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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Grafik, Zeichnungen und Aquarelle im Wiener Dorotheum

Keine Wolkenkratzer



Hafenszene in Boston, Zuber & Cie, Rixheim 1834

Hafenszene in Boston, Zuber & Cie, Rixheim 1834

Wo sich heute Hochhäuser in die Höhe recken, dominierten noch vor hundert Jahren Kirchtürme die Silhouette – ein Bild, das man mit einer Stadt in den Vereinigten Staaten kaum mehr verbinden würde. Die Stadt Boston aber, noch heute als eine der schönsten Metropolen Nordamerikas gelobt, besaß im 19ten Jahrhundert eine Skyline wie eine Stadt an der niederländischen Westküste: Nicht weniger als sechs wohl überwiegend kirchlichen Zwecken dienende Türme zählt man, ferner ist das klassizistische Massachusetts State House aus dem ausgehenden 18ten Jahrhundert zu sehen, das noch heute den Boston Common überragt. Diese Ansicht, gegeben von einer der gegenüberliegenden Festlandpartien der stark zergliederten Küste, dokumentiert eine farbige Tapete, die im 19ten Jahrhundert in Frankreich hergestellt wurde: Zwei Meter in der Höhe messen die insgesamt vier Bahnen, die nach einem Entwurf von 1834 bei Zuber & Cie im elsässischen Rixheim hergestellt wurden. Im Vordergrund spielt sich eine Hafenszene ab, ebenso ein Vergnügen der besseren Gesellschaft in einer Parklandschaft. Teile dieser Panoramatapete „Vue de l’Amérique Nord“, die sogar schon Präsidentengattin Jacqueline Kennedy im Weißen Haus erfreut hat, bietet das Wiener Auktionshaus Dorotheum in seiner Grafikauktion am 8. November für 15.000 bis 20.000 Euro an.


Dieses Tapetengroßformat von fast vier Metern Breite ist eine Ausnahme in dieser Veranstaltung. Denn Grafik, zumal alte, ist bekanntlich überwiegend eine Angelegenheit des kleinen Formats. Keine zwanzig mal fünfzehn Zentimeter messen die 37 Holzschnitte der „Kleinen Holzschnittpassion“ Albrecht Dürers, die in einer venezianischen Buchausgabe des Jahres 1612 für 7.000 bis 9.000 Euro zum Aufruf gelangen. Mit 7,1 auf 4,7 Zentimeter nimmt Hans Sebald Behams Kupferstich „Cimon und Pero“ von 1544 gerade einmal Vignettengröße an (Taxe 380 bis 450 EUR). Normales Kleinbildformat bringen dann Ludolph Büsincks Chiaroscuro-Holzschnitt von drei Druckstöcken mit den Evangelisten Johannes und Matthäus bei ihrer Redaktionsarbeit um 1623/29 (Taxe 600 bis 800 EUR) und Hieronymus Cocks Radierung einer weitläufigen Landschaft mit Abraham bei Opfern seines Sohnes Isaac von 1551 zusammen (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Ein guter halber Meter Höhe, wie ihn Federico Baroccis Wiedergabe seines Altarbildes von S. Francesco in Urbino aus dem Jahr 1581 mit einer Vision des heiligen Franziskus aufweist, kann schon als ungewöhnlich gelten (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Für die kleinen grotesken Szenen „Balli di Sfessania“ des Jacques Callot wiederum reichen nur knapp zehn Zentimeter. Die komplette Folge der 24 Radierungen liegt bei 3.000 bis 4.000 Euro. Groß ausgeführt, wie sie gedacht ist, präsentiert sich Rembrandts „Große Kreuzabnahme“, eine relativ frühe, sehr malerisch gedachte Kaltnadelradierung von 1633 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Der große holländische Barockmeister ist zudem mit der Radierung „Zwei männliche Akte“ um 1646 im vierten Zustand für 3.500 bis 5.000 Euro zugegen, seine große Nachfolgerschar etwa mit Johannes van Vliets Brustbild eines Greises mit langem weißen Bart und schwarzer Mütze von 1634 (Taxe 600 bis 800 EUR) oder Pieter Bouts Radierung des Fischmarkts am Strand von Scheveningen um 1680 (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Rascher, skizzenhafter und zugleich äußerst prägnant gibt Rokokomeister Giovanni Battista Tiepolo das unkonventionelle Gruppenbild von Magier, Soldat und zwei weiteren Figuren, die sich vor einem Obelisken aufhalten und offenbar über die Vergänglichkeit räsonieren (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Zahlreicher als die Druckgrafiken sind die Handzeichnungen. Italien steht für die frühe Neuzeit im Vordergrund etwa mit Sebastiano Concas reich ausgearbeiteter und lavierter Federstudie „Alexander der Große im Tempel von Jerusalem“ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Giuseppe Bernardino Bisons dagegen rasch skizzierter Heilige Familie (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) oder einer zittrig hingehauchten Veduta dell’Arsenale in Venedig von Giacomo Guardi, dem Sohn des berühmten Francesco Guardi, für 4.000 bis 6.000 Euro. Remigio Cantagallina wendet sich in seinem fein skizzierten Blatt dann einer fantasievollen italienischen Flusslandschaft mit Fischern und ruinösem Festungswall zu (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), während Giovanni Francesco Romanelli in seiner Zeichnung „Tullia auf dem Streitwagen“ auf die frühe Geschichte des römischen Reiches zurückgreift (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Aus den Niederlanden besticht Cornelis Dusart mit einer seiner treffenden Milieustudien, hier mit singenden, saufenden und raufenden Bauern in einem Wirtshaus (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Eine Verbindung zwischen nördlicher und südlicher Kunst schafft Pieter Stevens II mit seiner antikisierenden Ansicht von Rom samt Figurenstaffage (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Herman Saftleven hat ein zart laviertes Studienblatt mit mehreren Figuren zu bieten, ebenso der Münchner Bartholomäus Ignaz Weiss, der sich aber gemäß ihrer Gewandung auf antike Gestalten konzentriert (Taxe je 1.200 bis 1.600 EUR). In das Umfeld von Ambrosius Holbein, dem gut fünf Jahre älteren Bruder Hans Holbeins d.J., wird das Portrait eines jungen Mannes im Profil vor blauem Hintergrund lokalisiert (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). In das österreichische Rokoko weisen die beiden Putti mit Marterwerkzeugen auf Volutenspangen des Bildhauers Josef Winterhalder d.Ä. (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Von einem neuen, aufklärerischen Menschenbild zeugen dann schon die beiden in Rötel gehaltenen Studien eines jungen Mannes mit Hut und eines Mädchens mit offenem Haar von Jakob Matthias Schmutzer (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR).

Gegen Ende des 18ten Jahrhunderts wird es gemessener: Jakob Philipp Hackerts bewaldete Flusslandschaft mit Fischern, 1764 während seines Aufenthalt als junger Mann in Schweden entstanden, ist in seiner wohlkalkulierten Komposition für die neue klassizistische Richtung ein schönes Beispiel (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Diese gediegene Wiedergabe der Natur steht auch bei dem Idyll eines ruhig fließenden Flusses mit Steinbrücke, Ruine und schlafendem Hirten samt Herde von Christian Gottlob Hammer im Vordergrund (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Freunde des exakten Naturstudiums werden sich vielleicht über die Aquarell-Ablichtung eines Papageis und eines Fliegenschnäppers von Abraham Meertens (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder zwei Blumenstücke vor schwarzem Grund von Margaretha Barbara Dietzsch freuen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) – auch dies Dokumente unbestechlicher Objektivität. Aloys Zötls Aquarell fantasievoller Würmer von 1868 nimmt dagegen schon subjektive, fast surrealistische Züge an (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Reich vertreten ist wie gewohnt das 19te Jahrhundert, insbesondere mit schönen Landschaften: Thomas Enders Blick vom Südufer aus über den Gardasee (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und Hugo Darnauts duftige Impression „Aus einem mährischen Dorfe“ gehören in dieser Rubrik zu den besten Arbeiten (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). William Wylds Segelschiffe auf stürmischer See an einer Felsküste erinnern in ihrer Farbigkeit und Wetterstimmung ein wenig an William Turner (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Achille Vianelli hielt 1858 seine italienische Heimat in sechs stimmungsvollen Aquarellen meist mit antiken Ruinen und einfachem Landvolk fest (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Gar einen Stapel von 22 feinen Aquarellen mit allerlei Wiener Ansichten in beschaulich spätbiedermeierlicher Manier gibt es von Johann Wilhelm Frey zum Preis von 20.000 bis 25.000 Euro, im Schnitt also etwa 1.000 Euro pro Stück. An der Kaisermetropole haben sich zudem Karl Schnorpfeil, Friedrich Frank, Ernst Graner, Ferdinand Weckbrodt, Erwin Pendl und andere Aquarellisten im ausgehenden 19ten und frühen 20sten Jahrhundert gütlich getan. Ihre Blätter rangieren im unteren vierstelligen Eurobereich.

Mehrmals zugegen ist die Familie Alt, nicht nur der berühmteste von ihnen, Rudolf von Alt, unter anderem mit der Abkonterfaktur eines über die Felsen fallenden Wildbachs (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder einer Ansicht des Grabens in Wien Richtung Pestsäule von 1838 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR), sondern auch Bruder Franz Alt mit einer Ansicht des Castello Reale in Turin aus dem Jahr 1845 für 5.000 bis 7.000 Euro. An Personenstudien ragen Rudolf von Alts Momentaufnahme mehrerer Dalmatiner an einem Bootsufer von 1841 (Taxe 14.000 bis 20.000 EUR), Josef Kriehubers Bildnis des Burgschauspielers Bernhard Baumeister in der Pose des Rattenfängers von Hameln aus dem Jahr 1868 (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR), Eugen von Blaas’ Aquarell einer kecken jungen Italienerin (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und Louis Legrands Pastell mehrerer Balletttänzerinnen hervor, die freilich ein wenig wie bei Edgar Degas abgeschaut wirken (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 8. November 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



05.11.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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