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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Joan Miró führt die Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London an

Mutter, Kind, Apfel



Wenn von den Versteigerungen namens „Impressionist & Modern Art“ bei den großen Auktionshäusern in London oder New York die Rede ist, denkt man in der Regel erst einmal an die französischen Impressionisten und die Meister der klassischen Moderne wie Picasso, Léger oder Giacometti, die regelmäßig Höchstpreise erzielen. In der britischen Zentrale von Sotheby’s am 19. Juni aber ist es anders: Die knapp fünfzig Losnummern der Abendauktion werden zu einem guten Teil von Künstlern anderer Herkunft bestritten. Pablo Picasso etwa ist – man höre und staune – mit gerade einmal zwei Positionen vertreten, von denen lediglich der grünlich-rosafarben schimmernde „Homme assis“ des neunzigjährigen Malers von 1972 für 6 bis 9 Millionen Pfund größere Aufmerksamkeit beansprucht. Fernand Léger, dreimal aufgerufen, wird mit einer kubo-technizistischen „Nature morte (Le verre)“ von 1925 und einer etwas befreiteren „Composition aux deux danseuses“ von 1929 wohl im niedrigen siebenstelligen Bereich verharren. Und Alberto Giacomettis „Femme debout (Annette)“ von 1956, die durch ihre großen spitzen Brüste auffällt, ist angesichts ihrer geringen Höhe von gut vierzig Zentimetern nur bei 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund etikettiert.


Das Hauptlos dieser Offerte, für die Sotheby’s im besten Fall insgesamt etwas mehr als 100 Millionen Pfund erwartet, lässt sich im weitesten Sinne dem Surrealismus zuordnen, doch wird man Joan Mirós „Peinture (Étoile bleue)“ aus dem Jahr 1927 wohl mit keiner Stilbezeichnung wirklich gerecht. Die etwas über einen Meter hohe Leinwand, die über suggestivem Blau eine lockere Gruppierung unterschiedlicher Farbklekse, schwarzer Striche und eben jenes im Titel genannten dunkelblauen Sterns zeigt, avancierte Ende 2007 bei einer Pariser Auktion mit knapp 11,6 Millionen Euro brutto schon einmal zum Spitzenpreis für den Spanier. Ein halbes Jahr später wurde sie bei Christie’s in New York dann aber schon von „La caresse des étoiles“ überrundet und zuletzt erst im Februar dieses Jahres von einem „Painting-Poem“ bei Christie’s in London für 15 Millionen Pfund. Mit einer Schätzung von 15 bis 20 Millionen Pfund strebt der vierzackige blaue Stern auf blauem Grund nun wieder seine alte Position an.

Die Reihe klassischer französischer Impressionisten ist nicht lang, aber mit Claude Monets häufig, zuletzt 2006 bei Christie’s für 2,6 Millionen Dollar versteigerter Winterlandschaft „La Seine à Bougival“ von 1869 (Taxe 2,2 bis 3,2 Millionen GBP) und Camille Pissarros Pariser Frühlingsbild „Le Jardin des Tuileries et le Pavillon de Flore, matin, printemps“ von 1900 für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund recht anspruchsvoll besetzt. Paul Signac repräsentiert wieder den Neoimpressionismus, unverwechselbar wie immer durch die vielen bunten Pinselpunkte, aus denen er mosaikartig 1899 seine „Terrasse de Meudon“ mit dem Eiffelturm ganz in der Ferne komponierte (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen GBP). Unter den Fauves ragt Kees van Dongen mit seinem halb verhüllten, grünlich leuchtenden Frauenakt „Lailla“ aus dem Jahr 1908 für 3,5 bis 5 Millionen Pfund hervor, ferner Pierre Bonnards „Nu debout“ bei der Toilette von circa 1931 aus dem Nachlass des Philanthropen John D. Rockefeller III. für 4,5 bis 5,5 Millionen Pfund. Auch Raoul Dufy fand diesmal mit der freundlichen, von Gelb- und Grüntönen bestimmten Landschaft „La Rivière“ um 1905 Aufnahme in die Abendauktion (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP).

Beim ungewöhnlich reichen Angebot aus Deutschland gibt es ein eindeutiges Hauptlos: Otto Dix’ „Sitzender Akt mit blondem Haar“, 1931 in altmeisterlichem Stil wie ein Renaissanceportrait, aber auch zugleich überzeichnet gehalten, wird bei 4 bis 6 Millionen Pfund mit besten Chancen auf einen neuen Auktionsrekord gehandelt. Mit etwas Glück könnte dies auch für Emil Nolde gelingen: Bei jeweils 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund stehen sein fast abstraktes „Abendliches Herbstmeer“ von 1951 und seine ebenfalls farbgesättigten „Große Sonnenblume und Clematis“ von 1943, nur knapp unterhalb des bisherigen Rekordes. Ihre Marktfrische – beide Bilder stammen aus dem Nachlass des Künstlers, die Sonnenblume war sogar noch nie öffentlich ausgestellt – erhöhen die Chancen auf eine Wertsteigerung. Schon über den klassischen Expressionismus weist Ernst Ludwig Kirchners flächig im Schablonenstil gemalte „Tanzgruppe“ von 1929 hinaus (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Charakteristischer sind da Oskar Kokoschkas offenbar etwas zerstrittene „Zwei Mädchen“ von 1921/22 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) und Max Beckmanns 1926 in Frankfurt entstandenes „Stillleben mit violetten Dahlien“ für 1 bis 1,5 Millionen Pfund.

Aus der Münchner Expressionistenszene kommt Alexej von Jawlenskys farbenprächtiges „Stillleben mit Blumen und Orangen“ von circa 1909 für 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund. Gleich achtmal mit einer Suite abstrakter Aquarelle aus einer nicht näher bezeichneten Privatsammlung gelangt Wassily Kandinsky zum Aufruf. Das kostbarste dieser Blätter, die die Jahre 1916 bis 1941 umfassen und damit einen Querschnitt durch das mittlere und späte Schaffen des russisch-deutschen Meisters bieten, ist der „Entwurf zu ‚Grüner Rand‘“ von 1919. Von dem ausgeführten Ölbild fehlt heute allerdings jede Spur (Taxe 750.000 bis 900.000 GBP). In den Strudel der nationalsozialistischen Kunstpolitik geriet Edvard Munchs 1916 gemalte „Sittende ung Kvinne“: Erst 1927 von der Städtischen Galerie Frankfurt angekauft, wurde die im Zimmer sitzende junge Frau zehn Jahre später als „entartet“ ausgesondert und nach Oslo verkauft. Nun soll das melancholische Frauenbildnis 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund kosten.

Von Miró abgesehen hat der Surrealismus einen eher zurückhaltenden Auftritt, mit Paul Delvaux’ „Deux femmes couchées“ in einem leeren Holzbodenflur, der unvermittelt in eine weite Nachtlandschaft übergeht, von 1945 für ambitionierte 2 bis 3 Millionen Pfund als Hauptstück. Leonora Carrington, die im vergangenen Jahr 94jährig verstorbene zeitweilige Lebensgefährtin Max Ernsts, wird durch die Aufnahme ihrer raumlos schwebenden „Personajes de teatro“ von 1941 in die Abendauktion geehrt (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Für Marc Chagalls anderthalb Meter hohe, motivreiche Vision „L’arbre de Jessé“ von 1960 mit einer knallroten Fassade der Pariser Kathedrale im Zentrum hat Sotheby’s dagegen starke 3 bis 5 Millionen Pfund veranschlagt. Als teuerste Skulptur des Abends geht Henry Moores Bronze „Mother and Child with Apple“ von 1956 bei 1,8 bis 2,8 Millionen Pfund an den Start. Mit einer 1910 geschaffenen und spätestens 1922 in Kunststein gegossenen elegischen „Frauenbüste“ Wilhelm Lehmbrucks für 550.000 bis 750.000 Pfund leistet Deutschland auch hier einen Beitrag.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



15.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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19.06.2012, Impressionist & Modern Art Evening Sale

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 Signac, Terrasse de Meudon, 1899
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Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 2.200.000,- GBP

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