Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Architektur und Sexualität: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen in der Sammlung Falckenberg das weitgehend unbekannte zeichnerische Werk der in Berlin lebenden italienischen Künstlerin Monica Bonvicini

Mein Haus, mein Bett, mein Ego



Geht es nach Monica Bonvicini, so ist die Architekturzeichnung an sich schon eine äußerst machohafte Angelegenheit. Treppen, Säulen, Raumfluchten und Fassaden auf feines Millimeterpapier gebracht, versteht sie als Ausdruck von Macht und Ausgrenzung, Härte, Dominanz und Herrschaftsdenken. Die Berliner Künstlerin mit norditalienischen Wurzeln setzt dieser männlichen Gebärde in ihren eigenen Zeichnungen einen starken feministischen Gegenpol entgegen. Sie provozierte bereits in ihrer Videoarbeit „Wallfuckin’“ von 1995 mit einer nackten Frau, die sich 30 Minuten lang an der harten Kante eines Mauervorsprungs sexuell stimulierte.


In der Sammlung Falckenberg, der Außenstation der Hamburger Deichtorhallen in Hamburg-Harburg, sind jetzt unter dem Titel „Desire Desiese Devise – Zeichnungen 1986-2012“ rund 400 Arbeiten auf Papier der 1965 in Venedig geborenen und seit 1986 in Berlin lebenden Monica Bonvicini zu sehen. Die international renommierte Künstlerin, die 1999 den Goldenen Löwen der Biennale Venedig und 2005 den Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst erhielt, ist vor allem für ihre sexuell aufgeladenen Installationen und Skulpturen aus Stahl und schwarzem Leder bekannt. Die Themen Architektur, Sexualität, Gesellschaftskritik und Feminismus durchziehen jedoch auch ihr zeichnerisches Werk, das lange Zeit weitgehend unbekannt war. Das Verdienst der Hamburger Ausstellung, die in Kooperation mit dem Museum Abteiberg in Mönchengladbach entstand, ist es, jetzt einen umfassenden Überblick über das zeichnerische Œuvre der provokanten Italienerin zu geben. Bonvicini bewahrte ihre „Disegni“, also Arbeiten auf Papier, über all die Jahre im Atelier auf. Nur ganz wenige Exemplare gelangten bisher in Privatsammlungen oder Museen. Die Hamburger Ausstellung greift nun in enger Kooperation mit der Künstlerin, ordnend und nach Werkgruppen sortiert, das zeichnerische Werk auf.

Monica Bonvicini, die Jack Kerouacs Kultroman „On the road“ als Motto für ihr nomadisches Leben nimmt, zeichnet überall: im Flugzeug nach Los Angeles, wo sie Anfang der 1990er Jahre an der legendären CalArts studierte, in ihrem geräumigen Studio in Berlin-Wedding oder in Wien, wo sie seit 2003 an der Akademie der bildenden Künste eine Professur für Performance und Bildhauerei innehat. In den USA kauft sie in Europa nicht erhältliche Zeichenutensilien, experimentiert mit Zeichnungen auf Packpapier, zeichnet mit Asche oder gar mit dem Dreck ihres Atelierbodens. Ihre Collagen und Zeichnungen sind gespickt mit Textfragmenten und Zitaten aus Literatur, Songs, Architektur- und Kunstgeschichte. Monica Bonvicini konfrontiert Schlafzimmerinterieurs mit italienischer Baugeschichte. Sie benutzt schwule Bauarbeiterromantik oder Bilder von den Zerstörungen des Hurrikans Katrina 2005 in New Orleans als Folie für immer neue Bildfindungen. Emotionale Abgebrühtheit trifft auf soziale Ausgrenzung, bürgerliche Einrichtungsideale der Moderne auf die Vereinzelung und Gefühlskälte des Individuums.

Die Hamburger Ausstellung bietet jetzt allen Liebhabern des stark subjektiven, unmittelbaren Mediums Zeichnung die Gelegenheit, in die variantenreiche und pointierte Bildsprache Monica Bonvicinis einzutauchen. Der virtuose Umgang mit Raum, der seinen Widerhall auf Bonvicinis mal ganz klein und dann wieder monumental groß daherkommenden Papierarbeiten findet, manifestiert sich auch in der klaren Hängung der Ausstellung, die sich fast spielerisch in die weitläufige Industriearchitektur der Phoenixhallen einfügt.

Die Ausstellung „Monica Bonvicini: Desire Desiese Devise – Zeichnungen 1986-2012“ ist bis zum 18. November zu sehen. Die Sammlung Falckenberg kann nur nach vorheriger Anmeldung in Hamburg-Harburg besucht werden. Öffentliche Führungen finden mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 und 15 Uhr statt. Anmeldung unter 040 – 3250 6762 oder www.sammlung-falckenberg.de. Der 354seitige Katalog aus dem Distanz Verlag kostet 58 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

Wilstorfer Straße 71

DE-21073 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 50 67 62

Telefax:+49 (040) 32 50 67 63

E-Mail: besuch@sammlung-falckenberg.de



26.09.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


07.09.2012, Monica Bonvicini - Desire, Desiese, Devise. Zeichnungen 1986-2012

Bei:


Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

Bericht:


Monica Bonvicini wird Professorin in Berlin

Bericht:


Ideen statt Lärm

Bericht:


Monica Bonvicini in der Berlinischen Galerie

Künstler:

Monica Bonvicini










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce