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Alles andere als ein Filmset: Im Kunstverein Hannover entführt der Belgier Hans Op de Beeck in eine verstörende Gegenwelt

Skulpturales All-Over



Traum oder Realität, Architektur oder bloße Kulisse? Die den Betrachter in ihren Bann ziehenden Installationen und grotesk anmutenden Filme des Belgiers Hans Op de Beeck evozieren verschüttete Erinnerungen und erzählen von fragwürdigen gesellschaftlichen Ritualen. Im Kunstverein Hannover ist jetzt unter dem Titel „visual fictions“ die erste Einzelpräsentation des 43jährigen, in Brüssel lebenden Künstlers in Deutschland zu sehen. Hans Op de Beeck hat gemeinsam mit der Kuratorin der Schau, Ute Stuffer, einen dramaturgisch aufgeladenen Parcours aus Installationen, Filmprojektionen, Skulpturen und großformatigen Aquarellen eingerichtet. Zu sehen sind Arbeiten von 1998 bis heute.


Das Herzstück der Schau bildet die begehbare Installation „Location (7)“ von 2011, die schon auf der 54. Biennale in Venedig für Aufmerksamkeit sorgte. Der Besucher steigt eine schmale Treppe hinauf und betritt ein einfach ausgestattetes Ein-Zimmer-Apartment mit zerwühltem Bett, Küchentisch und mächtigem Sofa. Vom Sofa aus blickt er durch eine Panoramascheibe in einen von einer Betonwand eingezäunten, eher kleinbürgerlichen Garten, in dem die Überreste eines Festes zu sehen sind. Eine menschenleere, ganz in Grau getauchte Szenerie, die sich unter anderem aus Op de Beecks Kindheitserinnerungen speist. Dominiert wird die nächtliche Szene von einer monumentalen, eher höfisch wirkenden und tatsächlich funktionierenden Wasserfontäne.

Hans Op de Beeck konstruiert alle Bestandteile dieser hyperrealistischen Szenerie aus grauem, hartem Kunststoffmaterial. Alles ist mit den Händen geformt. Auf Readymades, also vorgefundene Objekte aus dem Alltag, verzichtet Op de Beeck völlig. Dadurch erzielt er eine ambivalent aufgeladene Atmosphäre des Obskuren und Irrealen. Die Szene wirkt wie eingefroren oder einem verstörenden Traum entlehnt und ist ein skulpturales All-Over, das seine Künstlichkeit nicht kaschiert. Ganz anders als ein Filmset, das in der Regel versucht, die Wirklichkeit möglichst perfekt zu simulieren.

Im großen Oberlichtsaal überrascht der Belgier dann mit einer um das Eineinhalbfache vergrößerten weißen Kaffeetafel, auf der matschig gewordene Obsttorten und übervolle Aschenbecher, die Überreste eines Beerdigungsmahls, herumstehen. Hier hält er dem jedermann vertrauten Familienfest mit all seinen Zwängen und Verlogenheiten einen entlarvenden Spiegel vor.

Den Abschluss des Parcours bildet der 30minütige Film „Sea of Tranquillity“ von 2010, in dessen Mittelpunkt ein 3D-animiertes Luxuskreuzfahrtschiff voller Anleihen an dekonstruktivistische Protzarchitektur, russische Oligarchenyachten und hypermoderne Tarnkappenbomber steht. Hans Op de Beeck führt dem Betrachter eine realitätsferne Parallelwelt voller falscher Versprechungen vor: billige Bordunterhaltung, überbordende Shopping Malls und grellbunte Fantasiespeisen bedienen ein postmodernes Bedürfnis nach Überfluss und Zerstreuung fernab des realen Lebens.

Hans Op de Beeck gelingt es, in immer wieder neuen Bildern visuelle Konstrukte von nichtexistenten Orten herzustellen, die zwischen bösem Traum, Unbehagen, Ausgesetztheit, Glamourversprechen und oberflächlicher Schönheit oszillieren. Subversive Gesellschaftskritik mischt sich hier mit bildhauerischer Präzision, Filmzitate treffen auf kunsthistorische Verweise. Herausgekommen ist eine Ausstellung, in die man tief eintauchen kann und die einen lange nicht mehr los lässt – fast so wie ein gut gemachter Film von David Lynch.

Die Ausstellung „Hans Op de Beeck: visual fictions“ ist bis zum 11. November zu sehen. Der Kunstverein Hannover hat dienstags bis samstags von 12 bis 19 Uhr, am Sonn- und Feiertag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Kontakt:

Kunstverein Hannover

Sophienstraße 2

DE-30159 Hannover

Telefax:+49 (0511) 16 99 278 278

Telefon:+49 (0511) 16 99 27 80



19.09.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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