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Kunstverein Hannover

Was ist Kunst?



Glänzend und rund, dann auch wieder flach an der Wand, mit Kanten und Ecken, vom Boden in den Raum ragend, real oder abgebildet, mal ganz nah und dann auch wieder in weiter Entfernung, aber immer farbig: So präsentieren sich die Objekte und deren Oberflächen im Kunstverein Hannover. Und um die Oberflächen, die Hüllen, die Haut der Dinge geht es zur Zeit im Kunstverein. „Close Up – Zur Inszenierung von Nahsicht und Oberflächen“, so der Titel der Ausstellung stellt die Frage in den Mittelpunkt, was wird wie und warum ins Bild gerückt und welche Funktion spielt dabei die Oberfläche.



In den Positionen der 24 internationalen Künstler wird deutlich, dass der künstlerische Diskurs seit den 80er Jahren nicht mehr zwischen der Oberfläche und dem Inhalt geführt wird. Die Künstler sind vielmehr an der Visualisierung der Oberfläche selbst interessiert. Sie greifen dazu auf Bildpraktiken des Films, Designs und der Werbung zurück, in denen die nach außen sichtbare Hülle schon immer die wichtigste Stelle innehatte. Gleichzeitig spielen sie mit der klassischen Wahrnehmungskonstanten wie Ganzheit, Panorama oder Zusammenhang: oft wird der Ausschnitt so klein gewählt, das Auge so nah an das Objekt geführt - eben wie beim Close Up -, dass Betrachter und Kunst miteinander zu verschmelzen scheinen.

So ordnet Adrian Schiess leicht gewellte Platten, die durch ihre rosa Farbe an menschliche Haut erinnern, als langgezogenes Rechteck auf dem Boden an. Sie könnten ein Teil eines größeren Zusammenhangs sein, der aber nicht erkennbar ist. Gleichzeitig entschwinden die Platten im Raum und scheinen damit eine Reminiszens an das Ganze zu geben. Dass das Gesicht der Spiegel der Seele sei, hinterfragt Inez van Lamsweerde mit ihren digital verfremdeten Portraits und Ugo Rondinone verbindet in den Fotografien sein eigenes weiß geschminktes, schnurrbärtiges Gesicht mit dem Körper einer Frau.

Mit Close Up stellt Stephan Berg, der seit diesem Jahr neuer Leiter des Kunstvereins Hannover ist, sein neues Konzept vor. Der 41jährige Kunsthistoriker und Germanist, der in den vergangenen zehn Jahren dem Freiburger Kunstverein vorstand, möchte, dass sein Haus sich öffnet, möchte Kunst zeigen, die sich mit den „Zumutungen der Welt“ auseinandersetzt. Nach draußen ist also Stephan Bergs Blick gewandt, hin zur Realität, zum dem was aktuell in der Diskussion steht. Offener und spekulativer soll das Programm werden.

Hier schlägt er andere Wege ein als sein Vorgänger Eckhard Schneider, der die Idee der reinen, der für sich stehenden Kunst propagierte. Schneider wollte vor dem Hintergrund einer zunehmend medialisierten, virtuellen Welt der Kunst die Aura des Originals, des Einzigartigen und Unwiederholbaren geben und ließ oft Künstler eigens für einen speziellen Raum konzipierte Kunst erstellen. So stellte Schneider zu EXPO 2000 in Hannover den Glas- und Lichtpavillon von Gerhard Merz am Hauptgüterbahnhof in Hannover aus. Die mit 7319 Leuchten bestückte Arbeit bezog sich kunstimmanent auf ein Schlüsselwerk der Moderne, dem 1929 gebauten Barcelona-Pavillon von Ludwig Mies van der Rohe.

Von dem roten Faden der großen monografischen Einzelausstellungen, der in den letzten Jahre mit Walter Stöhrer, Richard Long, Franz Erhard Walther, Tony Oursler oder Marina Abramovic etablierte Namen aufzuwarten hatte, möchte Stephan Berg abweichen: „Um den Nukleus einer thematischen Ausstellung, die jeweils versucht, kunstimmanente und kulturell-gesellschaftlich relevante Fragen miteinander zu verbinden, ordnen sich Einzelpräsentationen wie Satelliten, die zu dem Hauptthema in einer unmittel- oder mittelbaren Beziehung stehen. Statt um das einzelne Ereignis, geht es um Zusammenhänge, statt um Isolierung geht es um Kontextualisierung. Der Besuch der Kunstvereinsausstellungen wird so zum work in progress mit strukturell und notwendig offenem Ende.“

Berg interessiert dabei ganz besonders die Frage, wie heute etwas noch Kunst sein kann, wenn alles Kunst sein kann. Gerade hier will sich Berg auch um junge Kunst bemühen, die noch nicht gesetzt ist, und sieht in diesem Punkt die Konkurrenz mit der Kestner-Gesellschaft und Sprengel Museum als positiv und stimulierend. Für junge Akademie-Künstler plant Berg eine Ladengalerie anzumieten, die dann alle zwei bis drei Wochen neu bespielt werden soll.

Sein Verein blickt dagegen auf eine lange Tradition zurück. 1832 wurde der „Kunstverein für das Königreich Hannover“ mit dem Ziel der Förderung und Verbreitung der bildenden Künste gegründet. Bereits ein Jahr später fand die erste Ausstellung im Palais von der Schulenburg statt. Über 20 Jahre hinweg präsentierte der Kunstverein seine Veranstaltungen in Privathäusern des Bürgertum, dessen Bildungsanspruch Motor und Basis des Vereins war. Seit 1856 residiert der Kunstverein im ersten Stock des von Conrad Wilhelm Hase gebauten Künstlerhauses in der Sophienstraße 2. Der historisierende gelbe Backsteinbau mit seinen vorgeblendeten Rundbögen und großen Oberlichtsälen war als Museum für Kunst und Wissenschaft konzipiert.

1905 zählte die Institutionen, die als einer der ältesten Kunstvereinen in Deutschland gilt, fast 12.000 Mitgliedert. Heute sind neben dem Kunstverein auch ein kunstorientiertes Programmkino und ein Theater im Künstlerhaus untergebracht. Der Verein zählt rund 1.000 Mitglieder und hat mit den Personalkosten eingerechnet einen Jahresetat zwischen 1,4 und 1,8 Millionen Mark je nach Ausstellungsaufwand zur Verfügung. Knapp 30% der Fördermittel für niedersächsische Kunstvereine wendet die Kulturförderung des Landes Niedersachsen für die Mitfinanzierung des Kunstvereinsjahresprogramms auf. Hannover gehört zusammen mit den Kunstvereinen in Köln, Düsseldorf, Stuttgart, München und Hamburg zu mitgliedstärksten und bedeutendsten in Deutschland.

Für 2001 sind noch vier weitere Ausstellungen geplant. Die Sommerwochen von Ende Juni bis Ende Juli gehören Hannes Kater und Bjørn Melhus, den Preisträgern des Kunstvereins Hannover. Das Kernthema für dieses Jahr bildet die Untersuchung der Zusammenhänge, Schnittstellen und Differenzen zwischen den Bereichen Architektur, Skulptur und Modell. Um den Nukleus der thematischen Gruppenausstellung „Archisculptures“ gruppieren sich die Einzelausstellungen von Stephan Huber – ihm geht es um das Verhältnis von Modell und Wirklichkeit – und Dan Peterman, der zu den produktivsten Grenzgängern im Bereich sozialer und selbstbestimmter Plastik gehört. Außerdem lädt der Kunstverein viermal im Jahr zum „Blind Date“ ein. Bei dieser Reihe werden einem Künstler für jeweils einen Abend die Räume des Vereins zur Verfügung gestellt, mit denen er ohne Einschränkung umgehen kann. Den Anfang macht am 15. März Werner Reiterer.

Die Mitgliedschaft im Kunstverein Hannover bietet neben der ideellen Unterstützung auch einige finanzielle Vorteile. Zum freien Eintritt und verschiedenen Ermäßigungen kommen Leistungen wie Mitgliederzeitschrift, Einladungen zu Veranstaltungen und die Benutzung der Präsenzbibliothek und des Archivs oder Beratung in künstlerischen Fragen. Außerdem bietet der Kunstverein für seine Mitglieder Kunstreisen an. Im September 2001 wird es zur Biennale nach Venedig gehen. Neben den Katalogen erstellt der Verein zu einigen Ausstellungen auch Editionen, so beispielsweise zur Installation von Stephan Huber „7,5-Zi.-Whg. f. Künstler, 49 J.“, die zur Eröffnung am 31. März vorliegen soll.

Kontakt:

Kunstverein Hannover

Sophienstraße 2

DE-30159 Hannover

Telefax:+49 (0511) 16 99 278 278

Telefon:+49 (0511) 16 99 27 80



01.03.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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