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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Nur noch bis zum nächsten Wochenende läuft die Documenta in Kassel. Wer jetzt noch die Zeit findet, hinzufahren, sollte sich die Highlights der Weltkunstausstellung herauspicken. Wir haben einmal ein voll gepacktes, aber durchaus zu schaffendes Tagespensum zusammengestellt

Documenta im Endspurt



Am 16. September geht die Documenta 13 definitiv zu Ende. Die Weltkunstschau wird dann 100 Tage lang die Stadt Kassel in einen internationalen Parcours der oft ortsspezifischen Installationen, Skulpturen, Videoarbeiten und Performances verwandelt haben. Noch ist also Gelegenheit, sich kurz vor Schluss vom Stand der aktuellen Kunstproduktion zu überzeugen. Allerdings: Es ist eine Documenta der vielen Standorte. Nicht nur die klassischen Ausstellungsorte wie das Fridericianum und die Documenta-Halle werden bespielt. Allein im weitläufigen Auepark hat die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev über 30 Arbeiten, viele davon in kleinen Holzpavillons, versammelt.


Wer sich zunächst ein Fahrrad mietet – Infos und Anmeldung unter www.konrad-kassel.de – und dann hier beginnt, sollte sich, wenn die Zeit drängt, auf einige viel diskutierte Highlights beschränken. Der Franzose Pierre Huyghe hat ganz hinten in der Aue eine geheimnisvolle Lichtung voller bewusstseinserweiternder Pflanzen und Wasserlachen angelegt. Hier begegnet man einer liegenden Frauenskulptur, deren Kopf aus lebenden Bienen besteht, und zwei spanischen Windhunden mit fluoreszierenden Pfoten. Huyghe hat einen surrealen Gegenort geschaffen, an dem sich der Mensch als Eindringling fühlt. Wer sich für ein wirklich gutes Video die Zeit nehmen mag, sollte den Pavillon von Omer Fast aufsuchen. Der in Berlin lebende Israeli erzählt in 40 Minuten vor der Folie heimkehrender Afghanistan-Soldaten die Geschichte eines bildungsbürgerlichen Ehepaares. Generationenkonflikte, inzestuöse Begierden und unverarbeitete Kriegserlebnisse mischen sich zu einem überaus verschachtelten Plot. Ein Ort der Besinnung und des akustischen Erlebens dagegen ist das suggestive Klangfeld „For a thousand years“ von Janet Cardiff und George Bures Miller. In einer Waldlichtung darf der Besucher auf Baumstümpfen Platz nehmen und einem dichten Klangteppich aus Natur- und Zivilisationsgeräuschen lauschen, der in einen mystischen Chorgesang des estnischen Avantgardekomponisten Arvo Pärt mündet.

Das Fridericianum ist ein Muss für jeden Documenta-Besucher. Wer sich im Erdgeschoss auf Carolyn Christov-Bakargievs Installation „The Brain“ mit kunstgeschichtlichen Verweisen und zeitgenössischen Exponaten einlässt, erhält zumindest einen kursorischen Einblick in ihr komplexes Referenzsystem, in dem offenbar alles mit allem zusammenhängt. Verstehen ist etwas anderes. Ryan Ganders sanfter Windzug im ansonsten fast leeren Erdgeschoss, Ceal Floyers mantraartiger Gesang „I’ll just keep on...’til I get it right“ und der in einer Vitrine präsentierte Brief Kai Althoffs, in dem dieser seine Nichtteilnahme begründet, dürften sich ebenfalls in die Erinnerung an diese Documenta eingraben.

Ein Ausstellungsort mit vielen Highlights ist dann der Hauptbahnhof. Einmal quer durch die Kasseler Innenstadt, findet man hier im Nord- und Südflügel viele interessante, durchaus auch politische und sinnliche Arbeiten. Im Gedächtnis bleiben werden die Räume des Libanesen Rabih Mroué, der sich in verschiedenen Medien mit der Tötungsroutine im syrischen Bürgerkrieg auseinandersetzt. Weiterhin beeindruckt dann der Videofilm „Secretion“ des Nordiren Willie Doherty, der in melancholischen Bildern eine Parabel der Zerstörung und menschlichen Vernichtung erzählt. Es lohnt sich, das Gleis 10 ganz zu Ende zu gehen und dort der intensiven Klanginstallation der Schottin Susan Philipsz zu lauschen, die an die Deportationen nach Auschwitz und Theresienstadt erinnert, die auf diesem Bahnhof ihren Ausgangspunkt hatten. Wer tiefer eintauchen will in die Welt des Bahnhofs mit all seinen ambivalenten Geschichten, sollte den 26minütigen Videowalk von Janet Cardiff und George Bures Miller mitmachen. Ausgerüstet mit einem iPod, auf dem Sound und ein Video laufen, vermischen sich die virtuelle und die reale Ebene zu einem völlig neuen, sehr individuellen Erleben.

Für viele Documenta-Besucher ist das Hugenottenhaus in der Innenstadt ein weiterer Höhepunkt des Parcours. Hier hat Theaster Gates aus Chicago mit vielen Helfern eine Gesamtinstallation eingerichtet und die heimische Wohn-, Arbeits- und Ateliersituation auf Kassel übertragen. Während der Eröffnungstage fanden hier improvisierte Jazz-Sessions statt. Vom Hof aus geht man in einen komplett abgedunkelten Raum, in dem eine Dauerperformance von Tino Sehgal aufgeführt wird. Ein Dutzend Tänzer umschwirrt das Publikum und entfaltet eine atmosphärisch dichte Collage aus Bewegung, Sound und Atemgeräuschen. Der perfekte Abschluss für einen letzten Schlussspurt über die Documenta 13. All das wäre an einem Tag zu schaffen, vorausgesetzt, man mietet sich ein Fahrrad und gönnt sich keine allzu langen Ruhepausen.

Nach 100 Tagen Documenta-Fieber wird die Stadt Kassel also bald wieder in ihren gewohnten Alltagstrott zurückkehren. Mit Spannung wird in diesen Tagen auch die offizielle Besucherzahl erwartet. Geschäftsführer Bernd Leifeld gibt sich da ganz gelassen und verkündet: „Immer so viele Besucher wie beim letzten Mal plus eins. Und für den einen arbeiten wir hier Tag und Nacht.“

Die Documenta 13 ist bis zum 16. September zu sehen. Sie findet im Museum Fridericianum, in der Documenta-Halle, dem Hauptbahnhof, der Karlsaue und an zahlreichen über die gesamte Innenstadt verteilten weiteren Ausstellungsorten in Kassel statt. Geöffnet ist sie täglich von 10 bis 20 Uhr. Als Publikationen liegen im Hatje Cantz Verlag das 792seitige „Buch der Bücher“ für 68 Euro, das 536seitige „Begleitbuch“ für 24 Euro und das 304seitige „Logbuch“ für 30 Euro vor.

Kontakt:

Documenta und Museum Fridericianum gGmbH

Friedrichsplatz 18

DE-34117 Kassel

Telefon:+49 (0561) 70 72 720

Telefax:+49 (0561) 70 72 775

E-Mail: info@fridericianum.org

www.documenta.de



08.09.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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