Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 16.10.2018 112. Auktion: Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Eine gelungene Ausstellung in Halle an der Saale lässt die Besucher in die Lebenswelt der römischen Stadt Pompeji eintauchen

Schatz unter Staub



Pompeji und der Vesuv, fotografiert zwischen 1890 und 1905

Pompeji und der Vesuv, fotografiert zwischen 1890 und 1905

Kaum eine Stadt und das mit ihr verbundene Schicksal sind so bekannt wie Pompeji. Immer wieder wird das Gebiet um den Vesuv in Italien von Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen heimgesucht. Doch die Menschen lassen sich nicht davon abbringen, diese Gegend weiterhin zu bewohnen. Heute leben rund vier Millionen Menschen in der gefährdeten Region um Neapel. Durch den Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n.Chr. wurden die römischen Städte Pompeji, Herculaneum und Nola vernichtet, aber im Moment ihres Untergang auch verewigt. Diesem großen Ausgrabungsfeld der antiken Archäologie widmet das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle derzeit eine aufwendige Ausstellung.


Verteilt auf zwei Etagen versucht das Landesmuseum, mit alltäglichen und außergewöhnlichen Ausstellungsstücken einen Eindruck von der damaligen Hochkultur zu vermitteln. Dies geschieht mit Hilfe von Fresken, Skulpturen, Waffen, versteinerten Speisen, Mosaiken, Bechern, Glasgefäßen, Werkzeugen, sanitärer Technik, Schmuck sowie Schriftdokumenten. Dabei ist es dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt gelungen, Exponate zusammenzutragen, die zum Teil noch niemals außerhalb Italiens ausgestellt wurden oder letztmalig im Ausland gezeigt werden.

Beim Eintritt in das Landesmuseum fallen sofort die drei Wände des sogenannten „Triclinium A“ ins Auge. Dieser mit Fresken versehene Bankettraum bildet den Mittelpunkt der ersten Etage. Qualitätvoll gemalt, stellen sie den Gott Apollo sowie die neun Musen dar. Flankiert von Auszügen aus dem satirischen Stück „Gastmahl des Trimalchio“ von Petronius, welches den verzweifelten Versuch von neureichen Römern nach Anerkennung durch ein Abendmahl zum Thema hat, versucht die Ausstellung einen lukullischen Einblick in das alte Pompeji zu liefern.

Zu Füßen dieses Werkes liegen originale Lapilli-Steine aus der Region des Vesuv. Fast 10 Millionen Tonnen des pyroklastischen Gesteins gingen bei dem Ausbruch des Vulkans auf eine rund 15 Quadratkilometer große Zone nieder. Weitere spannende Erkenntnisse über die schrecklichen Tage des Jahres 79 n. Chr. werden illustriert durch den Videovergleich mit anderen Vulkanausbrüchen und durch Zitate aus Briefen des römischen Gelehrten Plinius d.J.

Darüber hinaus erzeugt Harald Meller, Museumsdirektor und Kurator, mit einem sprechenden Trick Nähe und zugleich Distanz zu den Ausgrabungsstücken. Er präsentiert nämlich Objekte der heutigen Lebenswelt, als seien sie archäologische Fundstücke in einer 2000 Jahre entfernten Zukunft. Die Texte, etwa zu einem Schienbeinschoner von SSC Napoli, erwecken den Eindruck, als beschrieben sie einen bemerkenswerten Fund aus der Vergangenheit. Dem angekohlten modernen Fußballequipment steht dabei als Gegenstück der Beinschutz eines Gladiators gegenüber. Entsprechend ihrer Bedeutung für die römische Gesellschaft kommen in der Ausstellung auch die Gladiatoren nicht zu kurz. Es werden aber nicht nur Waffen wie Schwerter und Rüstungsteile wie Helme, Schulter- und Beinschützer gezeigt, sondern auch ein Eindruck vom Alltag der Kämpfer in den Trainingsstätten durch einen amüsanten, karikierenden Film.

Ein besonderes Plus ist die umfangreiche Präsentation von römischer Kunst. Die Umgebung des Vesuv mit seinem nährstoffreichen Boden als Lebensspender wird durch das Fresko des Weingottes Bacchus aus dem ersten Jahrhundert nach Christus illustriert. Dieser steht eingehüllt in ein Kleid aus Trauben vor dem Vesuv. Zu seinen Füßen windet sich eine Schlange. In der Antike stand das heilige Tier für die Erneuerung und das Unendliche, da sie sich immer wieder häutet und somit, wie man dachte, neu geboren wird. Ein Hinweis also auf die stetige Wieder- und Neubesiedlung der fruchtbaren Gebiete um den Vulkan, trotz aller Gefahren.

Ein Fresko über einen Fantasiegarten ist das Prunkstück der zweiten Etage. Diese über 13 Quadratmeter große Arbeit mit detaillierten Tierzeichnungen lässt einen laut Katalog „einsinken in die frühen kulturellen Lustbarkeiten der Pompejianer“. Auf dem Bild wird jedem Gott eine Pflanze zugeordnet. Der Lorbeer etwa steht für den Gott Apollo, welcher durch Weisheit und Heldenhaftigkeit charakterisiert wurde. Dem Veilchen, das oft als Brautschmuck für Hochzeiten verwendet wurde, ordnete man die Liebesgöttin Aphrodite zu.

Wenn wir glauben, Graffiti seien eine Erfindung der heutigen leichtsinnigen Jugend, werden wir in der Ausstellung eines Besseren belehrt. Schon im alten Pompeji waren solche „Schmierereien“ Alltag. Auf einer Wand sind dazu Zoten, phallische Kritzeleien und wüste Beschimpfungen der Obrigkeit zu finden.

Die Handelsbeziehungen zwischen dem germanischen und römischen Volk beleuchtet das Landesmuseum anhand von Alltags- und Kunstgegenständen. So fand man in Gräbern der germanischen Oberschicht im heutigen Sachsen-Anhalt kostbare gläserne Rippenschalen römischer Herkunft, in Herculaneum als Beweis für den regen Austausch einen dünnwandigen und gut erhaltenen Achatbecher. Solche Arbeiten wurden im Raum um Kleinjena produziert.

Nach der gut besuchten Schau zur Himmelsscheibe von Nebra und der „Fundsache Luther“ dürfte auch die aktuelle Präsentation „Pompeji. Katastrophen am Vesuv“ ein Erfolg werden. Die Besucherzahlen sprechen für sich: So zählte man bisher bereits über 150.000 Ausstellungsgäste. Die Exponate und ihre aufwendige Präsentation mit Fotos, Schriften und Videos machen selbst alltägliche Gegenstände für den Betrachter aufschlussreich verständlich. Auf charmante Weise macht die Ausstellung bewusst, wie vielschichtig die Arbeit von Archäologen ist.

Leider fehlt der Schau ein deutlicher Hinweis über den problematischen Zustand der Ausgrabungen in Pompeji. Die Regierung Berlusconi hat jahrelang stark in allen Bereichen der Kultur die Mittel gekürzt. Immer wieder hört man von Einstürzen sowie dem stetigen Zerfall von Objekten in dem Freilichtmuseum bei Neapel. Die Archäologen sind ohne Hilfe von außen machtlos gegenüber dieser Entwicklung. Ohne ein Umdenken in der postberlusconischen Regierung besteht die Gefahr, dass die bedeutenden Zeugnisse der römischen Hochkultur unwiederbringlich verfallen.

Die Ausstellung „Pompeji, Nola, Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“, gefördert von der Kulturstiftung der Länder, der Volksbank Halle, dem Land Sachsen-Anhalt, der Deutschen Bahn sowie der National Geographic Deutschland, ist bis zum 26. August verlängert. Das Landesmuseum für Vorgeschichte hat dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen 3 Euro. Der hervorragend aufgearbeitete Katalog mit 392 Seiten und rund 250 Abbildungen in Farbe kann vor Ort für 29,90 Euro und im Buchhandel für 39,90 Euro erworben werden.

Kontakt:

Landesmuseum für Vorgeschichte

Richard-Wagner-Straße 9

DE-06114 Halle an der Saale

Telefon:+49 (0345) 52 47 30

Telefax:+49 (0345) 52 47 351



06.07.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Robert Unger

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 15

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (2)Variabilder (11)

Veranstaltung vom:


09.12.2011, Pompeji, Nola, Herculaneum. Katastrophen am Vesuv

Bei:


Landesmuseum für Vorgeschichte

Bericht:


Das Haus der Schönen Künste

Bericht:


Von verkohltem Brot und pyroklastischen Strömen

Variabilder:

Pompeji und der Vesuv, fotografiert zwischen 1890 und 1905
Pompeji und der Vesuv, fotografiert zwischen 1890 und 1905

Variabilder:

Wandmalerei aus dem Gartentriclinium
Wandmalerei aus dem Gartentriclinium

Variabilder:

Eine der bronzezeitlichen Hütten von Nola
Eine der bronzezeitlichen Hütten von Nola

Variabilder:

Goldarmreif
Goldarmreif

Variabilder:

Gipsausgüsse einer Frau und eines Kleinkindes
Gipsausgüsse einer Frau und eines Kleinkindes







Wandmalerei aus dem Gartentriclinium

Wandmalerei aus dem Gartentriclinium

Eine der bronzezeitlichen Hütten von Nola

Eine der bronzezeitlichen Hütten von Nola

Goldarmreif

Goldarmreif

Gipsausgüsse einer Frau und eines Kleinkindes

Gipsausgüsse einer Frau und eines Kleinkindes

Goldene Fuchsschwanzkette mit Berlock aus dem Grab von Profen

Goldene Fuchsschwanzkette mit Berlock aus dem Grab von Profen

Das Forum von Pompeji

Das Forum von Pompeji

Beinschiene eines Gladiators

Beinschiene eines Gladiators

Impression vom Aufbau der Ausstellung „Pompeji, Nola, Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“

Impression vom Aufbau der Ausstellung „Pompeji, Nola, Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“

Marmorstatue des Apollon

Marmorstatue des Apollon

verkohltes Brot

verkohltes Brot




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce