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Die Galerie Draheim zeigt in Wiesbaden Kopfbilder von Alexej von Jawlensky

Maler der menschlichen Seele



Alexej von Jawlensky, Christuskopf (Heilandsgesicht) Tod II, um 1919

Alexej von Jawlensky, Christuskopf (Heilandsgesicht) Tod II, um 1919

Dass der Kopf als malerisches Motiv im Œuvre Alexej von Jawlenskys eine große Rolle spielt, zeigt eindrücklich die Ausstellung der Galerie Draheim in Wiesbaden. An Hand von fünf Radierplatten mit den dazugehörigen Abzügen und zehn Gemälden mit Köpfen, die erstmals nach Wiesbaden ausgeliehen wurden, fächert Michael Draheim das Spektrum des Kopfmotivs in Jawlenskys Werk auf. Nach ihrer Entdeckung vor 25 Jahren macht er die fünf Kupfer- und Zinkplatten zusammen mit der Totenmaske des Malers und einer Palette erstmals der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Wie variantenreich in Stil, Ausdruck, Farbe und Formensprache Jawlensky das menschliche Haupt ins Zentrum seiner Kunst rückt, beweisen die aus wenigen Strichen bestehenden Gesichter der Drucke, der sich aus bunten geometrischen Farbflächen formierende „Christuskopf“ und die Meditationsbilder aus breiten dunklen Pinselstrichen.


Mit seinem Entstehungsjahr 1919 setzt der „Christuskopf“ den chronologischen Startpunkt der Ausstellung. Jawlensky entwickelte die Serien „Heilandsgesichte“ und „Christusköpfe“ parallel als Fortsetzung der „Mystischen Köpfe“, die als einzige Motivgruppe nicht in der Ausstellung vertreten sind. Hatten die mystischen Köpfe kräftige Konturen, starke Farbigkeit und Schultern, so reduzierte Jawlensky ab 1918 am Lago Maggiore das Motiv auf einen Kopf mit kleinem Halsansatz ohne Schultern. Meist sind die geneigten Köpfe nicht frontal, sondern leicht seitlich ins Bild gesetzt. Der „Christuskopf (sogen. Heilandsgesicht) Tod II“ um 1919 steht in der Ausstellung exemplarisch für die bedrückten Gesichter mit geschlossenen Augen und dunkelroten und schwarzen Haarsträhnen, die sich über die Stirn und die Augen wie Dornen in das Gesicht bohren.

Wie Forscher aus einem Brief an seine Künstlerfreundin Galka Scheyer wissen, reduziert Jawlensky seine Kopfdarstellungen zwischen 1919 und 1934 immer weiter, so dass er sie „Abstrakte Köpfe“ nennt. Nun verzichtet er wie beim „Kleinen Abstrakten Kopf“ von 1931 gänzlich auf den Hals und damit auf die dogmatische Orientierung an der menschlichen Anatomie. Die Stilisierung schreitet so voran, dass nur noch einzelne Formen aus einem strengen Kanon vorkommen und variiert werden. Die Köpfe weisen eine heraldische U-Form auf und sind frontal mit geschlossenen Augen in geometrische Einzelformen aufgelöst. Das Gesicht wird zu einer durch horizontale und vertikale Linien unterteilten Fläche. Der bootförmige Mund und das halbkreisförmige Kinn lösen zunächst beim Betrachter, bei Zeitgenossen Jawlenskys wie auch heutigen, Befremden aus. Die markante Z-Linie, die die linke Augenbraue, den Nasenrücken und die Nasenflügel bildet und das Gesicht in zwei Hälften teilt, ist vor allem bei den Radierungen zu bemerken.

Vor dem Ersten Weltkrieg hatte Alexej von Jawlensky sich nicht mit Drucktechniken beschäftigt. Auf Grund der zaristische Pension seiner Lebensgefährtin Marianne von Werefkin hatte für ihn nicht die finanzielle Notwendigkeit bestanden, seine Kunstwerke als preiswerte Grafiken zu vervielfältigen und sie so einer breiteren Käuferschicht zugänglich zu machen oder dadurch Käufer für seine malerischen Werke anzulocken. Nach der Trennung von seiner Mäzenin Werefkin und der Heirat mit deren Dienstmädchen Helene Nesnakomoff sah sich Jawlensky gezwungen, sich mit dieser künstlerischen Technik zu beschäftigen, an der er aber bis zum Schluss keine richtige Freude fand. Auf Grund der Beschriftung „Meine einzige Radierung“ auf einem Blatt von 1923 herrschte lange die Meinung vor, dass es bei dieser einen Grafik geblieben war. Das lag auch nahe, denn Paul Gauguin und Vincent van Gogh, die großen Vorbilder Jawlenskys, hatten ebenfalls nur eine einzige Radierung in ihrem Leben geschaffen.

Doch mit der Zeit tauchten mehr Abzüge und 1987 sogar fünf Radierplatte in Wiesbaden auf, was die Selbstaussage des Künstlers wiederlegte. Zusammen mit den fünf Kuper- und Zinkplatten, an denen sich Jawlensky an der Ätz- und Kaltnadeltechnik versuchte, kamen auch eine Malpalette und die Totenmaske des Malers wieder zum Vorschein. Glücklich über den Fund, war es Wunsch der Wiesbadener, den wertvollen Hinterlassenschaften des Malers im Museum Wiesbaden dauerhaft ein Zuhause zu geben. Finanziell dazu nicht in der Lage, musste ein deutscher Privatsammler die Rettung übernehmen, damit die Kunstwerke nicht in die USA abwanderten. Nach Streitigkeiten mit den Nachlassverwalterinnen und Urheberrechtsinhaberinnen in der Schweiz über unerlaubte Abzüge von den Druckstöcken behauptete der Sammler schließlich entnervt, die Platten vernichtet zu haben. Das entpuppt sich nun 25 Jahre später zum Glück als Lüge, so dass Michael Draheim die in ihrer Einfachheit und Ausdruckskraft beeindruckenden Grafiken den Besuchern vorstellen kann.

Den größten und letzten Abschnitt der Ausstellung bilden die acht „Meditationen“. Aus ihnen spricht unverkennbar die Depression, Verzweiflung und Trauer des Malers. Das seit 1933 verhängte Mal- und Ausstellungsverbot und seine stetig voranschreitende rheumatische Arthritis schränkten Jawlensky körperlich und seelisch zunehmend ein. Sind 1934 unter den Farben noch Hellblau, Gelb und Orange, so herrschen drei Jahre später Braun, Grün und Dunkelblau vor. Die Striche entwickeln sich von differenzierten kurzen, gebogenen zu meist vertikal aufgetragenen Farbblöcken. Jawlensky kann den Pinsel zum Ende nur noch mit beiden Händen führen. Die erlittenen Schmerzen beim Malen bannt er in seine verzerrten stilisierten Gesichter voller religiöser Melancholie und konzentriertem Gefühl.

Die Ausstellung „Alexej Jawlensky – Köpfe radiert und gemalt. Die Wiesbadener Jahre“ ist noch bis zum 26. Mai zu sehen. Die Galerie Draheim hat dienstags bis freitags von 14:30 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Katalog, in dem Bernd Fäthke seine neuen Erkenntnisse zu Leben und Werk Jawlenskys erstmals publiziert, ist für 22 Euro über die Galerie Draheim zu beziehen.

Kontakt:

Galerie & Kunsthandel Draheim

Taunusstraße 9

DE-65183 Wiesbaden

Telefon:+49 (0611) 910 30 07

Telefax:+49 (06129) 48 90 24

E-Mail: kunsthandel-draheim@t-online.de



23.05.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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