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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Das Angermuseum in Erfurt entdeckt den Maler Armin Reumann neu und zeigt 120 Werke des deutschen Impressionisten

Dem Vergessen entrissen



Ein Maler, der vergessen stirbt. Erben, die sein Schaffen bewahren. Ein wichtiges Buch und ein Museum, das „anbeißt“. Aus diesen Versatzstücken werden die Wiederentdeckungskrimis der Kunstgeschichte kompiliert. Ein solcher „Krimi“ wird jetzt in Erfurt wahr: Das Angermuseum hat einen kaum bekannten deutschen Impressionisten wieder ans Licht der Öffentlichkeit geholt. Armin Reumann, vor 60 Jahren in Sonneberg im Süden Thüringens gestorben, kommt der Impressionist zur Ehre einer Einzelausstellung mit 80 Gemälden und 40 Zeichnungen.


Vor einiger Zeit erinnerte nur die Armin-Reumann-Straße in Sonneberg an den dort 1889 geborenen Künstler. Wer nach seinem Œuvre suchte, wurde bei Richter & Kafitz in Bamberg fündig. Auf der Homepage des Handels- und Auktionshauses findet sich ein Aufruf, Ölgemälde und Aquarelle des „spätimpressionistischen Malers“ zu melden, denn es soll ein Werkverzeichnis entstehen. Und ein paar Fotografien zeigen Gemälde: brave „Birken am Wasser“, einen für 1913 recht wildstrichigen „Heckenweg“, aber auch einen kraftvoll ausdrucksstarken Rückenakt. Und ein Bild von 1919 mit dem Titel „Beethoven“, auf dem vor rotglühendem Hintergrund ein winziger, einsamer Pianist unter der unheimlichen Erscheinung des Titanenkopfs des Komponisten sitzt. Ein Gemälde, das sofort gefangen nimmt und dessen Symbolik schaudern macht.

2011 erschien dann bei Stuttgarter Belser Verlag eine Monografie über Armin Reumann aus der Feder von Siegfried Wichmann. Auf 208 Seiten analysiert der Professor für Kunstgeschichte und langjährige Oberkonservator der Neuen Pinakothek München und Direktor am Bayerischen Nationalmuseum die Arbeiten Reumanns und wirft – so der Klappentext – ein neues Licht auf die Entwicklung der Kunst in Deutschland der 1920er und 1930er Jahre.

Vor der umfassenden Schau des von den Erben sorgsam gehüteten Œuvres in Erfurt gab es einzelne Ausstellungen in Leipzig, Gotha und Berlin – und in Sonneberg 2009 eine Sonderausstellung „Eine Puppenwerkstatt in Sonneberg. Interieurs von Armin Reumann, Künstlerpuppen von Irmgard Reumann“. Gezeigt wurden Teile eines Konvoluts von Zeichnungen, Aquarellen und Gouachen Armin Reumanns, die offensichtlich eine motivische Nähe zu den karikaturhaften Künstlerpuppen seiner Frau Irmgard aufweisen. In Puppenwerkstatt-Gemälden fing Reumann die Atmosphäre ein, die er in der Manufaktur seiner Frau erlebte. „Entstanden in den Jahren 1923 und 1924, markieren diese Gemälde den Beginn einer neuen Schaffensphase, in der sich der Maler frei und gelöst den wechselnden Erscheinungen von Farbe und Licht, Raum und Figur verschrieb“, hieß es damals zur Ausstellung.

Armin Reumann aus Sonneberg, gefördert von seinem Landesvater Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen, studierte ab 1907 an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München bei Hugo von Habermann. Der Katalog der bedeutenden Münchner Galerie Thannhauser aus dem Jahr 1916 benennt neben den großen Namen wie Hofer, Beckmann, Kubin, Klee, Marc, Macke, Kandinsky und Picasso auch Armin Reumann.

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt der Maler in seine Geburtsstadt Sonneberg zurück, stellt in den Folgejahren unter anderem in der Galerie Bruno Cassirer in Berlin aus, ist beteiligt an Ausstellungen in München, Weimar und Detroit sowie an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München. Nach dem Tod des zurückgezogen lebenden Künstlers 1952 gerät das Werk in Vergessenheit, wird jedoch von der Familie bewahrt und gepflegt, so dass es heute einer Neubewertung unterzogen werden kann.

Im Erfurter Angermuseum zeigt Reumann oft eine stilistische Nähe zu Max Slevogt, etwa in dem Gemälde „Sitzender Herr mit Zylinder“ von 1912, der sich nicht gerade hochoffiziell in den Fauteuil gefläzt hat. Aber auch der französische Fauvismus scheint seine Spuren in Reumanns Schaffen hinterlassen zu haben. Die gesteigerte Farbigkeit in dem Interieur „Wohnzimmer in Sonneberg“ von 1924 könnte auch dem Atelier Pierre Bonnards entsprungen sein. Daneben hängen empfindsame Porträts, stimmungsvolle Landschaften, Stillleben und Genredarstellungen aus dem großbürgerlichen Leben, die schon im Umkreis der Münchner Secession auf rege Zustimmung stießen. Die nachhaltige Wirkung, die vorangegangene Ausstellungen nicht hatten, darf man nun dem Versuch des Angermuseums wünschen, Reumanns Schaffen in der deutschen Kunst des 20sten Jahrhunderts und in der Geschichte des Impressionismus neu zu verorten.

Die Ausstellung „Armin Reumann. Ein deutscher Impressionist“ ist bis zum 8. Juli zu sehen. Das Angermuseum hat dienstags bis freitags von 13 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Eine Begleitpublikation zur Sonderausstellung erscheint im Kerber Verlag. Sie ist herausgegeben vom Direktor des Angermuseums, Kai Uwe Schierz. Das 168seitige Buch ist für einen Preis von 34 Euro angekündigt.

Kontakt:

Angermuseum Erfurt

Anger 18

DE-99084 Erfurt

Telefon:+49 (0361) 655 16 40

Telefax:+49 (0361) 655 16 59

E-Mail: angermuseum@erfurt.de



01.06.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


20.05.2012, Armin Reumann. Ein deutscher Impressionist

Bei:


Angermuseum Erfurt

Bericht:


Ungeschönte Dokumentation und symbolhafte Bewältigung

Künstler:

Armin Reumann










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