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Zeitreise in die wilden Sixties: Der Hamburger Kunstverein entdeckt das Werk der aus Österreich stammenden New Yorkerin Kiki Kogelnik neu. Pop Art, Konsumkritik und Feminismus treffen auf die Ästhetik des Weltraumzeitalters

Einmal Zukunft und zurück



Manchmal tun sich in der Kunstgeschichtsschreibung so genannte „Missing Links“ auf, die gefüllt werden wollen. In den letzten Jahren richtete sich daher das Augenmerk einiger Ausstellungsmacher auf die in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen der 1960er Jahre, die im gleichen Zeitfenster wie ihre berühmten männlichen Pop Art-Kollegen Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Claes Oldenburg agierten und oft auch mit diesen befreundet waren. Während diese jedoch zu Stars des Ausstellungsbetriebs und des Kunstmarkts avancierten, fristete das Werk vielversprechender weiblicher Protagonistinnen lange Zeit eher ein Nischendasein: geschätzt von Insidern, protegiert von wenigen Kennern, dem breiteren Publikum jedoch nahezu unbekannt. Einige wichtige Ausstellungen in den letzten Jahren etwa zum Werk von Sister Mary Corita Kent, Yayoi Kusama oder zuletzt 2011 Evelyne Axell im Kunstverein Hamburg trugen dazu bei, die Aufmerksamkeit auf einige bislang übersehene Namen zu lenken.


Jetzt widmet der Kunstverein Hamburg der 1962 nach New York gezogenen Österreicherin Kiki Kogelnik (1935-1997) erstmals in Deutschland eine große Einzelausstellung mit rund 90 Arbeiten. Die in Graz geborene Kogelnik wurde in den 1950er Jahren in Wien ausgebildet. Nachdem sie zunächst im Stil des Informel gearbeitet hatte, nahm ihre Karriere in New York eine entscheidende Wendung. Der zweischneidige Fortschrittsglaube des Weltraumzeitalters und das Aufkommen neuer Materialien wie Plastikfolie, Sprühfarbe oder Faserschreiber schlugen sich von nun an in ihrer Kunst nieder. Kiki Kogelnik war einerseits fasziniert von Spielzeugrobotern, die sie auch sammelte, Maschinen und technischen Apparaten. Andererseits sah sie die menschliche Freiheit von ihnen bedroht.

Es entstanden dem damaligen Zeitgeist entsprechende Bilder mit klaren, kräftigen Farben, präzisen Umrissen und technoid-haptischen Oberflächen. Kiki Kogelnik malte vorzugsweise mit Schablonen und Rastern. Sie benutzte wiedererkennbare Elemente, die sie zu optisch verführerischen Bildkompositionen zusammenfügte. Fragmente menschlicher Körper tauchen auf: Beine, stilisierte, unifarbene und kopflose Torsi, aber auch Phalli, Knochen oder Totenköpfe. Dann immer wieder Hände, manche davon, mit einer charakteristischen Armbanduhr versehen, stellvertretend für die Hand der Künstlerin. Bald darauf folgte ein weiterer konsequenter Schritt: Kiki Kogelnik legte den Pinsel beiseite und griff zur Schere. Sie bat jetzt Künstlerfreunde und Bekannte, sich auf Packpapier auf den Boden zu legen, zeichnete die Umrisse nach und schnitt die Körperfiguren aus. Manche dieser auf Vinylfolie übertragenen Umrisse hing sie schlaff über Kleiderbügel. Zwei dieser „Hangings“ sind auch in Hamburg zu sehen.

Die frisch und ungemein präsent wirkenden Arbeiten Kiki Kogelniks werden in Hamburg auf Wänden präsentiert, die mit Silberfolie beklebt sind. Somit spiegeln sich die Besucher und blicken auf ihre diffusen Silhouetten. Psychologische Effekte der Eigen- und Fremdwahrnehmung sind hier durchaus beabsichtigt. „In meinen Bildern geht es hauptsächlich um die Darstellung eines künstlichen Menschen“, hat Kiki Kogelnik einmal gesagt. Die Bedrohung der individuellen Freiheit im Konsum- und Markenzeitalter, der Verlust von Körperlichkeit angesichts der Allgegenwart von Maschinen und Themen wie Mobilität und Fortschrittsglauben sind die Pole, zwischen denen sich Kogelniks Kunst bewegt. Dass sie den Fortschritt jedoch als durchaus ambivalente Angelegenheit empfand, zeigen Bilder, auf welchen sie die zerstörerische Macht militärischer Raketentechnik in den Fokus stellte. Ihre Weiblichkeit wusste Kogelnik durch selbstbewusste Auftritte in außergewöhnlichen Kostümen durchaus zu inszenieren. Eine intensive Auseinandersetzung gerade auch mit den feministischen Aspekten ihres breit gefächerten Werkes wird jetzt durch die Hamburger Ausstellung angestoßen.

Die Ausstellung „Kiki Kogelnik: I Have Seen the Future“ ist noch bis zum 30. Dezember zu sehen. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt die Schau an Heiligabend, Silvester und Neujahr. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Für Mitglieder, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der 216seitige Katalog ist im Snoek Verlag erscheinen und kostet 32 Euro, für Kunstvereinsmitglieder 26 Euro.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



19.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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in der Ausstellung „Kiki Kogelnik: I Have Seen the Future“
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in der Ausstellung „Kiki Kogelnik: I Have Seen the Future“
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in der Ausstellung „Kiki Kogelnik: I Have Seen the Future“

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