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Am 02.07.2019 Auktion 3841: Schmuck

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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© Galerie Neher - Essen


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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Erfolge mit Malerei des 19ten Jahrhunderts: Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Kuss und Gruß



Als einer der interessantesten Anbieter von Malerei des 19ten Jahrhunderts in Süddeutschland hat sich das Münchner Auktionshaus Neumeister in seiner vergangenen Versteigerung alter Kunst einmal mehr profiliert. Die rund 120 Losnummern aus Romantik, Biedermeier und Realismus zogen mit Abstand die größte Aufmerksamkeit auf sich. Als begehrtestes Stück erwies sich eine Landschaft des dänischen Meisters Peder Mork Mønsted, der mit seinen fast fotorealistischen, gestochen scharfen Blicken in die heimische Natur international auch schon einmal im sechsstelligen Preisbereich reüssiert. Ganz so weit brachte es sein „Waldbach“ aus dem Jahr 1905 zwar nicht, doch die günstige Schätzung von 6.000 bis 8.000 Euro wurde um ein Vielfaches übertroffen: Erst bei 28.000 Euro konnte sich ein deutscher Sammler gegen teils ausländische Konkurrenz durchsetzen. Auf 34.000 Euro verdoppelte sich der Wert eines „Bergbauernhofes“ von dem Tiroler Maler Oskar Mulley, der vor allem in seiner österreichischen Heimat für seine kraftvollen, pastos aufgetragenen Gebirgsbilder sehr geschätzt ist.


Gemälde

Über 65 Prozent einschließlich einiger Nachverkäufe konnte Neumeister von seinem Angebot am 26. September unter die Leute bringen. Den Höchstpreis erzielte zur unteren Schätzung von 35.000 Euro Albrecht Adams spätbiedermeierliches Ölbild „Pferde auf der Koppel“ von 1856, das durch seine feine Wiedergabe der mächtigen Tierkörper besticht. Keinen Erfolg hatte dagegen das Hauptlos: Gustave Courbets wirklichkeitsnahe Naturstudie „Vor dem Gewitter – Die Welle“ aus der Zeit um 1869 blieb bei 60.000 bis 70.000 Euro unveräußert liegen, bis sie im Nachverkauf bei 35.000 Euro erlöst wurde. Unerlöst blieb Franz Napoleon Heigels Bildnis des Herzogs Maximilian von Leuchtenberg aus dem Jahr 1869, das immerhin als Titellos gedient hatte (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Felix Schlesingers „Knabe beim Füttern dreier Kaninchen“ für 14.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), Johann Sperls Idylle „Kinder mit Gänsen vor dem Haus“ ebenfalls für 14.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) und Franz von Defreggers in der Stube „Lesendes Mädchen“ von 1891 für 7.000 Euro erfreuten sich als anmutige, unprätentiöse Genredarstellungen einiger Beliebtheit (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Auffallend freundlich wurden diesmal Tierdarstellungen aufgenommen: Neben Adams Pferden sind Heinrich von Zügels unmittelbare Nahaufnahme zweier Schafsköpfe von 1871 für 9.000 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) und seine lockere Studie „Hirtin mit Schafherde am Weideausgang“ für beachtliche 13.000 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) sowie zwei jeweils rund einen Meter breite Leinwände mit Schafen und Kühen von Anton Braith zu nennen, die etwa im Rahmen der Schätzungen jeweils 10.000 Euro erreichten. 11.000 Euro und 9.500 Euro weit über den niedrigen vierstelligen Taxen schafften zwei Werke des 1974 gestorbenen Brasilianers Arthur José Nisio, die sich immer noch wie impressionistische Arbeiten Zügels lesen.

6.500 Euro erschnatterte sich eine muntere „Gänsefamilie“ des aus Baden eingewanderten Oberbayern Franz Gräßel (Taxe 3.600 bis 3.800 EUR), den gleichen Betrag gab es für Carl Constantin Steffecks „Familienausritt“, der wiederum großes Geschick in der Darstellung sich bewegender Pferde erfordert (Taxe 3.800 bis 4.200 EUR). Von 1.500 Euro auf 8.000 Euro schoss die kleinformatige Wiedergabe eines Löwenjungen von Wilhelm Kuhnert, die damit die Kindchenschematheorie bestätigte. Bei soviel Tierliebe wundert es schon, dass ausgerechnet die stimmungsvolle Abendszene „Hirte mit Schafen und Maultier bei Mondaufgang“ von Christian Mali unbeachtet blieb (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Bei den Alten Meistern fanden die Hauptlos, eine fantasievolle flämische Gebirgslandschaft mit Wasserfall, Mühle und büßender Maria Magdalena in der Art Josse de Mompers d.J. für 35.000 bis 38.000 Euro und eine religiöse Allegorie aus der Werkstatt Sebastiano Riccis für 22.000 bis 25.000 Euro keine Abnehmer. Erst im Nachgang zur Auktion verabschiedete sich Anton Faistenbergers vielgestaltige südliche Ideallandschaft mit Hirten bei 14.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Gute Qualität ließ sich aber auch in den unteren Rängen und bei unbekannten Künstlern finden: Das wohl italiensiche Halbfigurenbildnis des Königs Ferdinand von Neapel im Kindesalter wurde für 5.500 Euro zugeschlagen (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), ein Sextett venezianischer Ansichten, die wohl seit der Rokokozeit als Supraporten und Wandverkleidungen dienten, für 12.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Auch die Schöpfer eines Waldbodenstilllebens mit Schmetterling, Schlange, Eidechse und Schnecken, das sich von Carl Wilhelm de Hamilton inspirieren ließ, für 11.000 Euro (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR) und einer Madonna vor weiter Landschaft im Stil Joachim Patinirs für 9.500 Euro überzeugten trotz ihrer Anonymität (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Namentlich war dann noch Pieter Jansz van Asch zugegen, der für seine ruhige, waldige Gegend mit Kirchenruine und zwei Wanderern samt Hund im Vordergrund taxgerechte 4.000 Euro einholte. Unter den Papierarbeiten lud eine 1786 datierte Farbaquatintaradierung Philibert-Louis Debucourts zum Schmunzeln ein, die unter dem Titel „Les deux baisers“ mit rokokohaftem Augenzwinkern die Pfiffigkeit einer jungen Frau zeigt: Während ihr alter Gatte das gemeinsame Portrait betrachtet, drückt ihr der fesche Maler Kuss und Gruß in die Hand. Immerhin 2.800 Euro waren der Lohn (Taxe 300 bis 400 EUR). Auch der morgendliche Blick auf Rorschach am Bodensee des Schweizers Konrad Corradi setzte mit 1.400 Euro die Aufwärtsbewegung fort (Taxe 600 bis 700 EUR), ebenso Rudolf Siecks jugendstilige Gouache einer Bachlandschaft im Frühling von 1908 mit 2.400 Euro (Taxe 750 bis 800 EUR) oder Edward Harrison Comptons heiter aquarellierte Sicht auf Brixen aus dem Jahr 1953 mit 1.300 Euro (Taxe 400 bis 600 EUR).

Kunsthandwerk

Schon der Auftakt der Auktion mit den Fayencen gestaltete sich vielversprechend. Gleich zu Beginn ging ein Frankfurter oder Hanauer Enghalskrug mit blauer fernöstlicher Landschaft für 1.900 Euro weg (Taxe 600 bis 800 EUR). Noch besser schnitt ein Gmundener Walzenkrug um 1774 mit der heiligen Katharina und dem heiligen Matthias ab. Er kletterte von 600 Euro auf 3.800 Euro. Eine Meißner Affenmutter als Teekanne aus den späten 1730er Jahren nach einem Modell Johann Joachim Kändlers wollte bei 20.000 bis 22.000 Euro indes niemand haben. Teuerstes Objekt im Kunsthandwerk wurde daher zur oberen Schätzung von 28.000 Euro ein teilvergoldeter Deckelpokal des Straßburger Meisters Barthel Birtsch um 1600, dessen Spitze ein lanzentragender Feldherr beherrscht. Auch die kleineren Silberobjekte wie die Schlangenhautbecher der Augsburger Hans Endres und Paul Solanier wurden wohlwollend bei 3.400 Euro und 2.600 Euro im Rahmen der Schätzungen aufgenommen. Der Schmuckbereich hatte einen 2,8 Karat schweren Diamantring des Düsseldorfer Juweliers René Kern von 1964 in Tropfenschliff für 15.000 Euro zu bieten (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Preise bis zu 11.000 Euro für eine thronende niederbayrische Maria mit Kind um 1500 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und 10.000 Euro für eine Maria Immaculata des süddeutsch-österreichischen Rokoko spielten die Skulpturen ein (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Zwei Zeitmesser schließlich, eine Kutschenuhr des Augsburgers Johann Georg Brodt um 1760/80 und eine vergoldete Berliner Empirependule mit Athena auf einem Streitwagen, kosteten jeweils 11.000 Euro, erstere deutlich über der Schätzung. Für taxgerechte 12.000 Euro gingen vier Fauteuils des Pariser Kunstschreiners Clément Berger aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts weg, gleichfalls bei 7.000 Euro Carlo Bugattis maurisch anmutender Stuhl mit der Werknummer „c 32“. Auch für Vasen der Firmen Lötz Witwe und Emile Gallé interessierten sich die Kunden. Die untere Erwartung von 3.000 Euro erreichte Gallés Vase „Raisins“ um 1902 mit herbstlichem Weinlaub, die obere von 4.500 Euro das bersteinfarbene Exemplar von Lötz Witwe mit silbergelbem Fadendekor und roter Tropfenauflage von 1901.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



08.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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26.09.2012, Alte Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Große Vorfahren

Kunstwerk:

Albrecht Adam, Pferde auf der Koppel, 1856
Albrecht Adam, Pferde auf der Koppel, 1856

Kunstwerk:

Gustave Courbet, Vor dem Gewitter (Die Welle), 1869
Gustave Courbet, Vor dem Gewitter (Die Welle), 1869

Kunstwerk:

Wilhelm
 Kuhnert, Löwenjunges
Wilhelm Kuhnert, Löwenjunges

Kunstwerk:

Peder Mork Mønsted, Waldbach, 1905
Peder Mork Mønsted, Waldbach, 1905

Kunstwerk:

Felix Schlesinger, Knabe beim Füttern dreier Kaninchen
Felix Schlesinger, Knabe beim Füttern dreier Kaninchen

Kunstwerk:

Carl Constantin Steffeck, Familienausritt
Carl Constantin Steffeck, Familienausritt







Emile Gallé, Vase „Raisins“, Nancy um 1902

Emile Gallé, Vase „Raisins“, Nancy um 1902

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 297

Carlo Bugatti, Stuhl c 32

Carlo Bugatti, Stuhl c 32

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 311

Joachim Patinir zugeschrieben, Maria mit Kind in weiter Landschaft

Joachim Patinir zugeschrieben, Maria mit Kind in weiter Landschaft

Taxe: 8.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 473

Wilhelm Kuhnert, Löwenjunges

Wilhelm Kuhnert, Löwenjunges

Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 523

Pieter Jansz van Asch, Wanderer auf einem Waldweg bei einer Kirchenruine

Pieter Jansz van Asch, Wanderer auf einem Waldweg bei einer Kirchenruine

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 448

Carl Constantin Steffeck, Familienausritt

Carl Constantin Steffeck, Familienausritt

Taxe: 3.800 - 4.200 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 575

Hans Endres, Becher mit Deckel, Augsburg um 1663/66

Hans Endres, Becher mit Deckel, Augsburg um 1663/66

Taxe: 3.200 - 3.600 EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 70

Johann Sperl, Kinder mit Gänsen vor dem Haus

Johann Sperl, Kinder mit Gänsen vor dem Haus

Taxe: 15.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 571

Anton Braith, Hirte mit Schafherde bei aufziehendem Gewitter, 1873

Anton Braith, Hirte mit Schafherde bei aufziehendem Gewitter, 1873

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 489

Felix Schlesinger, Knabe beim Füttern dreier Kaninchen

Felix Schlesinger, Knabe beim Füttern dreier Kaninchen

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 563

Gustave Courbet, Vor dem Gewitter (Die Welle), 1869

Gustave Courbet, Vor dem Gewitter (Die Welle), 1869

Taxe: 60.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 493

Clément Berger, Vier Armlehnstühle, Paris um 1750

Clément Berger, Vier Armlehnstühle, Paris um 1750

Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 398




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