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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Kunsthandwerk bei Schloss Ahlden

Blumen auf dem Kabinett



Johann Joachim Kändler, Eichelhäherpaar, um 1740

Johann Joachim Kändler, Eichelhäherpaar, um 1740

Die kommende 155. Versteigerung des niedersächsischen Unternehmens Schloss Ahlden ist wieder eine der umfangreichsten Auktionen der Herbstsaison im deutschsprachigen Raum: Mehr als zweitausend Losnummern listet der Katalog. Den weitaus größeren Teil davon nimmt wie gewohnt das Kunsthandwerk ein, in welchem Bereich Schloss Ahlden zu den profiliertesten und zugleich breitest aufgestellten Anbietern im hohen Norden gehört. Vor allem das frühe Meißner Porzellan beeindruckt wieder mit einer Fülle erlesener Gefäße und Figuren, darunter einem tanzenden Tiroler Bauern von Johann Joachim Kändler um 1740 für 18.000 Euro, den zwei Figuren „Malabare und Malabarin“ von Friedrich Elias Meyer um 1750 für 18.500 Euro und den beiden Kändler-Tieren eines Amazonas-Papagei und Bologneser-Hund von circa 1735 und 1750 für 24.500 und 19.500 Euro. Unübertrefflich aber ist das Paar Eichelhäher auf Baumstümpfen, über deren einen sogar noch ein Eichhörnchen huscht. Auch dabei handelt es sich um ein Werk des Meißner „Chefdesigners“ Kändler, für das nicht weniger als 95.000 Euro verlangt werden. Derselben Hand entstammt auch das Paar eines Mohren und eines Polen jeweils mit einem sich aufbäumenden Pferd von etwa 1750 für 45.000 Euro.


Zu den schönsten Stücken des Gebrauchsgeschirrs gehören am 24. und 25. November eine monochrome weiße Deckelvase aus Böttgersteinzeug nach Entwurf Johann Jakob Irmingers aus den späten 1710er Jahren (Taxe 34.000 EUR) und eine etwas jüngere, goldstaffierte Böttger-Teekanne mit reliefierten Chrysanthemenzweigen für 28.000 Euro. Anna Elisabeth Auffenwerth hat um 1730 einen Meißner Becher mit einem festlich gekleideten Paar beim Kartenspiel im Park dekoriert (Taxe 12.500 EUR). Diesen Preis verlangt zudem eine Deckeldose mit Kauffahrteiszenen von Christian Friedrich Herold um 1735. Neben Meißen haben es die anderen Porzellanmanufakturen schwer. Allein eine große, bunt mit Blumen staffierte Deckelterrine aus Fürstenberg um 1800 (Taxe 1.400 EUR) und eine blau-goldene Amphorenvase aus Sèvres, auf der Taxile Maximin Doat um 1873/81 Frauengestalten in alter Kostümierung teils bei der Arbeit in pâte-sur-pâte-Dekor aufgebracht hat, heben sich aus dem Angebot heraus (Taxe 3.500 EUR).

Weniger Spitzenstücke als sonst bietet das Silber. Nur für zwei barocke Deckelhumpen des späteren 17ten Jahrhunderts, der eine von dem Augsburger Johann Jebenz mit Neptun und mehreren musizierenden Nereiden, der andere von dem Danziger Peter Rohde II. mit stark reliefierten Fruchtgirlanden, werden hohe Preise von bis zu 19.500 Euro erwartet. Aus Augsburg gibt es noch eine Schauplatte mit Imperatorenköpfen und Kriegsgerät von Jacob Warnberger I. um 1680/90 für 7.500 Euro, zu der sich eine vergoldete Präsentierschale ebenfalls mit Herrscherköpfen von Johann Jakob Bruglocher II. gesellt (Taxe 9.500 EUR), aus Braunschweig eine elegant geschwungene, große Zuckerdose von Georg Matthias Eimbcke um 1730 für 12.000 Euro und aus Nürnberg einen Römer mit Barockblumen von Dietrich Holdermann um 1590/1600 (Taxe 4.500 EUR).

Ein prächtiger Abendmahlkelch aus unbekannter Hand um 1610 mit mehreren Stifterwappen des polnischen Adels könnte sich jedoch mit Rücksicht auf seine hohe handwerkliche Qualität von 8.500 Euro aus noch hocharbeiten. Schon in die 1920er Jahre datieren ein von Max Buchwald in Lübeck aus Silber, Ebenholz, Elfenbein, Halbedelsteinen und Alabaster aufwändig gestalteter Tafelaufsatz, der in seiner Formensprache Ideen der Renaissance aufgreift (Taxe 2.800 EUR), und ein elegant in reduzierten Formen und Materialien angelegtes Kaffee- und Teeservice von Adolf Mogler aus Heilbronn (Taxe 3.800 EUR). Bedeutendstes Möbelstück ist ein Antwerpener Kabinettschrank in hochbarocken Formen um 1670 mit marmorierten Schildpatteinlagen und gemalten Blumenstillleben für 48.000 Euro.

Unter den Altmeistergemälde zieht eine Werkstattarbeit Peter Paul Rubens’ große Aufmerksamkeit auf sich. Es zeigt die Übergabe des Kopfes des kalydonischen Ebers, der als Untier das ganze Land verwüstet hat, durch Meleager an Atalante, konzentriert sich aber nur teilweise auf diese Begebenheit im Vordergrund, denn dahinter scheinen weiterhin ein Trompetenbläser und vor allem das verzerrte Gesicht einer erzürnten Furie mit Schlangenhaaren auf. Um 1616 entstand diese Leinwand, von der mehrere Versionen unter anderem im Metropolitan Museum in New York und in den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel aufbewahrt werden. Bereits 1716 wurde die eineinviertel Meter hohe Leinwand auf einer Auktion in Amsterdam versteigert, heute befindet sie sich in einer französischen Privatsammlung und ist mit 35.000 Euro taxiert.

Weitere qualitätvolle Altmeistergemälde sind ein Vierjahreszeitenzyklus aus der Werkstatt von Jacopo da Ponte, besser bekannt als Jacopo Bassano, der aus einer Berliner Privatsammlung eingeliefert wurde (Taxe 48.000 EUR), und Giovanni Bernardino Azzolinos großformatiges Gebet eines Fürsten vor der Erscheinung eines heiligen Bischofs, die mit einer Szene aus der „Anghiari-Schlacht“ von 1440 im Hintergrund kombiniert ist (Taxe 12.000 EUR). Bei den Neueren Meistern gibt es vor allem Gefälliges aus Heim und Hof wie Bernhard Mühligs „Versteigerung in einem sächsischen Dorf“ aus den 1850er Jahren, Marc Louis Benjamin Vautiers ebenso verhaltenes „Begräbnis auf dem Lande“ von 1872, Heinrich von Zügels „Schafherde im Schnee“ von 1896 oder Anton Braiths „Jungvieh an der Tränke“ vom Sommer 1888 für jeweils 18.500 Euro. Zwei kleine Ölskizzen Carl Spitzwegs, ein Angler an herbstlichem Ufer auf Leinwand und ein Mönch in schrundiger Felslandschaft auf der einem Zigarrendeckel, hängen für jeweils etwa 25.000 Euro zur Verfügung.

Als 18jähriger beschäftigte sich Anselm Feuerbach mit dem Stoff des geflügelten Pferdes Pegasus, auf dessen Rücken sich Gott Bacchus schwingt, um mit ihm von der Erde hinnen und in den Götterhimmel zu fliegen. Damals, um 1847, lernte Feuerbach gerade an der Düsseldorfer Akademie, die kleine Ölstudie ist nun für 12.000 Euro zu haben. Eine winterliche Berglandschaft mit dick verschneiten Tannen im Vordergrund tauchte Ivan Fedorovic Choultsé in jenes überaus rotstichige Abendlicht, das er aus seiner russischen Heimat kannte und mit nach Westeuropa brachte (Taxe 25.000 EUR). Als Toplos der jüngeren Malerei prangt Edward Cucuels „Am Strand“ mit einer eleganten jungen Frau bei der sinnenden Betrachtung eines sommerlich beschienenen Sees, mit 95.000 Euro freilich sehr selbstbewusst bewertet. Dicht dahinter, bei 85.000 Euro, folgt David Burljuks kubo-expressionistischer „Puppenspieler“, um 1930 entstanden und das Hauptwerk der klassischen Moderne bei Schloss Ahlden.

Die Auktion beginnt am 24. November um 11 Uhr mit Silber, Glas, Metalle, Keramik, Porzellan und Asiatika und wird am 25. November um 11 Uhr mit den Gemälden, Möbeln und Einrichtungsgegenständen fortgeführt. Die Besichtigung ist bis zum 22. November täglich von 13 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1

DE-29693 Ahlden

Telefon:+49 (05164) 80 100

Telefax:+49 (05164) 522

E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de



19.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


24.11.2012, Antiquitäten & Moderne Kunst

Bei:


Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Kunstwerk:

Marc Louis Benjamin Vautier, Begräbnis auf dem Lande, 1872
Marc Louis Benjamin Vautier, Begräbnis auf dem Lande, 1872

Kunstwerk:

Carl Breitbach, Kartoffelernte an einem See in der Mark, um 1886/89
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Kunstwerk:

Anselm Feuerbach, Auf dem Pegasus reitender Bacchus, um 1847
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Adrian Ludwig Richter, Junges Paar in einem Türbogen, wohl um 1850/57
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Kunstwerk:

Bernhard Mühlig, Versteigerung in einem sächsischen Dorf, 1850er
 Jahre
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Kunstwerk:

Johann Anton Castell, Andacht der Bergbauern, 1849
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Kunstwerk:

Giovanni Bernardino Azzolino, Die Anghiari-Schlacht
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Peter Paul Rubens und Werkstatt, Meleager überbringt Atalante den Kopf des kalydonischen Ebers, um 1616

Peter Paul Rubens und Werkstatt, Meleager überbringt Atalante den Kopf des kalydonischen Ebers, um 1616

Taxe: 35.000,- EURO

Losnummer: 1162

Peter Rohde III, Peter Rohde II, Deckelhumpen, Danzig um 1670

Peter Rohde III, Peter Rohde II, Deckelhumpen, Danzig um 1670

Taxe: 19.500,- EURO

Losnummer: 162

 Porzellanmanufaktur Meißen, Teekanne, Meißen, um 1725

Porzellanmanufaktur Meißen, Teekanne, Meißen, um 1725

Taxe: 28.000,- EURO

Losnummer: 630

Adolf Mogler, Kaffee- und Teeservice, Heilbronn um 1925

Adolf Mogler, Kaffee- und Teeservice, Heilbronn um 1925

Taxe: 3.800,- EURO

Losnummer: 198

 Porzellanmanufaktur Meißen, Christian Friedrich Herold, Deckeldose, um 1735

Porzellanmanufaktur Meißen, Christian Friedrich Herold, Deckeldose, um 1735

Taxe: 12.500,- EURO

Losnummer: 595

Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Chinese mit Tablett, um 1745

Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke, Chinese mit Tablett, um 1745

Taxe: 9.500,- EURO

Losnummer: 580

Georg Matthias Eimbcke, Zuckerdose, Braunschweig um 1730

Georg Matthias Eimbcke, Zuckerdose, Braunschweig um 1730

Taxe: 12.000,- EURO

Losnummer: 146

 Porzellanmanufaktur Meißen, Kumme, Meißen, um 1730

Porzellanmanufaktur Meißen, Kumme, Meißen, um 1730

Taxe: 6.500,- EURO

Losnummer: 628

 Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Friedrich Eberlein, Johann Gottlieb Ehder und Peter Reinicke, Anbieteplatte, um 1759

Porzellanmanufaktur Meißen, Johann Friedrich Eberlein, Johann Gottlieb Ehder und Peter Reinicke, Anbieteplatte, um 1759

Taxe: 4.800,- EURO

Losnummer: 583

Carl Spitzweg, Der Angler

Carl Spitzweg, Der Angler

Taxe: 23.000,- EURO

Losnummer: 1233

Deckelterrine, Porzellanmanufaktur Fürstenberg, um 1800

Deckelterrine, Porzellanmanufaktur Fürstenberg, um 1800

Taxe: 1.400,- EURO

Losnummer: 538

Carl Spitzweg, Sitzender Mönch in felsiger Landschaft

Carl Spitzweg, Sitzender Mönch in felsiger Landschaft

Taxe: 26.000,- EURO

Losnummer: 1234




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