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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne, zeitgenössische und Schweizer Kunst behaupteten sich gut bei Koller in Zürich

Anker zum dritten



Albert Anker, Strickendes Mädchen, um 1883/84

Albert Anker, Strickendes Mädchen, um 1883/84

Wieder einmal hat er es geschafft: Nach dem „Mädchenbildnis“ am 4. Juni bei Sotheby’s und dem „Stillleben mit Kaffee“ am 13. Juni bei Fischer in Luzern brachte es der Schweizer Maler Albert Anker auch in der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Koller in Zürich auf den Spitzenplatz der Zuschlagsliste: 2,9 Millionen Franken erzielte sein „Strickendes Mädchen“ aus der Zeit um 1883/84, ein Bildnis voller Anmut und Wärme bei aller Präzision der Darstellung und Distanz des Betrachters. Dieser Preis rangierte sogar im oberen Bereich der Schätzung von 2 bis 3 Millionen Franken. Ganz so glatt verlief die übrige Anker-Offerte allerdings nicht. Was schon Sotheby’s feststellen musste, traf jetzt auch auf das gute Dutzend Ankers bei Koller zu: Nicht mehr jedes Produkt des meisterhaften Realisten wird zu jedem Preis erworben. Seine Genreszene „Das Lied der Heimat“ mit dem sinnenden Großvater sowie seinen Enkeln am Klavier von 1874 für geschätzte 2,4 bis 3,4 Millionen Franken blieb ebenso unveräußert wie der zehn Jahre frühere Gang zur „Taufe“ durch winterlichen Schnee für 2,5 bis 3,5 Millionen Franken. Nur einige Zeichnungen und Aquarelle fanden noch Abnehmer, darunter ein „Lesender Inser Bauer“ zur unteren Schätzung von 65.000 Franken.


Schweizer Kunst

90 der 156 Schweizer Offerten stießen am 22. Juni auf ausreichendes Interesse der nationalen wie internationalen Kundschaft. Die 100.000er-Grenze wurde noch mehrmals überschritten, etwa von Félix Vallottons melancholischem Seestück „Le phare, soir“ von 1915 für 440.000 Franken (Taxe 400.000 bis 600.000 SFR) oder einem Blick auf die dunstige Seine bei Mantes aus der Hand desselben Künstlers von 1917 für 280.000 Franken (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Aus dem reichen Cuno Amiet-Angebot pickten sich die Bieter ein blumengeschmücktes Profilbildnis einer befreundeten Tänzerin mit dem Künstlernamen „Irene“ aus dem Jahr 1927 für 70.000 Franken (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR) und einen Blick in den saftig blühenden Garten in der Oschwand von 1934 für 180.000 Franken heraus (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR), stritten sich außerdem heftig um eine andere Impression aus dem späten Wohnsitz des Expressionisten, bei frühlingshaftem Sonnenschein aufgenommen 1947: Auf 240.000 Franken verdoppelte sich der Wert dieser knapp einen Meter breiten Leinwand, gemessen an der oberen Schätzpreisgrenze.

Etwas enttäuschend schlossen die vier Arbeiten Giovanni Giacomettis ab: Für die beiden zwischen 600.000 und 900.000 Franken veranschlagten Hauptlose „Paesaggio di Bregaglia (novembre)“ und „Bosco d’autumno“, jeweils aus dem Jahr 1924, fanden sich keine Käufer, und die um 1922 mit starken Grünanteilen gemalten „Feldarbeiter“ blieben bereits an 200.000 Franken hängen (Taxe 220.000 bis 280.000 SFR). Zwei wichtige Designskulpturen von Giovannis Sohn Diego Giacometti, darunter die Bronzekonsole „La Promenade des amis“ von 1976 für 300.000 bis 500.000 Franken, wurden im Vorfeld der Auktion kurzfristig zurückgezogen. Die in dunklen schweren Farbschlieren verschwimmenden „Orchideen auf blauem Grund“ von Augusto Giacometti aus dem Jahr 1930 gingen erst im Nachverkauf für 125.000 Franken weg (Taxe 160.000 bis 240.000 SFR). Eine Bleistiftstudie Ferdinand Hodlers zu dessen Gemälde „Holzfäller“ um 1910 erreichte die vorgesehenen 30.000 Franken. In der Nachfolge des großen Schweizer Symbolisten steht Ernst Samuel Geiger mit seinem vor allem farblich stilisierten „Bielersee“ von 1918. Hier kamen 24.000 Franken zusammen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Unter den Arbeiten weniger bekannter oder jüngerer Künstler ragen Otto Morachs kubistisches „Grottodorf“ von 1925 für 38.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) und René Auberjonois’ melancholisches „Portrait d’Elie Gagnebin“ in gedeckten Farben von 1943 für 18.000 Franken hervor (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Gottardo Segantinis nachpointillistische Sicht auf den Piz Lagrev mit weidender Schafherde im Vordergrund kam auf die oberen 40.000 Franken, während sich Adolf Dietrichs neusachlich distanzierter „Frühling am Untersee“ von 1932 mit 35.000 Franken zufriedengeben musste (Taxe 48.000 bis 58.000 SF). Immer noch gegenständlich ging es bei Carl Walter Liners neoexpressiver Bergwelt „Alpstein im Sommer. Blick auf die Ebenalp“ für 14.000 Franken zu (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR). Erst mit der schrillbunten Farbflächenkomposition „Aufstieg in 11 Stufen“ des Konkreten Robert Salomon Gessner von 1973 war zur unteren Schätzung von 12.000 Franken die Abstraktion erreicht, die etwa Wilfrid Moser mit einer informellen Komposition von 1957 bei 10.000 Franken ergänzte (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Moderne und zeitgenössische Kunst

Gute sechzig Prozent Zuschlagsquote nach Anzahl der Lose konnte Koller bei den übrigen Werken moderner und zeitgenössischer Kunst absetzen. Darunter waren auch zwei der Hauptlose: Paul Signacs späte Neoimpression „Bateaux au mouillage à Locmalo“ von 1922, für die sich eine deutsche Sammlerin bei 1,575 Millionen Franken interessierte (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen SFR), und Salvador Dalís noch nicht so surreales Frühwerk „Venus und Amoretten“ in einer Felsküstenlandschaft aus dem Jahr 1925, das bei 1,75 Millionen Franken ebenfalls ins Ausland abwanderte (Taxe 1,5 bis 2,2 Millionen SFR). Ein weiteres Mal werden dagegen Pierre-Auguste Renoirs skizzenhaftes Ölbild „Nu dans la verdure“ von 1887 (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen SFR) und Paul Klees flächige „Häuser Treppe“ von 1923 für 500.000 bis 800.000 Franken antreten müssen. Von Marc Chagall schaffte das 1950 entstandene Tuschfederaquarell eines Stilllebens mit „Paniers de fruits, légumes et fleurs“ bei 260.000 Franken den Absprung (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR), im Gegensatz zum Ölbild „Soleil au dessus de Vence“ aus den mittleren 1960er Jahren (Taxe 500.000 bis 700.000 SFR).

Auch im preislichen Mittelfeld spielten ein paar Größen mit, Maurice Utrillo beispielsweise mit einer seiner oftmals menschenleeren, immer etwas verhaltenen Straßenszenen vom Montmartre aus den späten 1930er Jahren für unerwartet hohe 72.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) oder Edouard Vuillard mit einem fast ganz in abstrakten Farbwirbeln aufgelösten „Afternoon Tea“ von 1905/07 für 50.000 Franken (Taxe 48.000 bis 58.000 SFR). Den deutschen Expressionismus vertraten Hermann Max Pechsteins „Pommersche Fischerkaten“ von 1927 für 120.000 Franken (Taxe 90.000 bis 150.000 SFR), die neue Sachlichkeit – mit der Entstehung 1951 freilich etwas verspätet – Christian Schads drei Frauen der Nacht in „Napoli“ für 135.000 Franken (Taxe 90.000 bis 180.000 SFR). Die untere Grenze von 60.000 bis 80.000 Franken schaffte eine 1947 datierte Landschaft Otto Dix’ mit dem ungewöhnlichen Motiv von Blaukrautköpfen im Vordergrund. Im zeichnerischen Bereich gab es Lyonel Feiningers blau aquarellierte Strandszene „Scuttling Away“ von 1947 für gute 40.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR) und Ernst Ludwig Kirchners hackennasige „Sängerin am Klavier“ um 1935 für 38.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Als ein eher seltener Gast hatte sich der Norweger Frits Thaulow mit einer herbstlichen Flusslandschaft aus seiner Heimat von 1890 nach Zürich verirrt, reüssierte aber bei achtbaren 38.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Für das skulpturale Programm zeichnete zunächst Medardo Rosso verantwortlich, wobei sich das Interesse der Bieter auf die teurere Bronze konzentrierte, die Büste eines jungen Arbeiters „El Locch“ aus den frühen 1880er Jahren für 120.000 Franken (Taxe 125.000 bis 155.000 SFR). Ein Lebzeitguss von Alexander Archipenkos kubistisch ausgehöhlter „Seated Black Concave“ aus dem Jahr 1915 kletterte sogar von 80.000 bis 120.000 Franken auf 165.000 Franken. Unter den Grafiken – immerhin mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von gut 67 Prozent der beste Auktionsteil – räumte mit 60.000 Franken erwartungsgemäß Pablo Picassos Aquatintaradierung „Minotaure aveugle guidé par une fillette dans la nuit“ von 1934 aus der berühmten Suite Vollard den Höchstpreis ab (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Auch bei den Zeitgenossen war das Verhältnis zwischen Zuschlägen und Rückgängen unter den Spitzenlosen etwa ausgeglichen: Während Fernando Boteros Bildnis eines kugelrunden Frauenkopfes mit schickem Hut unter dem Titel „Mrs Rubens #3“ von 1964 bei 700.000 Franken in die USA abwanderte (Taxe 600.000 bis 800.000 SFR), wartet Lucio Fontanas giftgrünes „Concetto Spaziale“ mit mittigem Loch aus dem Jahr 1962 bei 550.000 bis 750.000 Franken noch im Nachverkauf auf Kundschaft. Recht international blieb es mit einem von sechzig IKB-Pigment-farbigen „Monochrome“, von Yves Klein 1959 in kleinen Formaten unter die Leute gebracht, für 75.000 Franken (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) und zwei schwarz-weißen Strichbildern aus A.R. Pencks „TM Serie“ von 1974 für jeweils 46.000 Franken (Taxen je 45.000 bis 55.000 SFR). In ähnliche Preisregionen stieß der 1930 in Valencia geborene Juan Genovés mit einer vierteiligen Leinwand vor, die 1967 unter dem Titel „Detras del Azul“ einen dezidiert politischen Kommentar zur faschistoiden Staatsführung in seiner Heimat abgab. Sie verbesserte sich von 10.000 bis 15.000 Franken auf 44.000 Franken.

Auch Piero Dorazio legte mit seinen geschwungenen Farbbahnen „Swells“ von 1965 leicht auf 32.000 Franken zu (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), deutlicher dann Keith Haring mit seiner Umrisszeichnung „Andy Mouse“ auf 34.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Bei angemessenen 40.000 Franken schloss Henry Moores Zeichnung „Two draped reclining figures“ von 1980 ab, ebenso Karel Appels ungestüm auf den Karton gekritzelte „Two Figures“ von 1989 bei 38.000 Franken. Jeweils zur Mitte der Schätzung von 15.000 bis 25.000 Franken gingen zwei Collagen für Christos Landschaftsprojekt „The Umbrellas“ in gelber und blauer Version übers Auktionspult. Die Grafiksektion hatte Gerhard Richters frühes Portfolio „Neun Objekte“ von 1969 mit unmöglichen geometrischen Konstruktionen für 14.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) und Roy Lichtensteins späte Arbeit „Les nymphéas“ für 19.000 Franken zu bieten (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Als einer der jüngsten Künstler trat der 1972 in Berching geborene Martin Herler mit dem fotorealistisch verschwommenen Rosenbouquet „Konrads Blumen“ an und war bei 7.500 Franken erfolgreich (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



22.07.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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