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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Nagel in Stuttgart

Pleuer wird teuer



Lovis Corinth, Zinnien, 1924

Lovis Corinth, Zinnien, 1924

Eine hohe Verkaufsrate in den oberen Rängen und ein großes Interesse auch an günstigeren Objekten prägte die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst im Stuttgarter Auktionshaus Nagel. Am Ende klingelten rund 1,36 Millionen Euro netto in den Kassen des Unternehmens und damit so viel wie selten auf diesem Sektor. Als Kassenschlager erwiesen sich vor allem einige deutsche Impressionisten, allen voran Lovis Corinths spätes Stillleben „Zinnien“, in des Künstlers vorletztem Lebensjahr 1924 in rauschhaften Farben und mit energischem Pinselstrich auf die knapp siebzig Zentimeter breite Leinwand geworfen. Das aus einer süddeutschen Privatsammlung eingelieferte Gemälde ging taxgerecht für 300.000 Euro in neuen Besitz über. Ebenfalls seine Schätzung von 48.000 Euro traf Max Liebermanns „Esel in den Dünen“ von 1911, bereits im Entstehungsjahr bei Paul Cassirer in Berlin ausgestellt und zuletzt 1991 bei Sotheby’s in München versteigert. Liebermanns bislang unbekannte, nun aus einer Hamburger Sammlung wiederaufgetauchte, sommerliche „Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“ von 1923 kletterte von 80.000 Euro auf 120.000 Euro.


Auch das preisliche Mittelfeld verzeichnete am 27. Juni mit Christian Rohlfs’ lichtdurchflutetem „Buchenwald“ aus der Jahrhundertwende für 28.000 Euro einen impressionistischen Erfolg (Taxe 15.000 EUR). Aus der Schweiz steuerte Cuno Amiet das symbolistische Frühwerk „Abend in Hellsau“ von 1891 mit sich gen rötlich-gelbem Himmel umblickendem Mädchen für 17.000 Euro bei (Taxe 10.000 EUR). Beim deutschen Expressionismus gab es mit dem Rückgang von Gabriele Münters Blick aus dem Fenster ihres Pariser Domizils 1930 auf die Rue Lamblardie mit vorbeifahrendem Zug für geschätzte 220.000 Euro die einzige große Enttäuschung des Tages. Gut aufgenommen wurden dagegen die Aquarelle Emil Noldes, zunächst eine leuchtende „Marschlandschaft im Abendlicht“ aus den frühen 1930er Jahren für angemessene 100.000 Euro und anschließend ein duftig, wieder fast impressionistisch hingehauchter „See mit Enten in der Marschlandschaft“ aus den frühen 1920er Jahren für 36.000 Euro (Taxe 35.000 EUR).

Bei der expressionistischen Grafik reüssierte Hermann Max Pechstein mit allen drei Offerten, darunter seiner Kreidelithografie „Sitzendes Mädchen“ als Rückenakt von 1909 bei 14.500 Euro (Taxe 4.500 EUR) und dem späten Aquarell „Frühling“ samt Frauen- und Männerakt von 1948 bei 13.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). Auch mit weniger bekannten Künstlern hatte Nagel Erfolg: Mela Muters eindrückliches, geistvolles Portrait eines alten Mannes mit Hut verließ erst bei 13.000 Euro das Haus (Taxe 6.000 EUR), und bei Paul Kleinschmidt gelang der Abschlag einer „Landschaft mit Zypressen“ von 1938 und eines Stilllebens mit Glas von 1926 bei jeweils etwa taxgerechten 13.000 Euro und 9.000 Euro. Von dem gebürtigen Westfalen Fritz Burmann konnte Nagel sowohl die kräftig bodenständige „Bauernfamilie in sonniger Landschaft“ als auch ein farblich harmonisches „Haus in der Nehrung“ für jeweils 8.500 Euro weit über den niedrigen vierstelligen Schätzungen weitervermitteln.

Überwiegend auf der Habenseite stand ferner das ambitionierte Programm abstrakter Malerei. Erwartungsgemäß setzte sich hier Giacomo Ballas kaltfarbige, aus teils zackigen und teils gerundeten Flächen zusammengesetzte Komposition „Linee mandamentali + luce“ aus der Zeit um 1924 an die Spitze und konnte ihren Wert auf 100.000 Euro sogar verdoppeln. Von zwei figural-abstrakten Gouachen Alexander Rodtschenkos aus den frühen 1920er Jahren wurde zumindest eine, die dynamische „Figur im Kreis“, für 13.500 Euro übernommen (Taxe 12.000 EUR). Erwartungsgemäß viel Luft nach oben ließen die jeweils 8.000 Euro, die Nagel für zwei unterschiedliche Arbeiten Rudolf Bauers angesetzt hatte: Sowohl seine ganz frei, fast informell gestaltete Gouache „Sinfonie XIII“ von 1913 als auch eine demgegenüber mit strengen geometrischen Formen konzipierte Collage von circa 1921 verbesserten sich deutlich auf 20.000 Euro.

Unter den jüngeren Abstrakten sind Karl Peter Röhl mit einer Gouache aus rotem Kreis und grünem Quadrat von circa 1943 für 6.500 Euro (Taxe 4.000 EUR), Willi Baumeisters sandhaltige, amorph schwebende Formen in „Eidlos erdfarben“ von 1939 für 34.000 Euro (Taxe 25.000 EUR) und eine „Abstrakte Komposition“ Otto Ritschls von 1951 für 6.000 Euro zu nennen (Taxe 6.000 EUR). Mit 20.000 Euro für die neunzehnteilige Farblithografiefolge „Le poeme de l’angle droit“ von Le Corbusier aus dem Jahr 1955 (Taxe 10.000 EUR), mit 17.000 Euro für eine der hundert von Pablo Picasso mit einem Stierkampf bemalten Tonvasen „Arena“ aus dem Jahr 1958 (Taxe 5.000 EUR) und 40.000 Euro für ein unbetiteltes Strichbild Hans Hartungs von 1953 erwiesen sich auch die jüngeren Positionen als stark (Taxe 38.000 EUR). Die Zeitgenossen wurden durch so unterschiedliche Werke wie Andy Warhols schwarz-weiße, durch Diamantstaub glitzernde „Shoes“ von 1980 für 33.000 Euro (Taxe 30.000 EUR) und eine neoinformelle, farblich schrille Komposition ohne Titel von André Butzer aus dem Jahr 1998 bei 4.000 Euro würdig vertreten (Taxe 3.500 EUR).

Teil zwei der Veranstaltung umfasste mit fast 800 Losnummern im Niedrigpreissektor die weitaus größere Offerte. Die ganz großen Entdeckungen gab es hier nicht, doch manch erfreuliche Steigerung wie für eine typisch melancholische Ansicht der Rheinwiesen bei Wittlaer bei Hochwasser aus der Hand des Niederrheiners Max Clarenbach von 3.800 Euro auf 5.500 Euro oder von 3.000 Euro auf 7.500 Euro für das spätimpressionistische Ölbild „Stuttgarter Hauptbahnhof im Schnee“ von dem Dampflokomotivenexperten Hermann Pleuer aus dem Jahr 1909. Der deutsche Expressionismus hatte mit Conrad Felixmüllers 1919 datierter Radierung „Tröstende Frau“ bei 3.800 Euro noch einmal einen starken Auftritt (Taxe 1.500 EUR). Zu den teuersten Zeitgenossen schwang sich der 1943 geborene DDR-Künstler Eberhard Göschel mit einer schrundigen Ritzzeichnung ohne Titel aus dem Jahr 1997 bei 3.600 Euro auf (Taxe 950 EUR). Für bis zu 6.000 Euro deckten sich die Sammler aus der reichhaltigen und gut abgesetzten Grafikofferte Friedensreich Hundertwassers und HAP Grieshabers ein.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



15.07.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


27.06.2012, Moderne & Zeitgenössische Kunst

Bei:


Nagel Auktionen

Bericht:


Reich gedeckt

Kunstwerk:

Hermann Pleuer, Stuttgarter Hauptbahnhof im Schnee, 1909
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Lovis Corinth, Zinnien, 1924
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Christian Rohlfs, Buchenwald, um 1900
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Max Liebermann, Die Große Seestraße in Wannsee mit
 Spaziergängern, 1923
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Max Liebermann, Esel in den Dünen, 1911
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Max Liebermann, Die Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern, 1923

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Zuschlag: 120.000,- EURO

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Hermann Pleuer, Stuttgarter Hauptbahnhof im Schnee, 1909

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Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 654

Max Liebermann, Esel in den Dünen, 1911

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Taxe: 48.000,- EURO

Zuschlag: 48.000,- EURO

Losnummer: 1002

Christian Rohlfs, Buchenwald, um 1900

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Taxe: 15.000,- EURO

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Losnummer: 1008




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