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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte und neuere Grafik bei Bassenge in Berlin

1175 Lithografien



Hieronymus Bosch, Das Jüngste Gericht

Hieronymus Bosch, Das Jüngste Gericht

Einige schwergewichtige Gemäldewiedergaben berühmter Meister stechen bei den ältesten Niederländern auf der großen Druckgrafikauktion bei Bassenge in Berlin ins Auge. An erster Stelle ist hier ein rund fünfzig Zentimeter breiter Kupferstich mit einer triptychonartigen Darstellung des Jüngsten Gerichts nach Hieronymus Bosch zu nennen. Die originale Vorlage ist, wie so vieles von dem rätselhaften Fantasten, heute verschollen, umso höhere Bedeutung besitzt dieses in vorliegender Form einmalige, von Hieronymus Cock und Michael Snyders gestochene Blatt. Es war vor elf Jahren sogar in der großen Bosch-Ausstellung in Rotterdam ausgestellt; nun steht es für 60.000 Euro zu Gebot. Noch zwei weitere nicht mehr nachweisbare Boschs sind durch Kupferstiche des Verlegers Cock überliefert: der heilige Martin samt Pferd auf einem Boot vor einer befestigten Stadt am Meer sowie die Genreszene „Der Fastnachtsdienstag“. Letzteres bietet Bassenge gleich in zwei Varianten an: einer aus dem Jahr 1567 von Pieter van der Heyden (Taxe 7.500 EUR) und einer etwas späteren von Jaspar de Isaac, die sich wohl weniger eng an die Bosch’sche Vorlage hält. Sie ist daher mit 4.500 Euro auch etwas günstiger taxiert.


Auch Pieter Bruegel d.Ä. verdankte seine weitere Verbreitung einer Reihe von Grafiken aus dem Hause Cock, von denen „Der Alchemist“ und „Die Kirmes am St. Georgstag“ in einer Radierung von Joannes und Lucas van Doetecum aus der Zeit um 1561 für 24.000 Euro und 22.000 Euro angeboten werden. Zu den Hauptwerken des Kupferstechers Hendrick Hondius gehört eine Landschaft mit Bauersleuten und Pferdefuhrwerken von 1639, die sich gestalterisch eng an die Brueghel-Schule anlehnt (Taxe 7.500 EUR). Aus der gleichen Zeit stammen Jan van Londerseels Landschaft mit einem brutalen Raubüberfall auf eine Gruppe Reisender und Isaak Majors 1622 datierte Felslandschaft mit dem heiligen Hieronymus samt Löwen, basierend auf Gemäldevorlagen von David Vinckboons und Roelant Savery (Taxen 4.000 und 4.500 EUR). Rätsel gibt ein Blatt des in der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhunderts tätigen Isaac Duchemin auf: Eine Horde wild gewordener Esel macht sich darauf über die Instrumentarien eines Gelehrten her, derweil mehrere Menschen offenkundig mehr oder weniger hilflos diesem Treiben ausgeliefert sind. Der 1612 datierte Kupferstich ist sehr selten, mit 4.500 Euro aber dennoch moderat angesetzt. Anspruch auf Originalität kann ferner Wenzel Hollars Stillleben „Muff, Tuch und Maske“ beanspruchen, für seine Entstehungszeit um 1645 ein ungewöhnlich modern wirkendes Arrangement (Taxe 4.500 EUR).

Unter den umfangreicheren Konvoluten ist besonders Aegidius Sadelers II. sechsteilige Mappe mit den zwölf Monaten nach Paul Bril zu nennen, als klassische Landschaften gebildet und durch die Tierkreiszeichen am Himmel ergänzt (Taxe 12.000 EUR). Berühmtheit für ihren reichen allegorischen Gehalt besitzt auch Sadelers Gedächtnisbild für den deutschen Maler Bartholomäus Spranger samt Gattin aus dem Jahr 1600, noch zu Lebzeiten des von Tod, Zeit und Ruhm umringten, lässig Lagernden geschaffen (Taxe 7.500 EUR). Aegidius’ älterer Bruder Raphael Sadeler d.Ä. erstellte 1588 eine Wiedergabe von Joos van Winghes Gemälde „Allegorie auf den Überfluss, die Wollust und die Dummheit“, ebenfalls ein Höhepunkt der manieristischen Kupferstichgrafik aus den Niederlanden (Taxe 12.000 EUR). Bei der figürlichen Grafik beeindruckt ferner Jan Harmensz Mullers plastische Wiedergabe von Cornelis Cornelisz van Haarlems manieristischem Gemälde „Arion auf einem Delphin reitend“ aus dem späten 16ten Jahrhundert. Wiederum an Spranger orientierte er sich bei seiner statuengleichen Darstellung „Amor und Psyche“ von circa 1600 (Taxen je 7.500 EUR).

Albrecht Dürer als Hauptvertreter der deutschen Druckgrafik der Frührenaissance ist unter anderem mit dem „Kleinen Kurier“ um 1496 (Taxe 13.500 EUR), dem bekannten „Wappen mit dem Totenkopf“ aus dem Jahr 1503 (Taxe 10.000 EUR) und „Christus am Ölberg“ von 1515 für 12.000 Euro vertreten. Von Rembrandt gibt es etwa seine „Sitzende Frau mit den Füßen im Wasser“ aus dem Jahr 1658, eine der Inkunabeln seiner geradezu vorimpressionistischen Druckgrafik (Taxe 60.000 EUR). Keine zehn Zentimeter in der Höhe misst seine 1644 entstandene „Landschaft mit der Hirtenfamilie“, ist aber mit 12.000 Euro ebenso hoch bewertet wie die bekanntere Verbildlichung des Gelehrten „Faust“ in Betrachtung eines in seiner Stube aufscheinenden magischen Zeichens um 1652. Eine Weiterentwicklung der Rembrandtschen Radiertechnik bedeutet Michael Willmanns großformatige „Mariä Himmelfahrt“ aus dem Jahr 1683. Vorlage war ein von Willmann selbst im selben Jahr für die Abteikirche Leubus bei Warschau vollendetes Altarbild (Taxe 12.000 EUR).

Damit ist zugleich die Druckgrafik des Spätbarock und Rokoko erreicht. Gefälliges wie eine besonders schöne Dresden-Ansicht Bernardo Bellottos mit der Alles überragenden Frauenkirche aus dem Jahr 1749 für 18.000 Euro dominiert hier. Virtuos spielte Giovanni Battista Tiepolo 1740/43 in seinem Deckengemälde „Die heilige Jungfrau erscheint dem heiligen Simon Stock“ auf der Klaviatur spätbarocker Inszenierungskunst. Sohn Giovanni Domenico Tiepolo übertrug diese noch heute in der Scuola dei Carmini in Venedig zu bewundernde Bilderfindung 1753 in eine Radierung (Taxe 12.000 EUR). Tragikomische Züge trägt Jean-Honoré Fragonards 1778 gedruckte Radierung „L’Armoire“ mit einem ertappten Liebespaar: Der Liebhaber einer jungen Frau klettert gerade aus einem Schrank heraus, in dem er nach Meinung der erboster Eltern wohl nichts zu suchen hat (Taxe 4.000 EUR).

Den Übergang ins 19te Jahrhundert und zugleich in die frühe Moderne markiert das diesmal besonders reich vertretene Œuvre Francisco de Goyas. Aufmerksamkeit beansprucht bereits eine schöne Ausgabe der „Caprichos“ von 1799 für 12.000 Euro. Hier verbirgt sich auch das Hauptlos der ganzen Auktion: 80.000 Euro sollen seine achtzig Radierungen der „Desastres de la Guerra“ kosten, jene für ihre Schonungslosigkeit berühmte Schilderung der brutalen Zustände und Begebenheiten während der spanischen Kämpfe 1810/14 – und zugleich so brisant, dass Goya sie selbst zu Lebzeiten nie veröffentlichen konnte. Erst 1863 kamen sie heraus. Komplett erhalten ist sie heute außerordentlich selten. Freunde von Kunst und Kunsttheorie der deutschen Romantik werden sich vielleicht über die Offerte von Philipp Otto Runges „Farben-Kugel oder Construction des Verhältnisses aller Mischung der Farben…“ in einer der seltenen Erstausgabe von 1810 freuen (Taxe 20.000 EUR).

Nicht weniger als 266 Blätter enthält das „Druckgraphische Werk“ des deutschen Biedermeierkünstlers Ludwig Emil Grimm, in insgesamt 24 Mappen unterschiedlicher Themen zusammengefasst (Taxe 9.000 EUR), und rund 1175 sind es bei einem Konvolut von Johann Nepomuk Strixner und Ferdinand Piloty d.Ä.: Zwischen 1810 und 1816 nahmen diese beiden Künstler einen Teil der Zeichnungen Alter Meister aus der Sammlung des bayerischen Königshauses auf. Auch andere Künstler der Münchner Szene machten bei lithografischen Großprojekt mit, etwa Domenico Quaglio und Josef Karl Stieler (Taxe 18.000 EUR). Elf Aquatintaradierungen sind es bei Karl Friedrich Schinkels „Decorationen auf den beiden Königlichen Theatern in Berlin“ in einer Ausgabe von 1821. Schillers „Jungfrau von Orléans“ oder Gaspare Spontinis Oper „Die Vestalin“ wurden von dem Architekten ausgestattet (Taxe 7.500 EUR). Ein romantisch-landschaftliches Einzelblatt bietet Carl Blechen in Form eines 1823 radierten „Klosters im Walde“ für 9.000 Euro, und schon in den Symbolismus weist Jan Toorops Farblithografie „Panis Angelicus“ von 1894/95 (Taxe 2.400 EUR).

Aus dem Nachlass des im vergangenen Frühjahr verstorbenen Theatermannes Ivan Nagel bietet Bassenge gut 120 weitere Druckgrafiken von teils herausragender Qualität an. Im Mittelpunkt steht auch hier wieder Francisco de Goya. Seine „Caprichos“ in einem Exemplar der zahlenmäßig sehr geringen zweiten Auflage von 1855 steht diesmal für 45.000 Euro zur Disposition, außerdem für 12.000 Euro die 33 Radierungen der „Tauromaquia“ von 1816. Einige schöne Blätter bietet erneut der Manierismus insbesondere westeuropäischer Provenienz, etwa von dem Franzosen Jacques Bellange die „Madonna mit dem Spinnrocken“ um 1615 oder von Hendrick Goltzius den kontrastreichen Clais-obscur-Holzschnitt „Herkules und Cacus“ von 1588 für jeweils 9.000 Euro. Als Einzelblätter aus dem Klassizismus stechen besonders zwei britische Erzeugnisse hervor: das Schabkunstblatt „An Iron Forge“ von Richard Earlom aus dem Jahr 1773 nach einem Gemälde von Joseph Wright of Derby sowie James Barrys 1777 geschaffene Aquatintaradierung „Hiob von seinen Freunden ermahnt“, jeweils mit 3.000 Euro taxiert.

Die Auktion beginnt am 29. November um 10 Uhr. Die Besichtigung findet bis zum 27. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 28. November für auswärtige Besucher von 10 bis 17 Uhr statt. Der Internetkatalog ist unter www.bassenge.com abrufbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



27.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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