Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 26.10.2019 Kunstauktion 99 bei Winterberg|Kunst in Heidelberg

© Winterberg|Kunst

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Spannend wie ein guter Thriller: Die Ausstellung „Lost Places – Orte der Photographie“ in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle präsentiert Orte und Räume mit Beunruhigungspotenzial

Auf der Suche nach verlorenen Orten



Gerade jetzt in der Ferienzeit sehnen sich die meisten Menschen nach Orten der Stille und inneren Einkehr. Schöne, unberührte Landschaften und Strände, eine intakte mediterrane Piazza, ein idyllisches Bergdorf oder ein malerischer Fischerort gehören zu den bevorzugten Zielen gestresster Großstadtbewohner. Vielleicht sollte man allerdings vor der Abreise noch einen Blick in die Hamburger Kunsthalle werfen. Die dort gezeigte Ausstellung „Lost Places – Orte der Photographie“ präsentiert gewissermaßen das Gegenprogramm zu Orten der Idylle und Sehnsucht. Und sie schärft den eigenen Blick für das mitunter unheimliche Potenzial von Orten und Plätzen. Fast so wie ein guter David Lynch-Film. Gezeigt werden rund 20 zeitgenössische Positionen, überwiegend aus der Fotografie. Videoarbeiten und eine begehbare Rauminstallation ergänzen das mediale Spektrum.


„Lost Places“ zeigt dystopische Orte. Das sind Orte und Räume des Verfalls, der Auflösung, des menschlichen Größenwahns, der Tristesse oder gar des Verbrechens. Die Ausstellung führt dem Betrachter eine Welt voller Brüche und Widersprüche vor Augen, meist in Form leerer, von den Menschen verlassener oder von der Zivilisation zurückgelassener Kulissen. Der amerikanische Fotograf Joel Sternfeld etwa inszeniert Orte des Verbrechens oder der menschlichen Tragödie. Seiner Aufnahme eines prächtigen Baumes aus dem New Yorker Central Park im warmen Sonnenlicht sieht man nicht an, dass hier ein Mord geschehen ist. Diese Information geht erst aus dem Begleittext hervor.

Der südafrikanische Fotograf Guy Tillim begibt sich in seiner Serie „Avenue Patrice Lumumba“ auf eine Recherche nach den Hinterlassenschaften der europäischen Architekturmoderne im Kongo. Einst mit hohem architektonischen und gleichzeitig machtpolitischen Anspruch errichtete Prachtbauten werden nach und nach von der Natur in Besitz genommen. Der Beton beginnt zu zerbröseln. Eine explizit politische Landschaftsfotografie betreibt auch der Berliner Jörn Vanhöfen. Seine Aufnahmen von Hochhausbaustellen in Bangkok oder von der Abraumhalde einer südafrikanischen Diamantenmine direkt am Strand beleuchten gleichzeitig die Arbeitsbedingungen und die umweltpolitischen Auswirkungen ungebremsten Wachstums.

Einen besonderen Schwerpunkt in dieser Schau bilden auch die Arbeiten der Düsseldorfer Becher-Schule. Mit Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer sind deren wichtigste Vertreter stark repräsentiert. Petra Roettig, die Kuratorin der Schau, konnte da auf die reichlich vorhandenen Sammlungsbestände der Kunsthalle zurückgreifen. Dass die Becher-Schule mit ihren oft einschüchternd großformatigen Abzügen, ihrem häufig aseptisch wirkenden und um größtmögliche Präzision bemühten Bildbegriff längst von einer jüngeren, stärker am Menschen und an bildnerischen Experimenten interessierten Generation abgelöst wird, zeigt der Blick auf Positionen wie Tobias Zielony oder Barbara Probst.

Zielony begibt sich unmittelbar unter die Menschen, die er porträtiert. Das können um Identitätsfindung bemühte drogenabhängige Jugendliche in der Abgeschiedenheit der kalifornischen Wüste oder die Bewohner der aus Roberto Savianos Camorra-Roman bekannten Trabantensiedlung Vele di Scampia im Norden Neapels sein. Probst wiederum irritiert den Betrachterblick, indem sie ein und dieselbe Person, in diesem Fall eine junge Frau im grünen Mantel, die eine heruntergekommene amerikanische Straßenkreuzung überquert, mit drei verschiedenen Kameras im selben Augenblick aus drei ganz unterschiedlichen Perspektiven aufnimmt. Das eine gültige Bild gibt es bei ihr nicht mehr.

In andere mediale Kontexte entführen die Arbeiten von Jan Köchermann und Omer Fast. Der Hamburger Köchermann hat in den Ausstellungsparcours eine begehbare, aus schachtartigen Gängen zusammengesetzte Großinstallation eingebaut. Deren zunächst verwirrend wirkende Konstruktionsweise entzaubert er allerdings, indem er dem Betrachter am Ende die Gelegenheit bietet, das ganze Raumgebilde von einer Empore aus zu betrachten. Der Israeli Omer Fast schließlich, einer der zentralen Künstler der aktuellen Documenta, zeigt seine aus drei ganz unterschiedlichen Filmen bestehende Videoinstallation „Nostalgia I-III“. Einziges Bindeglied und übergeordnete Metapher der intelligent miteinander verzahnten und trotz der ernsten Thematik durchaus humorvoll aufgeladenen Geschichten von Verfolgung, Flucht und Rassismus ist eine selbstgebaute Rebhuhnfalle.

Die Ausstellung „Lost Places – Orte der Photographie“ ist bis zum 23. September zu sehen. Die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der 144seitige Katalog ist im Kehrer Verlag erschienen und kostet 24 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



26.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


08.06.2012, Lost Places

Bei:


Hamburger Kunsthalle

Bericht:


60.000 Besucher bei „Lost Places“ in der Hamburger Kunsthalle










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce