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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gemälde des 19. Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus Dorotheum

Köchin Caritas



Emil Jakob Schindler, Blick auf Ragusa, 1890

Emil Jakob Schindler, Blick auf Ragusa, 1890

Mit Emil Jakob Schindler hat sich das Wiener Auktionshaus Dorotheum auf seiner kommenden Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts viel vorgenommen: Stolze 250.000 bis 350.000 Euro sollen es sein für einen Blick von einer Anhöhe aus über die Bucht vor Ragusa, dem heutigen Dubrovnik an der dalmatischen Küste. 140 mal 180 Zentimeter misst diese Leinwand, die vom Dorotheum sehr selbstbewusst als „eines der bedeutendsten, wenn nicht als das bedeutendste Werk“ Schindlers klassifiziert wird. In des Künstlers Garten, den er für seine Aufenthalte an der ostadriatischen Küste angemietet hatte, lustwandeln vier genau bestimmbare Personen: Ehefrau Anna mit Tochter Alma – der später so berühmt-berüchtigten Alma Mahler-Werfel –, Carl Moll, der mit Anna jahrelang ein Verhältnis unterhielt und sie nach Schindlers Tod 1892 heiratete, sowie schließlich Margarethe, von der auch niemand so genau weiß, ob sie wirklich von Schindler oder von Molls Liebhaber-Vorgänger Julius Victor Berger stammt. Wirre Verhältnisse also, von denen freilich niemand beim Blick auf dieses 1890 entstandene Gemälde etwas ahnt. Es soll übrigens einen neuen Schindler-Auktionsrekord einspielen.


Aus einer großen Masse von rund 220 Losnummern ragen immer wieder einzelne Stücke besonders hervor. Friedrich Gauermann ist mit fünf Positionen der häufigste Künstler der Auktion. Statt theatralischer Tierkämpfe gibt es allerdings nur friedliche Pferde auf einer Weide um 1825 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), ein „Mädchen am Heimweg mit Ziegen und Kuhherde“ (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) oder „Rotwild an der Tränke“, letzteres nach einem ersten Auftritt vor einem Jahr nun auf 40.000 bis 50.000 Euro etwas reduziert. Zu den wichtigsten österreichischen Landschaftern des Biedermeier gehört Thomas Ender. Idylle und Gefahr liegen in seinem Mitte der 1840er Jahre aufgenommenen „Blick auf die Zenoburg bei Meran“ über das blaugrüne Wasser der Passer hinweg nahe beieinander (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Vom Dreigestirn der Familie Alt kommt Papa Jakob Alt mit einer abendlichen „Partie von Castellamare am Golf von Neapel“ aus dem Jahr 1837 für 40.000 bis 60.000 Euro zum Aufruf.

An die altniederländische Malerei des 17ten Jahrhunderts knüpft Georgius Jacobus Johannes van Os in seiner Holztafel „Rast an der Tränke“ von 1816 an. Der feine, im Detail sogar fast rokokohafte Pinselduktus lässt auf den Schöpfer minutiöser Blumenbilder schließen, der nicht zuletzt als Entwerfer für die Porzellanmanufaktur Sèvres sein Geld verdiente (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Besser als Josef Lauer sein großes dekoratives Stillleben rosafarbener Rosen in prangendem grünem Blattkleid von 1870 wird Os die seinigen Blumenbilder allerdings wohl auch kaum hinbekommen haben (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). An seine unmittelbaren Vorgänger wie Jakob Philipp Hackert oder Johann Christian Reinhart schließt sich Franz Ludwig Catel mit seiner wohl arrangierten „Berglandschaft bei Salzburg“ an. 1822 war das Gemälde in einer Kunstausstellung zu Ehren des Besuchs des preußischen Königs Friedrichs Wilhelms III. in Rom ausgestellt (Taxe 16.000 bis 22.000 EUR).

Die Bande klassizistischer Malerei machen sich auch in Johann Matthias Ranftls zwei Meter breiter Figurenkomposition „Madonna mit dem heiligen Evangelist Markus sowie Ursula mit Jungfrauen“ (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR) sowie Hermann Steinfurths etwas bemüht auf die Abkonterfaktur verschiedener Körperhaltungen konzentrierte „Erziehung des Jupiter auf dem Berge Ida auf Kreta“ noch bemerkbar, letzteres ein Jugendwerk des gebürtigen Hamburgers aus dem Jahr 1846 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Einen etwas anmutigeren und natürlicheren Eindruck macht Friedrich von Amerlings „Caritas“, zugleich „Köchin Katharina“ betitelt und folglich das Bildnis einer einfachen Bediensteten erhöht zu einer zeitlos gültigen Allegorie (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auf deutscher Seite beeindruckt Carl Spitzweg mit einigen „Dirndln auf der Alm“, einem beliebten Motiv des Münchner Autodidakten, das er noch mehrmals und mit unterschiedlich zahlreichem Personal umgesetzt hat (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Aus Italien kommen „Heitere Geschichten“ wie diejenigen dreier alter Leute in einer Wohnstube, umgeben von Jungvolk und einigen Haustieren, von Eugenio Zampighi (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) oder die beschwingt ihre Last vom Brunnen abholende „Wasserträgerin“ Eugen von Blaas’, der trotz seiner österreichischen Eltern und seines deutschklingenden Namens fast sein ganzes Leben auf der Mittelmeerhalbinsel verbrachte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Selbst die moderne Technik kann dem friedlich-idyllischen Flair römischen Landlebens wenig anhaben, wie Gerolamo Indunos Gemälde „Da kommt der Zug“ von 1871 mit einer Gruppe von Frauen und Kindern auf einer Terrasse im Abendlicht lehrt (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Eine der faszinierendsten Stadtansichten ist Federico del Campos gestochen scharfe und fast fotorealistisch klare Ansicht des Innenhofes des Palazzo Ducale in Venedig mit den Kuppeln von San Marco aus dem Jahr 1888. Gleißendes Licht sorgt auf den plastisch strukturierten Fassaden für ein reiches Licht- und Schattenspiel, im Übrigen ist der Ort durch Menschen und die unvermeidlichen Tauben gut belebt (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Als Portraitist sorgt Giovanni Boldini für furiose Pinselführung in einem skizzenhaften Halbbildnis der Diplomatengattin Josefina Alvear de Errázuriz aus der Zeit um 1906/17 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Zugleich tritt der Impressionist mit einem „Kutscher“ um 1905 auf, der mit großer Eile durch die herbstliche Landschaft huscht (Taxe 32.000 bis 42.000 EUR). Russland ist mit Franz Roubauds langem „Warten auf den Zug“ an einer Bahnschranke im Winter 1882 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) sowie Vasili Andreyevich Golynskys an der Malschicht leider etwas ramponiertem Gemälde „Ein heißer Sommertag (der Künstler bei der Arbeit)“ für 100.000 bis 140.000 Euro recht prominent vertreten. Die junge Frau, die auf diesem Bild etwas gelangweilt auf den Feierabend ihres malenden Freundes wartet, scheint etwas verjüngt, aber mit recht ähnlichem Gesicht in dem Bild „Nach der Arbeit“ des Ungarn Philip Alexius de László von 1896 wieder aufzutauchen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Den Abschluss der Auktion bilden wie gewohnt einiger Meister aus der Impressionistenschule Emil Jakob Schindlers, darunter Theodor von Hörmanns saftig grüner „Sommertag bei Samois“ (50.000 bis 70.000 EUR), Hugo Darnauts seitenlichtdurchflutete „Landstraße bei Plankenberg“ von 1898 für 30.000 bis 40.000 Euro und Olga Wisinger-Florians atmosphärisches Stillleben mit Feldfrüchten für 16.000 bis 20.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 16. Oktober um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



09.10.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Friedrich Gauermann, Schimmel und Fuchs auf der Weide, um 1825

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Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 38

Vasili Andreyevich Golynsky, Ein heißer Sommertag (Der Künstler bei der Arbeit)

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Taxe: 100.000 - 140.000 EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 147

Giovanni Boldini, Der Kutscher, um 1905

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Taxe: 32.000 - 42.000 EURO

Losnummer: 21

Hermann Steinfurth, Die Erziehung des Jupiter auf dem Berge Ida auf Kreta, 1846

Hermann Steinfurth, Die Erziehung des Jupiter auf dem Berge Ida auf Kreta, 1846

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 116

Friedrich Gauermann, Mädchen am Heimweg mit Ziegen und Kuhherde

Friedrich Gauermann, Mädchen am Heimweg mit Ziegen und Kuhherde

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 188

Eugen von Blaas, Die Wasserträgerin, 1887

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Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 11

Johann Matthias Ranftl, Madonna mit dem heiligen Evangelist Markus sowie Ursula mit Jungfrauen

Johann Matthias Ranftl, Madonna mit dem heiligen Evangelist Markus sowie Ursula mit Jungfrauen

Taxe: 6.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 35

Franz Roubaud, Warten auf den Zug, 1882

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Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 143

Theodor von Hörmann, Ein Sommertag bei Samois

Theodor von Hörmann, Ein Sommertag bei Samois

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Losnummer: 209

Ferdinand Georg Waldmüller, Bildnis Bankier August Walter, 1834

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Taxe: 24.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 199

Olga Wisinger-Florian, Stillleben mit Feldfrüchten

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Taxe: 16.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 208

Jakob Alt, Partie von Castellamare am Golf von Neapel, 1837

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Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 193

Thomas Ender, Blick auf die Zenoburg bei Meran, um 1845

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Taxe: 45.000 - 65.000 EURO

Losnummer: 39




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