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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Sotheby’s fuhr in Zürich mit Schweizer Kunst solide Ergebnisse ein

Von Schweizern für Schweizer



Albert Anker, Mädchenbildnis, 1885

Albert Anker, Mädchenbildnis, 1885

Die Bilder Albert Ankers sind immer noch ein Garant für gute Verkäufe. Doch scheint der Hype um den Schweizer Realisten, den nicht zuletzt die große Retrospektive des Jahres 2010 im Kunstmuseum Bern befeuert hat, auf seinem Wendepunkt angekommen zu sein. Nicht mehr bei jedem Werk folgen die Sammler den hohen Erwartungen. Das musste jetzt auch das Auktionshaus Sotheby’s in Zürich feststellen, als es elf Gemälde Ankers in einem weiten Taxbereich zwischen 10.000 Franken und 2 Millionen Schweizer Franken ins Rennen schickte. Die höchsten Erwartungen waren an den um 1875 gemalten, blonden „Schulknaben“ mit 1,5 bis 2 Millionen Franken geknüpft. Doch er konnte trotz seines verträumten Gesichtchens und der differenzierten Darstellung der Materialien nicht überzeugen. Die Ergebnisliste der Auktion „Schweizer Kunst“ führt daher Ankers leicht trotziges Mädchen von 1885 an. Die Einfühlungsgabe des Malers bei der Gestaltung der Gesichtszüge und der Stimmung des blond gezopften Kindes sowie die geringe Zahl der Portraits im Gesamtwerk des Künstlers haben einen Schweizer zur unteren Erwartung von 1,2 Millionen Franken motiviert.


Auch weitere Werke Albert Ankers rangierten diesmal eher im Bereich der unteren Taxe. So konnte ein Eidgenosse das „Schlafende Mädchen auf einer Holzbank“ um 1900, das durch seine friedvolle Atmosphäre und das anrührende unschuldige Kindergesicht besticht, schon bei 1 Million Franken mit nach Hause nehmen (Taxe 1 bis 1,5 Millionen SFR). Ankers Aquarell „Alter Mann beim Pfeiferauchen“ von 1907 lag sogar 5.000 Franken unter der niedrigsten Schätzung von 60.000 Franken. Wie bei den Genredarstellungen setzt Anker bei seinen seltenen Stillleben ebenfalls auf das einfache bäuerliche Leben, so bei der rustikal angerichteten Heringsmalzeit mit Brot und Bier von 1899 für 320.000 Franken (Taxe 300.000 bis 400.000 SFR). Zu seinen drei nicht verkauften Arbeiten gehören noch die beiden Aquarelle „Die alte Frau beim Lesen der Bibel“ von 1904 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) und das „Strickende Mädchen beim Lesen“ von 1907 (Taxe 100.000 bis 1120.000 SFR).

Der Schweizer Kunstmarkt ist immer noch in sich geschlossen. Kaum ein Ausländer engagiert sich hier. Das macht die Top Ten-Liste kund, die Sotheby’s neben der Ergebnisliste veröffentlicht. So gingen die zehn teuersten Bilder an Schweizer Sammler, die losbezogen 68 Prozent der Offerten mitnahmen. Preisliche Ausreißer gab er nur selten, so dass die Auktion vom 4. Juni als solide, aber wenig aufregend bezeichnet werden kann. Daher rangiert die wertmäßige Verkaufsquote diesmal nur bei geringen 47,2 Prozent. Ein Grund lag bei Giovanni Giacometti, dessen Bilder komplett verschmäht wurden. Sowohl die farbenprächtige „Valle fiorita“ von 1912/24 mit Ausblick auf den Silsersee als auch seine „Paesaggio d’Autunno“ von 1932 mit den grünen Schafweiden des Hochplateaus bei Soglio waren mit jeweils über einer Million Franken zu hoch angesetzt.

Der Preis von Ferdinand Hodlers Figurenstudie zum „Blick in die Unendlichkeit“ schnellte zwar nicht ins Unendliche, kann sich aber mit 280.000 Franken sehen lassen und trug sein Scherflein zu dem Gesamtumsatz von 4,97 Millionen Franken bei. Den Auftrag der Zürcher Kunstgesellschaft für ein großes Wandgemälde im oberen Treppenhaus des neugebauten Kunsthauses setzte Hodler in einer Serie von fünf rhythmisch bewegten, blau gewandeten Frauen um, die mit geneigtem Kopf in die Ferne schauen. Das hier für 200.000 bis 300.000 Franken offerierte Werk glänzt durch seine kraftvolle unmittelbare Pinselführung und die Strahlkraft der Farben, die sich das Gemälde im Nachlass des Künstlers erhielt. Im Laufe des Werkprozesses zu der endgültigen Fassung, die heute in situ zu bewundern ist, entstand auch eine Kopfstudie in Öl auf Leinwand, die für 80.000 Franken über das Auktionspult wanderte (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Aber auch bei Hodler fand nicht alles Anklang. So blieb der unspektakuläre „Wasserfall in Savoyen“ um 1909 bei hohen Erwartungen von 400.000 bis 600.000 Franken genauso liegen wie die Ölstudie „Schwörender“ um 1912 für 20.000 bis 30.000 Franken. Das bedeutete eine Verkaufsquote von 50 Prozent für den Schweizer Symbolisten. Besser sah es bei Cuno Amiet aus, der von seinen vier Werken drei abgeben konnte. Das leuchtende Blumengesteck „Zinnien auf blauem Tuch“ von 1944 lag mit 55.000 Franken sogar 5.000 Franken über der Schätzung und innerhalb den Top Ten, genauso wie der farblich zurückhaltendere „Rosengarten“ von 1935 mit 48.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Erschwinglicher war sein Aquarell „Blumen in Vase“ von 1917 für 12.000 Franken, was einen Zuschlag am unteren Rand der Taxe bedeutete.

Raphy Dallèves bemüht mit „Jeunes Valaisannes Au parc aux chèvres“ wieder ein bäuerliches Thema des Alpenlandes. Einträchtig sitzen die Mädchen in traditionellen Trachten auf der Wiese, streicheln die Ziegen oder blicken entspannt und versonnen in die Umgebung. Auch hier musste ein Schweizer Sammler nicht gegen allzu viel Konkurrenz antreten und nahm das Gemälde von 1911 schon bei den anvisierten unteren 220.000 Franken mit. Alexandre Calames „Souvenir de la Handeck, Effet d’orage“ von 1858 wechselte von einer Schweizer Privatsammlung in die andere. Für 65.000 Franken hängt dort nun die düstere Gewitterlandschaft in den Bergen mit reißendem Bach (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Den Blick in die Weite der Schweizer Berg- und Seenlandschaft hielt François Diday im 19ten Jahrhundert auf zwei Gemälden fest. Immer von einem erhöhten Standpunkt aus eröffnet er die Aussicht auf dunstige Berge und einen steil abfallenden Weg, auf den er kleine Figuren setzt. Die „Rhone-Ebene mit Genfersee“ schlug Sotheby’s beim oberen Taxwert von 40.000 Franken zu, „Personnage aux montagnes“ bei 24.000 Franken, was am unteren Taxrand lag.

Weniger offensichtlich ist das Schweizerische bei Théophile Alexandre Steinlens Bildern „Le bal musette“, „Le baiser“ und „Deux vagabonds marchand dans la neige“. Sie stehen für das mittlere bis untere Preissegment zwischen 7.000 und 20.000 Franken, das teilweise gefragt war und ebenfalls von Schweizer Sammlern bereitgestellt wurde. Die tanzenden Paare, beaufsichtigt von einem Polizisten, verließen für 8.000 Franken das Auktionshaus, das im Kuss versunkene Paar für 12.000 Franken. Seinen „Stehenden weiblichen Akt“ von 1904 positioniert Sigismund Righini schüchtern vor einem Blumenvorhang und auf einem bunten geometrischen Teppich, was dem Bild eine häusliche und naive Atmosphäre verleiht. Die Erwartungen von 20.000 bis 30.000 Franken wurden hier um 15.000 Franken übertroffen.

Marius Borgeaud erzielte für seinen dunklen flächig gemalten „Table rouge avec Glycines“ von 1920 taxgerechte 40.000 Franken. Vier Jahre später malte Werner Neuhaus mit „Herbst in Paris (am Seineufer)“ für 28.000 Franken eine Kulisse außerhalb der Schweiz. Die roten Baumkronen am Ufer gehen fast in eine Farbfläche über, die Figuren bestehen nur noch aus wenigen Strichen (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Preissteigerungen gelangen dann auch Paul-Théophile Roberts liebvoller Komposition „Mère et enfant au paysage“ mit 16.000 Franken oder Emile Chambons dunkel-unheimlichem Gemälde „Cour de l’Hotel-de-Ville (Nocturne)“ von 1973 mit 19.000 Franken (Taxen je 7.000 bis 9.000 SFR).

Die Kunst der Neuen Sachlichkeit war nicht so gefragt und hatte ein teueres Opfer zu beklagen: Adolf Dietrichs „Sommergarten in Berlingen“ von 1940 musste bei 100.000 bis 150.000 Franken wieder den Heimweg antreten. Ähnlich distanziert gestaltete Aimé Barraud 1939 ihre „Nature morte aux raisins et livre“ und erwirtschaftete damit 6.000 Franken (Taxe 6.000 bis 7.000 SFR). Zur Konkreten Kunst gehört Camille Graesers Leinwand „Aus der Reihe gelöstes Gelb“, die mit 30.000 Franken gerade am unteren Rand der Preiserwartungen kratzte, genauso wie Richard Paul Lohses „Progression von 4 gestuften Farben“ aus dem Jahr 1967 oder Walter Bodmers rot bemaltes, filigranes Wandrelief aus Draht mit 15.000 Franken.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s Zürich

Talstrasse 83

CH-8001 Zürich

Telefax:+41 (044) 226 22 01

Telefon:+41 (044) 226 22 00



12.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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04.06.2012, Schweizer Kunst / Swiss Art

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Sotheby's

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Unwiderstehlich

Kunstwerk:

François Diday, Rhone-Ebene mit Genfersee
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Camille Graeser, Aus der Reihe gelöstes Gelb, 1964/66
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Richard Paul Lohse, Progression von 4 gestuften Farben, 1967
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Albert Anker, Alter Mann beim Pfeife Rauchen, 1907
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Ferdinand Hodler, Blick in die Unendlichkeit (Kopfstudie)
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Théophile Alexandre Steinlen, Le bal musette
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Werner Neuhaus, Herbst in Paris (Am Seine-Ufer), 1924

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Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

Zuschlag: 28.000,- SFR

Losnummer: 59

Camille Graeser, Aus der Reihe gelöstes Gelb, 1964/66

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Taxe: 30.000 - 50.000 SFR

Zuschlag: 30.000,- SFR

Losnummer: 87

Albert Anker, Stillleben: Heringe, 1899

Albert Anker, Stillleben: Heringe, 1899

Taxe: 300.000 - 400.000 SFR

Zuschlag: 320.000,- SFR

Losnummer: 12

Théophile Alexandre Steinlen, Le bal musette

Théophile Alexandre Steinlen, Le bal musette

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 8.000,- SFR

Losnummer: 42

Ferdinand Hodler, Einzelfigurstudie zu „Blick in die Unendlichkeit“

Ferdinand Hodler, Einzelfigurstudie zu „Blick in die Unendlichkeit“

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 280.000,- SFR

Losnummer: 35

François Diday, Rhone-Ebene mit Genfersee

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Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

Zuschlag: 40.000,- SFR

Losnummer: 7

Raphy Dallèves, Jeunes Valaisannes au parc aux chèvres, 1911

Raphy Dallèves, Jeunes Valaisannes au parc aux chèvres, 1911

Taxe: 220.000 - 260.000 SFR

Zuschlag: 220.000,- SFR

Losnummer: 22

Théophile Alexandre Steinlen, Le baiser, um 1900

Théophile Alexandre Steinlen, Le baiser, um 1900

Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

Zuschlag: 12.000,- SFR

Losnummer: 44

Marius Borgeaud, Table rouge avec glycines, 1920

Marius Borgeaud, Table rouge avec glycines, 1920

Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

Zuschlag: 40.000,- SFR

Losnummer: 55

Ferdinand Hodler, Blick in die Unendlichkeit (Kopfstudie)

Ferdinand Hodler, Blick in die Unendlichkeit (Kopfstudie)

Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 80.000,- SFR

Losnummer: 30

Albert Anker, Alter Mann beim Pfeife Rauchen, 1907

Albert Anker, Alter Mann beim Pfeife Rauchen, 1907

Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 55.000,- SFR

Losnummer: 4

Albert Anker, Schlafendes Mädchen auf einer Holzbank, um 1900

Albert Anker, Schlafendes Mädchen auf einer Holzbank, um 1900

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 SFR

Zuschlag: 1.000.000,- SFR

Losnummer: 18




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