchsten dotiert sind dabei Landschaften in leuchtenden Farben aus Noldes nordfriesischer Heimat, so etwa die „Marschlandschaft unter roten Wolken, Utenwarf“ um 1920/25 mit 130.000 bis 190.000 Pfund, wobei die dramatische Farbwahl durch die dominanten Umrisslinien zusätzlich betont wird. Seine gleichaltrige „Marschlandschaft (Bauernhof am Wasser), Utenwarf“ ist dagegen eher in kühleren Tönen gehalten (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). „Marschlandschaft mit Bauernhof“ und „Marschlandschaft (mit drei Häusern)“ zeugen beide von der für Nolde typischen kräftigen Farbigkeit, die hier in übereinanderliegenden, teilweise miteinander verschmelzenden Schichten den Bildaufbau dirigiert (Taxe je 150.000 bis 200.000 GBP).

Auch Noldes Blumenaquarelle versprühen diese muntere, frische Atmosphäre durch ihre satte Farbgebung. Während er mit der absoluten Wirkung der Farben experimentierte, war es Nolde stets wichtig die Bindung an die Natur nicht zu verlieren, was er am besten mit diesen Aquarellen realisieren konnte. Große „Rote Mohnblüten“ strahlen von seinem um 1950 entstandenen Werk entgegen (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP). Lebhaft winden sich „Blaue und gelbe Blüten“ über das Papier, welches für 80.000 bis 120.000 Pfund einen Interessenten erwartet. „Mohnblüten und Sonnenhut“ von circa 1930 scheinen sich regelrecht von rechts ins Bild zu werfen, um sich dem Betrachter in ihrer ganzen Pracht zu zeigen (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Auch andere Künstler unterschiedlichster Strömungen leisten mit Werken auf Papier einen Beitrag zur Auktion. Die charakteristische, flüchtig wirkende Zeichnung „Mann auf dem Bauch liegend“ mit Hand in der Scham von Egon Schiele soll für 300.000 bis 400.000 Pfund verkauft werden. Oskar Kokoschka steuert das ausdrucksstarke Blatt „Mädchenhalbakt, den Rock zwischen den Beinen durchgezogen (Tochter des Gauklers)“ für 120.000 bis 180.000 Pfund bei. Wassily Kandinsky, der lange in Deutschland arbeitete, brachte 1940 seine „Komposition mit weißen Formen“ zu Papier. Amöbenartige, bunt gemusterte Figuren scheinen sich hier jeweils mit weißen Formen zu paaren (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

In der frühen Gouache „Les clowns et la lampe à pétrole (cirque Vollard)“ von 1927 steht ein für Marc Chagall typisches Fabelwesen im Vordergrund (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Seine Vorliebe für Uhren, zwar nicht geschmolzen dafür aber in Blumenoptik, zeigt uns Salvador Dalí in seinem 1937 entstandenen Werk „Reloj floral“ (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). 1928/29 entwarf Sonia Delaunay-Terk verschiedene Bühnenbilder und Kostüme für das Ballet „Vier Jahreszeiten“ von Léonide Massine. In bunten Farben, geometrischer Linienführung und fröhlichem Gestus entwickelte sie vier verschiedene Muster für unterschiedlichen Jahreszeiten (120.000 bis 180.000 GBP). Dunkel und dräuend kommen dagegen die Zeichnungen von Fritz Schwimbeck daher, die ihm häufig als Vorlagen für Buchausgaben von Shakespeare, August Strindberg oder Meyrink dienten. Christie’s kann zehn dieser Nachtszenen aus der Arturo Schwarz Collection anbieten, darunter den „Folterturm“, die „Angst“ oder den „Spuk des Golem“, die alle mit 800 bis 1.200 Pfund angesetzt sind.

In der Hauptauktion der Impressionisten und Moderne am 6. Februar geht Amedeo Modiglianis Ölgemälde seiner Lebensgefährtin Jeanne Hébuterne mit geschätzten 16 bis 22 Millionen Pfund als Favorit ins Rennen. Edel und anmutig sitzt sie dem Betrachter auf einem Stuhl gegenüber. Besonders auffällig ist ihr langer, schlanker und elegant geschwungener Schwanenhals, der dem Portrait im Kontrast zum eher statischen Hintergrund Dynamik verleiht. Gleichzeitig strahlen ihre leeren, blauen Augen zusammen mit ihrer rätselhaften Handbewegung eine gewisse Mystik aus. Das Frauengesicht „Blauer Shawl“ von Alexej von Jawlensky zeugt von einer anderen Ausdrucksform. Als Anhänger des Expressionismus und Mitglied des Blauen Reiter wählte Jawlensky hier bewusst gewagte, kräftige Farben, die er in groben, sichtbaren Pinselstrichen auf den Bildträger brachte, der an einigen Stellen noch hervor scheint (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Pablo Picassos Portrait „Le peintre“ zeigt vermutlich ihn selbst als Maler und noblen Kavalier im Gewand eines Musketiers. In seiner üblichen stilisierten Malweise gibt er damit seine provozierende Antwort auf die Portraits der Alten Meister (Taxe 2,5 bis 4,5 Millionen GBP).

Zwar kann Christie’s nicht ganz mit dem Picasso-Superlos für veranschlagte 25 bis 35 Millionen Pfund bei Sotheby’s mithalten, dafür präsentiert das Auktionshaus wieder eine interessante und reiche Auswahl an Werken des Spaniers. Sein Gemälde „Nu accroupi“ zeigt eine nackte Frau mit dreieckigem Kopf, verkürztem linken Arm und klobigen Füßen vor grünem Hintergrund auf einem weißen Tuch. Zwar erfüllt sie nicht ganz das Schönheitsideal der wohl angestrebten traditionellen Darstellung einer Badenden, hofft aber dennoch für 3 bis 5 Millionen Pfund einen Liebhaber zu finden. Der farbenfrohe, superschnell gemalte „Homme assis“ von 1969 ist abermals als Musketier gekleidet, ein beliebtes Thema bei Picasso (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP). Die ebenfalls späte „Tête d’homme barbu“ von 1965 ist ein bärtiger Mann, akzentuiert mit kräftigen Farben. Das gestreifte Oberteil, das er trägt, sowie die schwarzen Knopfaugen erinnern wiederum an Picasso selbst (Taxe 1,3 bis 1,8 Millionen GBP). Sein 1964 entstandenes Gemälde „Tête d’homme et nu assis“ thematisiert die Beziehung zwischen Künstler und Modell. Während der Kopf des Malers nur durch Punkte, Striche und eine grüne zackige Linie groß ins Bild hineinragt, brachte Picasso den sitzenden Frauenakt mit ausladenden farbigen Pinselstrichen auf die Leinwand (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). „Minotaure aveugle conduit par une petite fille“, ein ebenfalls häufiger wiederholtes Thema, entstand 30 Jahre zuvor und zeugt von einer anderen Malweise Picassos. Die ausdrucksstarke und teilweise kolorierte Zeichnung soll 2,8 bis 3,5 Millionen Pfund erwirtschaften.

Viele kleine Figuren scheinen auf den drei gespannten Leinen in der rechten Bildhälfte zu balancieren. Gleichzeitig kontrastiert der neutrale graue Hintergrund mit den verschiedenen bunten Mustern und Formen, die über die Bildfläche tanzen. Wassily Kandinskys „Balancement“ von 1942 ist eines seiner letzten großformatigen Gemälde (Taxe 5 bis 8 Millionen GBP). Flaggenartige und geometrischen Figuren sowie die diagonale Linienführung in seinem Gemälde „Dicht“ verraten, dass Kandinsky es im April 1929 während seiner Zeit am Bauhaus fertigte. Die Farbgebung entspricht dabei seiner Vorstellung, diese richtig kombiniert den Betrachter auch auf einer psychologischen Ebene anzusprechen (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). „Murnau – Ansicht mit Burg, Kirche und Eisenbahn“ und „Abend im Park“ entstanden beide schon 1909 und stehen noch für die späte figurative Phase am Übergang zur Ungegenständlichkeit. Breite, grobe Pinselstriche und ein stellenweise dicker Farbauftrag kennzeichnen diese beiden Werke, die mit 5 bis 7 Millionen Pfund und 1,5 bis 2 Millionen Pfund dotiert sind.

In Maurice de Vlamincks 1906 entstandenem Werken ist noch deutlich Paul Cézannes Einfluss zu spüren. „Nature morte aux livres et au compotier“ lässt den Betrachter sofort an dessen zahlreiche Apfelstillleben denken (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP). Doch hat Vlaminck wie in seinen gleichaltrigen „Arbres à la maison bleue“ die Farbigkeit fauvistisch gesteigert (2 bis 3 Millionen GBP). Wie Vlaminck gehörte auch Henri Matisse zu den „Fauves“, die die Loslösung vom Impressionismus propagierten. Die lebhafte Collage „La danse“ mit ekstatisch tanzenden, roten Figuren vor schwarzem Hintergrund auf einem grünen Hügel ist eine Nachahmung seines 1910 geschaffenen Gemälde mit dem gleichen Titel; sie soll 2,2 bis 3,4 Millionen Pfund einbringen. Im 1921 entstandenen Ölgemälde „Jeune fille à la mauresque, robe verte“ kombiniert Matisse zwei seiner liebsten Bildthemen: Frauen und Fenster. Der Zusammenklang der einzelnen Farbflächen lässt hier erst die eigentliche Bildaussage erkennen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP).

Im Gegensatz dazu steht die Flüchtigkeit der impressionistischen Werke. So verkörpert zum Beispiel Berthe Morisots „Après le déjeuner“ eine entspannte, lockere Malweise ohne größere zusammenhängende Farbbereiche. Auf dem sommerlichen Gemälde hat eine junge Dame ihren linken Arm leger auf eine Stuhllehne gestützt und den Betrachter etwas melancholisch fixiert (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP). Pierre-Auguste Renoir steuert zwei Gemälde zur Londoner Auktion bei, die in ihrer Malweise unterschiedlicher kaum sein könnten. Während 1878 „L’ombrelle“ in tupfigem Farbauftrag entstand und durch das dargestellte Sonnenlicht beinahe selbst zu strahlen scheint (Taxe 4 bis 7 Millionen GBP), brachte Renoir seine „Baigneuse accoudée“ in weitaus feinerer und zusammenhängender Linienführung vier Jahre später auf die Leinwand. Die erdigen Töne des Bodens, sowie das Blau des Wassers spiegeln sich stellenweise im Körper der Badenden wieder (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Paul Signac wiederum trieb das tupfende Malen mit seinem Pointillismus auf die Spitze. In hauptsächlich violett und rosa gefärbten Flecken präsentiert er uns einen Fluss mit Lastkähnen und Uferpromenade. Der flirrende Eindruck beim Betrachten von „Samois, La Berge, matin“ von 1901 sollte dem Käufer zwischen 1,6 und 2,4 Millionen Pfund wert sein.

Auch die Skulptur hat bei der Auktion am 6. Februar einiges zu bieten, etwa Camille Claudels Bronzeplastik „L’abandon“ von 1886. Während die männliche Figur vor der weiblichen kniet und sie mit seinen Armen stürmisch umschlingt und gleichzeitig auf die Wange küsst, hängt diese fast leblos über ihn gebeugt (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP). Dieses innige Bild der Zweisamkeit zeigt Parallelen zu Auguste Rodins Werk, mit dem Claudel eng zusammenarbeitete, und weist auch auf die private Beziehung der beiden hin. In nahezu perfekt symmetrischer Position sitzt „La nuit, première état“ auf ihrem Sockel und scheint zu schlafen. Diese bronzene Verkörperung der Nacht von Aristide Maillol sucht für 1 bis 1,5 Millionen einen neuen Besitzer. Eine der wenigen vielfigurigen Plastiken Alberto Giacomettis steht ebenfalls zum Verkauf. 1950 entstand „La clairière“ mit neun schlanken, hoch aufragenden, weiblichen Figuren. In verschiedenen Größen stehen sie jeweils auf einem Sockel, die allesamt auf einer großen querrechteckigen Platte angebracht sind. Obwohl kein Schrittmotiv zu erkennen ist und sie im Untergrund verwurzelt scheinen, wirkt es, als würden sie wie ein Heer auf den Betrachter zuschreiten (Taxe 2,5 bis 4 Millionen GBP).

Joan Miró heißt der Star in der Surrealisten-Abteilung, die mit 40 Positionen etwa doppelt so umfangreich ausfällt wie bei Sotheby’s. Seine trotz ihres Titels „L’échelle de l’évasion“ freudige Figurenmalerei auf grobem, ungrundiertem Sackleinen von 1939 nimmt mit 5 bis 8 Millionen Pfund den ersten Platz in der Runde ein. Mirós überlebensgroße schwarze Bronzeskulptur „Femme (Femme debout)“ von 1969 mit verkürzten Armen und überdimensionierter Vagina folgt mit 3 bis 5 Millionen Pfund gleich hinterher. Den zweiten Platz muss sich Miró allerdings mit Paul Delvaux teilen. Während der Belgier seine nackten Frauen sonst meist auf antikischen Plätzen drapiert, müssen seine „Les nymphes des eaux“ von 1938 in die nassen Fluten steigen; einige von ihnen sind darüber nicht so begeistert. Ein für ihn ungewöhnliches Thema hat Delvaux im Juli 1949 verarbeitet: „Ecce homo (La descente de croix)“ ist eine klassische Kreuzabnahme, die allerdings auf einem seiner nächtlichen Stadtplätze spielt und nur von Totengerippen ausgeführt wird (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP).

Zahlenmäßig ist René Magritte mit einem Verhältnis von neun zu sieben Positionen Joan Miró überlegen. Der Belgier tritt allerdings erst bei 2 bis 3 Millionen Pfund mit seinem doppeldeutigen Stillleben und Landschaftsausschnitt „Le plagiat“ von 1940 in den Ring. Auch in seinem Ölgemälde „Tous les jours“ vermischt er zwei Ebenen und führt 1966 eine karge Berglandschaft mit Mund, Nase und zwei Augen eines Gesichts zusammen (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP). Auch einige weniger geläufige Surrealisten hat Christie’s in die Abendauktion aufgenommen, so den Spanier Óscar Domínguez mit seiner nicht allzu wohlwollenden, eher sadistisch veranlagten „Machine à coudre électro-sexuelle“ von 1934/35 (Taxe 1,3 bis 1,8 Millionen GBP) oder die Amerikanerin Kay Sage mit ihrem stillen, graubraunen architektonischen Unort, in dem eine verhüllte Figur leblos steht (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP). Ihr Ehemann Yves Tanguy ist ebenfalls mit von der Partie und steuert die unwirkliche Raumlandschaft „L’Arc volant“ mit amorphen, bunten Steinformen von 1945 bei (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Als Surrealist aus Deutschland macht vor allem Max Ernst mit dem dichten, grünen Pflanzengewirr „Le chant de la grenouilles“ von 1957 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP) oder den Vogelwesen im Eirund „A l’intérieur de la vue“ von 1929 auf sich aufmerksam (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Dass dann auch Konrad Klapheck in der Abendauktion seinen Platz fand, ist ungewöhnlich. Selten hat der Rheinländer mit seinen von der Neuen Sachlichkeit sowie von Duchamp und Picabia inspirierten Maschinenwesen seinen Auftritt bei den großen Auktionen in London oder gar New York. Dennoch kann man seiner konstruierten Duschvorrichtung „Die Frühreife“ von 1959 nicht eine gewisse surrealistische Mehrdeutigkeit und eine unübersehbare erotische Konnotation absprechen. 50.000 bis 80.000 Pfund sollen es für die Leinwand aus dem Jahr 1959 werden.

Die Tagesauktion am 7. Februar wird mit Beständen aus dem Scheringa Museum voor Realisme in der Provinz Nordholland eröffnet, das bis zu dessen großer Pleite im Jahr 2009 dem niederländischen Finanzmann Dirk Scheringa gehörte. Er hatte sich vor allem auf realistische Tendenzen des 20sten Jahrhunderts spezialisiert, die auch in Deutschland zahlreiche Anhänger fanden. So tritt hier etwa Georg Schrimpf mit zwei stillen Bildern von Mädchen vor Häusern von 1924 und 1927 für jeweils 40.000 bis 60.000 Pfund an. Für die in der Neuen Sachlichkeit beliebte Stilllebenmalerei stehen Alexander Kanoldt mit zwei Exemplaren an Topfpflanzen (Taxe je 15.000 bis 20.000 GBP), Auguste Herbin mit seiner von vielen Tüchern umgebenen „Nature morte aux fruits“ von 1937 (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP) oder Otto Schön mit dem Gewirr „Goldlack und Kakteen“ von 1930 (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP). Während sich George Grosz mit seinen „Zwei Frauen“ von 1929 deftig an der nackten Weiblichkeit hält (Taxe 45.000 bis 55.000 GBP), stehen bei dem Franzosen Félix Elie Bonnet, der besser unter seinem Pseudonym Tobeen bekannt ist, nur Männer im Mittelpunkt. Die identisch gekleideten Basken spielen 1912 vor dem Dorf eben Pelota (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP).

Teuerstes Los der Tagesrunde ist bei 350.000 bis 550.000 Pfund Marc Chagalls blau-grünes Stillleben „Les amoureux au bouquet“ um 1950. Weitaus farbenfroher geht es in seinen „Fleurs près de la fenêtre“ von 1926 zu (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Dieser Wert steht auch auf dem Etikett für Alfred Sisleys anämischer, flacher Landschaft „La Seine au bas-Meudon“ um 1865/70. Auch einige Deutsche spielen in den oberen Preisregionen mit, so wieder Emil Nolde mit seiner fast gänzlich im grün-gelb-blauen Farbspiel aufgelösten „Heuwiese“ von 1907 (Taxe 280.000 bis 350.000 GBP), Alexej von Jawlensky mit seiner streng blickenden, in einen Schal gehüllten „Bretonischen Bäuerin“ vor knallrotem Hintergrund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) oder Lyonel Feininger mit seinem Mondaufgang über Bauernhäusern in Neppermin auf Usedom von 1910 (Taxe 220.000 bis 280.000 GBP).

In gleichen Preisvorstellungen liegt Wassily Kandinskys farblich ungewöhnlich zurückhaltender „Tunis-Strand“ von 1905, während seine damalige Lebensgefährtin Gabriele Münter sich für ihre recht identische „Landschaft in Tunis“ mit 60.000 bis 80.000 Pfund begnügen muss. Die Abstraktion spielt im Katalog zahlenmäßig kaum eine Rolle, tritt aber mit zwei Arbeiten prominent hervor: die frühe, aus kurzen Balken in den Grundfarben zusammengesetzte „Compositie no.3“ Bart van der Lecks aus dem Jahr 1916 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP) und Fritz Glarners spätes, aber durchaus vergleichbares, wenn auch kräftiger strukturiertes „Relational Painting Tondo No. 35“ von 1955 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



02.02.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Kira Graser/Ulrich Raphael Firsching

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