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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bassenge versteigert Fotografie von den Anfängen bis heute

Sprechende Gesichter



Margaret Bourke-White war eigentlich beauftragt worden, Arbeiter auf einer Kaffeeplantage in Brasilien für eine Lehrbroschüre zu fotografieren. Kinder sollten an Hand dieser lernen, wie Kaffee angebaut, geerntet und produziert wird. Allerdings spricht aus dem Vintage von 1936 der jungen Frau mit Sonnenhut viel mehr. Ihre Gesichtszüge sind ernst, ihr Blick ist in die Ferne gerichtet und ihr sind die schwere Arbeit und die stetige Sorge um die Ernte anzusehen. Ein Jahr später sollte die erste Kriegsberichterstatterin der US-Armee mit ihrer Dokumentation der Südstaatenfarmer bekannt werden. Mit einer Erwartung von 5.000 Euro rangiert Bourke-White unter den Top-Ten der Fotografieauktion bei Bassenge. Als Meister der perfekten Pose und der schlichten Eleganz bleibt es Horst P. Horst überlassen, das teuerste Werk der Auktion zu stellen. Der Blick unter den weiten fliegenden Rock einer tanzenden Frau mit dem Titel „Round the Clock IV, NY“ von 1987 verlangt 6.000 Euro. Auch Brett Weston, der seinem Vater Edward in der Fotografie nacheiferte, feiert den weiblichen Körper. Bei seinem geschickt positionierten weiblichen Akt sind weder Schoß, Gesicht noch Busen des Modells zu erkennen, was dem Vintage von 1975 zu einer Spannung und Eleganz verhilft. Hier stehen 3.500 Euro auf dem Etikett.


Das was die Choreografin und Tänzerin Pina Bausch an Emotion und Kraft in ihre Darbietungen legt, kann der Fotograf Walter Vogel in seinen Bildern ausdrücken. Das charmante Portrait der 2009 verstorbenen Künstlerin wurde von einem Negativ aus dem Jahr 1967 während der Schwetzinger Festspiele 2010 erneut gedruckt (Taxe 1.200 EUR). Wenn es um Portraits geht, dann darf August Sander nicht fehlen. Der „Winkeladvokat“, eines seiner berühmten Bilder in einem Nachdruck der 1960er oder 1970er Jahre vom Original von 1944/52, gehört zu der Gruppe IV „Die Stände“ aus der Serie „Menschen des 20. Jahrhunderts“ (Taxe 3.000 EUR). Vintageabzüge der griechischen Fotografin Nelly, alias Elli Souyoultzoglou, die ihren Beruf in Dresden bei Hugo Erfurth und Franz Fiedler erlernt hat, sind auf dem Kunstmarkt selten. Als wichtige Zeitzeugnisse gelten ihre ergreifenden Aufnahmen der griechischen Flüchtlinge aus Kleinasien der Jahre 1925 bis 1927 (Taxen je 1.200 EUR). Wie sich einst Maler in Selbstbildnissen stilisierten, so schafft Edmund Kesting das im Medium der Fotografie. Durch eine interessante Schattenformation, die den Pinsel und das Blatt in der Hand auf dem Gesicht und der Wand abbildet, gelingt Kesting eine Mystifizierung seiner Person (Taxe 4.000 EUR).

Der spätere Abzug des Schnappschusses „Colorado, USA“ von Elliott Erwitt aus dem Jahr 1955 zeigt einen kleinen Jungen, der aus dem Fenster eines Busses schaut. Dass genau an der Stelle seines rechten Auges die Scheibe spinnennetzartig gesprungen ist und somit sein Auge ersetzt, macht das Foto besonders eindrücklich (Taxe 2.500 EUR). Die Funktion von interessantem Portrait und Dokumentation erfüllen die 210 Vintages mit Szenen aus dem Dreigroschenoper-Film von 1930. Der Filmfotograf Hans Casparius hat die verschiedenen Sets der deutschen und französischen Version der Verfilmung der Brecht/Weill-Oper festgehalten. Vielleicht findet sich ein begeisterter Fan, der 4.000 Euro dafür bieten will. Viele der Abzüge und Negative der Fotografin Aenne Biermann sind verschollen. Um so mehr ist es ein Glück, dass ihr ausschnitthaftes Portrait von „Gertrude Engels“ aus dem Jahr 1929 hier für 2.000 Euro angeboten wird. Berenice Abbott entdeckte den Autodidakten Eugène Atget und verhalf ihm zu späten Ruhm in der Fotografie. Ihr Profilbildnis des alten Mannes von 1927 offeriert Bassenge in einem Nachdruck von 1976 für 1.200 Euro.

Eva Besnyö fotografiert die Menschen dagegen aus der Ferne. In der „Starnberger Straße, Berlin“ laufen 1931 nur vereinzelt Menschen herum, die Straßenecke scheint wie ausgestorben. Der spätere Nachdruck beläuft sich auf 2.000 Euro. Ein paar Jahre später hat der russische Kriegsfotograf Jewgeni Chaldej andere Begebenheiten in Berlin zu fotografieren. Seine Fotos rund um den Reichstag vom April und Mai 1945 sind aus den Geschichtsbüchern nicht mehr wegzudenken. Unschätzbar in ihrem historischen Wert liegen die späteren Abzüge aus den 1990er Jahren preislich zwischen 1.000 bis 1.500 Euro. Ein beliebtes Sujet war in den 1930er Jahren der Manik Bagh Palast im indischen Indore, den Eckart Muthesius samt Ausstattung für den dortigen Maharaja im Stil der Neuen Sachlicht und des eleganten Art Déco entwarf. Als Dokumente des Reichtums und der westlichen Orientierung können die Fotografien des hauptsächlich aus Berliner Werkstätten stammenden Interieurs dienen (Taxen zwischen 600 und 1.500 EUR).

In die Welt der Industrialisierung führt Robert Häusser mit seinem Vintage von 1956. Er fotografiert eine lange Werbewand mit „Nescafé“-Plakaten (Taxe 1.200 EUR). Als Hauptvertreter der sachlich-realistischen Fotografie hat sich Albert Renger-Patzsch nach dem Krieg vor allem der Industriefotografie gewidmet. Dazu gehört auch sein Vintage mit „Webmaschinen“ in serieller Reihung aus der der Ingolstädter Spinnerei „Schubert & Salzer“ (Taxe 1.800 EUR). 2.000 Euro verlangt seine groß ins Bild gesetzte „Sonnenblume“ von 1930. Der spätere Nachdruck des Bildes eines Hauses in „Chicago 1962“ mit Amerikaflagge des vor kurzem verstorbenen japanisch-amerikanischen Streetfotografen Ishimoto Yasuhiro kommt den Bieter 2.500 Euro zu stehen.

Teuerste Arbeit der zeitgenössischen Fotografie ist mit 6.000 Euro „Whoopi Goldberg, Berkeley, California“ von Annie Leibovitz. Aufreizend mit gespreizten Beinen und hochgerissenen Armen liegt die Schauspielerin 1984 in der Badewanne, doch der Schaum verdeckt den Körper fast züchtig. Es folgen bei 4.000 Euro Pablo Picasso und André Villers. In ihrer Zusammenarbeit „Diurnes. Découpages et Photographies“ schnitt Picasso Köpfe von Männern, Frauen und Tieren aus und Villers montierte sie auf Fotos. Die Düsseldorfer Fotoschule vertritt Candida Höfer mit ihrem strengen, menschenleeren Blick in die „Universitätsbibliothek Hamburg“ von 2001 (Taxe 1.800 EUR). Auf einem Roadtrip in den 1970er Jahren hat Stephen Shore alltägliche Ansichten seiner amerikanische Heimat festgehalten, zum Beispiel in der „Taylor Street, Forth Worth, Texas“ (Taxe 4.000 EUR).

In dem seltenen Buch „La Photographie n’est pas l’Art“ von 1937 reflektiert Man Ray über seine eigene Profession sowie die künstlerischen Möglichkeiten und den Wert von Fotografie (Taxe 3.500 EUR). Portraitaufnahmen stellt Robert Mapplethorpe mit den Vinatgeabzügen von Annie Leibovitz, David Byrne und seiner selbst (Taxen je 1.200 EUR). Über das Individuelle hebt Loretta Lux ihre Menschenbilder hinaus. So steht das „Portrait eines Mädchens 2“ mit nachdenklichem Gesicht und roten Zöpfen von 2000 für die Unsicherheit einer Heranwachsenden (Taxe 3.800 EUR). Brandaktuell ist Mario Testinos Aufnahme einer verführerischen „Kate Moss in Blue Café“ aus dem Jahr 2005 für 2.000 Euro.

Den Anfang macht am 6. Juni in Berlin die Fotografie des 19ten Jahrhunderts, um die sich Bassenge als eines der wenigen Häuser noch intensiv kümmert. Das neue Medium diente damals vor allem der Entdeckung und Dokumentation fremder Welten. Das mit 2.000 Euro teuerste Beispiel der Reisefotografie stellen Walter Bentley Woodbury und James Page mit ihren Aufnahmen der indigenen Völker der ehemaligen niederländischen Kolonialgebiete in den 1860er und 1870er Jahren. Sie portraitierten Familien, Männer in traditioneller Tracht und geschmückte Frauen. Eine Dokumentation der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika sind die 40 Aufnahmen von O. Ziegler. Besonders bemerkenswert und von großer Seltenheit sind die Aufnahmen der Herero und der Nama, die heute als Symbol für den ersten Genozid des 20sten Jahrhunderts gelten (Taxe 1.500 EUR). Wie Japan in den 1880er und 1890er Jahren aussah, zeigen die Architektur-, Landschafts- und Genreaufnahmen des Studios von Tamamura Kozaburo und vielleicht Kusakabe Kimbei. Thomas Andrew hat dagegen die Landschaft, die Einwohner und die deutschen Besatzer Samoas festgehalten (Taxen je 1.200 EUR).

Für beeindruckende Naturschauspiele wie die „Niagarafälle“ um 1888 ist George Barker für 900 Euro zuständig. Ein unbekannter Fotograf hat durch drei Albumindrucke der Nachwelt einen seltenen Panoramaanblick von Jerusalem aus den 1870er Jahren hinterlassen (Taxe 1.200 EUR). Ab 1853 arbeiteten Felice Beato und James Robertson, der als erster Kriegsfotograf in die Geschichte einging, als Duo in ihrem Fotostudio in Konstantinopel zusammen. Auf einer ihrer zahlreichen Reisen ist auch das Bild des einsam in der Wüste stehenden Grabmals von Sultan az-Zahir Qansuh um 1858 entstanden (Taxe 1.800 EUR). Frühe Aktaufnahmen stammen von Wilhelm von Gloeden. Seine antikisierenden Bilder eines homerisch arkadischen Lebens mit nackten Jünglingen rangieren zwischen 900 und 1.200 Euro.

Die Auktion findet am 6. Juni um 15 Uhr statt. Die Objekte sind noch bis zum 4. Juni von 10 bis 18 Uhr und am 5. Juni von 10 bis 16 Uhr in der Rankestraße 24, 10789 Berlin, zu besichtigen. Der Katalog ist unter www.bassenge.com abrufbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



04.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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Tamamura Kozaburo Studio und Kusakabe Kimbei, Ansichten von Landschaften, Städten, Tempeln und Genreszenen aus Japan, 1880/90er Jahre

Tamamura Kozaburo Studio und Kusakabe Kimbei, Ansichten von Landschaften, Städten, Tempeln und Genreszenen aus Japan, 1880/90er Jahre

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