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The Lost Album: Der Berliner Martin-Gropius-Bau würdigt das übersichtliche, aber grandiose fotografische Werk des kalifornischen Allround-Künstlers Dennis Hopper

Psychogramm einer Nation im Umbruch



Ob an der Seite von James Dean in „...denn, sie wissen nicht, was sie tun“, als Regisseur und Hauptdarsteller im 1960er Jahre-Kultfilm „Easy Rider“ oder als Psychopath Frank Booth in David Lynchs Thriller „Blue Velvet“: Dennis Hopper ist einem breiten Publikum in erster Linie als glänzender Charakterdarsteller und bahnbrechender Filmemacher bekannt. Die Rollen der Exzentriker, Nonkonformisten und Rebellen waren ihm wie auf den Leib geschrieben und prägen bis heute sein Image. Dass er aber auch bildender Künstler, Autor, tonangebender Kunstsammler und Fotograf war, wird dagegen meist übersehen.


Der Berliner Martin-Gropius-Bau rückt jetzt den Fotografen Dennis Hopper in den Fokus einer Ausstellung, die unter dem Titel „The Lost Album“ über 400 erhaltene Schwarz-Weiß-Abzüge aus den Jahren zwischen 1961 und 1967 präsentiert. Ein Zeitraum, der die amerikanische Selbstwahrnehmung bis heute prägt wie kaum ein anderer: die tödlichen Attentate auf die Kennedy-Brüder und Martin Luther King, die schwarze Bürgerrechtsbewegung, Studentenunruhen, Hippies und Motorradgangs, der Summer of Love, Pop Art, der Wettlauf ins All, der Vietnam-Krieg, Stars wie Jane Fonda, Tina Turner oder James Brown. Dennis Hopper war an all diesen Ereignissen und Personen ganz nah dran. Vieles hat er unmittelbar mit der Kamera festgehalten. Private Begegnungen und historische Momente vermischen sich auf seinen Aufnahmen zu einem ambivalenten Psychogramm Amerikas zwischen Gegenkultur, Protest und Umbruch sowie Hollywood-Glamour, Hedonismus und Lebenshunger. Zu sehen waren diese kühl durchkomponierten Bilder bisher nur ein einziges Mal: Anfang der 1970er Jahre im Fort Worth Center Museum in Texas. Wiederentdeckt wurde das Konvolut erst im April 2011 von seiner Tochter Marin bei Aufräumarbeiten im Keller des Studios des im Mai 2010 im Alter von 74 Jahren an Krebs verstorbenen Künstlers.

In Berlin werden die Aufnahmen nun zum ersten Mal in Europa gezeigt. Präsentiert werden die durchweg rund 16 mal 24 Zentimeter großen, auf Karton aufgezogenen Abzüge in weißen Glasvitrinen ohne Rahmen, frei auf der Wand schwebend und in genau der gleichen Anordnung wie damals in Fort Worth. Dass manche leichte Gebrauchsspuren aufweisen, macht das Material umso auratischer. Als Fotograf bevorzugte Dennis Hopper die ungekünstelte Geradlinigkeit: ausschließlich vorhandenes Licht, keine künstliche Beleuchtung, keine nachträglichen Beschneidungen des Motivs. Der volle Ausschnitt war für ihn das gültige Bild. Hochempfindliche Schwarz-Weiß-Filme und eine professionelle Kamera, die ihm 1961 seine erste Frau Brooke Hayward geschenkt hatte, bildeten die Grundlagen seiner fotografischen Expeditionen. Sechs Jahre lang war die Kamera Tag und Nacht sein Begleiter.

Hopper porträtierte Künstlerkollegen wie Andy Warhol, James Rosenquist oder Ed Ruscha. Er fotografierte schöne Frauen und selbstbewusste Männer in mondänen Posen, aber er fotografierte 1965 in Alabama auch die friedlichen Demonstranten und die eskalierende Polizeigewalt auf den Bürgerrechtsmärschen von Selma nach Montgomery. Ob Stierkämpfe im mexikanischen Grenzstädtchen Tijuana, eher abstrakt wirkende Aufnahmen von abblätternder Fassadenfarbe oder geometrische Strukturen auf Mauern, Kacheln oder Gerüstkonstruktionen: Hoppers Kamera fing sechs Jahre lang die sichtbare Welt um ihn herum ein. Hippies und Hells Angels porträtierte er gleichermaßen.

Die ganz sanften und die ganz harten Protagonisten der Counterculture waren für ihn die Galionsfiguren eines anderen, freiheitsliebenden Amerika – wider die Spießigkeit und Gesinnungsschnüffelei der gerade überwundenen 1950er Jahre. Den nonkonformistischen Motorradrebellen setzte Dennis Hopper 1969 mit dem Roadmovie „Easy Rider“ ein bleibendes Denkmal. Die Tätigkeiten als Regisseur und Schauspieler dominierten von nun an seine Karriere. Die intensive Beschäftigung mit der Fotografie dagegen blieb im Leben des Multitalents nur eine Episode. Deren sehenswerte Resultate sind noch bis zum 17. Dezember in Berlin zu besichtigen.

Die Ausstellung „Dennis Hopper. The Lost Album. Vintage-Fotografien aus den 1960er Jahren“ läuft bis zum 17. Dezember. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro; bis 16 Jahren ist er frei. Der Katalog ist im Prestel Verlag erschienen und kostet 24 Euro im Museum, 49,95 Euro im Buchhandel.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07



30.10.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


20.09.2012, Dennis Hopper – The Lost Album. Vintage-Fotografien aus den 1960er Jahren

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Bericht:


Mehr als das Auge sieht

Künstler:

Dennis Hopper










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