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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hauswedell & Nolte

Noldes Blumenleuchten



Seinen Rang als erstes Auktionshaus am Standort Hamburg bestätigten Hauswedell & Nolte auch mit seiner diesjährigen Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst. Einschließlich einiger Nachverkäufe konnte das Unternehmen von den gut hundert Losnummern der prestigeträchtigen Abendversteigerung ausgewählter Werke knapp zwei Drittel weitervermitteln. Der einzige sechsstellige Zuschlagspreis führte die Ergebnisliste bei 155.000 Euro mit einigem Abstand an: Ein Sonnenblumen-Aquarell Emil Noldes von besonderer Leuchtkraft und zugleich kontrastreicher Farbzusammenstellung mit viel Gelb und Blau erwies sich einmal mehr als Verkaufsschlager. Hauswedell & Nolte hatten das rund 45 Zentimeter breite Blatt, das sich ehemals im Besitz Günther Frankes befand und 1983 anlässlich einer Gedächtnisausstellung zu Ehren dieses renommierten Münchner Galeristen in der Villa Stuck angestellt war, auf 120.000 Euro angesetzt.


Den Beginn der Veranstaltung am 6. Juni hatten wie gewohnt einige Impressionisten bestritten, darunter französische Zeichner und Grafiker wie Honoré Daumier mit dem winzigen Brustbild eines togabekleideten Mannes in Aquarell und Kreide, das sich dennoch von 25.000 Euro auf 28.000 Euro leicht verbesserte, ebenso wie Edgar Degas’ schemenhafte Kaltnadelradierung eines Rückenakts beim „Sortie de Bain“ von 1879 von 15.000 Euro auf 17.000 Euro. Pierre-Auguste Renoirs bekannte Farblithografie „Le Chapeau epinglé“ in der zweiten Version von 1898 wechselte für markt- und taxgerechte 60.000 Euro den Besitzer, während Mary Cassatts intimes Bildnis ihres Dienstmädchens Mathilde samt Papagei in der Radierung „The Parrot“ um 1891 leicht auf 10.000 Euro nachgab (Taxe 12.000 EUR).

Auf deutscher Seite reüssierte Max Liebermann mit einer seiner relativ frühen Beobachtungen arbeitender Menschen, hier von Brabanter Spitzenklöpplerinnen, in den 1880er Jahren rasch und sicher skizziert und jetzt für 50.000 Euro weitergereicht (Taxe 45.000 EUR). Eine Berliner „Caféhausszene“ aus Lesser Urys spätem Lebensjahr 1928 wurde den Ansprüchen mit 80.000 Euro nicht ganz gerecht: Erwartet wurden 100.000 Euro, allerdings war die knapp sechzig Zentimeter hohe Leinwand bereits vor einem halben Jahr bei Van Ham an 100.000 bis 140.000 Euro gescheitert. Auch Max Beckmanns Frühwerk einer unspektakulären Strandlandschaft bei Flut von 1904 blieb mit 38.000 Euro etwas unterhalb der anvisierten 45.000 Euro, desgleichen Otto Modersohns Worpsweder „Hütten im Moor“ an einem Spätsommertag des Jahres 1937 mit 11.000 Euro (Taxe 12.000 EUR).

Wenige markante Werke bestimmten den deutschen Expressionismus, wobei allein drei bedeutende Stücke von Erich Heckel kamen: 80.000 Euro und 50.000 Euro jeweils 10.000 Euro unterhalb der Schätzung schafften sein Blumenbild mit Pfingstrosen und Lupinen aus dem Jahr 1926 und eine 1925 datierte Hochgebirgslandschaft mit Ziegen, angemessene 40.000 Euro sein bekannter Farbholzschnitt „Männerbildnis“ aus dem Jahr 1919, von Hauswedell & Nolte nicht ganz zu Unrecht als eine der „Wegmarken der farbigen Graphik des Expressionismus“ klassifiziert. Ein anderes Hauptwerk, Alexej von Jawlenskys „Großes Stillleben: Tulpen“ von 1936, kletterte sogar deutlich von 50.000 auf 86.000 Euro.

Emil Nolde tat sich noch einmal mit der Strich- und Tonätzung „Kerzentänzerin“ von 1918 bei 22.000 Euro hervor (Taxe 15.000 EUR), Hermann Max Pechstein vor allem mit der farbigen Kreidezeichnung mehrerer Fischer an der See um 1911/12 bei 13.500 Euro (Taxe 10.000 EUR) und Karl Schmidt-Rottluff mit dem späten Tuschpinselaquarell „Blick aus dem Haus Hanna Bekker vom Rath, Hofheim in Taunus“ um 1965/70 bei 28.000 Euro (Taxe 24.000 EUR). Unveräußert blieb dagegen Otto Dix’ neusachlich-kühle Bodenseelandschaft „Allensbach und Reichenau“ von 1938, die trotz hoher Qualität und exemplarischer Stellung im mittleren Schaffen des Künstlers mit 220.000 Euro vielleicht doch etwas zu anspruchsvoll taxiert war.

Auch einige weniger bekannte Künstler hatten Hauswedell & Nolte ins Programm aufgenommen, etwa den überwiegend in Hannover tätigen Ernst Thoms, einen Vertreter der Neuen Sachlichkeit, mit dem Ölbild „Schwedische Schärenwerft“ von 1930 für 13.500 Euro (Taxe 18.000 EUR) oder seinen Kölner Altersgenossen und stilistischen Mitstreiter Heinrich Hoerle mit einem schlichten „Stillleben mit Tulpen“ für 17.000 Euro (Taxe 18.000 EUR). Bereits einen festen Platz bei Hauswedell & Nolte haben dagegen die Grafiken Rolf Neschs. Sein 1932 entstandener Metalldruck „Barmbek“ aus der zwanzigteiligen Folge „Hamburger Brücken“ legte eine sagenhafte Steigerung von 8.000 Euro auf 51.000 Euro hin, das erste Blatt derselben Serie mit dem an Munch gemahnenden Titel „Abschied“ kam immer noch auf achtbare 16.000 Euro (Taxe 10.000 EUR).

Für die frühe abstrakte Kunst stand zum wiederholten Mal Walter Dexel, dessen „Diagonalkonstruktion im Quadrat I“ aus dem Jahr 1924 ebenfalls von 10.000 Euro auf 16.000 Euro stieg. Willi Baumeister dagegen, sonst eigentlich Garant für große Ergebnisse im Hamburger Auktionshaus, blieb mit einer „Montaru“-Collage von 1954 für geschätzte 60.000 Euro diesmal auf der Strecke. Ein bisschen wurde dieser Rückgang von seiner „Komposition mit schräger Figur“ wettgemacht, einem mittelgroßen Ölbild auf Karton von 1920/21, dessen Wert sich auf 35.000 Euro verdoppelte. Noch einmal ging der Blick nach Frankreich, unter anderem zu Henri Matisses eindrucksvoll radiertem Selbstbildnis von 1900/03 für taxgerechte 25.000 Euro und Pablo Picassos Lithografie „Femme au fauteuil No. 1 (d’après le rouge) (Le manteau polonais)“ von 1948 für 40.000 Euro (Taxe 45.000 EUR). Richard Oelze war dann mit der gleichaltrigen, brillanten Bleistiftzeichnung einer unwirklichen „Abendlandschaft“ für 34.000 Euro gut im Spiel (Taxe 20.000 EUR). In diesem zeitlichen Umfeld fand sich auch der junge Karel Appel, in dessen beste „CoBrA“-Zeit 1950 eine abstrakt-stilisierte „Composition“ mit ansatzweise erkennbarem menschlichem Kopf rechnet. Für diese farbige Papierarbeit wurden 38.000 Euro gezahlt (Taxe 25.000 EUR).

Bedeutendster Bildhauer der Auktion war einmal mehr Ernst Barlach. Indes erwiesen sich die mitunter hohen fünfstelligen Preiserwartungen auch hier – wie gleichzeitig bei Lempertz, Grisebach, Van Ham und Ketterer – als überzogen: Einer der 32 nach 1940 entstandenen Güsse seines „Flötenbläsers“ von 1936 erzielte 60.000 Euro – immerhin 10.000 Euro mehr als wenige Tage vorher ein anderes Exemplar derselben Auflage bei Grisebach, doch immerhin 25.000 Euro weniger als die Schätzung. Die übrigen Barlach-Bronzen, darunter die „Russische Bettlerin II“ von circa 1932 für 40.000 Euro, fanden gar keine Abnehmer. Bei den Kunden stieß indessen Hans Uhlmanns scharfkantiges „Wachstum“ auf reges Interesse, die die 50 Zentimeter hohe Stahlplastik von 1962 auf 38.000 Euro hoben (Taxe 25.000 EUR). Eher dem Bereich Design zuzuordnen ist ein von Albert Schulze in Hannover nach Entwurf des Niederländers Jan Thorn Prikker mit abstraktem Muster gefertigtes Intarsienkästchen von 1922/23. Auch es legte deutlich von 5.000 Euro auf 16.000 Euro zu.

Bereits den Tag über hatten Hauswedell & Nolte ein breites Angebot moderner Kunst unter die Leute zu bringen versucht und davon gut die Hälfte verkauft. Zumindest noch einmal gab es hier einen überraschend hohen Zuschlagspreis: 30.000 Euro für eine Zeichnung zweier Männerköpfe aus der Feder Honoré Daumiers (Taxe 15.000 EUR). Ansonsten konnten vor allem Raritätenjäger auf Einkaufstour gehen, wovon besonders Künstler aus dem Hamburger Raum profitierten: Paul Kaysers ruhige „Elbschlepper am Kai, Speicherstadt Hamburg“ von 1924 für 4.200 Euro (Taxe 3.000 EUR), Friedrich Ahlers-Hestermanns schlichtes Stillleben „Pik As“ von 1969 für 1.800 Euro (Taxe 2.000 EUR), Otto Fischer-Trachaus vielperspektivischer „Fensterblick mit Alpenveilchen“ von 1922 für 5.000 Euro (Taxe 6.000 EUR) und ein 1918 datiertes „Selbstbildnis im Atelier“ des 1928 früh verstorbenen Spätimpressionisten Fritz Friedrichs für 8.800 Euro waren dafür hinreichende Belege (Taxe 6.000 EUR).

Außerhalb der Hamburger Riege gab es gute Preise für eine zackig-dynamische rayonisitische Komposition von Michail Larionow im Farbkontrast Orange und Blau um 1913/14 mit 4.400 Euro, für die kubistische Lithografie „Zwischen Mann und Frau“ von Conrad Felixmüller aus dem Jahr 1917 mit 4.200 Euro (Taxen je 3.500 EUR) oder überraschenderweise für die eher unspektakuläre Radierung „Grasende Ziegen“ von Max Liebermann aus dem Jahr 1887. Hier bissen sich einige Bieter fest und ließen nicht eher locker, bis 4.500 Euro erreicht waren (Taxe 600 EUR). Zu nennen ist auch die Kohle- und Kreidezeichnung einer Hand mit Buch, die der 19jährige Otto Pankok um 1912 noch vor Beginn seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie anfertigte. 8.200 Euro waren der Lohn für diese frühreife Leistung (Taxe 4.500 EUR).

Von den 333 weiteren Arbeiten zeitgenössischer Künstler konnte das Auktionshaus am 7. Juni 184 Positionen ebenfalls teils sehr vorteilhaft absetzen. Ein abstraktes, entfernt an Hans Hartungs Linienbündel erinnerndes, aber deutlich farbenprächtigeres Acrylbild Katharina Grosses von 1993 für 11.000 Euro gehörte dazu (Taxe 10.000 EUR) oder David Hockneys spartanische, aber vollkommen treffsichere Tuschfederzeichnung „West Coast Trees“ von 1964 für 17.000 Euro (Taxe 13.000 EUR). ZERO gefiel einmal mehr in Form eines Werkes von Günther Uecker: Von 4.000 Euro auf 11.500 Euro kletterte seine „Reihung Striche X“ von 1997, ein ähnliches Werk aus dem Jahr 1999 von 3.500 Euro auf 6.000 Euro. Fast vollständig vergeben wurde schließlich eine Suite von anderthalb Dutzend Arbeiten Paul Wunderlichs, darunter die surrealen „Lovers II“ von 1964 und „Zu A.D.: Die Wiener Zeichnung III“ von 1970 für jeweils 8.000 Euro (Taxen je 10.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



05.08.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Pierre-Auguste Renoir, Le Chapeau epinglé, 2e planche, 1898

Pierre-Auguste Renoir, Le Chapeau epinglé, 2e planche, 1898

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Ernst Barlach, Der Flötenbläser, 1936

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Honoré Daumier, Brustbild eines Mannes mit Toga

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