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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände, Silber, Skulpturen, Glas und Porzellan im Wiener Dorotheum

Gut patriotisch



Vasenpaar, St. Petersburg, 1830

Vasenpaar, St. Petersburg, 1830

Wenn da mal nicht mit der Leidenschaft reicher Osteuropäer gerechnet wird, die Alles aufkaufen, was auch nur entfernt nach russischer Heimat klingt: Nicht weniger als 380.000 bis 600.000 Euro hat das Wiener Auktionshaus Dorotheum für ein Paar St. Petersburger Porzellanvasen veranschlagt, die um 1830 von unbekannter Hand mit Motiven in etruskischer Manier bemalt wurden. Schon die schwarz-braune Farbigkeit auf weißem Grund versetzt den Betrachter in längst vergangene Welten: Krieger, Opferstellen, ein Genius, dazu Schlangen, die sich um Säulen winden, und andere archaische Dinge und Begebenheiten sind auf den kraterförmigen Gefäßen zu sehen. Der genaue Herstellungsort des Paares ist unbekannt, doch das Dorotheum vermutet eine kaiserliche Provenienz: Es sei wohl Teil einer Kollektion, die 1830 für die russische Zarin Alexandra Fjodorowna, Gemahlin Nikolaus I., angefertigt wurde. Beweisen lässt sich diese Mutmaßung letztlich wohl nicht, doch an der russischen Provenienz gibt es ebenso wenig Zweifel wie an der exzeptionellen Qualität des außergewöhnlichen Vasenduos.


Den Beginn der Versteigerung am 17. und 18. Oktober bestreitet wie immer die Möbelbranche. Ein Teil der älteren Objekte wurde zwar im 19ten Jahrhundert mehr oder weniger stark restauriert, doch steckt noch genügend Originalsubstanz in einem kostbaren Renaissancekabinett mit 25 Pietra-Dura-Platten, auf denen meist Vögel singen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), oder in einem mit geschnitzten Bildreliefs geschmückten Schrank des ausgehenden 17ten Jahrhunderts, der sich früher einmal im Besitz des Herzogs von Morny befunden hat (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Eine zweihundertjährige italienische Provenienz dürfte bei einem schlichten barocken Bibliotheksschrank aus Venedig um 1700 für die anspruchsvolle Schätzung von 45.000 bis 65.000 Euro verantwortlich sein. Etwas günstiger gelangt man an eine rund zwei Generationen jüngere Rokokokommode, der der Pariser Meister Nicolas Berthelmi seinen Stempel aufgedrückt hat. Mit knapp einem Meter Breite handelt es sich um ein relativ kleines, aber recht hübsch gearbeitetes Stück aus dunklem Palisanderholz (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Einige der besten Arbeiten kommen aus dem frühen 19ten Jahrhundert: mehrere Paare figürlicher Empire-Girandolen der Wiener Firma von Josef Danhauser oder aus Russland für bis zu 48.000 Euro beispielsweise oder ein kraftvoller Lyra-Sekretär der Donaumonarchie, zu dessen Füßen große Spinghen sich lagern (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ein etwas derb geschnitzter, aber doch beachtlicher Klappsekretär stellt sich als Meisterstück eines Wiener Schreiners namens Franz Klüpfel aus dem Jahr 1817 dar (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Preislich zu den herausragendsten Objekten gehören einige Möbel des Historismus. 100.000 bis 140.000 Euro stehen auf dem Etikett eines Schreibsekretärs, bei dem sich Alexander Szostecky aus Paris um 1850 an Vorbildern des Rokoko orientierte, sie aber übertrieben ausformulierte. Für eine Anrichte im Transitionstil, auf dessen Mitteltür ein gemalter antiker Götterhimmel prangt, werden 50.000 bis 60.000 Euro erwartet, ebenso viel wie für zwei frühklassizistisch anmutende Salonanrichten mit hübschen Blumengebinden.

Schöpfungen des Historismus stehen auch beim Silber an oberster Stelle, beispielsweise ein prächtiges Trinkhorn des Wiener Meisters Karl Rössler aus Bergkristall mit kostbaren, großteils emaillierten Reliefs und freiplastischen Figuren für 25.000 bis 30.000 Euro oder ein neoklassizistisches Pariser Spiegeltableau, das bei Reisler & Carré produziert wurde und als Geschenk der russischen Großfürstin Elena Vladimirovna überliefert ist (Taxe 20.000 bis 26.000 EUR). Einige weiße Marmorskulpturen wie Prosper d’Epinays „Kinderboot“ im Stil des Neorokoko finden sich bereits in der Möbelabteilung (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), doch ist den Skulpturen auch eine eigene Rubrik vorbehalten. In Form eines als Merkur gedeuteten Männertorsos aus dem 2. oder 3. nachchristlichen Jahrhundert findet sich hier eines der ältesten Stücke der Versteigerung (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Kostbarkeiten sind zudem eine oberösterreichische Anna Selbdritt um 1420 für 30.000 bis 40.000 Euro und eine sitzende Madonna wohl des italienischen Manierismus für 30.000 bis 35.000 Euro.

Ebenso schmal wie exzeptionell ist das Uhrenlager bestückt. Ins frühe 18te Jahrhundert reicht eine englische Bracket Clock mit Carillon zurück, die als Nr. 447 des Londoner Uhrmachers Thomas Tompion registriert ist und aus einer Zusammenarbeit mit seinem angeheirateten Neffen Edward Banger resultierte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ins französische Rokoko um 1745/55 gehört das komplett vergoldete Cartel mit melancholisch lagerndem Putto, dessen Entwurf dem Pariser Bronzefachmann Jean-Joseph de Saint-Germain zugeschrieben wird (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Aus dem Berliner Biedermeier stammt eine gut zwei Meter hohe Bodenstanduhr, in deren überaus schlicht-sachlichem Gehäuse sich ein „Präzisionsregulator“ der Firma Christian Friedrich Tiede verbirgt. Tiede machte sich als königlicher Astronom und Hofuhrmacher einen Namen und war über die preußische Hauptstadt hinaus eine der ersten Adressen für komplizierte Zeitmessgeräte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Über eine Reihe erlesener Glasobjekte, wie einem Paar französischer Kratervasen mit minutiös geschnittenen Glasfacetten um 1900 für 34.000 bis 40.000 Euro oder mehreren von Samuel Mohn und Anton Kothgasser bemalten Bechern mit Wiener oder Freundschaftsmotiven für bis zu 16.000 Euro, geht es zum Porzellan. Gut patriotisch macht die Wiener Porzellanmanufaktur den Anfang, wobei neben Figürlichem vor allem ein klassizistisches Reiseservice der Ära Conrad Sörgel von Sorgenthal mit der Datierung 1800 im Originalkoffer für 36.000 bis 60.000 Euro eine Hervorhebung verdient. Ein üppiges Blumenstillleben prangt auf einem Bildteller der Zeit um 1825, gemalt wurde es von dem auf diese Sujets spezialisierten Joseph Nigg (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Freunde Meißens werden im Hochpreissegment überwiegend mit Figürlichem bedient, etwa einem 1749 von Johann Joachim Kändler entworfenen Eichhörnchen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Kändlers Zweiergruppe „Schäferstündchen“ um 1738 (Taxe 42.000 bis 50.000 EUR) oder einem Jahreszeitenzyklus Friedrich Eberleins von 1745 für 40.000 bis 50.000 Euro. Doch immerhin 45.000 bis 70.000 Euro muss man auch für einen fünfteiligen Vasensatz um 1740/45 berappen, der in monochromem Purpur mit Blumen, Parklandschaften und Figuren in Watteau-Manier bemalt ist.

Die Auktion beginnt am 17. Oktober um 14 Uhr mit den Möbeln und dem Silber und wird am 18. Oktober um 14 Uhr mit den Skulpturen, dem Glas und dem Porzellan fortgesetzt. Die Vorbesichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



15.10.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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