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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Zeitgenössische Kunst im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Mullbinden im Pass



Mit einer alles in allem erfolgreichen Versteigerung zeitgenössischer Kunst startete das Wiener Auktionshaus im Kinsky in die Herbstsaison: 160 der rund 270 Losnummern konnten unter die Leute gebracht werden, also immerhin knapp sechzig Prozent des Angebots. Der Schwerpunkt lag wieder sichtlich auf Künstlern der Alpenrepublik: Österreichische Altmeister wie Arnulf Rainer, Josef Mikl, Franz Grabmayr, Christian Ludwig Attersee und nicht zuletzt Hermann Nitsch, deren mehrteilige und meist abstrakten Offerten mitunter vollständig in neue Hände übergingen, bestimmten das Programm. Auch Günter Brus erwies sich als sehr gefragt: Von einer Reihe farbige Papierarbeiten wurde seine energisch gezeichnete „Uraufführung“ von 1983 bei 35.000 Euro sogar noch 5.000 Euro über der oberen Schätzgrenze am höchsten zugeschlagen.


Andere Künstler traten am 2. Oktober nur mit einem einzigen Werk in Erscheinung, dann aber umso deutlicher: Bei 90.000 Euro beispielsweise landete Friedensreich Hundertwassers frühes, fröhliches Aquarell „Schuhsohlenplakat: Große Frau mit Schuhen“ von 1952, das der Künstler zwanzig Jahre später seinem indischen Kollegen Pravin Cherkoori widmete (Taxe 80.000 bis 140.000 EUR). 40.000 Euro erzielte eine unbetitelte Abstraktion Wolfgang Holleghas um 1960, trotz monumentaler Maße in ihrer Sparsamkeit doch zart wirkend und von fast meditativer Anmut (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Etwas kraftvoller, zudem leicht strukturiert geht Hubert Scheibl in seiner kaltfarbigen Verwischung „Babylon“ von 2004/05 vor. Auch diese Richtung fand Anklang, was sich an den gewährten 29.000 Euro zeigte (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). Zu ihm gesellte sich der vier Jahre jüngere Nikolaus Moser mit einer Farblandschaft von 2009 bei 6.500 Euro, die ihren Reiz aus dem exquisiten Kolorit bezieht (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Teuerste Arbeit in der Hans Staudacher-Suite wurde bei 18.000 Euro die wild gekritzelten schwarzen „Zeichen“ in einem Farbmeer von 1990 (Taxe 14.000 bis 20.000 EUR). Die Erwatung übertraf eine weitere, ebenfalls ungestüme Farbkritzelei Staudachers von 1997 mit 16.000 Euro (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR).

Als einer der wenigen entschieden Gegenständlichen wurde Martin Schnur mit 17.000 Euro für seine am Ufer eines Sees liegende Frau mit „Schleier“ ebenfalls von 2004/05 belobigt (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Zwischen beiden Richtungen steht Xenia Hausners zweigeteilte und ungleich große Leinwand „Paris“ von 2003 mit einer Frau auf rotem Sofa und einer blauen Farbabstraktion, die an einen Himmel mit Horizontlinie erinnert. Hier kamen 20.000 Euro zusammen (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Bei Beni Altmüller wachsen aus einem schwarzweißen Tischdeckenmuster sieben aufeinander gestapelte Tiere perspektivisch verwirrend aus dem Bild. Die „Spontane Selbstorganisation“ von 2006 spielte taxgerechte 7.000 Euro ein. Auch bei Johann Hausers Zeichnungen lässt sich noch viel Gegenständliches in Form kindlicher Abstraktion finden, etwa „Sterne und Mond“ auf einer Collage für 14.000 Euro (Taxe 13.000 bis 23.000 EUR) oder die titelgebende „Rakete“ auf einem bunten Farbkreideblatt für 18.000 Euro (Taxe 16.000 bis 36.000 EUR).

Einige besonders reizvolle Einzelstücke erreichten oder übertrafen gelegentlich die 100.000 Euro-Marke. Punktgenau diesen Wert und damit ihre untere Schätzung erreichte eine zweiteilige Bleistiftzeichnung der surreal verfremdeten Kreuzigungsszene „Golgatha“, die der junge Ernst Fuchs 1948/49 bereits mit bemerkenswerter Souveränität und Eigenständigkeit aufs Papier brachte. Noch ungewiss ist der Abgang von Markus Prachenskys monumentalem, mehr als fünf Meter breitem Hauptwerk „Puglia Marina“ von 1978, das der Vorbesitzer – in dieser Eigenschaft übrigens Nachfolger der Austrian Airlines – auch bei 105.000 Euro nicht einfach aus den Händen geben wollte. Auf dem Etikett hatten 100.000 bis 150.000 Euro gestanden. Etwas betrüblich stimmten die Rückgänge der beiden hochgehandelten Werke „Sternwartenstraße“ und „Gras“ aus dem mittleren und späteren Schaffen des Jahrhundertkünstlers Max Weiler (Taxen zwischen 60.000 und 140.000 EUR).

Teuerster Künstler des Abends wurde ein Nichtösterreicher – jedenfalls zunächst: Denn die 120.000 Euro, die für Antoni Tàpies maximal geboten wurden, lagen doch recht deutlich unter den mindestens anvisierten 150.000 Euro. Der französische Einlieferer wird also noch mit sich handeln lassen müssen. Keine Probleme beim Absprung hatte eine schlichte, fast minimalistische Tintenzeichnung des Arte Povera-Künstlers Jannis Kounellis, auf der lediglich die Zahl „44“ steht und ein kleiner Rechtspfeil daneben: Bis zu 25.000 Euro wurde das 1961 datierte Blatt gehandelt (Taxe 16.000 bis 30.000 EUR). Ihre überwältigende Wirkung entfaltete Robert Longos fotografisch exakte „Study for black wave“ aus dem Jahr 2001: Für die Kohle- und Tuschezeichnung schlug der Hammer bei 30.000 Euro aufs Pult (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR).

Aus Deutschland beteiligte sich Markus Lüpertz’ zwischen Abstraktion und Figuration pendelnder „Vogelfriedhof“ aus der mittleren Schaffenszeit von 1988 bei 34.000 Euro im Bereich der unteren Schätzung. Als einer der jüngsten war der 1970 geborene Brite Jason Martin angetreten: Eine seiner beiden wellenförmig über die glatten Metallplatten gestrichenen Acrylgelbahnen in Ockerbraun brachte es auf 35.000 Euro, was zwar nicht gemessen am angloamerikanischen, wohl aber am festlandeuropäischen Markt recht beachtlich ist (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Auch manche günstig taxierte Arbeit übte ihre Reize aus, so etwa Peter Koglers viergeteilter, computerartiger Siebdruck mit seinen typischen Motiven der Ameisen, Rohre und Gehirnmassen von 1996 für 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR), Kiki Kogelniks feministische Farbserigrafie „Womans Limb“ von 1971 für 3.200 Euro (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR) oder die an Brus erinnernde Zeichnung „La Rosa“ ihrer Kollegin Birgit Jürgenssen von 1985 bei 17.000 Euro (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Mit seiner bezugsreichen Malerei „Frühlingserwachen“ stellte sich der 1963 in Heidelberg geborene Martin Praska bei 7.000 Euro den Sammlern im Kinsky vor (Taxe 5.500 bis 10.000 EUR).

Nachdem drei Arbeiten Fritz Wotrubas an hohen Erwartungen von bis zu 50.000 Euro gescheitert waren, avancierte bei 35.000 Euro Josef Pillhofers brutalistische Kalksteinskulptur „Stein des Michelangelo“ oder „Felsen des Michelangelo“ von 1970/71 zur teuersten Skulptur des Abends (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), gefolgt von Franz Wests teils aus Mullbinden bestehendem und farbenfroh bemaltem „Passstück“ aus den frühen 1980er Jahren bei 32.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und Bruno Gironcolis in Aluminium gegossene, menschlich-technoide „Daphne“ von 2002 bei 25.000 Euro zur unteren Erwartung. Den Bezug zum menschlichen Körper greifen ebenfalls Alfred Hrdlickas nun 21.000 Euro teuere Bronze „Stele mit weiblicher Figur“ von 1975 (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR) und Siegfried Anzingers karikierende Sicht auf „Buddha II“ von 1993 bei 16.000 Euro auf (Taxe 8.000 bis 15.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



22.10.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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